Asse & Stocamine - Atommüll & Giftmüll - Über die Gefährdung der Zukunft
31.07.2008
Stocamine & Asse
Was haben das so genannte Forschungsbergwerk Asse in Niedersachsen und das ehemalige Kalibergwerk Stocamine im Elsass gemeinsam?
In beiden Bergwerken sollten die giftigsten Gifte der Menschheit für Jahrhunderttausende sicher verwahrt werden. In Asse sollte Atommüll, in der Stocamine Industriemüll sicher „entsorgt“ werden, wie uns im schönsten Neusprech verkündet worden war.
Sowohl in Asse als auch bei der Stocamine hatten UmweltschützerInnen viele Jahre ihre Bedenken vorgetragen (Bedenkenträger/Neusprech) in beiden Fällen war auf die Umweltverbände nicht gehört worden.
Der Deponieleiter der Stocamine hatte vor Inbetriebnahme der Giftmülldeponie noch lautstark verkündet, in die sicherste und beste Deponie Frankreichs zwar hoch giftiges aber absolut unbrennbares Material dauerhaft sicher einzulagern.
In der Asse sollte nur „leicht- und mittelradioaktiver“ Atommüll trocken eingelagert werden. In den Broschüren der Atomlobby stand: „Um ganz sicher zu gehen, wurden zur Endlagerung auch nur solche Salzgebirge in Betracht gezogen, von denen man weiß, dass über die sie mit der Erdoberfläche verbindenden Schächte keinerlei Wassereinbruch zu befürchten ist.“
Die gefährlichsten Gifte des Industrie- und Atomzeitalters waren also im Elsass und in Niedersachsen in sicheren Händen und für hunderttausende von Jahren sicher „entsorgt“.
Doch Stocamine und Asse haben noch mehr Gemeinsamkeiten:
Im September 2002 bemerkten Bergleute der neben Stocamine liegenden Kaligrube giftigen Rauch, einige Bergarbeiter trugen gesundheitliche Schäden davon. Sie verließen das Bergwerk, das dann auch für immer geschlossen werden musste, denn das "Unmögliche" war eingetreten. Der laut Werksleitung "absolut nicht brennbare Giftmüll" brannte über Wochen. Der BUND schenkte der Stocamine daraufhin in einer symbolischen Aktion einen Rauchmelder, denn solche Sicherheitsvorkehrungen waren in der größten Giftmüllgrube Frankreichs nicht vorgesehen. Die Giftmülldeponie musste geschlossen werden. Die Verantwortlichen bekamen lächerliche Strafen gegen die sie in Berufung gegangen sind.
Im „vor Wassereinbruch absolut geschützten Versuchsbergwerk“ Asse, 750 Meter unter der Erde, gibt es Wassereinbrüche und eine kleiner radioaktiver Tümpel, den es eigentlich gar nicht geben dürfte. Das Wasser ist nicht nur mit Salz gesättigt, sondern auch mit radioaktivem Caesium. Jetzt gibt es ernst zunehmende Hinweise, dass in das nur für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zugelassene Atommülllager auch hochradioaktiver Kernbrennstoff eingelagert sein könnte.
Asse und Stocamine sind zwei Beispiele die zeigen wie unverantwortlich mit den giftigsten Giften des Industriezeitalters umgegangen und wie Zukunft gefährdet wird. Mit Sorgen schauen wir auf die aufflammende, von reinen Gewinninteressen geleitete Atomdebatte und auf die höchst umstrittenen geplanten Atommülllager in Gorleben, Bure und Benken, wo es wieder einmal heißt, dass „nach übereinstimmender Ansicht der Experten, langfristig alles absolut sicher sein wird“. Was stets fehlt ist der Zusatz: „Alle Angaben ohne Gewähr“.
Mehr Informationen über Stocamine finden Sie mit Hilfe der Suchfunktion auf der BUND Homepage
Dieser Artikel wurde 321 mal gelesen und am 1.8.2008 zuletzt geändert.
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