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Biodiversität, Artenvielfalt und Naturschutz am Oberrhein: Große Gefährdungen & kleine Chancen

28.06.2013

Biodiversität, Artenvielfalt und Naturschutz am Oberrhein: Große Gefährdungen & kleine Chancen











Es ist es mehr als erfreulich,
dass sich Medien und Öffentlichkeit verstärkt mit Themen wie dem bedrohten Blauflossenthunfisch, dem gefährdeten Great Barrier Reef und der Abholzung des Dschungels in Amazonien beschäftigen. Der Verlust der Lebensräume und der Klimawandel gefährdet beispielsweise das Überleben von Schmetterlingen, Käfern und Libellen in Europa. Das zeigt die neuesten von der EU-Kommission in Auftrag gegebene europäische Roten Liste. Demnach sind u.a. knapp zehn Prozent der Schmetterlinge, 14 Prozent der Libellen und elf Prozent der in verrottendem Holz lebenden Käferarten in Europa vom Aussterben bedroht. Einigen Arten droht sogar das weltweite Aussterben.

Im Jahr 2013 sind global 41 Prozent der Amphibien vom Aussterben bedroht sowie 33 Prozent der Korallen, 25 Prozent der Säugetiere, 13 Prozent der Vögel und 30 Prozent der Pflanzenarten. Und die Rote Liste wird ständig länger. 795 Arten sind nach IUCN-Zählung bereits verloren, weitere 63 leben nur noch in Zoos und Botanischen Gärten. Quelle: TAZ


Doch die Artenvielfalt ist nicht nur in Europa und in weit entfernten, exotischen Ländern bedroht sondern auch hier vor unserer Haustür, am Oberrhein, in Südbaden und im Elsass. Darum wollen wir Ihre Aufmerksamkeit auch auf bedrohte Feldlerchen und Rebhühner, auf den vom Aussterben bedrohten großen Brachvogel und den Kiebitz lenken, auf die Verrummelung der Natur am Feldberg und im Taubergießen und auf die Gefährdung der Naturschutzaspekte des Integrierten Rheinprogramms durch gut organisierte Lobbygruppen. Raubbau an Natur und Umwelt war und ist immer auch ein Thema in der so genannten „Ökoregion“ am Südlichen Oberrhein.

Der Schwarzwald mit seinen Vorbergen,


die Vogesen, der Kaiserstuhl, die Rheinauen und das elsässische Ried: Manche Gebiete am Oberrhein gehören zu den schönsten und wertvollsten Naturlandschaften Europas, mit einer faszinierenden und reichhaltigen Flora und Fauna.
Aber auch hier hat die biologische Vielfalt, das Thema Biodiversität, unsere Aufmerksamkeit bitter nötig: In Deutschland sind von etwa 16.000 auf ihre Gefährdung untersuchten Tierarten über ein Drittel und von rund 14.000 Pflanzen- und Pilzarten über ein Viertel bedroht. Mehr als zwei Drittel ihrer Lebensräume wie Moore, Auen, Wiesen und naturnahe Wälder sind durch Zersiedelung und intensive Land- und Forstwirtschaft gefährdet. Jede Art kann innerhalb der Ökosystemfunktionen eine wichtige Rolle einnehmen und viele Arten hängen in ihrer Existenz voneinander ab.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz
am Südlichen Oberrhein möchte mit seiner Arbeit, mit diesem Text im Internet und einem kleinen Infoblatt auf Bedrohungen und Chancen für die Artenvielfalt in der Region aufmerksam machen.

Die letzten Jahrzehnte
waren keine gute Zeit für die Artenvielfalt am Oberrhein. Die größten Landschaftszerstörungen gab und gibt es insbesondere in der Rheinebene. Die Naturflächen wurden kleiner und zerstückelt, Flächenverbrauch, Zersiedelung und Verscheußlichung der Landschaft haben massiv zugenommen und gehen fast ungebremst weiter. Dazu kommen immer neue Straßen und auch die geplante neue Bahntrasse wird massive Naturverluste bringen, die auch durch „Ausgleichsmaßnahmen“ nicht kompensiert werden können. Während an anderen Stellen der Republik die Bevölkerung bereits abnimmt, hält der Flächenverbrauch in der Region zwischen Schwarzwald und Vogesen an. Durch die geplante Metropolregion Oberrhein könnten sich die Probleme noch verstärken. Gerade auch im Elsass sehen wir Umweltschützer mit Sorge die Pläne, die bestehenden umweltbelastenden Schwerindustriezonen entlang des Rheins erheblich auszudehnen.


Die Tendenz zur industriellen Landwirtschaft
führt in Südbaden zu einer zunehmenden, großflächigen Maismonokultur. Wo früher eine artenreiche Acker-, Wiesen- und Streuobstlandschaft war, steht heute fast überall giftgeduschter Mais.
Die in der Landwirtschaft eingesetzten Spritzmittel sind ein Grund für den massiven Rückgang der Artenvielfalt auf Ackerböden und deren Umgebung.

Feldlerchen und Rebhühner, einst häufige Arten in der Agrarlandschaft, sind in vielen Gebieten der Rheinebene bereits verschwunden. Der große Brachvogel und der Kiebitz stehen hier vor dem Aussterben und die Bestände des Feldhasen gehen drastisch zurück.

Besserung ist nicht in Sicht, die monotone Maissteppe und intensive Sonderkulturen dringen immer weiter in die Täler des Schwarzwalds und des Kaiserstuhls vor.

Alles hängt zusammen.
Verschwindet beispielsweise eine Pflanze aus einem Ökosystem, dann kann das eine ganze Lawine des Artensterbens auslösen, berichtet ein internationales Forscherteam in der Zeitschrift "Nature". In einem umfangreichen Versuch, dem achtjährigen "Jena-Experiment", nahmen die Forscher das Ökosystem Wiese unter die Lupe. "Erstmals konnte gezeigt werden, dass auf den Verlust einer Pflanzenart schneeballartig andere Arten verschwinden, was am Ende das gesamte Ökosystem destabilisieren kann", berichtete Studienautor Christoph Scherber.

Einige ausgewählte Problemfelder in Sachen Naturschutz am Oberrhein und im Schwarzwald


  • Wiesen und Weiden
    Die beginnende weltweite Energiekrise und der damit verbundene Energiehunger beeinflusst auch die Wiesen und Weiden am Oberrhein. In der Rheinebene werden immer mehr Wiesen umgebrochen und durch eine Maiswüste für Energiemais ersetzt. Im Schwarzwald werden immer mehr Wiesen totgedüngt um möglichst viel Gras für die Biogasanlagen zu erzeugen. Dieser Zerstörungsprozess bedroht alle Arten die lebendige Wiesen brauchen.

  • Nationalpark Nordschwarzwald
    Es ist beeindruckend wie geschickt die ökonomischen Interessen der Natinalparkgegner (Holzindustrie, FDP...) mit einem "grünen Mäntelchen" bedeckt werden, wie mit vorgeschobenen, falschen "Naturschutzargumenten" gegen Natur und gegen einen Nationalpark Nordschwarzwald argumentiert wird. Ängste werden gezielt geschürt und dann gibt es noch die weit verbreitete Angst vor "Unordnung im Wald". Nationalparkgegner gibt es nicht nur in den Wäldern Amazoniens und in Afrika... Der "umstrittene" Nationalpark Nordschwarzwald soll eine Mindestfläche von ca. 10.000 Hektar (100 Quadratkilometer) umfassen. Der tägliche Flächenverbrauch in Deutschland liegt bei ca. 100 Hektar am Tag. Der Park hätte also die Fläche die in Deutschland in hundert Tagen bebaut, zersiedelt, entwertet und zerstört wird...

  • Amphibien
    Das globale Amphibiensterben hat auch den Oberrhein erreicht. Die Bestandszahlen einheimischer Amphibien sind rückläufig.

  • Rheinauewälder
    Von den ursprünglich vorhandenen Auewäldern am Oberrhein sind nur noch ca. 2% in naturnahem Zustand übrig geblieben. Hier hat über zwei Jahrhunderte hinweg ein Zivilisations- und Zerstörungsprozess stattgefunden, wie wir ihn im Moment in den Wäldern Amazoniens beobachten. Das Integrierte Rheinprogramm IRP könnte Fortschritte bringen, doch gerade die ökologischen Aspekte des IRP werden aktuell von örtlichen Bürgerinitiativen und den Paten der Kieswirtschaft in der Politik massiv in Frage gestellt.

  • Elz, Dreisam, Glotter, Kinzig, Rench, Kinzig, Schutter...
    In der Vergangenheit wurden die meisten Mittel- und Unterläufe unserer Bäche und Flüsse zu geradegestreckten, kanalisierten, naturfernen Kanälen umgebaut. Die landschaftsprägenden Gewässer unserer Heimat könnten durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Dammrückverlegungen, ökologisch aufgewertet, renaturiert und zu grünen Bändern werden, die Rheinauen und Schwarzwald natürlich verbinden. Dort wo an wenigen Stellen renaturiert wird, erleben wir extrem teure Ingenieurbiologie und nicht die notwendigen Dammrückverlegungen, die politisch schwerer durchsetzbar sind.

  • Gefährdetes Naturschutzgebiet Taubergießen
    Der Oberrheinausbau von 1960–1970 hat das Naturschutzgebiet leider stark verändert und die Hauptwassermenge wurde zur Stromgewinnung über einen Seitenkanal mit Staustufe abgeführt. Abgetrennt vom Rhein und vom Leopoldskanal lag der Taubergießen jahrzehntelang abgesperrt von der dynamischen Kraft von Hochwassern. "Sanfte" Überflutungen des Auewaldes traten danach manchmal nur einmal jährlich auf und die geländeverändernde Dynamik früherer Zeiten fehlte. Dies führte zu einem Verlust an bedrohten Arten und dazu, dass Ablagerungen und Schlamm die Altrheinarme und Gießen füllte. Natur und Auen - das ist immer auch Veränderung und Dynamik. Aus diesem Grund wurden im Jahr 2010 Dämme an einigen Teilstücken von Leopoldskanal und Rhein tiefer gelegt. Doch Hochwasser bringt auch Schlamm und Zivilisationsmüll und gerade dies hat in der Vergangenheit zu gut organisierten, erregten Debatten geführt. Jede Plastiktüte im Wald nach einem Hochwasser löst einen Aufschrei der Empörung in den örtlichen Medien aus. Die Plastiktüte im Busch ist auch für Naturschützer unschön, sie ist aber tatsächlich für den Taubergießen noch das kleinste Problem.
    Info



Natürlich werden auch am Oberrhein neue Naturschutzgebiete ausgewiesen
Doch während diese unter öffentlichem Beifall eingeweiht werden, verschwinden gleichzeitig wesentlich größere Flächen unter Beton und Asphalt. Gerade auch am Oberrhein gilt: “Der Naturschutz arbeitet am kleinen Detail, die Naturzerstörer arbeiten am großen Ganzen”.


Die Vogelstimmen werden weniger, die
Klingeltöne der Handys nehmen zu




Größere Kartenansicht
Flächenverbrauch an der B3 zwischen Emmendingen & Denzlingen: Warum wurde kein platzsparender und kostengünstiger Kreisverkehr gebaut?

Es scheint weltweit ein Nivellierungsprinzip zu geben, nach dem die wertvollen, einzigartigen Landschaften so lange vermarktet werden, bis aus Schönheit Mittelmaß (oder weniger) wird.

Nur in wenigen Bereichen
gibt es positive Entwicklungen. Wir freuen uns über die Rückkehr der Lachse, über die Wildkatzen am Kaiserstuhl und über die Zunahme mancher Vogelarten. Das kompensiert aber nicht die großen Verluste.
Viel zu zaghaft werden Naturschutzgebiete ausgewiesen und kleine Teilstücke der kanalisierten Flüsse und Bäche renaturiert. Das Integrierte Rheinprogramm IRP zum Hochwasserschutz und ein Nationalpark Nordschwarzwald könnten ein Mehr an Natur und an ökologischen Fortschritten bringen, doch gerade hier nimmt der Druck auf die Naturschutzaspekte leider zu.

Von Robbenbabys und Kormoranen
Ein erstaunliches Phänomen ist die Liebe von Medien und Öffentlichkeit zu weit entfernten und exotischen Arten. Rettet die Wale, Delfine, Robbenbabys... Es ist schön und wichtig, dass sich Menschen mit diesen Problemen und Themen auseinandersetzen. Doch warum ist „die Liebe“ zu den erschlagenen Robben in Kanada größer als das Interesse an den erschossenen Kormoranen im „Naturschutz“gebiet vor der eigenen Haustür? Warum berichten lokale Medien öfter über den bedrohten Blauflossenthun und nicht über bedrohte Feldlerchen und Feldhasen? Warum wird eher für die Walrettung gespendet als für die AmphibienschützerInnen im eigenen Dorf?


Zunehmende Verrummelung
bedroht auch die letzten Naturschutzgebiete. Das abschreckendste Beispiel für die Verrummelung naturnaher Gebiete am Oberrhein ist der ehemals schönste Berg des Schwarzwaldes, der Feldberg. Der Erholungsdruck nimmt massiv zu und die Feldbergisierung des Schwarzwaldes schreitet voran. Oder besuchen Sie einmal an einem schönen Wochenende das Naturschutzgebiet Taubergießen oder den inneren Kaiserstuhl...

Ordnung & Sauberkeit contra „wilde“ Natur
Bei vielen großen Konfliktthemen im Naturschutz am Oberrhein und im Schwarzwald schimmert immer wieder eine deutsche Urangst hervor. Es ist die große Angst vor Veränderung und Unordnung. Das beginnt im Kleinen, beim sauber auf- und ausgeräumten Garten, in dem kein Vogel mehr einen Brutplatz findet. Es geht weiter mit der auf- und ausgeräumten Kulturlandschaft, wo Hochstammbäume und Hecken in der Maissteppe nichts mehr zu suchen haben. Doch auch die großen Konflikte um den Nationalpark Nordschwarzwald oder um die Ökologischen Flutungen beim Integrierten Rheinprogramm sind von solchen Ängsten geprägt. Ein Wald, der sich „ungeplant und nicht von Menschen gesteuert“ verändert, eine neu entstandene Kiesbank nach einem Hochwasser im Taubergießen... Solche Veränderungen oder gar „Wildnis“ lösen tiefsitzende Ängste aus.
Ein „aufgeräumter, sauberer“ Schwarzwald, eine zugemaiste Ebene und eine „Stadparkbächlelösung“ statt ökologischer Flutungen am Rhein sind dann die Ergebnisse solchen Denkens. Ein Spaziergang auf dem Hochwasserdamm der gradgestreckten Kanäle von Rhein, Elz, Dreisam und Kinzig wird zum Natur-Abenteuer verklärt.

Um die letzten und wertvollsten Gebiete und Arten zu erhalten
müssten eigentlich immer mehr "Rühr mich nicht an"- Schutzgebiete ausgewiesen werden. Es gibt ein unauflösbares Dilemma zwischen der Notwendigkeit die bedrohten Arten zu schützen und dem Wunsch Menschen an die Natur heranzuführen. Das Integrierte Rheinprogramm IRP zum Hochwasserschutz und der Nationalpark Nordschwarzwald könnten endlich ein wenig mehr Natur in unser auf- und ausgeräumtes Baden Württemberg bringen. Ein großes Problem bei zu wenigen naturnahen Gebieten ist die übertriebene Kommerzialisierung aller Lebensbereiche und damit auch des „Naturerlebens“. Der Profi-Paddeltourismus in den Rheinauen ist nur ein Beispiel für diese Entwicklung.

Noch finden sich am Oberrhein einzigartige und wertvolle Naturlandschaften, mit seltenen, manchmal stark gefährdeten Tieren und Pflanzen. Dass Wiedehopf, Storch, Smaragdeidechse und Küchenschelle am Oberrhein vorkommen, ist nicht zuletzt das Verdienst ehrenamtlichen Engagements und einer engagierten, politisch leider geschwächten Naturschutzverwaltung. Jahr für Jahr kommen tausende Menschen an den Kaiserstuhl, um den farbenprächtigen Bienenfresser, die Gottesanbeterin und seltene Orchideen zu bewundern.

Wir wollen aufzeigen,
dass Artenvielfalt und Schutz der Natur immer auch dem Menschen nutzt. Zersiedelung, Flächenverbrauch, Verlärmung, Monokulturen und Natur- und Umweltzerstörung bedeuten eben nicht nur Verlust von Artenvielfalt, sondern auch Verlust an Lebensqualität. Das Artensterben kann nicht losgelöst von unserer globalen Raubbauwirtschaft betrachtet werden. Der BUND will Vielfalt statt Einfalt und Biodiversität statt Monokultur.



Der Naturschutz muss
- nicht nur in Baden und im Elsass -
kreativer und kämpferischer werden!


Unser Dank geht an die Menschen, die sich im Naturschutz engagieren. An Naturschützerinnen und Naturschützer in Verbänden und Vereinen aber auch in den Naturschutzbehörden. An alle, die mit Sense, Spaten, Rechen, Ziege und Computer dazu beitragen, dass die Natur am Oberrhein auch für die Zukunft erhalten bleibt.


Text & Fotos: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer



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Drei wichtige Nachträge:



  • „Die wenigen erhalten gebliebenen, historischen Altstädte und die restlichen Naturschutzgebiete am Oberrhein verbindet eines: Sie sind zunehmend Inseln in einem Meer von Scheußlichkeit.“

  • Wo sind die vielen NaturschützerInnen & BiologInnen
    in den wichtigen, aktuellen Naturschutzkonflikten am Oberrhein? Es gibt am Oberrhein eine Vielzahl von Menschen mit einem großen Wissen und Sachverstand in Sachen Natur. Doch in den großen Konflikten um unsere bedrohte Restnatur, sei es beim Nationalpark Nordschwarzwald, beim IRP, bei den Themen Flächenverbrauch und Zersiedelung halten sie sich meist "vornehm" und schüchtern zurück und überlassen die öffentliche Debatte & Leserbriefe den gut organisierten Lobbyisten und dem Stammtisch. Manche Spezialisten sehen auch nur ihr "Lieblingsbiotop" und vergessen darüber den großen Zusammenhang. Nur gemeinsam können wir wir die aktuellen Zerstörungsprozesse bremsen!

  • Die Naturgefährdung am Oberrhein kann nicht losgelöst von unserer globalen Raubbauwirtschaft betrachtet werden
    Die Menschen der Umweltbewegung am Oberrhein (Südbaden, Elsass, Nordschweiz) haben viel erreicht. Luft und Wasser sind tatsächlich sauberer geworden. Das bedeutet aber nicht mehr und nicht weniger, als dass die weltweiten Zerstörungsprozesse hier in unserer Region ein wenig langsamer ablaufen als anderswo. "In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat." Quelle: Zukunftsfähiges Deutschland 2008. Gleichzeitig erzeugen wir Atommüll der eine Million Jahre sicher gelagert werden muss. Immer noch gehören auch wir am Oberrhein zu den, zumeist unzufrieden gehaltenen, 20% der Menschheit, die 80% der Energie und Rohstoffe verschwendet und die damit für den Großteil der weltweiten Umweltverschmutzung verantwortlich sind. Und die restlichen 80% der Welt (insbesondere China und Indien) sind gerade dabei unser zerstörerisches Modell einer Raubbauwirtschaft nachzuahmen. Zur Umweltzerstörung kommt im Zeitalter der Globalisierung ein zunehmend ungehemmter Konsumismus, eine Gefährdung der Demokratie, Ungerechtigkeit und Sozialabbau und eine verstärkte Innenweltverschmutzung. Hundertfünfzig Jahre Industrialisierung haben dazu geführt, dass die in vielen Millionen Jahren geschaffenen Energievorräte und die Rohstoffreserven der Welt zu Neige gehen und gleichzeitig haben wir u.a. mit Atommüll Gifte produziert, die über eine Million Jahre sicher gelagert werden müssen. Das menschengemachte Artensterben und der Klimawandel nehmen zu und eine Milliarde Menschen hungert. Die nachfolgenden Generationen werden unser Zeitalter eine Zeit des Raubbaus und der Barbarei nennen. Die Zukunftsaufgabe auch der regionalen Umweltbewegung wird es sein, aufzuzeigen, dass unbegrenztes Wachstum begrenzte Systeme zerstört. "Gut leben statt viel haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung einzuleiten.

Axel Mayer

hier gibt´s ein BUND-Infoblatt zum Thema "Bedrohte Vielfalt am Oberrhein"




Bedrohte Artenvielfalt: Anteile der Gefährdungskategorien der Schmetterlinge in Baden-Württemberg



Weitere Informationen finden Sie bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz.





Rote Listen der in Deutschland bedrohten Arten:






Natur & Naturschutz: Oberrhein, Baden, Südbaden, Breisgau, Elsass...




Naturschutz am Oberrhein / Baden / Kaiserstuhl






Dank


An dieser Stelle möchten wir uns bei Dr. Frank Baum aus Staufen für seine jahrzehntelange, kontinuierliche und wichtige Arbeit für Mensch, Natur und Umwelt am Oberrhein bedanken.





Die bedrohte Artenvielfalt am Oberrhein und in der Welt und ihre Ursache



Nationalpark Nordschwarzwald
Manchmal schau ich auf meine Plakat gewordene Idee, denke an die zunehmende Verscheußlichung meiner Heimat und bin unzufrieden. Der Text ist defensiv und schwach. Es müsste heißen: "Warum ein Nationalpark Nordschwarzwald eigentlich viel zu wenig ist..." Axel Mayer


Dieses Pro-Nationalpark Plakat im DIN A3 Format gibt´s ab sofort für 5 Cent in unserem Online Shop











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Dieser Artikel wurde 9484 mal gelesen und am 28.6.2014 zuletzt geändert.