Landesverband Rheinland-Pfalz

22. April 2008

Eröffnung des Informationspavillons auf der Dörscheider Heide

Naturschutz erhält Erholungslandschaft

Dörscheid. Kaub. Mainz. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. eröffnete den neuen BUND-Informationspavillon auf der Dörscheider Heide bei Kaub. Zusätzlich wurden die neuen Informationstafeln zum Naturschutzgebiet und eine Dokumentation „Naturschutz erhält Erholungslandschaft“ vorgestellt.

Monika Becker (Vizepräsidentin der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord) lobte die gute Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Naturschutz: „Der unermüdliche und erfolgreiche Einsatz von freiwilligen Helfern, insbesondere der BUND-Ortsgruppe Loreley, trägt entscheidend dazu bei, dass in den Rheinhängen sowohl der Artenreichtum gefördert wird, als auch eine attraktive Erholungslandschaft erhalten wird.

Dr. Erwin Manz (BUND Landesgeschäftsführer) bedankte sich bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord und der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz für die großzügige Unterstützung des Projektes sowie die Finanzierung von Pflegemaßnahmen über zwei Jahrzehnte. Frau Becker hob hervor, dass im Rahmen der Biotopbetreuung in der Vergangenheit erhebliche finanzielle Mittel bereitgestellt wurden und die Dörscheider Heide auch in Zukunft einen Schwerpunkt der Förderung bilden wird.

Ute Grassmann (BUND-Ortsgruppe Loreley) erläuterte das Konzept der neuen Informationstafeln über die Tier- und Pflanzenarten der Dörscheider Heide sowie die Umsetzung der Naturschutzziele. Tafeln und Informationspavillon befinden sich direkt am Rheinsteig und geben dem Wanderer wertvolle Hinweise über die Besonderheiten am Wegesrand und zusätzlichen Regen- und Wetterschutz.

Teil des Gesamtprojektes ist eine vom BUND beauftragte und durch den Biotopbetreuer Martin Unfricht erstellt Studie über die naturschutzfachlichen und touristischen Auswirkungen der fast 20jährigen Biotoppflege auf der „Dörscheider Heide“. In der Dokumentation wird dargelegt, dass aufgrund der Biotoppflege:


  • Der Anteil an Gehölzen hat deutlich abgenommen, Offenlandbiotope zugenommen.
  • Der Anteil an wertvollen Biotopen hat auffällig zugenommen.
  • Der Verbuschungsgrad innerhalb des Offenlandes hat stark abgenommen.
  • Es fand eine deutliche Verschiebung hin zu artenreicheren, naturschutzfachlich höherwertigen Beständen statt.
  • Der Blütenreichtum im Offenland hat stark zugenommen.
Somit konnte durch die Untersuchung gezeigt werden, dass sich der Zustand des Gebietes deutlich verbessert hat. Für den Tourismus haben sich daraus gegenüber den Verhältnissen vor Beginn der Biotoppflegemaßnahmen folgende positiven Wirkungen ergeben:

  • Statt überwiegend verbuschte, optisch wenig ansprechende Flächen, findet der Besucher eine attraktive, parkähnliche Landschaft aus bunten Wiesen, Säumen und Magerrasen mit kleinen Gebüschen, Wäldchen, Felsen und offenen Weinbergsbrachen mit Trockenmauern vor.
  • Die offenen Flächen sind von Frühsommer bis Spätherbst nicht einfarbig grün oder von gelblich-bräunlicher Farbe (vertrocknet), sondern mit vielen bunten Blumen bewachsen an denen sich zahlreiche Falter und andere Insekten beobachten lassen.
  • Attraktive Ensembles von Weinbergsterrassen mit Trockenmauern, eingesprengte Felsen und Gesteinshalden wurden entlang des Rheinsteiges freigestellt und bieten Einblick in die Besonderheiten des Welterbes Oberer Mittelrhein.
Der BUND stellt fest, dass die auf der Dörscheider Heide durchgeführten Biotoppflegemaß-nahmen sowohl für den Naturschutz als auch für die touristische Attraktivitätssteigerung sehr positiv zu bewerten sind.

Für Rückfragen: Dr. E. Manz 06131 231973 bzw. 0170 6783802
Ute Grassmann, 06774 745


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