BUND SüdhardtUmweltverträglicher Einsatz von Streumitteln auf glatten Straßen und GehwegenGlatte Straßen und Gehwege gehören zum Winter wie Hitzewellen zum Sommer: Auch wenn die Winter in unseren Breiten bisweilen recht mild sein können – mit Schnee- und Eisglätte ist immer zu rechnen. Um Unfällen und Verletzungen vorzubeugen, landen in Deutschland jährlich Millionen Tonnen Streumittel wie Splitt, Salz und Granulat auf den Straßen und Gehwegen – mit Folgen für die Umwelt.Zwar ist die totale Versalzung des Untergrundes mittlerweile längst passé, der Salzeinsatz ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen, doch schon geringe Mengen von Streusalz können Schäden in den Böden sowie an Bäumen und Sträuchern hervorrufen: Streusalz setzt sich im Boden fest und verhindert, dass die Pflanzen ausreichend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können – sie vertrocknen allmählich. Besonders empfindlich reagieren Kastanien, Linden, Fichten, Ahorn, Douglasien und Roteichen. Zudem verschmutzt das Salz Grund- und Quellwasser und verursacht langfristig Rostschäden an Brücken und Fahrzeugen: Streusalz ist nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern verursacht auch schwer abschätzbare Folgekosten. Angesichts der Nachteile von Auftausalzen empfiehlt Sabine Yacoub vom Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) in Rheinland-Pfalz, innerhalb geschlossener Ortschaften gänzlich auf Streusalz zu verzichten: “Gerade auf Gehwegen sollte kein Salz ausgestreut werden, damit das Grün am Straßenrand keinen Schaden nimmt.” Diese Empfehlung deckt sich mit den Erkenntnissen einer Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2003: Privathaushalte sollten grundsätzlich auf abstumpfende Streumittel wie Splitt, Granulat, Sand oder Kies zurückgreifen. Salz dagegen komme nur für verkehrsreiche Straßen in Frage, nicht für den Bürgersteig. Doch auch andere Streumittel haben Nachteile: Zermahlenes Streugut wird durch den Straßenverkehr leicht aufgewirbelt, der Staub kann für Passanten und Anwohner gesundheitsschädlich sein. Einige Granulate, die aus verschiedenen Schlacken und Mineralstoffen hergestellt werden, können Schwermetalle enthalten. Außerdem behindern Split, Granulat, Sand und Kies den Wasserabfluss und verstopfen Straßenabläufe und Kanäle. Auch bei Autofahrern sind Splitt und Co. unbeliebt, denn sie können Lackschäden verursachen. Dennoch sind abstumpfende Streumittel Auftausalzen in der Regel vorzuziehen – es kommt darauf an, wo Glätte bekämpft werden soll. Wegen der unterschiedlichen Vor- und Nachteile der Streumittel empfehlen das Umweltbundesamt und Naturschutzorganisationen wie der BUND den “differenzierten Winderdienst”: Auf wenig befahrenen Straßen reicht es völlig aus, den Schnee mit Besen oder Pflug zu beseitigen, Streumittel erhöhen hier die Sicherheit kaum. Schnee auf Bürgersteigen, Radwegen, Plätzen und in Höfen sollte ebenfalls zunächst weggeräumt, Glätte sollte mit Splitt, Sand, Kies und ähnlichem abstumpfenden Streugut bekämpft werden – die beste Wahl sind Streumittel, die das Umweltzeichen “Blauer Engel” tragen. Auf verkehrsreichen Straßen, an Gefahrenstellen und Kreuzugen ist dagegen – nach der Räumung des Schnees – der Einsatz von Auftausalzen durchaus sinnvoll. (Quelle: www.bund.net/rheinland-pfalz) |
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