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Pressemitteilung Stuttgart, 13.07.2001


Egal ob viereckig oder rund:

Trump-Tower ist nicht öko

Der BUND Kreis- und Regionalverband Stuttgart lehnen den geplanten Trump-Tower auf dem Pragsattel aus ökologischen Gründen ab. "Prinzipiell stehen wir einer verdichteten Bebauung auf der Gewerbebrache Pragsattel positiv gegenüber", so Dr. Dietmar Reinborn, Vorsitzender des BUND Regionalverbandes. Reinborn weiter: "Aber dieser Standort mit seiner sensiblen Umgebung von Parks und Weinbergen verträgt auf keinen Fall ein Hochhaus in der geplanten Dimension".

Aufgrund seiner 200 Meter Höhe und seiner exponierten Lage am nördlichen Kesselrand von Stuttgart (ca. 310 m. ü. NN) entfaltet der Baukörper bei Tag und Nacht eine optische Fernwirkung. Die Spitze des Turmes dürfte bei 510 m ü. NN liegen. Damit hat die optische Dimension des Gebäudes überregionale Wirkung. Das bedeutet, dass das Bauwerk bis zur Schwäbischen Alb und bis zum Odenwald zu sehen sein wird. Ein Vergleich mit dem schlanken Fernsehturm ist wegen des bis zu 50 Meter breiten Trümmers des Trump-Towers nicht angemessen.

Der BUND ist der Ansicht, dass insbesondere das Kulturdenkmal und FFH-Schutzgebiet Rosensteinpark durch den Trump-Tower massiv entwertet würde. Bisher wurde bei der Randbebauung des Parks darauf geachtet, dass keine Gebäude die Sicht aus dem Park heraus beeinträchtigen. Ähnliche Probleme mit gestörten Sichtbeziehungen ergeben sich beim ebenfalls unmittelbar benachbarten Kulturdenkmal Höhenpark Killesberg.

In diesem Zusammenhang ist auch der Schattenwurf des 200 Meter hohen Turmes ein nicht zu unterschätzendes Problem. Betroffen davon sind insbesondere die benachbarten Wohnsiedlungen, der Killesbergpark und besonders problematisch die Weinberge unterhalb des Robert-Bosch-Krankenhauses. Die unmittelbare Nachbarschaft, z.B. des neuen Theaterhauses, wird von starken Luftverwirbelungen betroffen sein, die eine Erhebliche Minderung der Aufentaltsqualität im Stadtraum bewirken wird.

Eine besondere Problematik sieht der BUND in der sog. Lichtverschmutzung, die durch den 200 Meter hohen, nachts hell erleuchten Hochhausturm verursacht wird. Zum Beispiel wurde der Rosensteinpark wegen des seltenen Juchtenkäfers - eine von europäischer Bedeutung seltene Käferart - als FFH-Schutzgebiet vorgeschlagen. Es besteht nun aber die Gefahr, dass der hell erleuchtete Trump-Tower die Population dieser nachts schwärmenden Käferart schädigt, in dem er für diese Art, aber auch für viele anderen Insekten als tödliche Lichtfalle wirkt.

Des weiteren befürchtet der BUND, dass der Trump-Tower auch zu einem tödlichen Hindernis für Vögel werden kann. Aufgrund der Passlage des Pragsattels könnten Vogelzugslinien betroffen sein. Durch reflektierende Glasflächen und nächtliche Beleuchtung geht die Anzahl der getöteten Vögel bei den Hochhäusern in Frankfurt in die Zigtausende.

Axel Schubert, Kreisvorsitzender des BUND meint: "Hochhäuser sind hinsichtlich Energieverbrauch aufgrund des ungünstigen Oberflächen/Volumenverhältnisses sehr nachteilig, wie die aktuelle Diskussion um das neue LBBW-Hochhaus gezeigt hat. Mit dem Trump-Tower gibt es aber auch große Konflikte mit den Schutzgütern Landschaftsbild, Tier- und Artenschutz und Denkmalschutz. Deshalb muß unbedingt eine umfassende Umwelt-verträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Erst wenn diese Ergebnisse vorliegen, dürfen die Planungen überhaupt weiterverfolgt werden"

Der BUND fordert im Falle einer Realisation des Trump-Towers, analog zur Ausgleichsabgabenverordnung bis zu 5 % der Bausumme für Ersatzmaßnahmen bereit zu stellen. In diesem Falle ca. 25 Mio. DM.


Rückfragen bei: Gerhard Pfeifer BUND Regionalverband Stuttgart Rotebühlstr. 86/1 70178 Stuttgart fon 0711/61970-40 fax 0711/61970-44



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