Diese Seite ausdrucken

BUND Arbeitskreis: Naturschutz und Amphibienschutz im Kappler Kleintal bei Freiburg

BUND - Arbeitskreis Naturschutz


Praktischer Naturschutz in und um Freiburg / Amphibienschutz im Kleintal bei Kappel / Freiburg - WIR SUCHEN DRINGEND AKTIVE MITSTREITER/INNEN !!!



Mitmachen beim Naturschutz in Freiburg

Praktischer Naturschutz in und um Freiburg


Wie jedes Jahr beginnt Mitte Februar die Wanderung der Amphibien
zu ihren Laichgewässern. Bei diesen ebenso beschwerlichen wie auch gefährlichen Wanderungen müssen sie oft mehrere Straßen überqueren. Dabei werden viele der unter Naturschutz stehenden Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche überfahren.

Von den zur Zeit bekannten Amphibien stuft die “Rote Liste” mit 1808 nahezu ein Drittel aller Arten als bedroht ein. Mindestens 35 Arten gelten offiziell sogar als bereits ausgestorben. Als Ursachen für die hohe Gefährdung werden Chemikalien in der Umwelt (Pestizide, Schwermetalle, Stickstoffdünger) und die Zerstörung der Lebensräume genannt. Eine US-amerikanische Studie zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen hoher Amphibiensterblichkeit und dem weltweit meistverwendeten Unkrautvernichtungsmittel „RoundUp“ des Agrochemie-Konzerns „Monsanto“ auf.


Der Arbeitskreis Naturschutz des BUND-Regionalverbandes Südlicher Oberrhein
betreut eine der größten, noch einigermaßen intakten Amphibienpopulationen Südbadens.
Dazu werden von ehrenamtlichen HelferInnen im Kleintal in Kappel beiderseits der Straße Zäune aufgestellt, um die Hin- und Rückwanderung zu "bremsen". Vor einigen Jahren wurden rund 10.000 Amphibien gezählt. Dabei sind ungefähr 7000 Tiere auf der Hinwanderung und 3000 auf der Rückwanderung in Eimer gelegt und über die Straße getragen worden.

Rückblick auf das Amphibienjahr 2010
Die Amphibienwanderung im Jahr 2010 setzte durch niedrige Temperaturen und späten Schneefall vergleichsweise spät am 17. März ein. Während weniger Erdkröten als in 2008 und 2009 gezählt wurden, gab es Rekordzahlen für den Grasfrosch.
Die gezählten 1855 männlichen und 409 weiblichen Erdkröten auf der Hinwanderung liegen im unteren Bereich bisher dokumentierter Jahre. Schwankungen von Jahr zu Jahr sind natürlich bedingt, unter anderem durch Nahrungsangebot und Witterung. Auf eine Verschlechterung des Lebensraums im Kleintal deuten die Daten nicht hin. Der anspruchsvollere Grasfrosch lag mit 1229 gezählten Exemplaren, darunter hauptsächlich Pärchen, deutlich oberhalb der Funde früherer Jahre.
Deutlich an Größe eingebüßt hat die Population jedoch seit den 90er Jahren, als weit mehr als 5000 Tiere gezählt wurden. Gefährdet sind Kappler Amphibien auch durch Infektion mit dem aus Afrika eingeschleppten Chytrid-Pilz (Batrachochytrium dedrobatidis), der in Freiburg im letzten Jahr nachgewiesen wurde. Laut einer Studie am Berliner Naturkundemuseum scheint sich dieser Pilz besonders in waldreichen Biotopen auszubreiten.


Die Tiere kommen aus dem Wald östlich des Kleintalbachs
und ziehen zu den Teichen unmittelbar westlich dieses Baches. Hauptsächlich werden hier Erdkröten (Bufo bufo), aber auch Grasfrösche (Rana temporaria) und Bergmolche gefunden.
Selbst wenige Fahrzeuge reichen aus, an einem feuchten und relativ warmen Frühjahrsabend zu einem wahren „Schlachtfest“ auf der Straße zu führen. Jeden Abend müssen deshalb HelferInnen mit großen tragbaren Lampen an Ort und Stelle sein, um schnellstens die manchmal mit Tieren übersäte Straße freizumachen.

Die Amphibien fühlen sich kalt an,
sie sind wechselwarm. Außerdem haben sie eine sehr dünne, zerbrechlich wirkende Haut und wehren sich natürlich dagegen, in einen Eimer verfrachtet zu werden. Hier müssen alle mit dem rechten Fingerspitzengefühl zugreifen. Noch schwieriger ist das bei den sprungkräftigen und etwas glitschigen Grasfröschen.

An den Abenden
sind sehr unterschiedliche Zahlen von Tieren anzutreffen. Manchmal kommt es vor, dass keine Tiere gefunden werden, das liegt dann oft am kühlen Wetter. An anderen Abenden, dies sind meist die regnerischen warmen, sind wahre Ströme unterwegs.

Ehrenamtliches Engagement von BUND-Aktiven
hilft so den bedrohten Arten. Dazu kommt die umweltpolitische Arbeit des Bund für Umwelt und Naturschutz. Bewahrender Naturschutz und politisch engagierter Umweltschutz gehen so Hand in Hand. Die alljährlichen Aktivitäten zum Amphibienschutz im Kleintal in Kappel bei Freiburg zeigen einen Teil dieses Spektrums und der BUND-Arbeit auf.
Axel Mayer, BUND Geschäftsführer



Wo?
Kappler Kleintal (oberhalb Kappels)

Wann brauchen wir deine Hilfe?
Februar bis Ende April

Was ist zu tun?
  • Zaun auf- und abbauen
  • abends die Tiere aufsammeln und zum Teich bringen
  • weitere Helfer finden


Wie kannst du Kontakt aufnehmen?
z.B. einfach anrufen: Tel. 0761/30383
oder eine eMail schreiben: bund.freiburgbund.net
oder direkt in die Mailingliste eintragen (oberes Dreieck anklicken)




hier finden Sie viele Infos zu Naturschutzthemen am Oberrhein



Das Mustermotiv kann zur freien Verwendung hier heruntergeladen werden.


Richtig wichtig! Ihnen gefällt diese Seite? Legen Sie doch einen Link:
<a href="http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/bund-arbeitskreise.html">BUND Arbeitskreis: Naturschutz und Amphibienschutz im Kappler Kleintal bei Freiburg</a>

Weitersagen
Delicious Twitter Facebook StudiVZ

Dieser Artikel wurde 9739 mal gelesen und am 15.2.2013 zuletzt geändert.