 |
 |
BUND Regionalverband Stuttgart
7. März 2005 BUND klagt gegen "Stuttgart 21" Neuer Kopfbahnhof ist die bessere Lösung - nicht nur für die Bahnreisenden
Stuttgart. Klage gegen Stuttgart 21: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, hat am Wochenende beschlossen, eine Verbandsklage gegen den ersten Planfeststellungsbeschluss von "Stuttgart 21" einzureichen. Der BUND kritisiert vor allem, dass die Entscheidung gegen einen modernisierten Kopfbahnhof und für einen unterirdischen Durchgangsbahnhof aufgrund fehlerhafter Abwägung getroffen wurde. Eine Folge dieser Entscheidung wären umfangreiche Eingriffe in die Natur. BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender: "Ein modernisierter Kopfbahnhof ist nicht nur kostengünstiger, sondern auch aus Sicht der Bahnreisenden viel sinnvoller und mit weniger Eingriffen in die Natur zu realisieren. Mit unserer Klage gegen ,Stuttgart 21' wollen wir eine Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses erreichen."
Die vom BUND vorgeschlagene Variante, den Stuttgarter Kopfbahnhof zu modernisieren, ist bisher von vielen Seiten gelobt worden. "Selbst mit einem Anschluss an die Neubaustrecke nach Ulm und den Flughafen würde diese Lösung mit ca. 1 Mrd. Euro nur ein Drittel des Großprojekts Stuttgart 21 kosten", so Dr. Dahlbender: "Würde man auf diese Anschlüsse verzichten, würden die Kosten mit ca. 300 Mio. Euro nur ein Zehntel der Kosten von Stuttgart 21 (mindestens 3 Mrd. Euro) ausmachen." Der BUND kritisiert, dass die unterirdische Lösung ein "Alles oder nichts-Großprojekt" sei, im Gegensatz dazu könnte der Kopfbahnhof schrittweise ausgebaut werden.
Der neue 16-gleisige Kopfbahnhof würde nicht nur wesentlich weniger Geld kosten, er wäre auch viel leistungsfähiger: Da er über mehr Gleise verfügen würde als der nur 8-gleisige Durchgangsbahnhof, könnten mehr Züge gleichzeitig ein- und ausfahren - die Reisenden würden von mehr, besseren und pünktlicheren Zuganschlüssen profitieren (integraler Taktfahrplan). Damit würde die Bahn im Wettbewerb mit anderen Verkehrsmitteln an Attraktivität gewinnen.
Der von der Deutschen Bahn geplante unterirdische Durchgangsbahnhof hätte nicht nur schlechtere Reisemöglichkeiten zur Folge, auch die Eingriffe in die Natur hätten erhebliche Folgen, erklärt Dr. Dahlbender: "Die einzigartigen Stuttgarter Mineralwasservorkommen wären durch die umfangreichen Tunnelbauten gefährdet." Durch die Absenkung des Grundwassers während der mindestens achtjährigen Bauzeit wäre ein Großteil des Baumbestandes im Schlossgarten gefährdet. Im Mittleren Schlossgarten müssten Hunderte von Großbäumen gerodet und der Park komplett umgegraben werden, um Platz zu schaffen für den Betontrog des neuen "Kellerbahnhofes". Bei der Modernisierung des Kopfbahnhofes würde es hingegen keinerlei Eingriffe in den unersetzbaren Stuttgarter Schlossgarten geben.
Die Pressemitteilung enthält Zeichen ca. 3000 (mit Leerzeichen)
Für Rückfragen:
Klaus-Peter Gussfeld, BUND-Verkehrsreferent
Tel.: 07 11/62 03 06-15
Fax: 07 11/62 03 06-77
Email: klaus-peter.gussfeld@bund.net
|