BUND Regionalverband Stuttgart

Bohrloch 203 hält nicht dicht – sowohl beim Wasser wie bei Informationen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband Stuttgart, fühlt sich anlässlich der Geheimniskrämerei und dem Zuständigkeitsgerangel um Schwierigkeiten beim Bohrloch 203 im Stuttgarter Osten an die Ereignisse in Köln und Staufen erinnert. Die Bahn AG kündigte wiederholt beim Projekt Stuttgart 21 eine offene Informationspolitik an. Diese wird stattdessen in jedem Einzelfall, wenn es zu Unregelmäßigkeiten kommt, ad absurdum geführt. BUND Regionalgeschäftsführer Gerhard Pfeifer: „Anders ist es nicht zu erklären, dass die Probleme bei der Erkundungsbohrung 203 im Stuttgarter Osten, erst durch private Initiative ans Licht der Öffentlichkeit gerieten. Die Frage drängt sich auf, ob auch andere Bohrlöcher auf Dauer nicht nur beim Wasser sondern auch bei für die Bahn unliebsamen Informationsflüssen dicht halten.“

Wie weitreichend die Folgen der Baustelle am Ameisenberg für die Anlieger sind, lässt sich auf Grund der spärlichen Auskunftsbereitschaft der Bahn schlecht abschätzen. Auch in der Unteren Wasserschutzbehörde, als zuständigem Kontrollorgan mit den Bauvorgängen um Stuttgart 21 betraut, schiebt man den Schwarzen Peter der Risikoabschätzung wieder zurück an die Bahn. Dabei geht es jetzt erst um Voruntersuchungen zu Grundwasserströmungen. Diese zu einer etwaigen Großbaustelle Stuttgart 21 vergleichsweise marginalen Eingriffe lassen die zukünftig zerstörte Vertrauensbasis in der Bevölkerung zum Baumanagement von Stadt und Bahn erahnen.

Fest steht, dass die Einstellung der Bohrung 203 auf erhebliche Schwierigkeiten hindeutet. Der Spülwasseraustritt am Hang birgt im Zusammenhang mit dem im Untergrund liegenden Gipskeuper vielfältige Gefahren. Hangrutschungen in Folge von Unterspülungen und Hohlraumbildungen mit Nachsackungen, die zu erheblichen Hausbeschädigungen führen können, sind derzeit nicht auszuschließen.

Der BUND fordert endlich Transparenz in allen Verfahrensbelangen zu Stuttgart 21. Andernfalls sieht Vorstandsvorsitzender Axel Wieland in Anspielung auf amerikanische Verhältnisse, dass „Bahn und Stadt sog. Wisselblower heraufbeschwören.“ Diese Mitarbeiter von Bahn, Ämtern und Planungsbüros lassen u.a. den Umweltverbänden Informationen zukommen, die der Öffentlichkeit gezielt vorenthalten werden sollen. Dass hier im übertragenen Sinn genug Sprengstoff für Stuttgart 21 schlummert, davon ist Axel Wieland mehr als überzeugt.


Rückfragen an:

Gerhard Pfeifer
BUND Regionalverband Stuttgart
Rotebühlstr. 86/1
70178 Stuttgart
Tel.: 0711 / 619 70 -40
Fax: 0711 / 619 70 -44
www.bund.net/stuttgart


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