BUND Regionalverband Stuttgart

Nichts Neues aber viel Falsches – SSB-Technikdirektor Arnold hat Kopfbahnhof 21 nicht verstanden

Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21

Stuttgart, 15.7.2010



Auf ihrer Veranstaltung am Dienstag in der Sängerhalle in Untertürkheim konnten die Stuttgart 21 befürwortenden Parteien im Stuttgarter Gemeinderat mit ihrem Referenten, dem SSB-Technikdirektor Arnold, das Alternativkonzept Kopfbahnhof 21 (K 21) nicht im Ansatz erschüttern. Das von Arnold angekündigte Phantombild war losgelöst von der vom Aktionsbündnis verfolgten Alternativtrasse zu Stuttgart 21. K 21-Erfinder Klaus Arnoldi vom ökologischen Verkehrsclub VCD kritisierte: „Die Veranstalter haben nicht den Mut aufgebracht sich aus erster Hand über den besseren, kostengünstigeren und umweltgerechteren Schienenausbau in Stuttgart informieren zu lassen. Das Aktionsbündnis für Kopfbahnhof 21 steht dafür jederzeit zur Verfügung.“ Aussagen wie die von FDP-Stadtrat Conz, Stuttgart 21 dürfe wegen ihm auch eine Billion Euro kosten, erschweren einen ehrlichen und transparenten Dialog. Zusätzlich signalisiert Conz damit die Bereitschaft zur Veruntreuung hoher Steuergeldsummen.

Das Aktionsbündnis erwartet eine Richtigstellung von einigen an diesem Abend getätigten Behauptungen über die K 21-Trassenführung:

1. Detaillierte Aufschlüsselung der von Arnold behaupteten Kosten von 3,7 Milliarden Euro für das Konzept K 21. Das Aktionsbündnis bleibt bei seiner Berechnung, dass bei gutachterlich belegten Kosten für S 21 (Vieregg&Rößler) von 6,9 – 8,7 Milliarden Euro, für K 21 lediglich ein Viertel bis ein Drittel, also 1,7 bis max. 2,8 Milliarden Euro an Kosten anfallen könne. Ausschlaggebend dafür ist der wesentlich geringere Tunnelanteil bei K 21.

2. Die Anbindung eines Abstellbahnhofes in Untertürkheim bei K 21 braucht keine zusätzlichen zwei Gleise entlang des Schlossgartens. Mit einem 5 und 6 Gleis nach Bad Cannstatt unter dem Rosensteinpark sieht K 21 eine Kapazitätserweiterung vor, die unter Einbeziehung „durchgebundener“ Linien - wie bei S 21 vorgesehen – auch für die K 21-Variante „Abstellbahnhof Untertürkheim“ mehr als ausreichend ist.

3. Warum liegt die von Arnold konstruierte Brücke im Hafenbereich über den Neckar auf „Ebene 2“? Die aufgeständerte K 21-Trasse entlang der Hafenbahnstraße kann auf „Ebene 1“ geführt werden und erreicht damit ein mit der bestehenden Autobrücke bzw. Schleuse vergleichbares Höhenniveau. Die von Arnold als „mehrere Kilometer lange aufgeständerte Trasse“ misst in Wirklichkeit nur 1,6 Kilometer und verläuft ausschließlich im Industriegebiet.

Mit dieser Art der Desinformation wurden die anwesenden Gemeinderatsvertreter und Anwohner bewusst von den von Stuttgart 21 ausgelösten Problemen im Neckartal abgelenkt. 10 Hektar an dauerhaften und dinglichen Belastungen im Hafenbereich während und nach der Bauzeit, die wegen Stuttgart 21 auftreten, kamen nicht zur Sprache. Der enorme Eingriff von S 21 im Neckartal wird unter anderem den Hafenbetrieb vehement beeinträchtigen. Die Bewohner werden mit jahrelangem Baulärm und Baulogistikstraßen durch die Wohngebiete überzogen. Die Ausfädelung mittels einer Rampe bei Obertürkheim rückt die Gleise bei S 21 näher an die Wohnbebauung heran – nachzulesen schwarz auf

weiß im Planfeststellungsbeschluss. Zusätzlicher Schienengüterverkehr, den S 21 im Neckartal erzeugt, wird sich in höheren Lärmwerten niederschlagen. All diese Folgen treten beim Konzept K21 nicht oder in weit geringerem Ausmaß ein. Das wäre die eigentliche Quintessenz des Abends gewesen.

Rückfragen:
Werner Korn, Telefon 0711-6070217, werner.korn@vcd-bw.de

Jürgen Merks, Telefon 0711 61970-42, juergen.merks@bund.net


Aktuell
Aktionen
Kindergruppen
Pressemitteilungen
Regionalrundbriefe
Termine
Bundesfreiwilligendienst beim BUND
   Impressum zum Seitenanfang   
Content-Management-System by www.mediadreams.org and www.dayone.de