Landesverband Rheinland-PfalzKeine Wasgau-Autobahn A8 durch den PfälzerwaldEin großer Erfolg des BUND und seine Aktualität bis heuteAls der ehrenamtliche Umweltschutz in Rheinland-Pfalz noch jung war……gelang den Aktiven des BUND einer der beeindruckendsten Erfolge für den Naturschutz im Pfälzerwald. Durch die wunderschöne Landschaft des Pfälzerwald (Wasgau, Bienwald, Dahner Felsenland) sollte eine Autobahn führen. Die Bundesautobahn 8 sollte Pirmasens mit Karlsruhe verbinden und die Politik versprach ihre segensreiche Wirkung für das strukturschwache aber landschaftlich und touristisch interessante Gebiet.
Als politisches Zugeständnis an das damals von CDU und FDP regierte Saarland gedacht, konnte die A8 (Teilstück Pirmasens bis Karlsruhe) schon in der Überprüfung durch Bundesverkehrsminister Gscheidle - wahrscheinlich wegen ihres sehr geringen ökonomischen Nutzens und der hohen Baukosten - nicht überzeugen und wurde aus dem Bundesverkehrswegeplan 1980 gestrichen. Die Verkehrsmengenprognose ging von 20.000 KFZ pro Tag aus, was schon damals als zu gering für eine Autobahn angesehen wurde. Auf Betreiben der enttäuschten Saarländer und der Pfälzer, die ihre Strukturprobleme mit einer A 8 zu beheben hofften, gelang es allerdings, die A 8 in die Legende zum Bundesverkehrswegeplan zu bringen, verbunden jedoch mit der Auflage, dass die Entscheidung in 5 Jahren wiederum überprüft werden solle. Bürger ergreifen InitiativeInzwischen hatten sich schon 25.000 Pfälzer Bürger mit ihrer Unterschrift gegen den Bau ausgesprochenDie folgenden 5 Jahre waren geprägt von politischem Gezerre über das Für und Wider einer Autobahn (oder, wie zeitweise diskutiert, Bundesstraße) durch den Pfälzerwald. ![]() Vom Großen Eyberg ein Blick auf Busenberg: A8 wäre direkt vor dem Ort verlaufen Der BUND blieb immer am Ball und versorgte Politik wie Bürger kontinuierlich mit Hintergrundinformationen und Stellungnahmen aus Sicht des Natur- und Verbraucherschutzes. Der Widerstand wuchs und die Stimmen derer, die den Bau für „lebensnotwendig“ für die Pfalz erachteten und einen alternativen Ausbau der B 10 für unmöglich hielten, wurden mehr und mehr in die Defensive gedrängt. An der Seite des „Bund Natur- und Umweltschutz Rheinland-Pfalz e.V.“, aus dem schließlich der BUND Rheinland-Pfalz hervorgehen sollte, fanden sich andere Interessengruppen, wie der Beirat für Landespflege bei der Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz, der Deutsche Naturschutzring, der Hotel- und Gaststättenverband Rheinhessen-Pfalz (der offensichtlich nicht an eine Verbesserung des Geschäftes durch eine A8 glauben mochte) und der deutsche Alpenverein. ![]() Über die freie Fläche vor dem Horizont verliefe die A8 A8 und die europäische DimensionKurz vor der Neufassung des Bundesverkehrswegeplans 1985 ging der politische Streit in die entscheidende Runde und wurde durch einen neuen Fürsprecher für die A8 forciert. Das Elsass sah nun in der A8 eine wichtige Verkehrsachse zwischen dem Raum Metz / Saarland und Südosteuropa. Durch den „Lückenschluss“ könne die Fahrtzeit von LKW um gut zwei Stunden verkürzt werden.Gleichzeitig wurde die Demontage der Bahnlinie Pirmasens – Zweibrücken – Landau von der Bundesbahn erwogen, was in den politischen Etagen der betroffenen Landkreise nur halbherzigen Widerstand hervorrief. Naturschönheit hat gewonnenIm Juli 1985 kam dann das endgültige Aus für die A8 durch Bienwald und Wasgau. Alternativ wurde nun die zweispurige Südumgehung der Stadt Pirmasens und der ortsdurchgangsfreie Ausbau der B 10 betrieben.Die Diskussion um diese Projekte dauert bis heute an.Gerettet aber wurden die einmaligen Naturschönheiten in Bienwald und Wasgau und ihr Nutzen für den Menschen in Fremdenverkehr und Erholung. Kommen Sie mit auf eine Reise durch unsere schöne Natur ohne LKW-Lärm und Feinstaubbelastung. ![]() Kaum vorzustellen: In einem Abstand von ein bis zwei km verliefe die A8 an der Burgengruppe Alt Dahn vorbei. Fotos: W. Stutterich |
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