BUND-PfullendorfStrompreiserhöhung zum 01. Januar 2006Strompreisentwicklung und das Erneuerbare Energiewirtschaftsgesetz(EEG)Natürlich ist es ärgerlich, dass zum 01. Januar 2006 der Strompreis um 3% erhöht werden musste. Doch zum Glück konnte auch der Schuldige schnell ermittelt werden: Neben höheren Bezugskosten trägt das Erneuerbare Energienwirtschaftsgesetz (EEG) zur Hälfte zur Erhöhung der Strompreise bei. Dieses schreibt nämlich vor, dass die Stadtwerke Strom aus regenerativen Energien zu einem Festpreis abnehmen müssen. Die im Falle der Erneuerbaren Energien höheren Erzeugerkosten scheinen also der Hauptgrund für die gestiegenen Preise zu sein. Eine Anfrage bei den Elektrizitätswerken Schönau (EWS) ergab jedoch, dass nur ca. 17%, anstatt der von den Stadtwerken angegebenen 50% der Strompreiserhöhung auf das EEG und die KWK-Abgabe zurückzuführen sind. Niemals, so die EWS, verursache der Anteil der regenerativen Energien 50% der Kostenerhöhung in Pfullendorf. Rein rechnerisch wären dies pro Kilowattstunde 0,25 Cent. Dieser Betrag ist aber definitiv zu hoch, um ihn dem EEG zu Lasten zu legen. Somit stellt sich die Frage, wodurch die restlichen 83% des Preisanstiegs –geht man von 17% höheren Kosten durch das EEG aus - verursacht werden. Laut der EWS sind diese allein auf den Anstieg der Strombeschaffungspreise beim Vorlieferanten zurückzuführen. Wie auch dieser Fall belegt, ist es leider noch immer üblich, dass große Energieversorgungsunternehmen bei ihren eigenen Preissteigerungen die Erneuerbaren Energien als Sündenbock gebrauchen und auf diese Weise negativ auf die Einstellung der Stromkunden gegenüber regenerativen Energien Einfluss nehmen. Dabei ist es in Wahrheit so, dass nur rund 3-4% des Gesamtarbeitspreises pro kWh durch den Anteil der EEG Quote verursacht werden. Auch 20 Jahre nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl, in einer Zeit, in der Strom inzwischen auch durch regenerative Energien auf effiziente Weise erzeugt werden kann, haben sich bedauernswerter Weise die erneuerbaren Energien noch immer nicht gegen den Atomstrom durchsetzten können. Natürlich tragen Behauptungen wie die der Stadtwerke nicht gerade zur Förderung der Neuen Energien bei, obwohl es schon seit langer Zeit gute Alternativen zum Atomstrom gibt. Ein Beispiel hierfür ist die EWS: Als Reaktion auf die Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 haben sich Schönauer Bürger entschlossen für eine nachhaltige Energieversorgung einzutreten. Etwa ein Jahrzehnt später wurde das örtliche Stromnetz vom damaligen Monopolisten freigekauft und seitdem betreiben die bürgereigenen Elektrizitätswerke Schönau das Ortsnetz ökologisch vorbildlich und wirtschaftlich erfolgreich. Was viele nämlich nicht bedenken, ist, dass neben dem am häufigsten genannten Argument gegen die Nutzung von Atomstrom, dem hohen Sicherheitsrisiko (siehe Tschernobyl 1986), der auf diese Weise erzeugte Strom auch - zur Zeit noch verborgene - Kosten bringt. In der Gegenwart erscheinen die Preise für Strom aus Atomkraftwerken zwar gering, doch spätestens für die kommenden Generationen wird dies nicht mehr der Fall sein, da sich dann endgültig die Frage nach der Entsorgung des radioaktiven „Abfalls“ stellen wird und akuter Handlungsbedarf, verbunden mit immensem finanziellen Aufwand und gesundheitlichem Risiko, besteht. Wer sich für Strom aus erneuerbaren Energien ausspricht, handelt also nicht nur im Sinne des Klimaschutzes sondern auch automatisch mit Blick auf die nachfolgenden Generationen. Die Weichen für eine nachhaltige Stromerzeugung sind, wie das Beispiel der Elektrizitätswerke Schönau zeigt, schon längst gestellt. Indem die großen Energiekonzerne die Kostensteigerungen von sich selbst auf andere schieben, verzögert sich zwar der Fortschritt in Richtung einer ausschließlichen Nutzung regenerativer Energien, aber auf Dauer gesehen schaden sich die Unternehmen mit der Verbreitung dieser Unwahrheit nur selbst, da der Stromkunde ehrliche Antworten auf die Kostenfrage erwartet und bei Zweifeln sehr schnell nach Alternativen Ausschau halten wird. BUND Pfullendorf |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Impressum | zum Seitenanfang | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||