Landesverband Rheinland-Pfalz

8. August 2008

Verkehrslandeplatz Speyer

Klagebegründung beim OVG Koblenz eingereicht

BUND wirft Betreiber Verharmlosung der Eingriffe vor

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. hat beim Oberverwaltungsgericht Koblenz eine umfassende Begründung seiner Klage gegen die Verlängerung der Landebahn des Verkehrslandeplatzes Speyer abgegeben. Ein eigens vom BUND hinzugezogener Sachverständiger vertieft die Vorwürfe des Verbandes, dass der Betreiber gegen zahlreiche Vorschriften des Europäischen Naturschutzrechts verstoßen hat. Die Auswirkungen des Vorhabens auf Fauna und Flora im Auwald südlich des Verkehrslandeplatzes wurden vom Betreiber viel zu oberflächlich untersucht und damit die Eingriffe verharmlost.

Die Umschreibung „Umbau“ des Auwaldes verniedlicht den Eingriff in den alten, äußerst wertvollen Wald. Auch dort, wo nur die Baumkronen der waldprägenden Alteichen gekappt werden sollen, wird ein verwüsteter und völlig veränderter Wald zurück bleiben. Der BUND verweist diesbezüglich auf seine Erfahrungen beim Ausbau der Flugplätze Hahn und Ramstein hin. Dort kann sich jeder Interessierte ein Bild davon machen, wie der Wald nach der Realsierung solcher Maßnahmen aussieht.

Zusätzlich zum Klimaschutz ist in letzter Zeit endlich auch der Artenschutz in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gerückt - zuletzt auf der internationalen Artenschutzkonferenz im Mai in Bonn. Doch im Planfeststellungsverfahren für den Verkehrslandesplatz hat der Artenschutz bei der Abwägung gegenüber vagen wirtschaftlichen Interessen verloren:
Während die Bundeskanzlerin von Ländern wie Brasilien und Indonesien fordert, dass der Schutz des Regenwaldes Vorrang vor kurzfristigen wirtschaftlichen Planungen haben müsse, nimmt man in Speyer für eine Landebahnverlängerung, die wenigen nutzt und in wenigen Jahren überholt sein wird, massive Eingriffe bei geschützten Arten wie u.a. Mittelspecht, Beutelmeise, Eisvogel, Bechsteinfledermaus und Hirschkäfer in Kauf.

Für Rückfragen: Dr. B. Braun 0621 5294080 bzw. 0177 4638793
Dr. E. Manz 06131 627060 bzw. 0151 12273866


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