Landesverband Rheinland-Pfalz

24. März 2007

BUND-Landesdelegiertenversammlung

BUND erteilt Absage an neue Kohlekraftwerke

Dr. Bernhard Braun neuer Landesvorsitzender

WITTLICH-WENGEROHR. Die Delegierten des BUND Rheinland-Pfalz haben am Wochenende in Wittlich das langjährige BUND-Mitglied Dr. Bernhard Braun mit überwältigender Mehrheit zu ihrem Landesvorsitzenden gewählt. Der 48-jährige Politikwissenschaftler aus Ludwigshafen will seine thematischen Schwerpunkte auf den Klimaschutz und die Bewahrung der Artenvielfalt setzen und tatkräftig dazu beitragen, dass der BUND im Land als „starke Stimme“ in allen Umweltangelegenheiten wahrgenommen wird.

Von 1996 bis 2006 war Braun umweltpolitischer Sprecher und stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Mainzer Landtag. Mit einem Erfahrungshintergrund von zehn Jahren Umweltpolitik und nach 25 Jahren Einsatz in Bürgerinitiativen tritt er gut vorbereitet die ehrenamtliche Führung des Umweltverbandes an.

Heidelind Weideman (Erden, Landkreis Bernkastel-Wittlich) will die fünf spannenden und schönen Jahre an der Spitze des Verbandes nicht missen. Sie bleibt als stellvertretende Landesvorsitzende im Vorstand und will sich künftig verstärkt für konkrete Projekte einsetzen. Die nachhaltige regionale Entwicklung liegt ihr besonders am Herzen. Dazu gehöre, dass „Naturschutz und Landwirtschaft keine Gegner bleiben dürfen“. Ebenfalls als stellvertretender Vorsitzender wurde Diplom-Chemiker Dr. Heinz Schlapkohl aus dem pfälzischen Weisenheim am Sand wiedergewählt. Seine Arbeitsschwerpunkte bleiben Naturschutz, Wasser und Wald. Bezirksbeauftragter für den Raum Koblenz wurde wieder Diplom-Forstwirt Matthias Boller aus Lahnstein. Den Bereich Rheinhessen-Pfalz vertritt weiterhin Oberstudienrat Frieder Stauder aus Nackenheim. Für den Bezirk Trier wurde erneut Diplom-Meteorologe Karl-Heinz Sülflow aus Enkirch beauftragt. Neuer Schatzmeister wurde Holger Gretzschel aus Katzenelnbogen, der nicht nur mit Zahlen umgehen kann, sondern in seinem Heimatort die Zukunftswerkstatt betreibt, die sich bei der Beratung über neue Energien, Einspar- und Effizienzpotentiale einen sehr guten Namen gemacht hat.

Ein herzliches Dankeschön für ihre jahrelange konstruktive und erfolgreiche Arbeit sagten die Delegierten den bisherigen Vorstandsmitgliedern Karl-Ludwig Sattel (Speyer), Wolfgang Adelfang (Zweibrücken) und Ulrich Mohr (Hochstadt, Südpfalz), die nicht mehr für ein Landesvorstandsamt kandidierten. Die Ehrung für Elisabeth von den Hoff – immer noch aktives Gründungsmitglied des BUND aus Wittlich – und Hans-Peter Weiler, dessen beherztem Eingreifen die Rettung des Vulkankrater Mosenberg vor dem drohenden Lavaabbau zuzuschreiben ist, rundete die Veranstaltung ab.

Inhaltlicher Höhepunkt des Delegiertentreffens war der Impulsvortrag von Olaf Bandt aus der Berliner Zentrale des BUND zum neuen Biomasse-Positionspapier des Verbandes. Danach sei es oberste Priorität, bis zum Jahr 2030 eine Halbierung des Energieverbrauchs durch Effizienzsteigerung in den Bereichen Elektrizität, Verkehr und Gebäudeheizung zu erreichen. Unter dieser Voraussetzung könnte dann ein „ambitionierter“ Ausbau der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 mindestens die Hälfte der Energieversorgung in Deutschland übernehmen. In einem Energiemix aus Wind, Wasser, Solar und Geothermie werde die Biomasse durch ihre vielfältige und flexible Einsetzbarkeit sowie durch ihre Speicherfähigkeit eine wichtige Rolle spielen. Vor allem könne die energetische Nutzung von Biomasse Arbeitsplätze im ländlichen Raum schaffen und erhalten und damit zur dortigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung beitragen. Ein Aspekt, der gerade für ein Land wie Rheinland-Pfalz von nicht unerheblicher Bedeutung wäre. Allerdings weißt der BUND auch auf die Grenzen der Biomassenutzung hin: Während bei der Nutzung von Schwachholz und Grünschnitt ungenutzte Potenziale schlummern, wäre es verhängnisvoll, wenn der große Energiehunger unserer Gesellschaft nun mit Palmölimporten, gentechnisch veränderten Pflanzen und intensiv gedüngten Monokulturen gestillt würde.

Mit Befriedigung aufgenommen wurde von den Delegierten, dass endlich auch Ministerpräsident Beck sich kategorisch zum Ausstieg aus der Atomenergie bekennt. Der BUND wünscht sich, dass nun auch die Ablehnung neuer Kohlekraftwerke und die massive Unterstützung der Energieeinsparung folgen. Im Gegensatz zu den von den Energieoligopolen bevorzugten Großkraftwerken geben Spartechnologien und die Entwicklung erneuerbarer Energien den Anstoß zur Entstehung Hunderttausender von Arbeitsplätzen...

Ulrich Mohr, BUND Rheinland-Pfalz (Pressesprecher)


Aktuell
Aktuelles
Termine
Aktuelle Pressemitteilungen
Ökotipps
Pressearchiv
Newsletterabo
   Impressum zum Seitenanfang