BUND-PfullendorfLeben außer Kontrolle - auch für Clown Ninio
Eine Premiere der besonderen Art hatte Roland Kaim alias Clown Ninio Ende März 2007. Bei unserem Abend gegen die Gentechnik, an dem der Film "Leben außer Kontrolle" mit der Diskussionsleiterin und Diplombiologin Rita Strieckmann vom BUND Bad Saulgau gezeigt wurde, machte Clown Ninio zum ersten Mal Bekanntschaft mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln.Dass das Thema Gentechnik auch Spaß machen kann, zeigte Clown Ninio den Zuschauern auf krasse Art. Eigentlich wollte er nur essen gehen. Doch als er zwischen gentechnisch veränderten und biologischen Lebensmitteln wählen soll, lässt er sich von dem verführerisch manipulativen und plakativ gedeckten "Gentechniktisch" blenden. Obwohl Clown Ninios Programm "Diese Suppe ess ich nicht!" heißt, könnte man es auch "Leben außer Kontrolle" nennen. Als Clown Ninio feststellt, dass er sich nach dem "Genuss" der Suppe augenscheinlich stark verändert hat, ist er total entsetzt und versucht nun mit allen möglichen Mitteln, gegen das Gengemüse anzukämpfen. Was dabei geschieht und ob der Clown seinen Kampf gegen die Gentechnik gewinnt (er möchte ja schließlich wieder normal aussehen), das hat an diesem Abend ein sehr amüsiertes Publikum erfahren. Der zweite Teil des Abends war weniger amüsant ob des ernsten Themas "Gentechnik". Der Dokumentarfilm "Leben außer Kontrolle – Von Genfood und Designerbabies", in dem über Risiken und Gefahren der Genmanipulation berichtet wird, hat einem interessierten Publikum sehr viel Erschreckendes gezeigt und es sehr nachdenklich gemacht. In einer Rundreise um den Erdball wird dem Zuschauer vor Augen geführt, dass es sich bei der Gentechnik in der Landwirtschaft nicht um eine Weiterentwicklung der konventionellen Züchtung handelt, sondern um ein hochriskantes Unterfangen ohne demokratische Legitimation. Die Autoren des Dokumentarfilms - Bertram Verhaag und Gabriele Kröber – zeigen unter anderem den Kampf der Physikerin und Umweltaktivistin Vandana Shiva, die sich in Indien für die Erhaltung der biologischen Artenvielfalt und die Rechte der Kleinbauern einsetzt. Viele der Bauern, konnten infolge einer katastrophalen Ernte gentechnisch veränderter Baumwolle ihre aufgenommenen Kredite nicht zurückzahlen und standen nun vor dem Ruin. Schweine, denen in den USA menschliche Wachstumsgene eingepflanzt wurden, lassen ebenso erschaudern wie die sterilen, genmanipulierten Lachse der Firma „Aqua Bounty“, die sechsmal so groß werden wie ihre wildlebenden Artgenossen und dass in der hälfte der Zeit. Nicht viel besser sind die Aussichten, sich künftig „perfekte“ Kinder aus dem Labor zusammenbasteln zu lassen. Vieles im Film überraschte und löste ungläubiges und entsetztes Kopfschütteln aus, was sich in der anschließenden Diskussion mit Rita Strieckmann deutlich bemerkbar machte, die auch das Projekt www.mein-nein.de vorstellte, sowie das „Bündnis gentechnikfreie Anbauregion Allgäu-Bodensee-Oberschwaben“. Wer im übrigen wissen möchte, ob Clown Ninio sich wieder zurückverwandelt, dem sei empfohlen, ihn für seine nächste Veranstaltung gegen die Gentechnik zu engagieren. Sie können ihn über www.clown-ninio.de kontaktieren. |
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