Landesverband Rheinland-Pfalz

Einleitung

Gibt es Wasserknappheit in Rheinland-Pfalz?

Rheinland-Pfalz liegt in der gemäßigten Klimazone und ist im Gegensatz zu anderen Teilen der Erde durch eine im Jahresverlauf ausgeglichene Niederschlagsverteilung gesegnet. Trotzdem mehren sich in den letzten Jahren Hinweise, dass sich tief greifende Veränderungen in unserer Umwelt vollziehen.

Das vorliegende Papier trägt eine Reihe von Einzelbeobachtungen zusammen, die allesamt vergleichbare Symptome beschreiben: Unser Wasser wird knapp. Die Einzelbeispiele werden anschaulich in leicht verständlicher Weise beschrieben, Vermutungen über die Ursache des Mangels werden angesprochen und Perspektiven angerissen. Einfache Lösungsansätze werden vorgeschlagen, aber keine Patentlösung in den Vordergrund gestellt.


Bei der Zusammenstellung handelt es sich nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung mit genauer quantitativer Beschreibung der Symptome. Es sollen auch keine eindeutigen Ursachen benannt werden. Durch die Art der Darstellung soll anhand ausgewählter Beispiele für ein bislang von den Behörden unterschätztes Problem sensibilisiert werden und Handlungsbedarf aufgezeigt werden. Das Papier wendet sich an Politiker, Verwaltungen und an die Öffentlichkeit.

Ein Mix aus unterschiedlichsten Ursachen – letztendlich aber alle vom Menschen verursacht – lässt zunehmend Wasserknappheit entstehen. Besonders hervorzuheben sind folgende Phänomene:


  • Infolge globaler Klimaveränderungen hat sich die Niederschlagsverteilung verändert. Die Symptome sind im Trockenjahr 2003 besonders deutlich geworden. Auch Klimaforscher bestätigen den Trend, dass die Winterniederschläge in den letzten Jahren abgenommen haben. Außerdem haben im Sommer lange Trockenheitsperioden zugenommen und die Niederschläge fallen in sehr kurzen Zeiträumen teilweise in sintflutartigen Starkregenereignissen, so dass das kostbare Nass rasch oberflächlich abfließt. Steigende Temperaturen bewirken zusätzlich eine stärkere Verdunstung.
  • Der Wasserverbrauch der Menschen scheint unersättlich zu sein – nicht nur in Privathaushalten, auch in der Industrie werden große Wassermengen benötigt. Als Folge zunehmender Sommertrockenheit und durch die Veränderung der Bewirtschaftung hat auch die Beregnung in der Landwirtschaft erheblich zugenommen.
  • Vielfach sind die oberflächennahen Grundwasserleiter derart stark mit Nitrat belastet, dass die Nutzung für die Trinkwasserversorgung nicht mehr möglich ist oder die Verschneidung mit sauberem Wasser erforderlich wird. Daher konzentriert sich die Trinkwasserentnahme immer mehr auf wenige Gebiete mit noch guter Grundwasserqualität.
Genau so vielfältig wie die Ursachen sind die Folgen von Wasserknappheit:

  • Werden aus einem Grundwasserleiter größere Mengen Wasser entnommen, führt dies regelmäßig zu einer Absenkung des Grundwassers an der Entnahmestelle. Ein Absenkungstrichter bildet sich aus. Wird Grundwasser aus unteren Leitern entnommen, über denen das oberflächennahe Wasser verschmutzt ist, kann dies zur Verschmutzung der darunter liegenden Grundwasserleiter führen.
  • Bei oberflächennaher Entnahme und durch Absenkungstrichter können Bäche, Quellen und Feuchtgebiete trockenfallen.
  • Alte Drainagen und Entwässerungsgräben wurden einst als Maßnahme gegen zu starke Vernässung angelegt. Heute leiten sie dringend benötigtes Wasser aus der Landschaft ab und verstärken damit die negativen Effekte.
Zur Abwehr derartiger Beeinträchtigungen müssen genaue Prüfungen der Umgebung und der Bedingungen vor Ort erfolgen, bevor Grundwasser entnommen werden darf. Doch hier versagen nach Ansicht des BUND vielerorts die zur korrekten Durchführung der Gesetze notwendigen Kontrollen.


Ausgetrockneter Jagdhausweiher


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