Landesverband Rheinland-Pfalz

Brücken am Mittelrhein

Ein Diskussionsbeitrag des

BUND Arbeitskreis Verkehr „Nord“

Der Arbeitskreis Verkehr stellt fest:
Die Brückendiskussion verhindert die Verbesserung und Ausweitung des Fährbetriebs und damit die mögliche sofortige Querungsverbesserung für die Bürger durch einen ausgeweiteten Fährbetrieb.
Der BUND fordert, daß die schädliche Debatte um eine Brücke zwischen Bingen und Boppard eingestellt wird. Statt dessen sollen alle Kräfte in die Erstellung eines Konzeptes fließen, das einen abgestimmten Fährbetrieb vorsieht. An den beiden Standorten Bingen und St. Goar ist hierzu ein Betrieb rund um die Uhr nötig.



  1. Der BUND erkennt an, daß die Trennwirkung des Rheines so weit als möglich und besser als derzeit aufgehoben werden muß.
  2. Eine schnelle, realistische und finanzierbare Lösung ist allein durch eine Verstärkung des vorhandenen Fährverkehrs Boppard, St. Goar, Kaub, Heimbach und Bingen möglich.
  3. Die immer mehr zu einem Selbstläufer werdende Brückendiskussion schiebt eine solche rasche Verbesserung der Querungsmöglichkeiten hinaus, da die Illusion genährt wird, eine Brücke sei absehbar zu finanzieren und zu bauen.
  4. Der überregionale Verkehr nutzt keine Brücke, die eine Rheinüberquerung nur durch eine Fahrt hinab ins Rheintal und danach wieder hinauf auf die Rheinhöhen ermöglicht.
  5. Der regionale Verkehr kann über die bestehenden Fähren besser als über eine einzige Brücke bei St. Goar erfolgen.
  6. Eine Brücke als Ersatz der o. g. Fähren würde weite Umwegfahrten erfordern.
  7. Sie würde den Autoverkehr bevorzugen und Fußgängern und Radfahrern das ortsnahe und bequeme Querungsmittel Fähre nehmen.
  8. Eine Brücke würde den motorisierten Verkehr aus einem weiten Umfeld anziehen u. verdichten.
  9. Wenn trotz vorhandener Brücke die Fähren teilweise in Betrieb blieben, brächte jede Geldknappheit die Gefahr weiterer Fahrteneinschränkung mit sich, so daß über kurz oder lang von einem regelmäßigen, weil notwendigen Fährbetrieb nichts mehr übrig bliebe.
  10. Möglicherweise gingen alle oder große Teile der Arbeitsplätze auf den o. g. Fähren verloren (derzeit auf den Fähren Boppard, St. Goar, Kaub und Heimbach 22 Vollzeit- und 16 Aushilfsarbeitsplätze).
  11. Das Erlebnis der Rheinquerung per Fähre ginge durch eine Brücke verloren (=touristische Attraktion!)
  12. TechnologischeVerbesserungen an den Fähren (Dieselrußfilter, evtl. Biodiesel oder andere Antriebsstoffe) sowie angepaßte Anlegestellen können mögliche negative Auswirkungen eines verstärkten Fährbetriebes vermindern.
Erstellt vom Arbeitskreis Verkehr „Nord“
des BUND Rheinland-Pfalz

Stand: 18.8.99


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