BUND Regionalverband Stuttgart

Stuttgart verschläft Entwicklungen am Wohnungsmarkt

Stuttgart, den 28. Mai 2008



Jürgen Merks, Fachreferent beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband Stuttgart, gibt der Stadt gerne Nachhilfeunterricht in Sachen Attraktivitätssteigerung im Wohnungsbau.

Empfehlung Nr.1: Wann geht die Stadt endlich in die Bestands-Offensive. 200 Hektar Brachflächen - ohne Stuttgart 21 - warten laut nachhaltigem Bauflächenmanagement Stuttgart (NBS) bis 2020 auf ihre Verwirklichung im Wohnungsbau. Tendenz nachwachsend. Denn immer wieder beschert der wirtschaftliche Strukturwandel der Stadt neue attraktive Brachflächen. Jüngstes Beispiel: US-Kasernenareal auf dem Burgholzhof oder das ENBW-Areal im Stuttgarter Osten.

Empfehlung Nr. 2: Hören Sie auf die wohnungssuchenden Menschen ständig mit Stuttgart 21-Heilsversprechen auf das Jahr 2020 zu vertrösten. Stattdessen sollte die Stadt endlich mit Geld, Mut und mehr Personal die Brachflächenentwicklung in der Stadt forcieren. Mit dem Konzept der Baugemeinschaften haben Städte wie Tübingen weltweit anerkannten Erfolg. Kein Wunder: Dichte mit Qualität, beste Betreuung seitens der Stadt und Baupreise die ca. 25 % unter dem von Investoren hergestellten Wohnraum liegen, locken Einwohner wie Licht die Motten in die dortigen Brachflächen. Ein Konzept, das auch in Stuttgart sofort nachgeahmt werden könnte. Vorausgesetzt man trennt sich endlich vom Stuttgart 21-Klotz und beginnt sofort auf den dann nicht mehr von Baulogistik belegten 35 Hektar Fläche im Bereich des Nordbahnhofes mit zeitgemäßem Wohnungsbau.

Mittelfristig wird aber niemand mehr in Politik und Verwaltung umherkommen das Wort Schrumpfen in seinen Sprachgebrauch einzubürgern. Und das nicht zum Schaden der Stadt. Denn nicht gebaute Infrastruktur verursacht langfristig auch keine Kosten im Unterhalt. Der Traum ist aus! Wer jetzt noch gegen den langfristigen Trend Wohnungen auf Neubauflächen plant und verwirklicht, ruiniert eine zukünftige, solide Haushaltspolitik. Diese Warnung wurde erst kürzlich wieder von vielen Fachleuten auf einer vom Umweltministerium veranstalteten Tagung in Fellbach ausgesprochen. „Wann stellt sich die Stadt Stuttgart endlich diesen Erkenntnissen“?, fragt Jürgen Merks.


Rückfragen an:

Jürgen Merks
fon: 0711 / 61970-42


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