BUND Rostock

Fundorte in der Rostocker Innenstadt

An folgenden Orten Innenstadt haben wir interessante Wildkräutern gefunden.

Lindenpark:
Dieser größte innerstädtische Park weist neben einigen Rasenflächen auch zahlreiche gehölz-bestandene Bereiche auf. Vor allem an Wegrändern siedeln Wildkräuter, die wohl eigenständig eingewandert sind. Auffällig sind Giersch (Aegopodium podagraria), Taumel-Kälberkropf (Chaerophyllum temulum) und Kleinblütiges Springkraut (Impatiens parviflora).


Kanonsberg:
Dies ist ein Hügel und Aussichtspunkt hoch über der Unterwarnow und der Schnellstraße "Am Strande". Die Hänge dieses Hügels waren bis vor kurzem gehölz-bestanden. Die Bäume und Sträucher sind leider bis auf wenige Reste kürzlich entfernt worden. Am Kanonsberg fanden sich an mehreren Stellen Schwarznesseln (Ballota nigra).


Wallanlagen:
Die Wallanlagen bilden von der Herrmannstraße bis zum Kröpeliner Tor einen Grünzug, in dem sich einige Stehgewässer und zahlreiche Spazierwege befinden. Es gibt baumbestandene Bereiche, Beete und einige Rasenflächen. Interessante Wildkräuter stehen an den Wegrändern und an den Ufern, wir z.B. Reynoutria, Ambrosia artemisiifolia, Chelidonium majus, Anthriscus sylvestris, Eupatorium cannabinum, Echinochloea crus-galli, Telekia. Viele Bäume sind efeubewachsen (Hedera helix). Im Frühjahr blühen Arum, Ranunculus ficaria und Gagea lutea.


Ufer der Unterwarnow nahe der Holzhalbinsel:
Hier lagen bis vor kurzem Brachflächen auf offensichtlich nicht mehr genutztem Gelände mit kleinen, halb zerfallenen Gebäuden. Im Uferbereich gab es stattliche Bestände der Erzengelwurz (Angelica archangelica), des Wasserdostes (Eupatorium cannabinum, des Steinklees (Melilotus officinalis) und der Wilden Möhre (Daucus carota). Im Bereich der Holzhalbinsel wird seit einiger Zeit intensiv gebaut, zahlreiche neue Straßen sind entstanden. Die erwähnten Wildkrautbestände sind diesen Aktivitäten zum Teil bereits zum Opfer gefallen. Es steht zu befürchten, dass auch die verbliebenen Bestände verschwinden.


Nach Ausbauarbeiten im Jahr 2010 ist der Erzengelwurz-Bestand zerstört.

Warnowufer am Mühlendamm bei der Einmündung des Gerberganges:
Bis vor kurzem war dieses Ufer am ehemaligen Warnowlauf weitgehend ungestört. Hier fand sich noch bis 2010 ein Bestand mit zahlreichen Exemplaren der Erzengelwurz (Angelica archangelica). In den letzten Monaten wurden sämtliche Pflanzen im Zuge der Bauarbeiten für die neue nordsüdverlaufende Straßenverbindung vollständig beseitigt.


Nicht alle Anwohner sind mit den Ausbauarbeiten einverstanden.

Ehemaliger Güterbahnhof südlich der Barlachstraße:
Auf diesem ehemaligen Bahngelände befinden sich keine Gleisanlagen mehr. Sehr große Flächen sind brachgefallen, nur auf kleineren Teilen wurden bislang Parkplätze eingerichtet. Auch neue Wohnungen sind entstanden. Der überwiegende Teil des ehemaligen Güterbahnhofes ist jedoch von Arten ruderaler Standorte besiedelt. Die Arten boten im Sommer 2009 ein farbenprächtiges Bild – ein wahres Blütenmeer aus Resede (Reseda lutea), Natternkopf (Echium vulgare), Wolfsmilch (Euphorbia lathyris), Wundklee (Anthyllis vulneraria) und vielen anderen. Das Gelände ist zudem frei zugänglich und lädt so zu botanischen Streifzügen ein. Die komplette Erschließung des riesigen Geländes ist jedoch beschlossen und wird vermutlich 2010 oder 2011 beginnen. Mit etwas Glück können wir den farbenprächtigen Anblick abertausender verschiedenfarbiger Blüten also noch ein bis zwei Sommer lang genießen. Dass die Wertschätzung derartiger Kleinodien jedoch nicht allgemein verbreitet ist, zeigte Ende Februar 2010 ein Zeitungsbericht, nachdem die Stadtverwaltung den ehemaligen Güterbahnhof in seinem jetzigen Zustand als "Schandfleck" bezeichnete. Diese Haltung wird häufig allen nicht komplett durchgeplanten und genutzten Flächen entgegengebracht.
Am Bahndamm zwischen dem ehemaligen Güterbahnhof und der Bahnbrücke über die Warnow westlich von Kassebohm: Auf und neben dieser stillgelegten Strecke sind zahlreiche Arten zu finden, die sich auf dem Gelände des Güterbahnhofes bisher nicht ansiedeln konnten.


Kopfsteingepflasterte Plätze und Straßen in der östlichen Altstadt:
In den Ritzen zwischen den Steinen findet sich z.B. Mauerpfeffer (Sedum acre) bei der Nikolaikirche und mancherorts das Zymbelkraut (Cymbalaria muralis).


Fläche zwischen Rosengarten und August Bebel Straße:
Dieses Gebiet liegt seit einiger Zeit brach, obwohl es diverse Pläne für eine Neunutzung gibt. Manche Teile sind grasbewachsen, andere werden von Stauden dominiert. Auch kleine Inseln von Gehölzen kann man beobachten. Einige Gehölze sollen jedoch einer Verbreiterung der Herrmannstraße zum Opfer fallen. Besonders spannend ist ein feuchterer Bereich, in dem sich Arten finden, welche die Trockenheit nicht vertragen. Hier kommt sogar Schilf (Phragmites australis) vor. Es gibt ein paar Trampelpfade, auf denen das Gelände erkundet werden kann. Wie lange es wohl noch Bestand haben wird?


Parkplatz an der Gertrudenstraße:
Hier wurde in einer größeren Baulücke ein provisorischer Parkplatz eingerichtet. Am Rande des Platzes außerhalb der Stellplätze siedelten sich zahlreiche Wildkräuter an. So konnten unter anderem Bestände des Taumel-Kälberkropfes (Chaerophyllum temulum) und der Hundspetersilie (Aethusa cynapium) beobachtet werden. Ende Februar 2010 müssten wir leider feststellen, dass das gesamte Gelände im Zuge der Erschließung für eine Wohnbebauung zerstört wurde.


So sah der gleiche Platz im Mai 2010 aus.

Und nun verlassen wir das Pflanzenreich!

Am Warnowufer bei der Eisenbahnbrücke in Rostock hinterließ der Biber (Castor fiber) seine Spuren!

Erstaunlich oft sieht man Fledermäuse durch die Rostocker Innenstadt jagen. Dieses Tier brauchte erst mal eine Erholungspause.

Fischotter in der Innenstadt - das hat nicht jede Großstadt!



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