Landesverband Rheinland-PfalzVon Ebertsheim auf den Grünstadter BergEine Exkursion im Rahmen des Geo-Tags der ArtenvielfaltDie Bad Dürkheimer Kreisgruppe des BUND pflegt eine enge Kooperation mit den kleinen lokalen Naturschutzgruppen der Region und unterstützt diese bei ihrer Tätigkeit. Der GEO-Tag der Artenvielfalt wurde zum Anlass genommen, dass der Ebertsheimer Verein für Natur- und Vogelschutz und die Grünstadter Ortsgruppe des BUND am 09.06.07 eine gemeinsame Exkursion von Ebertsheim auf den Grünstadter Berg mit seinen bekannten Trockenrasen unternahmen. Die biologische Vielfalt des Landschaftsraums am Hang zum Eisbachtal sollte dargestellt und erfahren werden.Zunächst wurden die Saumgesellschaften entlang der Ackerwege studiert: Hier dominieren „Allerweltsarten“ wie Glatthafer, Knäuelgras, Wiesenkerbel, Bunte Kronwicke, Wiesenknautie und Glockenblume. Auch diese noch häufigen Arten sind Teil unser heimischen Vielfalt. Unter den Vögeln gehören dazu Goldammer, Dorngrasmücke, Gartengrasmücke und Feldlerche, deren Gesang uns ständig begleitete. Unter den Schmetterlingen Schachbrett, Ochsenauge, Hauhechelbläuling und Kleiner Kohlweißling. ![]() Auf dem Halbtrockenrasen waren zahlreiche Exemplare der Bienenragwurz zu finden Oben auf dem Berg erwarteten uns die berühmten Halbtrockenrasen. Unter den Gräsern werden sie von Aufrechter Trespe, Fiederzwenke, Zittergras dominiert. Wir konnten darüber hinaus den interessierten Exkursionsteilnehmern charakteristische Arten wie Zarter Lein, Mittleres Leinblatt, Hügelmeister, Echter Gamander, Feldtymian, sowie die schmarotzend lebende Sommerwurz und Thymianseide zeigen. Ein Höhepunkt war das Vorkommen der Bienenragwurz, einer kleinen, hübschen Orchidee, deren Lippe an ein Insekt erinnert. Am Beispiel dieser Pflanze konnten wir aufzeigen, dass der Begriff der Biodiversität über den der Artenvielfalt hinausgeht. Die genetische Diversität führt bei diesen Orchideen zu Varianten, die auch äußerlich erkennbar sind, dann zu Unterarten und letztlich zu neuen Arten: hier ist die Evolution hautnah sichtbar! Auf dem Grünstadter Berg befindet sich auch ein Wildkrautacker in der Obhut der BUND- Ortsgruppe Grünstadt, der natürlich auch besucht werden musste. Hier konnten wir auf dem im Winter nur mechanisch bearbeiteten Boden Besonderheiten wie Ackergauchheil, Sommeradonisröschen, Ackersteinsame, Rundblättriges Hasenohr und Strahlender Hohlsame betrachten. Zum Abschluss wurde die Teilnehmerschar dort oben vom Grünstadter Modellflugverein empfangen. Dieser Empfang war Ausdruck einer interessanten Kooperation zwischen einem „naturnutzenden“ und einem „naturschützenden“ Verein. ![]() Gemeinsam mit den Veranstaltern Walter Steiner von der BUND-Gruppe Grünstadt (1. von links) und Konrad Stiefenhöfer vom Ebersheimer Verein für Natur- und Umweltschutz (3. von links) suchen die Exkursionsteilnehmer interessante Tier- und Pflanzenarten Fotos: Stephan Skobel |
||
| Impressum | zum Seitenanfang | |