Landesverband Rheinland-Pfalz

28. Februar 2007

Gen-Kartoffel der BASF

Projekt weder sinnvoll noch zukunftsfähig

MAINZ. Der BUND Rheinland-Pfalz hat im Rahmen der am 28. Februar abgelau-fenen Bürgerbeteiligung Gebrauch gemacht von seinem Einspruchsrecht ge-gen die u. a. in Limburgerhof geplante Freisetzung gentechnisch veränderter Kartoffeln. Er sieht in dem Freilandversuch ein nicht vertretbares Risiko für „die Sicherheit von Mensch, Natur und Umwelt“. Bei dem Versuch geht es um die von der BASF für die Industrie entwickelte Kartoffel „Amflora“ mit einer veränderten Stärkezusammensetzung und um eine für den Verzehr vorgesehe-ne Kartoffel mit einer erhöhten Resistenz gegen die Kraut- und Knollenfäule (Phytophtera infestans).

Im Einzelnen begründet der BUND seinen Einspruch folgendermaßen:


  • Über die Auswirkungen, die der Verzehr der Kartoffeln auf Mensch und Natur haben kann, gibt es keine Untersuchungen. Es ist damit zu rechnen, dass die für industrielle Verarbeitung vorgesehene Kartoffel dennoch in die Nahrungskette gelangen kann - durch Tausende auf den Äckern liegen bleibende, bis zu fünf Jahre in der Erde überwinternde und von jagdbaren Wildtieren aufgenommene Knollen. Mit der Bildung unerwarteter Proteine, die Allergien auslösen können, muss gerechnet werden. Zudem scheinen Untersuchungen zur Wirkung der Gen-Kartoffel auf das Bodenleben und Nicht-Zielorganismen nicht geplant zu sein.
  • Der im Antrag des Konzerns genannte Isolierabstand von 10 Metern zum nächsten konventionellen Kartoffelfeld ist zur Vermeidung von Auskreuzungen völlig ungeeignet. Versuche haben ergeben, dass noch nicht einmal 80 Meter Abstand ausreichen.
  • Unter Stressbedingungen des Freilandes wie etwa Hitze und Trockenheit kann sich u. U. der Gehalt von giftigem Glykoalkaloid erhöhen.
  • Es ist zu befürchten, dass durch die über ein Marker-Gen eingebaute Resistenz gegen das Herbizid Imazamox ein Herbizid-System durch die Hintertür eingeführt wird.
  • Nach bisherigen Erfahrungen mit Resistenz-Genen ist es sehr wahrscheinlich, dass durch anpassungsfähige Krankheitserreger Resistenzen nach kurzer Zeit wieder verloren gehen. Ein solch fragwürdiges Ergebnis aber steht in keinem vertretbaren Verhältnis zu den Risiken der vorgenommenen Eingriffe in ein hoch-komplexes biologisches Geschehen.
Angesichts der Skepsis von potenziellen Abnehmern von Gen-Genkartoffeln wie Südstärke GmbH, Unilever und sogar Nestle sowie der konstant hohen Ablehnung der grünen Gentechnik bei der Bevölkerung sollte das Projekt wegen fehlender Zukunftsfähigkeit aufgegeben werden. Ihm ist die Genehmigung zu versagen.

Für Rückfragen: Sabine Yacoub Tel.: 06131 - 279463

Ulrich Mohr, BUND Rheinland-Pfalz
(Pressesprecher)


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