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Klima und Klimaschutz - Atomkraft, Atomkraftwerk, AKW, KKW, Kernkraft, Kernenergie

BUND Info: Kernenergie schützt das Klima! Eine gut gesteuerte Illusion

„Atomkraftwerke schützen das Klima“. Damit werben die Atomkonzerne und Atomparteien für den scheinbar CO2-freien Atom-Kraftwerkspark. Diese geschickte Werbebotschaft der AKW-Betreiber soll Akzeptanz für alte und neue AKW schaffen. Im Zeitalter der organisierten Desinformation erleben wir hier ein spannendes Exempel. Die Forderung nach neuen Atomkraftwerken dient auch der psychologischen Entlastung viele Politiker der Atom- und Kohleparteien. Sie tragen die Hauptverantwortung für die bisherige und zukünftige Verschwendung von Energie, Rohstoffen und für die drohende Klimaveränderung. Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne bieten Ihnen jetzt eine schöne Illussion, sich scheinbar aus der Verantwortung stehlen zu können. Mit vorgeschobenen Umweltargumenten wird Umweltschutz verhindert und umweltgefährdente Anlagen "grüngewaschen". Die Propaganda der Umweltzerstörer ist besser geworden. Die Nutzung der Atomenergie ist nicht nur lebensbedrohend, sondern auch die teuerste Art von Klimaschutz.

Das Nuklearforum Schweiz
hat zur Durchsetzung neuer Kernkraftwerke die „besten“ Propagandisten eingekauft. Burson-Marsteller übernahm im Vorfeld der PR Kampagne das Berner Büro des Schweizer Nuklearforums. Burson Marsteller wirbt für Geld für (fast) alles.

Es gibt keine Klimaveränderung
war eine der vielen Werbeaussagen von Burson Marsteller. Um das Jahr 1990 lancierte das weltweit agierende PR Unternehmen eine massive und erfolgreiche Anti – Klimaschutzkampagne im Auftrag von verschiedenen US-Ölfirmen und US – Autoherstellern. Es ging darum aus wirtschaftlichen Interessen die Gefahren der Klimaerwärmung herunterzuspielen.

„Wegen der Klimaveränderung brauchen wir unbedingt mehr Atomkraftwerke“
ist erstaunlicherweise jetzt die gegensätzliche, neue Werbebotschaft der Atomindustrie für die Burson Marsteller nun arbeitet. „Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing“ und diese Lieder klingen doch recht unterschiedlich. Jetzt arbeitet Burson-Marsteller für die großen Schweizer Atomkonzerne und singt laut, misstönend und für viel Geld das hohe Lied des Klimaschutzes und der „klimafreundlichen“ Atomenergie. „Die geschickte Werbebotschaft der AKW-Betreiber soll Akzeptanz für alte und neue AKW schaffen - ein spannendes Exempel für organisierte Desinformation. Wie in der Klimalügenkampagne wird wieder mit Halbwahrheiten gearbeitet und der Erfolg in den Medien ist erneut beträchtlich.

Der Bau neuer AKW kommt uns wesentlich teurer
als das Energiesparen oder die Errichtung moderner Gaskraftwerke. Umweltforscher haben berechnet, dass sich durch Investitionen im Bereich Energieeinsparung mehr als die doppelte Menge an Kohlendioxid vermeiden lässt als bei vergleichbaren Investitionen in den Bau neuer AKW. Atomenergie soll angeblich der Schlüssel zum Klimaschutz sein, da sie kein Kohlendioxid (CO2) emittiert. Dies ist nur auf den ersten Blick richtig. Auch Atomenergie ist nicht CO2-frei zu haben!AKW/KKW Fessenheim, Atomkraftwerk/Kernkraftwerk (EDF, EnBW) Denn der Betrieb von Uranerzminen und Urananreicherungsanlagen, der Transport von Atommüll und nicht zuletzt der Bau und Abriss von Atomkraftwerken verursachen CO2-Emissionen. Das Freiburger Öko-Institut hat eine interessante Bilanz erstellt: Die CO2-Emissionen eines AKW betragen etwa 25-50 Gramm/Kilowattstunde.
Stromsparmaßnahmen und regenerative Energien "emittieren" nur 0-20 Gramm/Kilowattstunde. Die Atomkraft zieht also eindeutig den Kürzeren! Mit falschen Argumenten nutzen AKW-Befürworter die berechtigte Sorge der Bevölkerung vor dem Klimawandel, um mehr Akzeptanz für die atomare Technologie zu schaffen. Nur der Dreiklang aus erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung kann den Klimawandel stoppen. Aus Techinikoptimisten und Förderern in Sachen Atomtechnologie werden Technikpessimisten und Verhinderer, wenn es um Sonnenenergie und Windkraftwerke geht.
Die ökologische Ärzteinitiative IPPNW hat berechnet, dass bis zum Jahr 2050 1000 neue AKW gebaut werden müssten (bisher gibt es weltweit 442), um 10 % der fossilen Energie zu ersetzen. Die endlichen Uranreserven wären dann in Kürze erschöpft.

Gerade die Energieversorgungsunternehmen,
denen die Umweltbewegung vor Jahren mit Demonstrationen und Aktionen die Rauchgasentschwefelungs- und Entstickungsanlagen aufprügeln mussten, versuchen heute, die Atomenergie als Rettungsmaßnahme gegen die Klimakatastrohe darzustellen.

Doch eine Vielzahl von Experten widerlegt die falschen Thesen der Atomwirtschaft.

Atomenergie soll angeblich der Schlüssel zum Klimaschutz sein, da sie kein Kohlendioxid (CO2) emittiert. Dies ist nur auf den ersten Blick richtig. Auch Atomenergie ist nicht CO2-frei zu haben! Denn der Betrieb von Uranerzminen und Urananreicherungsanlagen, der Transport von Atommüll und nicht zuletzt der Bau und Abriss von Atomkraftwerken (AKW) verursachen CO2-Emissionen.

Das Freiburger Öko-Institut
hat eine interessante Bilanz erstellt: Die CO2-Emissionen eines AKW betragen etwa 25-50 Gramm/Kilowattstunde.

Stromsparmaßnahmen und Regenerative Energien "emittieren" nur 0-20 Gramm/Kilowattstunde. Die Atomkraft zieht also eindeutig den Kürzeren! Mit falschen Argumenten nutzen AKW-Befürworter die berechtigte Sorge der Bevölkerung vor dem Klimawandel, um mehr Akzeptanz für die atomare Technologie zu schaffen. Nur der Dreiklang aus erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung kann den Klimawandel stoppen“.

Krypton 85,
welches im Atomkraftwerk entsteht und spätestens bei der Wiederaufarbeitung oder Konditionierung von Atommüll frei wird, findet bei aktuellen Klimadebatten keine Beachtung. Die Konzentration von Krypton 85 in der Erdatmosphäre hat in den letzten Jahren durch die Atomspaltung stark zugenommen, und war noch nie so hoch wie heute. Das kaum beachtete Krypton 85 wirkt sich intensiv auf das Klima aus, spielt jedoch bei aktuellen Debatten keine Rolle.

Die Fachautorin Helga Linsler schreibt über Krypton 85: "Das radioaktive Edelgas Krypton 85, ein Produkt der Kernspaltung, ionisiert die Luft unter allen radioaktiven Stoffen am intensivsten. Einmal freigesetzt, bleibt Krypton 85 so lange in der Atmosphäre, bis es innerhalb eines Zeitraumes von 110 Jahren auf 1 Promille zerfällt. Es löst sich in den Meeren nur gering, etwa 15mal weniger als CO2 ." (http://www.sofortiger-atomausstieg.info/krypton85.htm Stand 20.03.04)

Die Bundesregierung veröffentlichte 2005 im Internet die folgenden Informationen:

„Nach einer aktuellen Aufstellung der Internationalen Atomenergie Agentur IAEA sind mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Start der kommerziellen Atomstromproduktion weltweit 442 Atomkraftwerksblöcke in Betrieb. Um den globalen CO2-Ausstoß erheblich zu verringern, müssten jedoch in Industrie- wie Entwicklungsländern mehrere tausend Reaktoren neu gebaut werden. Ein solches Ausbauprogramm ist nicht nur ökonomisch, finanziell und wegen der mangelnden Akzeptanz der Risikotechnologie ausgeschlossen, sondern auch, weil die Produktions- und Personalkapazitäten der Reaktorbauer in den vergangenen Jahren immer weiter abgebaut wurden. Die Internationale Energie Agentur IEA (eine Organisation der OECD) erwartet im Gegenteil, dass sich der Kernenergieanteil an der globalen Energieproduktion von heute acht auf fünf Prozent im Jahr 2030 verringert. Kernkraft als Mittel gegen den Klimakollaps ist eine von interessierter Seite genährte Illusion.

Selbst wenn ab sofort weltweit alle verfügbaren Mittel in den Ausbau der Atomenergie gelenkt würden, wäre der Effekt auf den globalen Treibhausgas-Ausstoß marginal. Gleichzeitig würden neue Probleme von gewaltiger Dimension geschaffen. So würden die begrenzten weltweiten Uran-Vorräte schon nach wenigen Jahrzehnten versiegen, mit allen damit verbundenen Sicherheitsrisiken, neue technische Katastrophenherde in großer Zahl über den Globus verteilt, in Entwicklungsländern und Krisenregionen neue Ziele für kriegerische Übergriffe geschaffen, alle Bemühungen zur Eindämmung der Weiterverbreitung von Atomwaffen konterkariert, Terroristen ein ungeheures Erpressungspotenzial auch in schlecht geschützten Regionen der Erde vorfinden, die bis heute ungelösten Probleme der Atommüll-Entsorgung sich vervielfachen, gewaltige Finanzmittel zur Armutsbekämpfung in den Krisenregionen der Welt beim Ausbau der atomaren Infrastruktur gebunden.

Vor diesem Hintergrund wird auch das Argument, man müsse alle Technologien nutzen, um die globale Erwärmung einzudämmen, fragwürdig. Viel erfolgversprechender und kostengünstiger ist es, Energie in allen erdenklichen Formen effizienter umzuwandeln und zu nutzen, wie die Bundesregierung es im Rahmen ihrer Energiewende eingeleitet hat.“ (Zitatende)


Ablenkungsmanöver der Kohle- und Atomkonzerne
EnBW, E.ON, RWE, Vattenfall und andere Energieversorgungsunternehmen haben für die nächsten Jahre Kraftwerksneubauten mit insgesamt 40.000 Megawatt Leistung angekündigt. In 22 neuen Kraftwerken soll dabei Braunkohle oder Steinkohle verbrannt werden. Von dieser Klimasünde und Klimaschuld lässt sich mit der Atomdebatte trefflich ablenken. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien. Wenn überhaupt noch fossile Energieträger zur Stromerzeugung genutzt werden, dann darf das nur in effizienten kleinen und mittleren Blockheizkraftwerken geschehen, wo Strom und Wärme genutzt werden können. Doch die atomar-fossilen Dinosaurier in den Energiekonzernen und ihre Vertreter in der Politik denken immer noch in zerstörerischen Kategorien des letzten Jahrhunderts.

Mit neuen elektrischen Heizungen wird der Strombedarf gezielt in die Höhe getrieben
„Mit neuen Atom- und Kohlekraftkraftwerken decken wir nur den wachsenden Bedarf“ sagen die Energieversorgungsunternehmen. Gleichzeitig läuft eine bundesweite Werbekampagne für elektrische Direktheizungen und Nachtspeicheröfen.
Für diese teuere, umweltschädliche, für die Konzerne aber gewinnbringende Form der elektrischen Energieverschwendung wird zur Zeit massiv geworben. So wird gezielt Energie verschwendet und „Bedarf“ für neue Kraftwerke geschaffen, während öffentlich über Energiesparlampen diskutiert wird.

Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer
sind Atomanlagen und Klimaveränderung gleichermaßen bedrohlich. Nur eine wirklich nachhaltige Entwicklung kann die Energieprobleme der Welt lösen. Das Wachstum im Bereich der Alternativen Energien gehört zu den wenigen hoffnungsvollen Zeichen der Zeit. Von 1995 bis 2005 haben sich die Preise für atomar-fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für erneuerbare Energien halbiert haben. Windstrom ist global die am schnellsten expandierende Energienutzung. In der EU gingen im Jahr 2005 alle zwei Monate 1000 MW neue Windenergie ans Netz. In Kilowatt (Leistung) entspricht dies einem neuen AKW Gösgen (CH), in Kilowattstunden (Produktion) wird damit ein Atomreaktor der Größe Beznau (CH) ersetzt - und dies alle 60 Tage. Und genau dieses positive Wachstum der zukunftsfähigen Energien wird von den Anhängern der atomar-fossilen Energiegewinnung massiv bekämpft. Gegen die weltweite Klimaveränderung kann angegangen werden. Wir brauchen effizientere Kraftwerke, dezentrale Stromerzeugung, die Transportverluste reduziert, sparsamere Haushalts- und Kommunikationstechnik, Kraft-Wärme-Kopplung, sparsamere Fahrzeuge, effizientere Elektromotoren, Niedrigenergiehäuser, zukunftsorientierte Techniken wie die stationäre und mobile Brennstoffzelle, den verstärkten Einsatz von Erdgas als Brücke zum solaren Wasserstoffzeitalter und angepasste Energietechnologien.

Den zerstörerischen Traum
von dauerhaftem, unbegrenzten Wachstum im begrenzten System Erde können allerdings auch die Alternativenergien nicht erfüllen. Wer das amerikanische Wachstumsmodell mit Energie- und Rohstoffverschwendung auf den Rest der Welt übertragen will, der fährt diesen Planeten mit Atomkraftwerken und Klimaveränderung gegen die Wand.
Darum ist es nötig gegen Kohle- und Atomkraftwerke anzugehen und eine tatsächlich nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung einzuleiten.

Axel Mayer



















Dieser Artikel wurde 2652 mal gelesen und am 3.3.2008 zuletzt geändert.
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