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BUND Arbeitskreis: Naturschutz und Amphibienschutz im Kappler Kleintal bei Freiburg

BUND - Arbeitskreis Naturschutz


Praktischer Naturschutz in und um Freiburg / Amphibienschutz im Kleintal bei Kappel / Freiburg - WIR SUCHEN DRINGEND AKTIVE MITSTREITER/INNEN !!!



Mitmachen beim Naturschutz in Freiburg

Praktischer Naturschutz in und um Freiburg


Wie jedes Jahr beginnt Mitte Februar die Wanderung der Amphibien
zu ihren Laichgewässern. Bei diesen ebenso beschwerlichen wie auch gefährlichen Wanderungen müssen sie oft mehrere Straßen überqueren. Dabei werden viele der unter Naturschutz stehenden Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche überfahren.

Von den zur Zeit bekannten Amphibien stuft die “Rote Liste” mit 1808 nahezu ein Drittel aller Arten als bedroht ein. Mindestens 35 Arten gelten offiziell sogar als bereits ausgestorben. Als Ursachen für die hohe Gefährdung werden Chemikalien in der Umwelt (Pestizide, Schwermetalle, Stickstoffdünger) und die Zerstörung der Lebensräume genannt. Eine US-amerikanische Studie zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen hoher Amphibiensterblichkeit und dem weltweit meistverwendeten Unkrautvernichtungsmittel „RoundUp“ des Agrochemie-Konzerns „Monsanto“ auf.


Der Arbeitskreis Naturschutz des BUND-Regionalverbandes Südlicher Oberrhein
betreut eine der größten, noch einigermaßen intakten Amphibienpopulationen Südbadens.
Dazu werden von ehrenamtlichen HelferInnen im Kleintal in Kappel beiderseits der Straße Zäune aufgestellt, um die Hin- und Rückwanderung zu "bremsen". In den 1990er Jahren wurden noch rund 7.000 Amphibien (Erdkröten und Grasfrösche) auf der Hinwanderung gezählt. In den letzten 10 Jahren waren es jährlich zwischen 2000 und 4000 Amphibien, die sich auf den Weg zu ihrem Laichgewässer gemacht haben. Auf der Rückwanderung kommen noch einmal etwa 1000 bis 2000 Tiere hinzu, so dass insgesamt jedes Jahr 3000 bis 6000 Tiere über die Straße getragen werden.

Rückblick auf das Amphibienjahr 2013
Die „Amphibienzaun-Saison“ 2013 in Freiburg- Kappel war wie überall in Deutschland witterungsbedingt außergewöhnlich. Die etwa einen Monat andauernde, ungewöhnliche Kälteperiode zwischen Mitte März und Mitte April hat sich stark auf die Wanderaktivität der Amphibien ausgewirkt: Statt im März fand die Hauptwanderung der Erdkröten erst ab dem 9. April mit dem Einsetzen wärmerer Witterung statt. Nach langem Warten wanderten dann alle auf einmal und innerhalb von ca. einer Woche (explosionsartig) war die Hinwanderung der Erdkröten so gut wie beendet.
Die Zahlen der Erdkröten auf der Hinwanderung sind in diesem Jahr, trotz der sehr ungünstigen Witterung bis fast Mitte April, etwas höher als in der Saison 2012: 2474 Erdkröten gegenüber 2091 im Jahr 2012. Insgesamt schwanken die Zahlen aber recht stark, was durchaus in einem natürlichen Rahmen lag: 2011 wurden z.B. knapp über 3000 Kröten auf der Hinwanderung gezählt. Schwankungen von Jahr zu Jahr sind natürlich bedingt, unter anderem durch Nahrungsangebot und Witterung. Sie deuten nicht auf eine Verschlechterung des Lebensraums hin.
2013 wurden ca. 450 Grasfrösche auf der Wanderung gezählt. Auch hier ist ein Vergleich zu anderen Jahren schwierig, weil nicht immer alle der eher früh wandernden Frösche erfasst werden.
In diesem Jahr beteiligten sich insgesamt ca. 70 HelferInnen beim Zaunauf- und -abbau und beim Sammeln. Etliche waren das erste Mal dabei. An dieser Stelle allen ehrenamtlichen HelferInnen nochmal einen herzlichen Dank für ihr Engagement! Bis zum Frühjahr 2014 am Zaun…


Die Tiere kommen aus dem Wald östlich des Kleintalbachs
und ziehen zu den Teichen unmittelbar westlich dieses Baches. Hauptsächlich werden hier Erdkröten (Bufo bufo), aber auch Grasfrösche (Rana temporaria) und Bergmolche gefunden.
Selbst wenige Fahrzeuge reichen aus, an einem feuchten und relativ warmen Frühjahrsabend zu einem wahren „Schlachtfest“ auf der Straße zu führen. Jeden Abend müssen deshalb HelferInnen mit großen tragbaren Lampen an Ort und Stelle sein, um schnellstens die manchmal mit Tieren übersäte Straße freizumachen.

Die Amphibien fühlen sich kalt an,
sie sind wechselwarm. Außerdem haben sie eine sehr dünne, zerbrechlich wirkende Haut und wehren sich natürlich dagegen, in einen Eimer verfrachtet zu werden. Hier müssen alle mit dem rechten Fingerspitzengefühl zugreifen. Noch schwieriger ist das bei den sprungkräftigen und etwas glitschigen Grasfröschen.

An den Abenden
sind sehr unterschiedliche Zahlen von Tieren anzutreffen. Manchmal kommt es vor, dass keine Tiere gefunden werden, das liegt dann oft am kühlen Wetter. An anderen Abenden, dies sind meist die regnerischen warmen, sind wahre Ströme unterwegs.

Ehrenamtliches Engagement von BUND-Aktiven
hilft so den bedrohten Arten. Dazu kommt die umweltpolitische Arbeit des Bund für Umwelt und Naturschutz. Bewahrender Naturschutz und politisch engagierter Umweltschutz gehen so Hand in Hand. Die alljährlichen Aktivitäten zum Amphibienschutz im Kleintal in Kappel bei Freiburg zeigen einen Teil dieses Spektrums und der BUND-Arbeit auf.
Axel Mayer, BUND Geschäftsführer



Wo?
Kappler Kleintal (oberhalb Kappels)

Wann brauchen wir deine Hilfe?
Februar bis Ende April

Was ist zu tun?
  • Zaun auf- und abbauen
  • abends die Tiere aufsammeln und zum Teich bringen
  • weitere Helfer finden


Wie kannst du Kontakt aufnehmen?
z.B. einfach anrufen: Tel. 0761/30383
oder eine eMail schreiben: bund.freiburgbund.net
oder direkt in die Mailingliste eintragen (oberes Dreieck anklicken)




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Dieser Artikel wurde 11684 mal gelesen und am 25.11.2013 zuletzt geändert.