Landesverband Rheinland-PfalzFazitBei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie gehen die Landesbehörden in der vorläufigen Bestandsaufnahme der Grundwasservorräte und deren Neubildung davon aus, dass die quantitative Versorgung zur Trinkwasser- und Brauchwasserförderung nachhaltig gewährleistet ist. Diese Aussage ist nach Meinung des BUND in Frage zu stellen.Die Veränderung der klimatischen Rahmenbedingungen und örtliche übermäßige Nutzung von Grundwasservorräten führen zur Austrocknung von Quellen, Feuchtgebieten und zur Schädigung der Vegetation. Die ausgewählten Beispiele belegen, dass in Rheinland-Pfalz mancherorts bereits heute gravierender Wassermangel herrscht. Die aufgezeigten Beispiele stehen natürlich nur für einen Bruchteil des gesamten Problems. Die Anzahl trocken gefallener Oberflächengewässer und Feuchtbiotope oder geschädigter Flora und Fauna ist weit über das ganze Bundesland verbreitet und konnte hier nur stichprobenartig dargestellt werden. Doch gibt es Möglichkeiten gegen den Wassermangel im Land vorzugehen. Grundlegend muss die Einhaltung des wasserwirtschaftlichen Grundsatzes der nachhaltigen Sicherung und Erhaltung eines naturnahen Wasserkreislaufs eingefordert werden. Der Wasserverbrauch muss verringert werden.Jeder Einzelne kann zu einem geringen und nachhaltigen Wasserverbrauch beitragen. Schließlich muss das Auto ja nicht einmal die Woche gewaschen werden und auch der Rasen nicht zweimal täglich bewässert werden. Helfen Sie mit Wasser sparen, unsere Enkel werden es uns danken!Die Möglichkeiten der Regenwassernutzung müssen stärker von den Wasserwerken gefördert werden, auch wenn dies gegen ihre wirtschaftlichen Interessen steht. Auch in der Industrie kann Wasser gespart werden. An einer Umorientierung der Produktionsabläufe oder einer Umorientierung der Produktionsverfahren mit geschlossenen Wasserkreisläufen muss weiter gearbeitet werden. Eine Erlaubnis der Nutzung durch die Industrie sollte widerrufbar und zeitlich begrenzt sein. Auch die Verwendung von Grundwasser als Kühlwasser ist eine Vergeudung der Wasserreserven. Hier muss aber auch der Gesetzgeber tätig werden und alte Wasserrechte einziehen. Verschwenderische Beregnungsformen sind in der Landwirtschaft ein großes Problem. Anscheinend ist unser Wasser noch so billig, dass ungeachtet der Verdunstung zu höchsten Sonnenständen beregnet werden kann. Eine Erhöhung der Wasserpreise würde allerdings wohl für viele Landwirte existenzgefährdend sein, daher muss über alternative Beregnungsmethoden, wie die der Tröpfchenberegnung nachgedacht werden. Die Wassergewinnung muss nachhaltig ausgerichtet werden.Als erster Schritt ist eine intensive Erforschung der Ursachen für die niedrigen Wasserstände von Nöten, um geeignete langfristige Maßnahmen ergreifen zu können. Nur wenn genaue Daten und Erhebungen in Form von unabhängigen Gutachten vorliegen, besteht die Möglichkeit zum Handeln.Wirkungsvolle Kontrollen über die Trinkwasserentnahmen müssen selbstverständlich sein. Behörden müssen personell so ausgestattet sein, dass wirkungsvolle Kontrollen überhaupt möglich sind. Die illegale Entnahme großer Wassermengen durchkreuzt oft die genehmigte nachhaltige Wassernutzung und wird auch in Gutachten nicht berücksichtigt. So sollte auch der Bürger die Möglichkeit haben, Messgrößen, wie Pegelmessstände, Grundwasserstand und natürlich die Entnahmemenge, öffentlich und aktuell einsehen zu können, um eine größere Transparenz zu schaffen. Ein umfassendes Monitoring muss erfolgen, das neben dem Bodenwasserhaushalt auch die Vegetation und die Fauna aufnimmt. Der Wasserknappheit muss mit naturnaher Bodennutzung und Wasserrückhaltung begegnet werden.Daneben sind konkrete Rückhaltemaßnahmen vor Ort erforderlich. Temporäre Handlungen zur reinen Symptombekämpfung, wie die Einleitung von Fremdwasser („an den Tropf legen“) und Entschlammung, sind meist nicht nachhaltig und daher zu vermeiden. Das Augenmerk ist vielmehr auf langfristige Maßnahmen zu legen. Dabei stehen die Kontrolle der Wasserentnahmen und der Nachweis der nachhaltigen Nutzung des Wasserreservoirs immer im Vordergrund. Oftmals kann durch die Modifizierung der Oberflächenwasser-Bewirtschaftung beziehungsweise Entwicklung standortgerechter Vegetation den negativen Rahmenbedingungen entgegengewirkt werden. Vor allem im Wald müssen standortgerechte Bäume gefördert bzw. angesiedelt werden. Bestehende naturferne Fichtenbestände tragen zur Verschärfung der Probleme bei. Alte Entwässerungsgräben sind rückzubauen und Wegebegleitgräben in Waldbestände umzuleiten. Die Suche nach Ersatzbiotopen kann und darf nur die letzte Möglichkeit sein.Auch in Altbaugebieten ist die Rückhaltung von Oberflächenwasser zu fordern. Der BUND fordert als Gegenmaßnahmen:
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