Landesverband Rheinland-Pfalz5. März 2007Bundesweite Aktionswoche (5. – 10. März 2007)„Gentechnik - bleibt uns damit vom Acker und vom Teller!"MAINZ. Mit einem originellen Infostand (6. März 2007) sowie einer Filmvorführung und ei-ner anschließenden, hochkarätig besetzten Diskussion (8. März 2007) leisten das „Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV)“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie der BUND Rheinland-Pfalz gemeinsam einen Beitrag zur bundesweiten Akti-onswoche "Gentechnik - bleibt uns damit vom Acker".Dienstag, 6. März 2007, 9.00 - 12.00 Uhr in der Mainzer Innenstadt (Alte Universitätsstraße, Haltestelle „Höfchen“): Gemeinsamer Informationsstand vom BUND Rheinland-Pfalz und dem „Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zur Anwendung der Gen-technik in der Landwirtschaft und der Ernährung. Ein 8 Meter hoher knallgelber Maiskolben des BUND warnt als Blickfänger vor gentechnisch manipuliertem Saatgut. Für Fachgespräche stehen Diplom-Biologin Sabine Yacoub (Naturschutzreferentin des BUND) sowie Diplom-Agraringenieurin Dr. Maren Heincke (Agrarreferentin der Evangelischen Kirche) zur Verfügung. Donnerstag, 8 . März 2007 Beginn: 19.00 Uhr - 21.30 Uhr, Zentrum Gesellschaftliche Verant-wortung der EKHN, Albert-Schweitzer-Str. 113-115, 55128 Mainz „Die Gen-Verschwörung – eine Spurensuche“ (2006) Filmvorführung und Diskussion mit Manfred Ladwig (SWR-Umweltredaktion) und Thomas Dosch (Präsident Bioland Deutschland) Der Frage der Sicherheit von GVO ist der Biologe und SWR-Umweltredakteur Manfred Ladwig in seinem Dokumentarfilm „Die Gen-Verschwörung – eine Spurensuche“ weltweit nachgegangen. Er berichtet von Defiziten und diversen Interessenverflechtungen bei der Zulassung von GVO. Thomas Dosch, Präsident von Bioland Deutschland, schildert aus der Sicht des Ökolandbaus die mit dem GVO-Anbau verbundenen großen Schwierigkeiten. Auf ethische Bedenken gegenüber bestimmte Anwendungsformen der Gentechnik in der Landwirt-schaft verweist Dr. Maren Heincke, Agrarreferentin der EKHN. Eintritt frei! Hintergrund: Vom 5. bis 10. März 2007 findet in Deutschland eine bundesweite Aktionswoche für den Erhalt der gentechnikfreien Landwirtschaft statt. An zahlreichen Orten werden VerbraucherInnen, Bauern und Bäuerinnen, Verbände, Bäcker, Naturkostladner etc. ein deutliches politisches Signal gegen die Lockerung des deutschen Gentechnikgesetzes setzen. Bisher haben bereits 114 Gentechnikfreie Regionen mit über 27.000 Landwirten und 980.000 Hektar erklärt, dass auf ihrem Acker keine gen-technisch veränderten Pflanzen wachsen sollen. Aus Anlass der Aktionswoche erklären ZGV und BUND: Etwa 70 Prozent der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen den Verzehr von gen-technisch veränderten Organismen (GVO) ab. Sie befürchten mögliche, bisher ungeklärte Gesund-heitsrisiken wie beispielsweise neue allergieauslösende Inhaltsstoffe in den Lebensmitteln. Hinzu kommen diverse Umweltrisiken, die mit dem GVO-Anbau verbunden sein können wie beispielsweise Monokulturen, Resistenzbildungen gegen Pflanzenschutzmittel und Auskreuzungen in verwandte Wildpflanzen. Trotz starker öffentlicher Bedenken gibt es aktuelle politische Bestrebungen, das deutsche Gentech-nikgesetz zu lockern, um den GVO-Anbau zukünftig zu erleichtern. Dies ist ein falscher Weg. Die Gentechnikfreiheit der Lebensmittel und damit die Wahlfreiheit der Landwirte und Verbraucher würde dadurch mittelfristig stark einschränkt. Der derzeitige ökonomische Standortvorteil durch die Vermarktungspotentiale der Gentechnikfreiheit ginge für die deutsche Land- und Ernährungswirt-schaft verloren. Störungen des sozialen Friedens aufgrund von Haftungskonflikten zwischen Land-wirten sind vorprogrammiert. Zusätzlich steigt aufgrund der sehr hohen Marktkonzentration im internationalen GVO-Saatgutsektor die wirtschaftliche und rechtliche Abhängigkeit der Landwirte. Durch die großzügige Vergabe von Biopatenten auf Nutzpflanzen wird eine Privatisierung der Verfügungsrechte über die Nahrung angestrebt. Der immer wieder behauptete Vorteil der Gentechnik für die weltweite Hungerbekämpfung existiert so nicht. Vielmehr bedrohen bestimmte Anwendungsweisen der Gentechnik wie die so genannte „Terminator-Technologie“ massiv die Ernährungssicherheit der Entwicklungsländer. Aus Gründen des Vorsorgeprinzips nimmt neben dem BUND auch die Evangelische Kirche in Hes-sen und Nassau (EKHN) eine GVO-kritische Haltung ein. Die EKHN verbietet seit dem Jahr 2003 den GVO-Anbau auf Kirchenland. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem "Bündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz und dem Saarland" Ansprechpartnerinnen: Sabine Yacoub Naturschutzreferentin BUND Rheinland-Pfalz Tel.: 06131-27 94 63 oder 23 19 73 Email: sabine.yacoub@bund-rlp.de Dr. Maren Heincke Referentin für den Ländlichen Raum Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Tel.: 06131/2874447 Email: m.heincke@zgv.info |
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