Landesverband Rheinland-PfalzInsektenfreundliche AußenbeleuchtungStraßenlaternen müssen keine Insekten-Killer sein und können zum Geld sparen beitragen!Der moderne Mensch kann seinen Lebens- und Arbeitsrhythmus nicht an die Tageslichtzeiten anpassen. Daher muss die Umgebung zur Erleichterung der Orientierung und Verminderung von Gefahren künstlich beleuchtet werden. Der BUND zeigt mit dem Projekt „Insektenfreundliche Außenbeleuchtung“, dass sich Ökonomie (Kostenrechnung) und Ökologie (Naturschutz) nicht ausschließen müssen!Das Projekt verfolgt das Ziel statistisch abgesicherte Ergebnisse zur Anlockwirkung von Beleuchtungseinrichtungen auf nachtaktive Insekten mit vergleichender Untersuchung verschiedener Lampen- und Leuchtentypen zu erhalten. Es ist vom BUND Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., (bes. Kreisgruppe Alzey-Worms) und wichtigen Kooperationspartnern ab 1997 konzipiert, initiiert und mit bisher in Deutschland (Europa) größtem öffentlichen Aufsehen erregenden Feldversuch durchgeführt worden. Die Projektleitung hatten Frau Dr. Claudia Kaul und Herr Frank-Michael Hassel. Kurze VersuchsbeschreibungÜber einen Zeitraum von 5 Monaten (Mai-September 1997) wurde an 19 Leuchten und 3 unterschiedlichen Standorten (Kreisstraße, Wohnrandgebiet und ein Aussiedlerhof), die Wirkung folgender Lampentypen auf die Anflughäufigkeit von Insekten getestet und wissenschaftlich ausgewertet:
Das Resultat der StudieDie Natriumdampflampen bzw. für die Beleuchtung von Fußgängerbereichen Natriumdampfhochdrucklampen, HSE/T-Lampen (gelbes Licht) sind das umweltfreundlichste Beleuchtungssystem mit der niedrigsten Anlockwirkung auf die nachtaktiven Schmetterlinge und anderseits aufgrund der hohen Lichtausbeute und ihrer langen Lebensdauer (d. h. erhebliche Stromersparnis und geringere Wartungskosten für die Gemeinden) die ökonomischste Lichtquelle. Die Studie hat auch gezeigt, dass die niedrige Attraktivität des gelben Lichts für die Insekten auch dann bestehen bleibt, wenn außer der Beleuchtung mit HSE/T-Lampen keine weitere Beleuchtung vorhanden ist (bisher kontrovers diskutiert). Die Wirtschaftlichkeitsberechnung zeigte, dass den Kommunen durch die Umstellung auf diese Lichtart ein großes Einsparpotential zur Verfügung steht (als Beispiel Sulzheimer Radweg).
Sulzheimer Radweg vor ...
... und nach den Sanierungsarbeiten:die Umrüstung auf 24 HSE-Lampen reduziert den Stromverbrauch von jährlich 5900 kWh auf 2600 kWh! Es rechnet sichEin gutes Beispiel für Wirtschaftlichkeit einer Umrüstung von HME-Lampen auf HSE/T-Lampen: Auszug aus der Kostenrechnung Fa. Roth, Burgufflen
Wie aus der vereinfachten Darstellung der Kostenrechnung zu ersehen ist, lohnt sich die Umrüstung –nur ökonomisch gesehen- schon nach kurzer Zeit. Interessanter Vergleich : HME-Lampe versus HSE/T-LampeAus ökonomischen Gründen kommen für die Straßenbeleuchtung nur Lampen mit hoher Lichtausbeute und langer Lebensdauer zum Einsatz. Die Quecksilberdampfhochdruck-HME-Lampen mit neutral weißer Lichtfarbe werden wegen ihrer langen Nutzungsdauer am häufigsten verwendet.Jedoch ist die Energie zur Erzeugung der Strahlung unter 400nm verschwendet, da es außerhalb des für den Menschen sichtbaren Bereichs liegt. Aber gerade diese Strahlung ist verantwortlich für die starke Anlockwirkung auf nachtaktive Insekten, da Insektenaugen in diesem kurzwelligen Bereich besonders empfindlich sind. Wie aus dem Spektrum der HSE/T-Lampe ersichtlich, wird im Gegenteil dazu im Bereich der Hellempfindlichkeit des Nachtfalterauges nahezu keine Strahlung emittiert (kaum Anlockunsgefahr! ) und der niedrige Strahlungsanteil im kurzwelligen Bereich bedingt für den Menschen ein, nur leicht abgeschwächtes, Farbsehen. Aufgrund der langen Lebensdauer und der doppelt so hohen Lichtausbeute wie bei der HME-Lampe ist die HSE/T-Lampe die ökonomischste und ökologischste Lichtquelle für die Straßenbeleuchtung. Wegen der hohen Lichtleistung der HSE/T-Lampen ist es ohne Helligkeitsverlust möglich, Leuchten mit Lampen niedrigerer Wattzahlen auszustatten d.h. somit ist eine erhebliche Energieeinsparung möglich und niedrigere Stromkosten erreicht. Tödliche Insektenfallen
Mit Tausenden von verendeten Insekten „verschmutzte“ Leuchtenabdeckungen, die die geforderte Leuchtdichte der Straßenleuchten nicht mehr gewährleisten und mit großem finanziellen Aufwand instand gesetzt werden müssen, gehörten nach der Umrüstung auf die umwelt-und insektenfreundlichen HSE/T-Lampen der Vergangenheit an.
Wissenswertes über die Nachtfalter und ihre Affinität zur Licht und LichtquellenVon allen Tierarten werden die Insekten, hier die nachtaktiven Schmetterlinge, am stärksten durch die nächtliche Beleuchtung beeinflusst. Warum die Insekten auf dem direkten Weg ins verderben fliegen, konnte bis dato noch nicht endgültig geklärt werden. Die Navigationstheorie besagt, dass die Insekten sich bei ihrem nächtlichen Flug am Licht des Mondes und der Sterne orientieren. Die geringe Helligkeit reicht den Nachtfaltern für die Futter-bzw. Partnersuche.
Orientieren sie sich aber am Licht von Straßenbeleuchtungseinrichtungen, geraten sie durch ihren Zickzackflug auf eine spiralförmige Kreisbahn um die Leuchte, können ihre Flugbahn nicht mehr korrigieren und verenden dann.
Immer seltener kann man solch kleine Schönheiten bewundernDie Wahl der falschen Beleuchtung wirkt sich negativ auf das biologische Gleichgewicht aus, da das nächtliche Sterben die Gesamtökologie des Gebietes beeinträchtigt, insbesondere resultieren :
FazitDas Projekt „Insektenfreundliche Außenbeleuchtung“ hat viel Resonanz erfahren, besonders was die Anfragen aus ganz Deutschland nach den Ergebnissen betrifft. Die positive Auswirkung wird durch das Elektrizitätswerk Rheinhessen AG bestätigt, in dessen Versorgungsgebiet bei Neuanlagen von Straßenbeleuchtungen überwiegend die von BUND favorisierten Natriumdampfhochdrucklampen installiert werden. Die Verwendung der Projektergebnisse hilft einerseits der Natur - das Insektensterben an den Laternen wird minimiert - und anderseits sparen die Kommunen, die den Empfehlungen des BUND folgen, erheblich im Energieverbrauch bei der Straßenbeleuchtung.Folgende Materialien gibt es zum Projekt:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. Landesgeschäftsstelle Gärtnergasse 16 55116 Mainz Telefon (06131) 231973 Telefax (06131) 231971 E-Mail: info@bund-rlp.de |
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