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AKW Fessenheim: EDF spart auf Kosten der Sicherheit

13.01.2004
An die Medien am Oberrhein


Was geschieht, wenn im Jahr 1992 festgestellt wird, dass alle Autos der Marke die Sie fahren einen Fehler haben? Ein Fehler der im Ernstfall dazu führen könnte, dass die Bremsen versagen? Dann werden die Fahrzeuge vom Produzenten zurückgeholt, die defekten Teile ausgetauscht und wenn der Hersteller das nicht macht, dann schreiten Staat und TÜV ein, denn einzelne Menschenleben sind gefährdet.

Was geschah, als 1992 im schwedischen Atomkraftwerk Barsebäck festgestellt wurde, dass ein fehlerhaftes Sieb (nicht nur in Barsebäck) zu einem Verstopfen und Versagen der Notkühlung führen würde und dass dadurch hunderttausende von Menschenleben gefährdet sind?

In der Schweiz wurden die Fehler im Folgejahr behoben. In Frankreich, und nach Angaben des Umweltjournal auch in Deutschland, laufen die Atomkraftwerke mit den gleichen Problemen ohne funktionierende Sicherheitssysteme einfach weiter. Hier in der Region ist insbesondere das altersschwache französische AKW Fessenheim besonders bedroht. Wo bleiben Staat und Kontrollbehörden? Und was wurde bei den von heftigen Beruhigungs- und Mediengetöse begleiteten Fessenheimer "Großen 10 Jahresinspektionen" eigentlich geprüft, wenn solche Fehler, genau wie damals bei den Rissen im Reaktordeckel, nicht festgestellt werden?

Wenn Anne Laszlo, die Sprecherinn des AKW Fessenheim, jetzt in der Basler Zeitung betont: "Wir arbeiten ständig an Verbesserungen, auch bei unwahrscheinlichen Störfällen. Es gibt aber keinen dringenden Handlungsbedarf und keinen Grund, panikartig Veränderungen anzubringen. (...) Und schließlich geht es hier um keine Betriebsstörung, um etwas, was wir plötzlich festgestellt hätten" (Zitatende), dann ist das nach Ansicht von BUND Geschäftsführer Axel Mayer skandalös.

Seit 1992 ist der Fehler, der im Ernstfall das Leben hunderttausender Menschen bedroht, bekannt und trotzdem sieht die AKW Sprecherin im Jahr 2004 keinen dringenden Handlungsbedarf. EDF und mit ihr die EnBW sparen auf Kosten der Sicherheit und das Siebproblem ist nur eines von vielen anderen (Erdbebengefahr, Versprödung...). Menschenverachtend wäre es, wenn die Sicherheitsprobleme bewusst in Kauf genommen würden, um damit psychologisch geschickt, Akzeptanz für die "Neue Reaktorgeneration" des Euroreaktors EPR zu schaffen.

Und es ist natürlich schön, wenn die Schweizer AKW Betreiber tatsächlich so schnell reagiert haben. Das hindert die gleichen Schweizer Energiekonzerne aber nicht daran, weiterhin Strom aus dem maroden französischen AKW zu beziehen.

Der Frage, wie das Problem in Deutschland angegangen wurde und ob auch hier tatsächlich keine Lehren aus dem Barsebäck Störfall gezogen wurden, wird der BUND nachgehen.

Axel Mayer
Hier: Info zum Atomkraftwerk Fessenheim


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Dieser Artikel wurde 898 mal gelesen und am 16.5.2007 zuletzt geändert.