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BUND Ortsverband Freiburg


Zu den imposanten Weidbuchen am Schauinsland führte unsere Panoramawanderung am 22. September 2013.


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Themen - Projekte



"Wo baut Freiburg?" 11.10.2013


Schreiben des BUND-Ortsverbandes an die Gemeinderäte, den Oberbürgermeister sowie die Medien am 11.10.2013 zu "Wo in Freiburg bauen?"

Der BUND möchte zur Baupolitik in Freiburg Folgendes anmerken:
Die Landesregierung möchte zu Recht mit ihrer neuen Richtlinie, dass sehr sparsam mit dem Verbrauch von bislang unbebauter Fläche umgegangen wird. Täglich werden bislang ca. 90 ha in der BRD an bislang unbebauter Fläche versiegelt.
Der BUND unterstützt diesen Wunsch und möchte auf die verschiedenen lebenswichtigen Aspekte von unbebauten Gebieten hinweisen.

Bevor Wohnungen auf Flächen, welche bisher landwirtschaftlich genutzt werden oder bedeutende Naturräume darstellen, neu gebaut werden, sollte bedacht werden, dass auf diesen Flächen die Funktionen des Bodens unwiderruflich verloren gehen, die da sind:

1.Der Boden als Ausgleichskörper für den Wasserkreislauf: Das Regenwasser wird vom Boden aufgenommen und gelangt über die Bodenpassage ins Grundwasser und reinfiltriert in die Flüsse. Über die Verdunstung gelangt das Wasser dann wieder in die Atmosphäre und kann als Regen wieder versickern.
Alle versiegelten Flächen unterbinden die Grundwasserneubildungsrate.
2. Die natürliche Bodenfruchtbarkeit: Um die Kernstadt Freiburg befinden sich hochwertige und fruchtbare Böden, welche nach ihrer Bebauung nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden können. Zudem gibt es viele geschützte Gebiete um Freiburg (z.B. Mooswald, FFH-Gebiete hinter Ebnet und Naturschutzgebiete). Je näher die Stadt an diese Gebiete heranrückt, desto mehr sind diese Beeinträchtigungen unterworfen.
3. Der Boden als Filter und Puffer für Schadstoffe: Luftschadstoffe, die mit dem Regen ausgewaschen werden und nicht durch die Böden gefiltert oder zurückgehalten werden können, gelangen von den versiegelten Flächen über die Regenwasserkanäle direkt in die Flüsse und Bäche.
4. Die klimatische Funktion des Bodens, für die Kaltluftentstehung
5. Boden als Standort für naturnahe Vegetation
6. Boden als Archiv für die Natur- und Kulturgeschichte
Diese Flächen können nicht ersetzt werden. Für diese Flächen können keine Ausgleichsmaßnahmen geleistet werden, sondern nur Ersatzmaßnahmen, wie beispielsweise die Aufwertung von anderen Flächen oder Kalkungsmaßnahmen in Wäldern. Die Funktionen der Böden an den überbauten und versiegelten Standorten gehen jedoch verloren!
Ein übermäßiger Neubau von Wohnungen auch im Umland führt zusehends zu einer Zersiedelung und einem Flächenverbrauch, welcher vom BUND nicht unterstützt wird!

Bei der Freiburger Wohnungsbaupolitik sollte stets sorgfältig abgewogen werden, ob ein weiterer Flächenverbrauch notwendig ist und damit auf den bebauten Flächen unwiderruflich Böden mit all ihren wichtigen Funktionen verloren gehen.
Als 1. Priorität sollte der bestehende Wohnraum innerhalb der Stadt genutzt und leer stehende renovierungsbedürftige Gebäude oder Gewerbeflächen in Wohnungen umgewandelt werden. Brachflächen innerhalb der Stadt sollten vorrangig bebaut werden, bevor außerhalb gebaut wird.
Der BUND bittet alle Bürgerinnen und Bürger, ihre Wünsche zu Wohn- und Gewerbebau zu überdenken und diese an die Stadt weiterzugeben, ehe die Stadt Freiburg, bevor die Vorgabe der Landesregierung zum sparsamen Umgang mit Flächenverbrauch greift, mit Ausnahmeregelungen so viele Wohnungen wie möglich auf größeren unbebauten und schützenswerten Gebieten plant!
Wir Heutigen müssen auch an die Existenzgrundlagen unserer Kinder und Nachfahren denken!

Mit freundlichen Grüßen,
Muriel Sona; Birgit Frosch



Schreiben des BUND-Ortsverbandes vom 08.03.2013 an den Herrn Oberbürgermeister und die Gemeinderäte vor deren Workshop zu "Fläche - Dichte - Struktur" im Rahmen des "Handlungsprogramms Wohnen in Freiburg" zur künftigen Baupolitik.

Eckpunkte des BUND zur künftigen Baupolitik in Freiburg 08.03.2013


ALLGEMEINE ÜBERLEGUNGEN
Im Rahmen der Diskussion über Wohnungsnot und zu schaffendem Wohnraum in Freiburg geht die Stadtverwaltung in ihrer "kleinräumigen Bevölkerungsvorausberechnung" in der mittleren Prognosevariante von einem Wachstum von 7,3% bis zum Jahr 2026 aus.
Eine Bevölkerungsprognose ist aber keine verlässliche Vorhersage, sondern eine angenommene Entwicklung, die unter anderem auch von der Bautätigkeit erheblich beeinflusst wird.
Während die Stadt Freiburg in ihrer Bevölkerungsprognose mittleres Szenario) von einem Wachstum bis 2026 ausgeht und daraus einen ebenfalls in diesem Maße wachsenden Wohnraumbedarf ableitet, gibt es durchaus auch andere Fachmeinungen: So hält es das Pestel-Institut aus Hannover für möglich, dass es nach einem Anstieg ab 2015 bis 2030 zu einem Abfallen der Wohnraum-Nachfrage in Freiburg kommen könnte.
Planung sollte sich, so das Pestel-Institut, als Experiment sehen.
Flexibilität und Kreativität in der Planung ist wichtig.

Ganz sicher ist nur, dass die Älteren in Freiburg stark zunehmen werden.

Die zur Zeit angedachte Bebauung im Außenbereich mit ca. 7000WE führt zu einem Verbrauch an bislang landwirtschaftlich genutzter Fläche mit negativen ökologischen Folgen.
Deshalb sollte, um die Folgen zu minimieren, die Entwicklung von Bauflächen in Freiburg ständig mit den Prognosen der Bevölkerungsentwicklung abgeglichen werden.
Sollte sich die Planung eines neuen Stadtteils als nötig erweisen, so sollten nach Ansicht des BUND die folgenden Rahmenbedingungen beachtet werden.

GRUNDSÄTZE
Innenverdichtung muss vor Außenentwicklung gehen.
Es sollte wirklich so wenig Fläche neu bebaut werden wie möglich und auf Unvermeidbares beschränkt werden, wenn wir den Schutz unserer begrenzten Ressourcen und das Ziel, den Flächenverbrauch endlich zu stoppen, wirklich ernst nehmen.
Gleichzeitig muss die Erhaltung von Freiräumen auch im Inneren von Freiburg sorgfältig abgewogen werden.

Innenentwicklung darf nicht bedeuten, wahllos jeden Freiraum zu verbauen.

ANREGUNGEN
Gemeinschaftliche und flächensparende Wohnformen, v.a.Mehrgenerationenwohnen, sollten stärker gefördert werden. Es muss durch Beratung und Öffentlichkeitsarbeit stärker darauf hingearbeitet werden, dass Ältere ihre Wohnsituation rechtzeitig anpassen können (Umzug in eine kleinere Wohnung oder mit mehreren Personen zusammen). Auch die stetige Zunahme der Pro-Kopf-Wohnfläche ist kein Naturgesetz. Laut Pestel-Institut wird die Wohnfläche zumindest bei weiten Teilen der Bevölkerung aus finanziellen Gründen zurückgehen. Welche Anreize für sparsamen Umgang mit Wohnfläche gesetzt werden können, wäre auszuprobieren.

Der sozial-geförderte Wohnbau sollte ausgedehnt werden.
Dies macht aber nur Sinn, wenn die Mietpreis- und Sozialbindung nicht mehr wie bisher nach 10 -15 Jahren ausläuft. Viel wichtiger als der Neubau ist deshalb der Erhalt der Sozialbindung!
Wie die Initiative "Enkeltaugliches Wohnen in Freiburg" deutlich gemacht hat, gibt es viele Möglichkeiten, die steigenden Mietpreise in Freiburg zu bekämpfen - neue Stadtteile zu bauen und ansonsten auf den "freien Markt" zu vertrauen, wird das Problem nicht lösen!

Dezentrales altersgerechtes Wohnen sollte in allen Stadtteilen ermöglicht werden.

Ein Ökologischer Mietspiegel sollte wie in anderen Städten eingeführt werden.

Soziale, innovative ökologische und energetische Kriterien sollten grundsätzlich für die Abgabe von allen Grundstücken vorgegeben werden. Generelles Ziel sollte ein klimaneutrales Bauen sein.

Warum kann man nicht eine Kampagne zur Aufstockung von Wohngebäuden starten?

Neue Quartiere sollten grundsätzlich autoreduziert konzipiert werden. Das bedeutet nicht nur weniger Flächenverbrauch, sondern auch mehr Lebensqualität für die BewohnerInnen.

Der Carsharing-Aktionsplan der Stadt vom Dezember 2012 sollte schnellstmöglich umgesetzt werden, wobei insbesondere die Integration des Carsharing in Wohnbau-Projekte vorangetrieben werden sollte. (z.B. Carsharing-Mitgliedschaft im Mietpreis enthalten).
Der BUND erwartet auch, dass Möglichkeiten der Förderung des Auto-reduzierten Wohnens geprüft werden wie z.B. des Baus von Quartiersgaragen auch im Quartiersbestand.
Denn wenn das Auto etwas weiter weg von der Haustüre steht, werden andere Mobilitätsarten eher genutzt.
Damit einhergehend sollte die Parkraumbewirtschaftung ausgedehnt werden, um den MIV zu reduzieren.

Walther Moser
1.Vorsitzender


Neubau des SC-Stadions


Pressemitteilung der BUND-Ortsgruppe vom 20.12.2012

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Salomon!
Sehr geehrte Gemeinderäte!

Die BUND-Ortsgruppe Freiburg findet, dass die seit einigen Tagen im Internet einsehbare Studie zur Wirtschaftlichkeit eines Umbaus des SC-Stadions am alten Platz zu dürftig ist, um von BürgerInnen nachvollzogen werden zu können.
Die dortige Darstellung der Kosten und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung beschränkt sich auf eine sehr knappe tabellarische Übersicht von Kosten für 2 Bauvarianten.
Die Herleitung und Begründung der dort genannten Zahlen wäre nötig, damit das Projekt des Neubaus an anderem Ort den BürgerInnen einleuchtend sein könnte.

Der BUND kann nicht verstehen, dass vor einer Entscheidung des Gemeinderates am 11.12.2012 eine nachvollziehbare Darstellung der Studie von Ernst + Young der Öffentlichkeit nicht zugänglich war und dass vor der Entscheidung keine Informationsveranstaltung für die BürgerInnen stattgefunden hat. Auf einer solchen BürgerInnenversammlung hätte auch eingehend dargelegt und diskutiert werden können, ob die gewünschten 30-35000 ZuschauerInnen wirklich existentiell für einen zukunftsfähigen Betrieb nötig und für Freiburg realistisch sind.
Denn es handelt sich ja um ein Projekt, das von großem Interesse für die BürgerInnen ist.

Der BUND hatte sich vor Monaten aus Gründen des Ressourcenschutzes (insbesondere Verringerung des Flächenverbrauchs) für einen Umbau am alten Platz ausgesprochen. Davon sollte nicht ohne nachvollziehbare Begründung abgegangen werden.

Ich wünsche Ihnen allen entspannende und frohe Weihnachtstage sowie Kraft für die Umsetzung Ihrer Visionen für eine friedvollere und nachhaltigere Welt im neuen Jahr.

Walther Moser
1.Vorsitzender


Stellungnahme des BUND-Landesverbandes am 02.10.2012 an das Umweltschutzamt der Stadt Freiburg zur

Sanierung des ehemaligen Betriebsgeländes der Stolberger Zink AG in Freiburg


Sehr geehrte Damen und Herren ,

wir nehmen wie folgt Stellung und erheben Einwendungen zu dem oben genannten Verfahren im Namen und Auftrag des BUND Landesverband Baden-Württemberg e.V. und des BUND Ortsverbandes Freiburg:

Im Vorfeld möchten wir die guten und ausführlichen Unterlagen, die im Internet von der Stadt Freiburg zur Verfügung gestellt wurden, ausdrücklich loben.

1.Lagerung des Erdaushubes
Wir möchten darauf hinweisen, dass eine Lagerung des Erdaushubes in unmittelbarer Nähe zu dem dann entstehenden Baugebiet nicht die bestmögliche Lösung sein kann und darf. Wir schlagen daher eher eine Lagerung des Aushubes in einer Sondermülldeponie vor. Bei einer Verbringung in eine Sondermülldeponie werden weitere Gefahren für die Umwelt und Belastungen der Bevölkerung weitestgehend in der Zukunft ausgeschlossen, auch wenn dies kurzfristig mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen durch LKW verbunden ist.
Eine Verlagerung des Erdaushubes aus dem Gebiet A in das Gebiet B/C oder D sehen wir zwar als durchführbar, aber äußerst kritisch und weiterhin als Umweltbelastung für die Bevölkerung an. Eine weiterhin bestehende Umweltgefährdung ist schon damit gegeben, dass Oberflächenabdichtungen nicht dauerhaft dicht bleiben werden und nach Jahren/Jahrzehnten eine weitere Sanierung nötig wird.
Bei einer Lagerung auf Fläche B/C müssen 13.000 m² wertvoller Wald abgeholzt werden. In dem UVU-Gutachten Seite 19 wird darauf hingewiesen, wie wertvoll dieser Wald ist, er wird so charakterisiert: "Der Waldbestand auf Fläche B/C ist deutlich älter und weist zusätzlich forstliche Waldfunktionen auf (Bodenschutzwald aufgrund der Hanglage, Emissionsschutzwald, Klimaschutzwald,
Erholungswald Stufe 2). Die Wiederherstellung ist nur langfristig möglich. Die Fläche ist exponiert;
die Veränderung hat eine starke Beeinträchtigung des Landschaftsempfindens zur Folge."
Auch ist die Lärmschutzfunktion des Waldes aus unserer Sicht nicht zu vernachlässigen.
Ebenfalls halten wir eine dauerhafte Überwachung der "neuen Deponie" nicht für machbar. Somit wird über kurz oder lang wieder Sickerwasser in den Untergrund eindringen. Des Weiteren ist nicht geklärt, in wieweit Setzungen der Deponie die Dichtheit gefährdet oder verringert.
Ebenfalls bezweifeln wir eine dauerhafte Dichtigkeit bei natürlichem Samen-Anflug von tiefwurzelnden Bäumen und Pflanzen, die dann über Jahrzehnte immer wieder per Pflegemaßnahmen zu entfernen wären.
In Bezug auf Dichtigkeit der Oberflächenversiegelung teilen wir die Bedenken des GEOsens-Gutachten auf Seite 31 Punkt 3.2.2. Auch GEOsens bezeichnet die Abdichtung der Hanglagen "mit sehr hohem Aufwand", somit ist diese Art der Abdichtung sehr teuer und fast nicht machbar. "Insbesondere bei B1 scheidet sogar die Abdichtung wegen des steilen Reliefs aus, da dort eine Ausführung dieses Kombinationsdichtungssystem nur mit zusätzlichen Einrichtungen (z.B. Terrassierung mit Stützmauern) realisierbar wäre."
Hier stellt sich die Frage, wie stark und dauerhaft müssten die Stützmauern ausgerüstet sein, um eine Hangrutschung zu verhindern und/oder einen Durchbruch von belasteten Wässern zu verhindern.
Ebenso kritisch wie GEOsens auf S. 32 sehen wir die Dichtigkeit der Abdichtung an sich:
"Ein Kombinationsdichtungssystem ist auch bei einwandfreier baulicher Ausführung nicht ohne Inspektion und Instandhaltungsmaßnahmen dauerhaft dicht. Undichtigkeiten durch Durchwurzelung und Kleintierbauten sind im Laufe der Jahre zu erwarten. Auch ungleichmäßiges Setzungsverhalten kann zu Undichtigkeiten führen, so dass Instandhaltungsarbeiten eingeplant werden müssen. Die jährlichen Kosten für Werterhalt und Betrieb werden im lokalen Kontext auf ca. 5 % der Bausumme geschätzt."

2. Problembereich Wässer
Sämtliche Wässer (Oberflächenwasser und Drainagewasser) aus dem Gebiet (A, B/C, D) müssen dauerhaft, unabhängig von der Sanierung des Gebietes, aufgefangen und gereinigt werden. Sie müssten entweder über eine separate Abwasserleitung, vor Ort oder über ein Auffangbecken dann per LKW zur nächsten Kläranlage verbracht werden. Hier stellt sich die Frage, ob die Kläranlage für derartige Abwässer geeignet ist und wo dann die anfallenden Klärschlämme verbracht werden müssen.
Eine ungereinigte Einleitung der Wässer in Vorfluter ist für uns nicht akzeptabel.
Die Einleitung von stark Cadmiumhaltigen Wasser in die Brugga ist von Seiten des BUND nicht zu tolerieren. Selbst der vom Regierungspräsidium Freiburg akzeptierte Wert von 10 µg/l Cadmium ist in Bezug auf Fischgiftigkeit von Cadmium nicht nachvollziehbar., stattdessen sollte der Höchstwert bei 5 µg/l Cadmium liegen.
Den Bau einer Vertikaldränage zur Ableitung von belastetem Wasser in den Untergrund aus den "Quellen" Q2 und Q9 ohne vorherige Behandlung halten wir für wasserrechtlich nicht genehmigungsfähig! Es handelt sich ja hier nicht um natürliche Quellen, die eine geogene Belastung mit Schwermetallen aufweisen, sondern um Drainagewasser aus der Altlast. Im Rahmen der Verbindlicherklärung des Sanierungsplans ist dieses zu berücksichtigen und den Anforderungen an den Grundwasserschutz Rechnung zu tragen. Als Maßstab für die Anforderungen an die Einleitung von belastetem Deponiewasser in das Grundwasser sind die Geringfügigkeitsschwellen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) heranzuziehen.

3.LHKW-Belastung
Des Weiteren sind in dem Gebiet partielle LHKW-Belastungen vorhanden. Die Eintragsstelle ist laut Umweltamt Freiburg bekannt, liegt aber außerhalb des für verbindlich zu erklärenden Bereiches des Sanierungsplans. Diese LHKW-Belastungen sind entweder separat auszukoffern und einer Reinigung zuzuführen oder direkt vor Ort (wir bevorzugen diese Lösung) per Boden-Luft-Sanierung zu dekontaminieren.
Vor der Verbindlicherklärung des Sanierungsplans muss auch die Sanierung der Flächen mit LHKW-Kontaminierung rechtlich und finanziell abgesichert werden. Hierzu wäre es hilfreich, wenn die Untersuchungen mit den einzelnen Höchstbelastungen der verschiedenen betroffenen Gebiete öffentlich bekannt gegeben werden würden.
Wir schließen uns der Beurteilung von GEOsens an, dass eine Eingrenzung der LHKW-Belastung für das Gebiet vorzunehmen ist.
Weiterhin sollten die Auswirkungen/Beeinträchtigungen auf die verschiedenen Schutzgüter und eine Bewertung der Immissions- und Emissionssituation im Grundwasser beurteilt und durchgeführt werden.
Es sollte auch festgehalten werden, dass in die anzulegenden Teiche nur unbelastetes Wasser geleitet werden darf. Hierzu sind laufende Untersuchungen festzuschreiben.

4.Verbindlicherklärung
Die Regelung der Verbindlicherklärung dient dazu, sowohl der zuständigen Bodenschutzbehörde als auch dem Sanierungspflichtigen Sicherheit über den Umfang der durchzuführenden Maßnahmen und somit auch die Kosten zu geben. Für verbindlich erklärte Sanierungspläne sollen daher alle weiteren Entscheidungen und Genehmigungen (z. B. Baurecht, Wasserrecht) enthalten.

Kritikpunkte:
Tabelle 1, Seite 8 HPC3 führt zwar notwendige Genehmigungen auf, diese werden jedoch
im Rahmen des vorgelegten Sanierungsplans nicht ausreichend materiell beschrieben.
Einzelne Maßnahmen sind mit "ggf. wasserrechtliche Erlaubnis..." beschrieben. Solche
Formulierungen entsprechen nicht dem Bestimmtheitsgrad eines für verbindlich zu erklärenden Sanierungsplans. Das als Anlage 6 beigefügte Gutachten der ICP zur Oberflächenabdeckung der Ablagerungsflache B/C liegt nur im Entwurf vor.

Wir fordern daher, dass der für verbindlich zu erklärende Sanierungsplan aufgrund seiner konzentrierenden Wirkung alle notwendigen Genehmigungen enthält und diese von der zuständigen Behörde auch voll umfänglich offen gelegt werden. Diese betrifft insbesondere die wasserrechtlichen Genehmigungen mit den Anforderungen an die Einleitung in Oberflächengewässer und die Einleitungen in das Grundwasser. Insgesamt muss der Sanierungsplan für alle Bereiche einen Detaillierungsgrad entsprechend der Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) der HOAI aufweisen.
Wir fordern darüber hinaus, dass im Rahmen der Verbindlicherklärung der Verpflichtete eine
ausreichend hohe Sicherheitsleistung hinterlegt.
Weiter ist wichtig, dass die Überwachung der Sicherungsmaßnahmen dauerhaft erfolgt. Die Messungen zur Setzung enden laut Sanierungsplan nach 10 Jahren. Dieses ist entschieden abzulehnen.

5. Fazit
Grundsätzlich ist ein für verbindlich zu erklärender Sanierungsplan das richtige Rechtsinstrument. Im Detaillierungsgrad und Umfang der dargestellten Maßnahmen besteht jedoch noch Nachbesserungsbedarf.
Der BUND favorisiert die ordnungsgemäße Entsorgung der in A anfallenden Aushubmaterialien auf einer dafür zugelassenen externen Deponie. Sollte die Umlagerung der Materialien innerhalb der Altlast weiter verfolgt werden, ist in Hinblick auf Umweltverträglichkeit und Standsicherheit eine auf Grundlage eines Variantenvergleiches zu treffende Entscheidung transparent darzustellen. Auf der Grundlage der bisher eingesehenen Dokumente wird von Seien des BUND eine Umlagerung auf die Fläche B/C abgelehnt.
Nicht politische Querelen zwischen benachbarten Kommunen aufgrund von Gemeindegrenzen, sondern die aus fachlicher Sicht am besten geeignete Ablagerungsfläche ist zu wählen. Ist zwischen den beiden Kommunen kein Konsens herzustellen, muss das Regierungspräsidium Freiburg als obere Bodenschutzbehörde die Federführung übernehmen und das Verfahren durchführen.

6. Weitergehende Aufforderung
Wir möchten die Stadt Freiburg auffordern, mit Kirchzarten zusammen eine Sanierung des Gebietes D schnellstmöglich in Angriff zu nehmen und durchzuführen. Es wäre fatal, neben einem Neubaugebiet eine Altlast weiter bestehen zu lassen. Aus dieser Altlast sind Beeinträchtigungen der Gesundheit der Anwohner und besonders von Kinder zu befürchten.
Bitte halten Sie alle oben aufgeführten Einwender einzeln über den Fortgang des Verfahrens auf dem Laufenden.

Mit freundlichem Gruß
Werner Gottstein





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Dieser Artikel wurde 4497 mal gelesen und am 28.1.2014 zuletzt geändert.