Landesverband Rheinland-PfalzFallbeispiel: Der Limbach - wieder trocken!WertigkeitHeimweiler (Landkreis Bad Kreuznach). Der Limbach ist ein kleiner Bach, der durch die Gemeinde Heimweiler fließt und dort in den Großbach mündet. Früher war der Limbach ein ökologisch wichtiger Bach, der Ortsname „Krebsweiler“ zeigt, dass die Wasserqualität so gut war, dass sogar Flusskrebse angesiedelt waren. Auch Forellen waren vorhanden. Ebenso befinden sich ein Schilfgebiet und mehrere kleinere Feuchtbiotope direkt am Limbach.ProblemeLeider wird aber immer wieder beobachtet, dass der Limbach völlig austrocknet. Seit 2003 ist dies fast zum Dauerzustand geworden. Es gibt weder Krebse, geschweige denn überhaupt noch Fischbestand im Limbach. Auch das unter Naturschutz stehende Schilfgebiet geht immer weiter zurück.![]() Ausgetrockneter Limbach UrsachenDer allgemeine Wassermangel in diesem Tal ist bis auf das Jahr 1912 zurückzuverfolgen. Im Jahre 1913 wurde erstmals eine Klage von Müllern registriert, welche aufgrund des Wassermangels in der Region Ausgleichszahlungen bekamen. Nach und nach wurden immer mehr Brunnen gebohrt und die Wasserentnahme stieg. 1941 fielen in Krebsweiler erstmals Brunnen trocken. Dies lief so weiter, bis 1976 der Limbach zum ersten Mal ganz trocken fiel. Trotz dieser Tatsache wurden keine nennenswerten Gegenmaßnahmen ergriffen. Erst 1990 wurde zugesagt, dass die Pumpschächte der Brunnen von 10 auf bis zu 75 m Tiefe abgedichtet werden sollten. Wird ein Brunnen nicht tief genug abgedichtet, so kann oberflächennahes Wasser in diesen eindringen, wodurch den benachbarten Gewässer Wasser entzogen wird. Der Limbach-Brunnen blieb allerdings im Urzustand weiter in Betrieb, bis 1992 der Zweckverband Gruppenwasserwerk der Stadt Kirn einen Ersatzbrunnen mit 85 m Tiefe plante. Dieser Brunnen sollte bis zu 70 m abgedichtet werden, während der alte Brunnen überhaupt nur 30 m tief war. Trotz Zusicherung der Verbandsgemeinde wird der alte Limbach-Brunnen heute noch genutzt, da der neue Brunnen nicht die gewünschte Wassermenge fördert.Ein weiteres bemerkenswertes Phänomen ist, dass der Bach frühmorgens fließt, um dann gegen 10 Uhr trocken zu fallen. Dies tritt vor und nach Wassermangelsituationen auf und ist in keinen Zusammenhang mit Niederschlägen zu bringen. Von Heimweiler Bürgern wird zudem vermutet, dass gar keine endgültigen wasserrechtlichen Genehmigungen für den Bau und die Nutzung vieler der Brunnen vorliegen, sondern nur vorläufige. Nur unter Einbeziehung all dieser Umstände wird ersichtlich, warum der Limbach immer stärker austrocknet. Erst im Frühjahr 2004 wurde der Zweckverband Gruppenwasserwerk durch Druck aus der Bevölkerung veranlasst, eine fachliche Untersuchung durchführen zu lassen um die Ursachen des Austrocknens zu ermitteln, welche aber bis heute noch nicht abgeschlossen ist. PerspektivenDer Naturschutzbeauftragte der Gemeinde Heimweiler, Horst Schäfer, erwähnt Gegenmaßnahmen, welche langfristig eine Entlastung der Wassersituation des Tals mit sich bringen würden. Diese Maßnahmen könnten unabhängig vom Ergebnis des laufenden Gutachtens positive Auswirkungen auf den Wasserhaushalt des Tals haben. Ein computergesteuertes Leitsystem, welches die Pegelstände in den Brunnen misst, wurde bereits eingeführt. Zudem müssten Messgrößen wie Pegelmessstände, Grundwasserstand und natürlich die Entnahmemenge öffentlich gemacht werden, um eine größere Kontrollmöglichkeit und Transparenz zu schaffen.Wenn mehr Wasser gefördert wird, als dieses durch Niederschläge geliefert wird, fallen oberflächennahe Gewässer trocken. Um dies zu verhindern, müssen andere Wege einer nachhaltigen Trinkwassergewinnung eingeschlagen werden. |
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