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BUND Regionalverband Stuttgart
BUND: Nur vorläufiges Aus für zweite Startbahn Wahltaktisches Manöver von Ministerpräsident Oettinger
Stuttgart, 25. Juni 2008
Stuttgart. Ministerpräsident Günther Oettinger wollte heute zum Flughafenausbau Farbe bekennen - seine Äußerungen blieben blass bis durchsichtig. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg bewertet seine Äußerung als enttäuschend, weil die Landesregierung eine zweite Startbahn nur auf "absehbare Zeit" verhindern will. "Ministerpräsident Oettinger hat sich mal wieder durchgemogelt. Seine Äußerungen lassen sich überraschend durchsichtig als wahltaktische Manöver entlarven. Wer den Flughafenausbau nur 'auf absehbare Zeit' verhindern will, hat keine nachhaltigen Klimaschutzziele vor Augen, sondern bloß die nächsten Wahlen", kritisiert die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender. "Wer sich alle Optionen offen halten möchte, kann auch keine Farbe bekennen. Schon jetzt lässt sich absehen: Nach den Wahlen kommen die Ausbaupläne wieder auf den Tisch, dann sehen die betroffenen Bürger rot." Scharf kritisiert der BUND die Aufweichung des Nachtflugverbots durch den Lieferanteneingang. "Es hört sich harmlos an, wenn die ersten Flugzeuge nicht erst um 6.10 Uhr, sondern bereits um 5.50 Uhr starten dürfen. Auf diese Weise soll schon einmal die Akzeptanz getestet werden - und das Nachtflugverbot schleichend aufgeweicht werden", befürchtet Dahlbender. Das sei keine ernsthafte landespolitische Unterstützung für den Lärmschutz auf den Fildern, sondern die ersten Anzeichen für den Ausstieg vom Nachtflugverbot.
Der BUND kritisiert darüber hinaus, dass das bisherige Wachstumsdenken im Flugverkehr nach wie vor das Handeln von Ministerpräsident Oettinger bestimmt und der Klimaschutz keine große Rolle spielt. "Oettinger hat hochfliegende Träume, wenn er den Stuttgarter Flughafen im Wettbewerb mit den Flughäfen Frankfurt, München und Zürich 'interkontinental veredeln' möchte und den kontinentalen Flugverkehr auf die Regionalflughäfen konzentrieren möchte. Das ist eine Bankrotterklärung für den Klimaschutz.
Wir brauchen keine Verlagerung des Flugverkehrs, sondern eine Vermeidung.
Das Klima verträgt keinen weiteren Ausbau des Flugverkehrs. Die Grenze der zumutbaren Belastungen ist landesweit längst überschritten."
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