BUND-PfullendorfDer stillgelegte BahndammLageDie Bahnlinie verbindet die beiden Orte Pfullendorf und Schwackenreute und verläuft damit mehr oder weniger in ost-westlicher Richtung. Die Länge der Strecke beträgt ca. 24 km und umfasst eine Fläche von 250 000 qm. Sie verläuft innerhalb der Gemeindegrenzen von Pfullendorf, Wald, Sauldorf und Mühlingen.Die gesamte Bahnlinie kann dem Naturraum „Oberschwäbisches Hügelland“ zugeordnet werden, sie befindet sich dabei auf einem Höhenniveau zwischen 670 und 617mNN. Dem hügeligen Landschaftscharakter entsprechend verläuft die Strecke mal erhöht auf einem Damm, mal in einem Einschnitt deutlich unter dem Landschaftsniveau, und nur selten ebenerdig. ![]() Geschichte und NutzungDie Bahnlinie Pfullendorf-Schwackenreute wurde 1873 eröffnet. Rund 100 Jahre später wurde 1971 zunächst der Personenverkehr eingestellt, 1983 dann auch der Güterverkehr. Bald darauf wurden die Gleise, mit Ausnahme der Gleise in Nähe der beiden Endbahnhöfe, entfernt. Seit über 20 Jahren konnte somit auf den Böschungen eine weitgehend ungestörte Sukzession erfolgen. Eine Ausnahme bildet hierbei die seit 1985 als flächenhaftes Naturdenkmal geschützte und durch den BUND gepflegte Fläche "Bahndamm bei Aach-Linz". Hier konnte sich während der Dauer der Nutzung durch die Bahn ein Kalk-Halbtrockenrasen entwickeln, der seither durch einschürige Mahd gepflegt wird. Sonstige regelmäßige Eingriffe waren vermutlich nur das Zurückschneiden von Hecken und selektive Fällen einzelner Bäume durch ansässige Landwirte.Die §24a-Biotop-Kartierung des Gebietes zwischen 1992 und 1996 hat gezeigt, dass gerade entlang des Bahndammes zahlreiche Biotope schützenswert sind. Aus diesem Grund hat der BUND Pfullendorf ab 01.01.06 die Bahnstrecke Pfullendorf-Schwackenreute von der Deutschen Bahn gepachtet. Damit soll auch eine anderweitige Nutzung der ehemaligen Bahnstrecke z.B. als Rad- oder Wanderweg verhindert werden. ![]() Beeinträchtigungen und GefährdungenDurch Strassen, Wege und Siedlungsflächen ist die Bahnstrecke mehrmals, zum Teil auch länger, unterbrochen. In zwei Bereichen der Strecke wurde der Bahnschotter abgetragen und die Fläche dient nun als Weide. Diese Unterbrechungen sind natürlich nicht mehr rückgängig zu machen, ebenso wenig wie die Anlage von Schrebergärten oder Bienenkörben oder des 1987 erbauten Schützenhauses von Ruhestetten. Unbedingt zu unterlassen wäre aber vor allem die Ablagerung von Gartenabfällen, Bauschutt etc., wie dies immer wieder entlang der Strecke festzustellen ist. Besonders an den Böschungen unterhalb von Ackern und Weiden ist teilweise eine starke Eutrophierung durch Düngung festzustellen. In einem Bereich auf Höhe der Binderhöfe (Nähe Sentenhart) wird unverkennbar Abwasser in den Graben geleitet. Einige der auf der Karte verzeichneten 24a-Biotope (v.a. Feuchtbiotope) konnten nicht mehr im Gelände identifiziert werden und sind vermutlich der Melioration zum Opfer gefallen. Dass die Zerstörung von schützenswerten und geschützten Biotopen entlang des Bahndamms weiter voranschreitet, zeigt folgendes Beispiel: das Biotop 8020-437-1343 war- vermutlich durch regelmäßiges Nachfräsen des Grabens- im Vergleich zu 1996 bereits deutlich verschmälert. Im November wurde der Graben dann erneut ausgehoben und die an Sumpf-Ziest und Sumpf-Segge reiche Vegetation total zerstört.Aktuelle Planungen, die ehemalige Bahnlinie in einen durchgehenden Wander- oder Fahrradweg zu verwandeln, würden die Biotope natürlich weitgehend zerstören. ![]() |
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