BUND Regionalverband Stuttgart

BUND begrüßt Stopp für Zweite Startbahn

Land muss Flugverkehr eindämmen, statt ihn in die Regionen zu verlagern


Stuttgart, den 24. Juni 2008



Stuttgart. Als Sieg der Vernunft und Erfolg für den breiten Widerstand
begrüßt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),
Landesverband Baden-Württemberg, die Absage der Landesregierung für den Bau einer zweiten Start- und Landebahn am Stuttgarter Landesflughafen. "Wir
erwarten, dass der Planungsstopp dauerhaft gilt und nicht nur ein taktisches
Mittel im Hinblick auf die anstehenden Wahlen ist", kommentiert die
BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender die Kabinettsentscheidung.
Der Umwelt- und Naturschutzverband erwartet außerdem eine endgültige Absage an eine Verkürzung des Nachtflugverbotes. Gleichzeitig kritisiert der BUND, dass der Verzicht auf die Flughafenerweiterung in Stuttgart einhergehen soll mit dem Ausbau der regionalen Flughäfen. Dahlbender: "Es ist absurd und passt nicht zu den alarmierenden Ergebnissen der gestern veröffentlichten Studie, wonach sich der Klimawandel in Baden-Württemberg in den letzten Jahren beschleunigt hat. Wir brauchen daher keine Verlagerung des Flugverkehrs, sondern eine Vermeidung. Das Klima verträgt keinen weiteren Ausbau des Flugverkehrs. Die Grenze der zumutbaren Belastungen ist landesweit längst überschritten."

Die BUND-Landesvorsitzende verweist auf die alarmierenden Ergebnisse der
neuen gemeinsamen Luftverkehrs-Studie von Wuppertal-Institut und BUND: "Die CO2-Emissionen des Flugverkehrs nehmen in Deutschland pro Jahr um etwa dreieinhalb Prozent zu. Der Anteil der Fliegerei an den gesamten
Klimabelastungen beträgt in Deutschland heute schon rund acht Prozent",
erklärt Dahlbender. "Wenn der Flugverkehr weiter wächst wie bisher, werden
die Klimawirkungen des Fliegens bereits in fünf Jahren die des heutigen
Autoverkehrs übersteigen." Wenn es die Landesregierung mit dem Klimaschutz ernst meint, muss sie den Flugverkehr reduzieren und soweit möglich auf die Schiene verlagern. Neue Flugkapazitäten sind der BUND-Studie zufolge in Baden-Württemberg auch gar nicht notwendig. Dahlbender: "Etwa 30 Prozent aller Starts in Stuttgart entfallen auf den innerdeutschen Flugverkehr. Dieser Verkehr kann sofort auf die Schiene verlagert werden. Da brauchen wir auch keine Verlagerung von Fliegern auf die regionalen Flugplätze."


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