Landesverband Rheinland-PfalzFallbeispiel: Soonwald - ein Wasserspeicher ohne Wasser?WertigkeitSoonwald (Landkreise Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück). Der Begriff „Soon“, stammt aus dem Keltischen und bedeutet Sumpf- und Moorwald. Dies beschreibt in der Tat den ursprünglichen Charakter des Soonwaldes. Über den wasserundurchlässigen Lehmböden entstanden einst Sümpfe, Moore und Bruchwälder. In der Vergangenheit hat es immer wieder Phasen starker menschlicher Entwässerungsmaßnahmen gegeben. Glücklicherweise blieben viele Reste der einstigen Feuchtlebensräume erhalten. Zudem gehört der Soonwald zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten in Deutschland. Aus diesen Gründen wurde der Soonwald auch als FFH-Schutzgebiet ausgewiesen.Wald hat eine regelrechte „Schwammwirkung“. Er nimmt Wasser auf und bindet es. Dies gilt auch für die Wälder des Soonwaldes. Besonders im Bereich flächiger Quellaustritte mit geringem Gefälle, gibt es große Feuchtbiotope, die im Winterhalbjahr Wasser aufnehmen, es bis zum Sommer allmählich abgeben. ProblemeDoch genau diese, auch für den Wasserhaushalt so wertvollen Feuchtbiotope, sind heute bedroht. Im Naturschutzgebiet „Im Gräfenbrühl“ sind ehemalige Feuchtwiesen ausgetrocknet. Das Moor an der „Runden Tanne“ wird von Adlerfarn und Nadelbäumen überwuchert und fällt trocken. Die Quelle bei Riesweiler ist schon versiegt. Auch die besonders wertvollen Bruchwälder des „Weichholzes“ verändern sich und werden von Pflanzen besiedelt, die an trockenere Standorte angepasst sind.![]() Vertrocknetes und abgestorbenes Polster von Torfmoosen in einem Moor UrsachenDer Wasserhaushalt im Soonwald wurde im Laufe der Zeit maßgeblich verändert. Schon im 19. Jahrhundert wurden von den Preußen Fichten angepflanzt. Um diesen einen günstigen Standort bieten zu können, wurde ein großflächiges Entwässerungsgrabensystem angelegt. Doch selbst nach vielen Jahren haben diese Gräben noch eine entwässernde Funktion für den Wald. Zudem wurden die Wirtschaftswege mit Wegebegleitgräben umsäumt. Abgesehen davon, ist die Fichte ein Baum mit besonders hohem Wasserverbrauch. Deshalb führt die Ansiedlung in direkter Nähe zu Feuchtbiotopen für diese zu weiterem Wasserentzug. Seit 1970 werden immer mehr Tiefbohrungen angelegt, teilweise unter Beibehaltung der schon bestehenden Flachbohrungen an den Quellgebieten der Bäche. Auch die Menge der Förderung von Trinkwasser steigt stetig. Für das Versorgungsgebiet der Hunsrück- und Naheregion ist das Soonwaldwasser von hoher Bedeutung. Im Gegensatz dazu sinkt die Menge der Niederschläge in den letzten drei Jahren immer mehr, so dass die Menge der Wasserentnahme nicht kompensiert werden kann. Im Sommer kommt es zwischen den Trockenperioden immer wieder zu Starkniederschlägen, welche rasch talabwärts fließen und dort die Hochwassergefahr erhöhen, aber im Niederschlagsgebiet nicht zur Grundwasserspeisung zur Verfügung stehen.Diese veränderten anthropogenen und natürlichen Bedingungen zwingen dazu Maßnahmen zur Erhaltung des Gleichgewichts zu ergreifen. PerspektivenUm den Soonwald als intaktes Ökosystem zu erhalten, muss konsequent naturnaher Waldbau betrieben werden. Durch die Förderung und gegebenenfalls Anpflanzung standortgerechter Bäume mit besonderem Augenmerk auf laubholzreichen Waldbeständen kann das Wasserrückhaltevermögen des Waldes verbessert werden. Nadelholzmonokulturen haben keine Zukunft. Die Hochwassergefahr kann vermindert werden, indem die Entwässerungsgräben verschlossen werden. Wegebegleitgräben sind auf die wichtigsten Befahrungswege für die Waldwirtschaft zu beschränken. In möglichst engen Abständen sind aus den Wegeseitengräben Abschläge in den Wald zu führen. So kann das Wasser flächig versickern, Bruch- und Sumpfwälder und andere an Feuchtigkeit gebundene Biotoptypen können länger Wasser halten.Viele Maßnahmen sind schon unternommen worden, um den Wasserspeicher Soonwald zu erhalten. Nach der Sturmkatastrophe „Wiebke“ 1990 wurde bereits überwiegend mit Laubbäumen aufgeforstet und vielerorts wurden Tümpel und Teiche angelegt um Feuchtbiotope zu schaffen. Dieser junge und artenreiche Wald ist ein Anfang, um den ursprünglichen Charakter des Soonwaldes mit seinen Feucht- und Sumpfwäldern zu erhalten. Zudem sollte ein Monitoring die Veränderungen des Bodenwasserhaushaltes und des Vegetationsgefüges dokumentieren um gegebenenfalls die Wasserentnahme begrenzen zu helfen |
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