BUND Südhardt

BUND fordert konsequenten Grundwasserschutz

Wasserflaschen für EU-Parlamentarier - An große
Verantwortung bei der Entscheidung in Brüssel erinnert


Stuttgart. Zwei EU-Parlamentarier aus Baden-Württemberg bekommen Post vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg. Der Umweltschutzverband hat heute an Elisabeth Jeggle vom EU-Agrarausschuss und Dr. Thomas Ulmer vom EU-Umweltausschuss eine Wasserflasche und die BUND-Forderungen zum Schutz der wichtigsten Trinkwasserressource geschickt. Damit will der BUND die Politiker an ihre persönliche Verantwortung bei der Abstimmung im EU-Parlament für unser Grundwasser erinnern. In der kommenden Woche stehen die Entscheidungen des EU-Umweltausschusses zum Grundwasserschutz an. Derzeit sind bis zu 90 Prozent der Grundwässer in den Regionen Europas in keinem gutem Zustand und dauerhaft von Verunreinigung bedroht. In Baden-Württemberg sind die Hauptprobleme die Nitratbelastung im Neckareinzugsgebiet zwischen Stuttgart und Sinsheim sowie die Chlorid- und Nitrat-Konzentration im Oberrheingraben.
Die Versorgung mit Trinkwasser guter Qualität und der Schutz der entsprechenden Ressourcen sei nicht nur lebenswichtig, sondern auch gesetzlich verbürgt: Die EU-Wasserrahmenrichtlinie schreibe das Erreichen eines guten Grundwasserzustandes bis spätestens 2015 vor. Seit ihrem Inkrafttreten im Jahre 2000 verbiete die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) eine Verschlechterung der Gewässerqualität. Die nun zu beschließende EU-Grundwasserrichtlinie diene der Sicherstellung dieser Ziele.
Ab dem kommenden Mittwoch beraten die angesprochenen EU-Parlamentarier in den Fachausschüssen des EU-Parlaments. Die bisher eingereichten Vorschläge zur Überarbeitung der Richtlinie garantierten noch nicht, dass damit der Grundwasserschutz "automatisch" verbessert werde. Bei Übernahme einiger der über 300 Vorschläge sei sogar die weitere Verschlechterung des Grundwasserzustands und damit Kontamination unseres Trinkwassers zu befürchten.
Michael Spielmann, BUND-Landesgeschäftsführer: "Der Schutz unserer Gewässer vor Verunreinigung muss unbedingt sichergestellt werden. Giftige Substanzen bedrohen das Ökosystem Grundwasser und die Lebenswelt im Grundwasser, die zur guten Qualität von Grund- und Trinkwasser beiträgt. Dazu ist es erforderlich, für alle wichtigen Schadstoffquellen, die zur Verschmutzung des Grundwassers beitragen, konkrete Vermeidungsmaßnahmen und Verbesserungsziele festzuschreiben. Das gilt insbesondere für die diffusen Einträge von Nitrat und Pestiziden aus der Landwirtschaft."
Der BUND postuliert: Der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter Wasser sei zu hoch. Pestizide haben in unserem Grund- und Trinkwasser nichts verloren, dies müsse sich in der neuen Richtlinie als Zielvorgabe in Richtung Nullwert für die Pestizidbelastungen widerspiegeln. Die Vorsorge müsse Vorrang vor einer kostenintensiven Aufbereitung bekommen. Das Entfernen von 1 Kilogramm Pestizid z. B. kostet 150 000 Euro. Eine umfassende Liste der giftigen Stoffe, die auf keinen Fall ins Grundwasser gelangen dürften, müsse unbedingt in die Richtlinie aufgenommen werden.


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