Landesverband Rheinland-PfalzDie Vogelgrippe / Geflügelpest in Deutschland und Rheinland-PfalzBUND fordert ausgewogene Vogelgrippeforschung und Ende des Freilandverbots11.05.2006:Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die einseitige Ausrichtung der Forschung und der Maßnahmen gegen die Vogelgrippe kritisiert. Bei der Suche nach Ursachen und Übertragung stünden lediglich Wildvögel im Fokus. Andere bekannte Übertragungswege wie legaler und illegaler Handel, internationale Transporte von Bruteiern und Gülle blieben jedoch unberücksichtigt. Dabei sei die Ausbreitung der Vogelgrippe nachweislich auch über den Handel erfolgt. Das erneute Freilandverbot und die Wiederzulassung der Käfighaltung lasse darüber hinaus das Risikopotenzial der industriellen Massentierhaltung außer Acht. Die ganze Pressemitteilung auf der Homepage des BUND Bundesverbandes. HintergrundinformationenBUNDhintergrund zur Vogelgrippe (pdf, 63 KB)Nach den ersten Funden H5N1-infizierter Vögel auf Rügen wurde das Vogelgrippe-Virus inzwischen auch in anderen Regionen Deutschlands nachgewiesen. Betroffen sind bei uns bislang ausschließlich Wildvögel - speziell Wasser- und (eingeschränkt) Greifvögel. In Rheinland-Pfalz wurden bisher keine infizierten Vögel gefunden. Der nahe gelegenste Fund war eine Wildente in Mannheim. Wie kam das Virus zu uns?Es ist nach wie vor weitgehend ungeklärt, wo und wann sich die ersten deutschen Vögel an der Krankheit angesteckt haben. Eine Übertragung des Virus via Vogelzug aus den bekannten Gripperegionen in Südeuropa oder der Türkei ist zumindest an der Ostseeküste im Winter ausgeschlossen. Wahrscheinlicher ist in dieser Jahreszeit ein Zuzug aus dem Osten und Norden. Entweder haben die ersten Opfer (Höcker- und Singschwäne) es von dort mitgebracht - oder die verendeten Vögel tragen das Virus schon längere Zeit in sich (mindestens seit dem letzten Herbst). Oder aber das Virus hat sich einen anderen Weg gesucht.Deutliche Anzeichen gibt es dafür, dass die bislang wenig erfolgreiche Suche nach den Verbreitungswegen der Vogelgrippe zu Unrecht auf unsere Zugvögel fokussiert wird. Für diesen Übertragungsweg nämlich gibt es bislang weltweit kaum Belege, von der lokalen Ausbreitung (über einige Kilometer) abgesehen. Dagegen spricht viel dafür, den globalen Handel mit Geflügel und die Verwendung von Geflügelkot als Dünger in Fischereibetrieben und ggf. auch in der Landwirtschaft stärker ins Visier zu nehmen. Eine weitere Rolle könnten Schlachthausabfälle und sonstige Abfallprodukte der Massengeflügelhaltung spielen, außerdem der Import von Wildvögeln. Demnach wären Zugvögel nicht die Ausbreiter der Vogelgrippe, sondern die Opfer menschlichen Handelns. Verdichten sich die Hinweise darauf, dass für die großräumige Ausbreitung der Seuche vor allem die Folgen der Massentierhaltung verantwortlich sind, müsste auch das deutsche Krisenmanagement neu überdacht werden. Siehe hierzu einen Artikel der Finanzial Times Deutschland vom 3. März 2006 Besteht bei uns Gefahr für uns?Menschen haben sich bislang nur sehr selten und nach engem Kontakt mit infiziertem Hausgefügel angesteckt. Eine Infektion über den Verzehr von Geflügelfleisch ist weltweit noch in keinem Fall nachgewiesen. Potenziell gefährdet sind bei uns also vor allem Geflügelhalter und Tierärzte, die sich über Vogelkot, Sekrete und Blut infizierter Tiere anstecken könnten. Bisher allerdings wurde das H5N1-Virus in Deutschland noch nicht bei Hausgeflügel entdeckt.Als Vorsichtsmaßnahme empfiehlt es sich vorläufig, den direkten Kontakt mit Wildvögeln - speziell mit Wasservögeln - zu vermeiden (auch mit Teilen von Vögeln und ihren Exkrementen), vor allem, wenn es sich um geschwächte oder bereits verendete Tiere handelt. Dies gilt besonders für solche Gebiete, wo bereits infizierte Vögel gefunden wurden. Außerdem wird empfohlen, Geflügelfleisch und Eier vor dem Verzehr ausreichend lange zu erhitzen. Diese Vorsichtsmaßnahme erscheint aber bei gesicherter Herkunft aus deutscher Geflügelhaltung vorerst nicht nötig. Eine Impfung gegen die Vogelgrippe gibt es nicht. Die Impfung gegen die herkömmliche Grippe kann im Zusammenhang mit der Vogelgrippe nicht als allgemeine Vorsorge empfohlen werden, da diese nur dann notwendig erscheint, wenn sich ein Mensch sowohl mit Vogelgrippe als auch mit einer normalen Grippe infiziert, da in diesem Fall ein neuer, gefährlicherer Virus entstehen könnte. Falls Sie in Rheinland-Pfalz tote oder kranke (apathische) Vögel finden dann, fassen Sie die Vögel nicht an sondern melden Sie diese bitte umgehend dem zuständigen Veterinäramt.
Ursachen für die Ausbreitung der VogelgrippeEin sehr großes Einschleppungsrisiko bedeutet unverändert der Handel mit Geflügel und Geflügelprodukten aus Ländern, in denen die Vogelgrippe bereits im Geflügel aufgetreten ist. Einfuhrverbote und verschärfte Kontrollen an den Grenzen sind in der jetzigen Form kein ausreichender Schutz gegen eine Einschleppung der Vogelgrippe. Denn die Wege, über die Geflügelfleisch nach Deutschland gelangt, sind so vielfältig und unübersichtlich, dass auch die Behörden keinen vollständigen Überblick haben. Und weil es ohne ein Verbraucherinformationsgesetz nicht möglich ist, bei Lebensmittelindustrie und Handel Informationen über die Herkunft und Verarbeitung von Geflügelimporten einzufordern.Nicht erst seit dem Auftreten der Vogelgrippe in Deutschland fordert der BUND daher, das Verbraucherinformationsgesetz sowie die Herkunfts- und Haltungskennzeichnung einzuführen und die Standards für Erzeugung und Handel erheblich zu verbessern. Mehr dazu hier (Homepage des Bundesverband). Weiterführende Links zur Vogelgrippe / Geflügelpest
Stand: 17. Mai 2006 |
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