BUND Regionalverband Stuttgart

Keine zweite Startbahn am Stuttgarter Flughafen




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Mit Fahrrädern gegen Flugzeuge

Mehr als 3 000 Menschen waren am 8. Juli 2007 dem Aufruf des Aktionsbündnisses gegen die zweite Start- und Landebahn am Stuttgarter Flughafen gefolgt – viele von ihnen mit dem Fahrrad. Eine Sternfahrt war organisiert worden, die aus allen Richtungen über die Filder zum Aktionsgelände nach Neuhausen führte.
Eingeladen hatte neben dem Aktionsbündnis, das aus BUND, anderen Umweltorganisationen und der Schutzgemeinschaft Filder besteht, auch die Gemeinde Neuhausen. Sie wäre besonders stark von dem Ausbau betroffen, da nach den Wünschen des Flughafens, die zweite Start- und Landebahn südöstlich von der jetzigen gebaut werden soll.


Schlimme Folgen für die Region

Für die Bevölkerung der ganzen Region wäre der weitere Ausbau des Flughafens eine Katastrophe. Mit 10 Millionen Fluggästen im Jahr hat der Flughafen bereits jetzt die Grenze der Zumutbarkeit erreicht. Die Zahl der Flugbewegungen hat sich von 88 000 in 1998 auf 163 000 im Jahr 2006 fast verdoppelt.




Das Ziel des Stuttgarter Flughafens ist es, jetzt auch noch eine zweite Startbahn für Charterflüge, als Winterdrehkreuz und für Billigflieger bereitzustellen. Das würde eine Verdoppelung der Passagiere auf über 20 Millionen bedeuten – mit verheerenden Folgen für das Wohl der Bevölkerung, nicht nur auf den Fildern, sondern auch in den Einflugschneisen vom Schönbuch im Westen bis zum Schurwald im Osten.
Der Flächenverbrauch wird voraussichtlich zwischen 150 und 200 Hektar betragen. Etwa 20 landwirtschaftliche Betriebe sind in ihrer Existenz bedroht, fruchtbare Felder würden für immer verschwinden. Die Filderböden sind weltweit als Spitzenböden bekannt.


Belastungen nehmen zu

Nachdem die Landesmesse gebaut ist und Stuttgart 21 droht, kommt ein weiteres Großprojekt auf die Fildern zu. Ein Ausbau des Flughafens würde für die Menschen die Belastungen endgültig unerträglich machen: Gnadenloser Lärm, noch mehr Abgase, Verkehr und Feinstaub würden ihrer Gesundheit schaden.


Flugzeuge schaden dem Klima

Die weitere Zunahme des Flugverkehrs hätte aber auch für das Klima schlimme Folgen. Fliegen ist besonders klimaschädlich, weil nicht nur Kerosin verbrannt wird, sondern durch den Wasserdampf aus den Triebwerken Kondensstreifen und Cirruswolken entstehen. Sie behindern die Rückstrahlung von Wärme in den Weltraum. Außerdem haben Abgase in höheren Luftschichten eine längere Verweildauer. Flugzeug-Emissionen haben deshalb eine etwa dreimal stärkere Wirkung auf das Klima, als die gleiche Menge am Boden abgegebener Schadstoffe.


Ungebremstes Wachstum

Seit 1990 hat sich der Flugverkehr mehr als verdoppelt, der Treibhausgas-Ausstoß ist um 87 Prozent gestiegen. Experten rechnen mit einem weiteren Wachstum des Flugverkehrs um fünf Prozent pro Jahr. Das bedeutet, dass der Luftverkehr zum Klimakiller Nr. 1 wird, wenn wir nicht gegensteuern.


Kein weiterer Ausbau des Flughafens

Der BUND und das Aktionsbündnis fordern deshalb ein klares Signal von der Landesregierung – für den Klimaschutz und für die Interessen der Menschen in der Region.


Global denken – vor Ort handeln

Unter diesem Motto stellten der BUND und das Aktionsbündnis einen außerparlamentarischen Antrag an die Landesregierung. Darin wird statt der Machbarkeitsstudie für die zweite Startbahn, ein Klima-Check des Stuttgarter Flughafens gefordert. Geprüft werden soll, wo es Möglichkeiten für CO2- und Energieeinsparungen gibt. Außerdem wird beantragt:

- Einstellung aller Ausbaupläne
- Keine weitere Anwerbung von Billigfliegern
- Keine weitere Förderung der Flughafen-Infrastruktur
- Förderung der Bahn statt des Flughafens
- Einrechnen der ökologischen Folgekosten in den Ticketpreis
- Initiative für die Besteuerung des Flugbenzins


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