Elektroheizung & Nachtspeicherheizung - elektrisches Heizen ist teuer und umweltschädlich
28.03.2007
BUND Info: Elektroheizung Nachtspeicherofen: Gefahr für Umwelt und Geldbörse
(unten im Text finden Sie auch einen Beitrag zur aktuellen Debatte um das Verbot von Elektroheizungen)
In den letzten Tagen ging wieder einmal eine Postwurfsendung an alle Endinger Haushalte. Ein Firma wirbt für Elektroheizungen. Stichworte auf dem Prospekt sind u.a. „Umweltfreundlich, Höchste Sicherheit, Geringer Verbrauch“.
Dr. Henner Wenzel vom BUND Nördlicher Kaiserstuhl weist in diesem Zusammenhang auf eine Aussage der Stiftung Warentest hin:
„Elektroheizung: Nicht umweltschonend. Eine Stromheizung als wirtschaftlich und umweltschonend anzupreisen, stellt nach Auffassung des Bundes der Energieverbraucher eine Irreführung von Verbrauchern dar. Aus diesem Grund hat der Verbraucherverband einen bayerischen Hersteller abgemahnt. Der berichtigte daraufhin seine Werbebroschüren.“ Zitatende
Doch immer noch werben Firmen, wie jetzt wieder in Endingen und anderswo im Landkreis, für die „umweltfreundliche Elektroheizung mit geringem Verbrauch“.
„Immer noch fallen Kunden und Kundinnen auf diese, im Regelfall teure und unökologische Art des Heizens herein. Aus Umweltsicht problematisch ist bei Elektroheizungen und Nachtspeicheröfen insbesondere der schlechte Wirkungsgrad. Der nur scheinbar „saubere Strom aus der Steckdose“ kommt zumeist aus klimabelastenden Kohlekraftwerken und gefährlichen Atomkraftwerken. Dort wird mit einem zumeist sehr niederen Wirkungsgrad Strom erzeugt. Bei der Herstellung von Strom gehen zwei Drittel der eingesetzten Energie ungenutzt verloren. Die Belastung der Umwelt und des Klimas durch die Stromerzeugung sind ganz beträchtlich: Abgase (NO2, SO2, CO2), Atommüll, Unfallgefahr..., die Abwärme heizt Flüsse auf, wie das Beispiel Fessenheim zeigt“ sagt BUND Geschäftsführer Axel Mayer. Die nur scheinbar verlust- und schadstofffreie Elektroheizung in der eigenen Wohnung führt zu ganz erheblichen Umweltbelastungen bei der Stromerzeugung im Kraftwerk.
Insbesondere Elektroheizungen, die nicht mit Nachtstrom betrieben werden, sind als Dauerheizung sehr teuer. So ist die elektrische Direktheizung mit Abstand die teuerste aller Heizungsarten. Strom kostet stets deutlich mehr als die gleiche Energiemenge bei Gas, Öl oder Fernwärme. Nach Ansicht des BUND ist Strom ist eine viel zu wertvolle Energieform um sie für Heizzwecke zu verschwenden.
Etwa zwei Millionen Stromdirektheizungen in Deutschland verbrauchen jährlich etwa 20 Terawattstunden Strom, das sind 13 Prozent des Stromverbrauchs aller Haushalte, sagen die Energiefachleute von Verifox.
Für Elektroheizungen, Nachtspeicheröfen, elektrische Radiatoren und andere Formen der Energieverschwendung wird leider immer noch massiv geworben. Energieversorgungsunternehmen wie die EnBW versuchen so auf Kosten der Umwelt ihre Gewinne zu vergrößern und dauerhafte Abhängigkeiten aufzubauen. Elektroheizungen und Nachtspeicheröfen werden öffentlich viel zu wenig kritisiert, weil ein Großteil der Umweltbewegung fälschlicherweise denkt, diese Dinosauriertechnologie sei schon lange kein Thema mehr.
Dr. Henner Wenzel, BUND Nördlicher Kaiserstuhl
Axel Mayer / BUND Regionalgeschäftsführer
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Eine BUND - Umwelt- und Verbraucher Information
Immer noch werben die Atom- und Kohlekonzerne ENBW, e.on, Vattenfall und RWE für Elektroheizungen und Nachtspeicheröfen. Und immer noch fallen Kunden und Kundinnen auf diese, im Regelfall teure und unökologische Art des Heizens herein. Aus Umweltsicht problematisch ist bei Elektroheizungen und Nachtspeicheröfen insbesondere der schlechte Wirkungsgrad. Der nur scheinbar „saubere Strom aus der Steckdose“ kommt zumeist aus klimabelastenden Kohlekraftwerken und gefährlichen Atomkraftwerken. Dort wird mit einem zumeist sehr niederen Wirkungsgrad Strom erzeugt. Bei der Herstellung von Strom gehen zwei Drittel der eingesetzten Energie ungenutzt verloren. Die Belastung der Umwelt und des Klimas durch die Stromerzeugung sind ganz beträchtlich: Abgase (NO2, SO2, CO2), Atommüll, Unfallgefahr..., die Abwärme heizt Flüsse auf und der Wasserverbrauch beträgt zwei Liter pro Kilowattstunde erzeugtem Strom. Die nur scheinbar verlust- und schadstofffreie Elektroheizung in der eigenen Wohnung führt zu ganz erheblichen Umweltbelastungen bei der Stromerzeugung im Kraftwerk. Mit neuen Elektroheizungen wird der Strombedarf gezielt in die Höhe getrieben
„Mit neuen Kohle- und Atomkraftkraftwerken decken wir nur den wachsenden Bedarf“ sagen die Energieversorgungsunternehmen EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall. Gleichzeitig läuft eine massive, bundesweite Kampagne für elektrische Direktheizungen und Nachtspeicheröfen. So wird gezielt Energie verschwendet und „Bedarf“ für neue umweltschädliche Atom- und Kohlekraftwerke geschaffen, während öffentlich über Energiesparlampen diskutiert wird.
Eine Stromheizung als wirtschaftlich und umweltschonend
anzupreisen, stellt auch nach Auffassung des Bundes der Energieverbraucher eine Irreführung von Verbrauchern dar. Aus diesem Grund hat der Verbraucherverband einen bayerischen Hersteller abgemahnt. Der musste daraufhin seine Werbebroschüren berichtigen.
Insbesondere Elektroheizungen
die nicht mit Nachtstrom betrieben werden sind als Dauerheizung sehr teuer. So ist die elektrische Direktheizung mit Abstand die teuerste aller Heizungsarten. Strom kostet stets deutlich mehr als die gleiche Energiemenge Gas, Öl oder Fernwärme. Nach Ansicht des BUND ist Strom ist eine viel zu wertvolle Energieform um sie für Heizzwecke zu verschwenden.
Etwa zwei Millionen Stromdirektheizungen in Deutschland verbrauchen jährlich etwa 20 Terawattstunden Strom, das sind 13 Prozent des Stromverbrauchs aller Haushalte. Der Stromverbrauch von rund 800.000 Wärmepumpen ist dabei noch nicht mit eingerechnet. Dieser Strom muss extra für die Heizungen erzeugt werden. Er ist nicht sowieso vorhanden, wie die Wärmestromverkäufer oft und fälschlicherweise behaupten.
Für Elektroheizungen, Nachtspeicheröfen, elektrische Radiatoren
und andere Formen der Energieverschwendung wird leider aktuell massiv geworben. Die großen Energieversorgungsunternehmen ENBW, e.on, Vattenfall und RWE versuchen so auf Kosten der Umwelt ihre Gewinne zu vergrößern und Akzeptanz für neue umweltschädliche Atom- und Kohlekraftwerke zu schaffen.
Axel Mayer / BUND Regionalgeschäftsführer hier gehts zur neuesten Studie über die teuren Stromfresser
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DIE ZEIT (Auszug aus einem Artikel) ZEIT online / 44/2007
Aus für Stromfresser
Elektroheizungen nerven, sind ineffizient, klimaschädlich und teuer. Die Bundesregierung will sie daher verbieten Von Marlies Uken
Es wird ernst. Die Große Koalition will die ersten Klimaschutzmaßnahmen, die sie auf der Kabinettsklausur Ende August in Meseberg beschlossen hatte, nun umsetzen. Das Bundesbauministerium bestätigte ZEIT online , dass Vermieter dazu verpflichtet werden sollen, ineffiziente Stromheizungen gegen klimafreundlichere Heizungssysteme auszutauschen. In der zweiten Novelle der Energieeinsparverordnung, die das Ministerium zurzeit ausarbeitet, sollen "unrentable Heizungsformen" verboten werden. Darunter fallen auch Nachtspeicheröfen. Wann die Novelle in Kraft tritt, welche Kosten auf die Hausbesitzer zukommen und mit welchen Übergangsfristen sie rechnen müssen, ist noch unklar. Spätestens Ende 2008 soll die Verordnung in Kraft treten.
In Meseberg hatten sich Union und SPD auf das prinzipielle Aus für Stromheizungen in den kommenden zehn Jahren geeinigt - allerdings auch großzügige Ausnahmeregelungen in Aussicht gestellt.
Über das De-facto-Verbot der Nachtspeicheröfen werden sich vor allem Klimaschützer freuen. Denn die Öfen sind einer Studie des Instituts für Zukunftsenergiesysteme (IZES) und des Bremer Energieinstituts zufolge extrem klimaschädlich und die größten Stromfresser in privaten Haushalten. "Strom ist eine hochwertige Energieform, die viel zu schade ist zum Heizen, da sind Gas- und sogar Ölheizungen weitaus effizienter", sagt Projektleiter Günther Frey vom IZES. Strom, der zum Heizen gebraucht werde, verursache 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Das entspricht mehr als drei Prozent der gesamten deutschen CO 2 -Emissionen. Hier gebe es jede Menge Einsparpotenzial, sagt Frey, und zwar zum günstigen Preis: "Die CO 2 -Vermeidungskosten bei Stromheizungen sind sogar niedriger als jene durch Wärmeschutz, etwa das Dämmen von Altbauten."
Doch noch hängen 1,4 Millionen Haushalte an der Steckdose - und machen leidige Erfahrungen. Nicht nur, dass die sperrigen Öfen im Wohnzimmer keine Schmuckstücke sind. Sie sind unflexibel, da die Energie über Nacht gespeichert und erst am nächsten Tag als Wärme abgegeben wird - wer von einem Kälteeinbruch überrascht wird, holt sich am kommenden Morgen Frostbeulen. Und vor allem sind Nachtspeicheröfen nicht billig. Die Strompreise steigen, und die vormals günstigen Nacht-Sondertarife werden von einigen Energieversorgern schon nicht mehr angeboten, wie der Bund der Energieverbraucher mitteilt. Die Kunden sind in der Regel hilflos: Eine Alternative zur Stromheizung haben sie nicht.
Die niedrigen Nachstromtarife sind ein Relikt deutscher Energiegeschichte. In den fünfziger und sechziger Jahren förderten gerade Kohlekraftunternehmen Elektroheizungen gezielt in ihrer Nachbarschaft, um nachts, wenn die Stromnachfrage sinkt, ihre Kapazitäten nicht drosseln zu müssen. Und wer wollte damals schon stinkende Kohleöfen im Haus? Nachtspeicheröfen galten als schick und günstig. In den Achtzigern landeten viele Heizkörper wegen ihres giftigen Asbestanteils auf dem Sondermüll. Allerdings wurden sie damals in der Regel nur durch giftfreie Stromheizungen ersetzt.
Auch 2007 sind Stromheizungen beliebt. Der Anteil von Heizstrom ist in den vergangenen Jahren sogar gestiegen, seit 1995 allein um sechs Prozent. "Elektroheizungen werden vor allem in Neubauten verbaut, weil sie so unkompliziert sind, ein Stromanschluss genügt", erklärt Frey vom IZES.
Geschickt ist auch das Marketing der Energieversorger. E.on Avacon etwa bezuschusst jeden Heizungsbesitzer, der seinen Speicherofen modernisiert, bis Ende des Jahres mit 250 Euro. Ein Pilotprojekt im niedersächsischen Nienburg 2005 garantierte dem Stromkonzern auf diese Weise allein "einen gesicherten Stromabsatz in Höhe von rund vier Millionen Kilowattstunden im Jahr", so der Konzern in einer Infobroschüre für seine Marktpartner.
Manche Energiekonzerne versuchen auch immer noch, über relativ günstige Stromtarife Kunden anzulocken. Von 22 Uhr bis sechs Uhr morgens berechnen sie meist einen Schwachlasttarif, bei dem die Kilowattstunde einige Cent preiswerter ist als der Tagtarif. Landläufig hat sich der Glaube festgesetzt, dass das nur möglich sei, weil die Konzerne ihren Strom nachts nicht loswerden - ein überholtes Argument, wie Frey erklärt. "Die Energiemärkte sind offiziell liberalisiert, der Strom wird an Börsen gehandelt - da spielt die zeitliche Verfügbarkeit gar keine Rolle mehr."
Die günstigen Tarife seien vielmehr nur möglich, weil die Netzbetreiber gezielt niedrige Dumping-Durchleitungsentgelte berechneten. "Das ist nach unserer Überzeugung schlicht illegal", sagt Frey. Aber: Wo kein Kläger, da kein Richter. Und Stromkunden haben wohl kaum ein Interesse daran, aus Klimaschutzgründen höhere Strompreise in Kauf zu nehmen.
Doch die juristische Preisdiskussion ist ohnehin müßig, sobald Vermieter und Hausbesitzer vom Gesetzgeber verpflichtet werden, die wärmenden Stromfresser auszutauschen. Welche Alternativen haben sie? Wer auf eine Erdgas- oder Erdölheizung umstellt, muss in einen neuen Kessel investieren, Heizkörper installieren und Leitungen im Haus verlegen - ein teurer Spaß. Zwar gibt es Zuschüsse und zinsgünstige Kredite der KfW Förderbank. Doch der Vermieter hat in der Regel kein Interesse an der Umrüstung, da er die Kosten am Ende nicht vollständig an seine Mieter weitergeben kann.
Mieter und Vermieter werden also wohl durch die neue Regelung verlieren. Die Gewinner stehen ebenfalls schon fest: das Klima - und die Branche der Heizungsbauer.
ZEIT online / 44/2007
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Das berichtet der SWR zum Thema teures elektrische Heizung:
Elektrische Wärmewellenheizung: Unrentabel und teuer
Gerade wenn der Winter vor der Tür steht und die Heizungen eingeschaltet werden, sehen viele schon mit Schrecken der Rechnung im folgenden Jahr entgegen. Wunderheizungen, die mit fantastischen Zahlen werben, sollen alles besser machen. Aber Vorsicht, niemand kann an den Regeln der Physik drehen. Am Ende zahlen Sie mehr als mit der alten Ölheizung.
Regina L. wollte ihren Ölofen endlich stilllegen. Schließlich war das gesamte Heizsystem ihrer Wohnung völlig veraltet. Eine Zeitungsannonce machte die Rentnerin auf eine neue Methode aufmerksam: Wärmewellen- oder Infrarotheizung, angeblich besonders sparsam und umweltfreundlich.
Elektrisch betriebene Platten sollen dabei mit Wärmestrahlen Wände und Möbel aufheizen, die dann wiederum die Raumtemperatur erhöhen. Regina L. und ihr Sohn können das Angebot kaum glauben: Bis zu 260 Prozent Energieausbeute sollen auf diese Weise möglich sein. Angeblich kann eine Platte aus 400 Watt Stromenergie mehr als das Doppelte an Wärme erzeugen. Physikalische Zaubertricks Das wiederum strapaziert gehörig die Gesetze der Physik. Der Verkäufer der Firma ACVU versucht sich an einer Erklärung: Nicht die Luft werde erwärmt, denn die sei "ja der schlechteste Wärmeleiter", sondern Menschen und "Hüllflächen", die dann Wärme in "angenehmer Form wieder zurückgeben".
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bewertet diese Technik als weniger revolutionär: Jeder Heizkörper, der eine gewisse Temperatur erreicht, erwärmt in Kontakt die umgebende Raumluft und gibt Wärmestrahlung ab. Das gilt für den konventionellen Heizkörper ebenso wie für die beworbenen Heizplatten. Schockierende Stromrechnung Regina L. fiel auf die überzogene Werbung allerdings herein. Für 2.200,- Euro kaufte sie fünf Wärmewellenplatten Der Einsatz im ersten Winter verlief bereits enttäuschend, das neue Heizsystem wärmte nur wenig. Und wirklich schockierend wurde es für die Rentnerin beim Blick auf den Stromzähler. Die Elektroheizung speist sich nämlich ausschließlich mit teurem Tagstrom. Statt der prophezeiten 20,- Euro Stromkosten im Monat wären bei vollem Betrieb 130,- Euro angefallen: Ein Vielfaches der bisherigen Heizölrechnung.
Bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wundert man sich darüber nicht. Eine Kilowattstunde Strom koste nämlich etwa das Dreifache einer Kilowattstunde Wärme, die mit Hilfe von Gas- oder Ölheizungen erzeugt wird. Und das ein angeblicher Umweltverbund sich angeblich noch für dieses weder ökonomisch noch ökologisch sinnvolle System stark macht, ist ein schlechter Scherz. Regina L. hat mit Hilfe ihres Sohnes und eines Rechtsanwaltes den entsprechenden Vertrieb mittlerweile davon überzeugt, dass die Werbeversprechen nicht zutreffen. Sie konnte die fünf Heizplatten wieder zurückgeben. Wenn der Winter kommt, muss sie nun doch wieder die Ölheizung anwerfen.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Elektroheizungen sind laut Studie größte Stromfresser in Haushalten
dpa-Meldung, 02.10.2007
Mainz/Saarbrücken - Elektroheizungen sind einer Studie zufolge die größten Stromfresser in deutschen Haushalten. Derzeit werde jede siebte Kilowattstunde Strom für Raumheizungen oder die Warmwasserbereitung verwendet, teilten das saarländische Institut für ZukunftsEnergieSysteme (izes) und das Bremer Energie Institut am Dienstag mit. Die Untersuchung im Auftrag der Klimaschutzkampagne co2online habe ergeben, dass mehr als 1,4 Millionen deutsche Wohnungen elektrisch beheizt würden. Das sei jede 25. Wohnung. So würden pro Jahr rund 30 Millionen Tonnen des klimaschädlichen CO2 in die Luft geblasen - rund drei Prozent der deutschen CO2-Emissionen.
Grundsätzlich sei der Einsatz von elektrischer Energie zum Heizen "viel zu schade", heißt es. "Daher sollte Strom wirklich nur dort eingesetzt werden, wo er tatsächlich gebraucht wird, zum Beispiel in elektronischen Geräten oder elektromotorischen Antrieben." Außerdem werde bei Stromheizungen pro Kilowattstunde Endenergie 3,6 Mal mehr CO2 ausgestoßen als bei Gasheizungen. Dennoch favorisierten die großen Energieversorger noch immer Elektroheizungen.
Ein Ergebnis der Studie sei, dass die Umrüstung von Elektroheizung auf andere Heizungssysteme stärker gefördert werden sollte als bisher. Dazu seien bis 2020 bis zu 575 Millionen Euro pro Jahr notwendig. Dadurch könnten jährlich mindestens 23 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Das Baugewerbe könnte laut Studie ebenfalls profitieren: Die Aufträge zur Umstellung der Heizungen hätten ein Investitionsvolumen von 18 Milliarden Euro.
Das Bundesumweltministerium fördert die Klimaschutzkampagne co2online. Diese soll dabei helfen, in Haushalten und Unternehmen Energie zu sparen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern. Das izes war 1999 als ein Institut an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes gegründet worden. Es forscht vor allem im Bereich erneuerbare Energien.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Und hier noch ein Beitrag der Energiefachleute von Verivox
Elektroheizung unrentabel - Preise für Heizstrom steigen
von Thomas Stollberger, 10.05.2004
Stark steigende Heizstrompreise bescheren ca. 2,2 Millionen Haushalten drastische Heizkostenanstiege. Die Betroffenen reagieren zu recht mit großen Empörung, so der Bund der Energieverbraucher. Weil weitere Preisanstiege zu befürchten sind, sollten die Mieten gesenkt und die Wände gedämmt werden. Ein Umstieg auf günstigere und ökologischere Heizungen lohnt sich. Als grob irreführend haben Verbraucherschützer die RWE-Werbung für "günstige Elektronachtspeicheröfen" kritisiert.
Derzeit heizen 2,2 Millionen Haushalte, das sind ca. acht Prozent, mit elektrischem Strom und verbrauchen dafür 23 Milliarden Kilowattstunden jährlich. Das entspricht der Jahresproduktion von mehr als zwei Kernkraftwerken.
3,9 Cent-Zeiten sind vorbei
In den neunziger Jahren wurde Heizstrom zum Preis von 3,9 Cent abgegeben, Herstellungspreise von abgeschriebenen Kraftwerken. Die Stromwirtschaft saß auf gewaltigen Überkapazitäten und musste gegenüber Öl- und Gasheizungen wettbewerbsfähige Preise anbieten. Die Brennstoffkosten liegen heutzutage für Heizöl bei 3,5 bis 4 Cent, bei Gas bei 5,5 Cent und Fernwärme bei 8,3 Cent je Kilowattstunde.
Nun kommt das dicke Ende denn die Heizstrompreise sind mittlerweile drastisch angestiegen. Die Wormser EWR z.B. hat am ersten Januar 2004 die Preise von 5,5 auf 6,45 Cent je Kilowattstunde angehoben. E.on Hanse erhöhte vor einem Jahr die Heizstrompreise um 17% und in diesem Jahr nochmals um 10 Prozent auf 6,8 Cent. Ähnliche Entwicklungen sind bundesweit zu beobachten.
Keine Wechselmöglichkeiten
Im Vergleich zum Preis des normalen Haushaltsstroms von 16 bis 17 Cent ist Heizstrom noch sehr günstig, ungünstig jedoch im Vergleich zu Gas und Öl. Für die betroffenen Haushalte steigen die Heizkosten drastisch an, ohne dass es eine Alternative dazu gibt. Die Unternehmen begründen die Anhebung mit gestiegenen Grosshandelspreisen. Eine staatliche Aufsicht über die Heizstrompreise gibt es ebensowenig wie die Möglichke= , den Anbieter zu wechseln. Denn obwohl ein Anbieterwechsel grundsätzlich möglich ist, gibt es keine bundesweiten Anbieter. Da allein die Durchleitungsentgelte im Niederspannungsnetz bei rund sieben Cent liegen - für Heizstrom etwas niedriger- , ist das nicht weiter verwunderlich, weil die Strompreise an der Börse derzeit bei 3 Cent/kWh ohne MWSt. liegen. Die Kartellbehörden haben angemahnt, dass der freie Wettbewerb für Heizstrom immer noch behindert wird.
Perspektiven düster
Mit steigenden Stromerzeugungskosten und Börsenpreisen werden künftig zwangsläufig auch die Heizstrompreise weiter ansteigen, selbst wenn die Netznutzungsentgelte regulierungsbedingt sinken. Die betroffenen Eigentümer und Mieter sollten sich auch wegen der ungünstigen Preisperspektiven möglichst rasch umorientieren auf Öl-, Gas-, Fernwärme-, Pellets oder Solarheizung. Auch eine = ssere Wärmedämmung rentiert sich.
Konsequenz: Mietminderung
Die hohen und weiter steigenden Heizkosten elektrobeheizter Wohnung mindern den Mietwert. Sie begründen Mietsenkungen, die von Vermietern eingeräumt werden sollten. Durch die geringen Investitionskosten bei der Installation der Stromheizung haben Vermieter über Jahre deutliche Zusatzrenditen erwirtschaften können, so der Bund der Energieverbraucher.
RWE wirbt weiter
Trotz drastischer Preisanstiege wirbt RWE mit Fax vom 6. Mai 2004 weiter: "Elektronachtspeicheröfen sind günstige Lösung". Der Bund der Energieverbraucher hält diese Werbung für grob irreführend und prüft rechtliche Schritte. "Offensichtlich verdient RWE sehr gut am Heizstrom, sonst würde sie ihn nicht bewerben", kommentiert der Vereinsvorsitzende Aribert Peters.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Der WDR informierte am 3.8.2005 zum Thema Stromkosten und teurer Nachtstrom
RWE-Nachtstrom wird teurer
Anbieter erhöht die Preise um bis zu 12,5 Prozent
Für 260.000 Menschen in NRW wird heizen bald deutlich teurer. Denn RWE erhöht die Strompreise für Nachtspeicherheizungen. Die Verbraucherzentrale rügt die Preiserhöhung zwar, hält Nachtspeicheröfen aber ohnehin für ein Auslaufmodell.
RWE will mehr Geld für Nachtstrom
In zwei Regionalgesellschaften will der Energiekonzern RWE die Preise für Nachtstrom zum 1. Oktober anheben: In der Region Rhein-Ruhr, zu der etwa Essen und Mülheim gehören, sollen die Preise um 8,6 Prozent steigen. Im Versorgungsgebiet Westfalen-Weser-Ems werden die Preise sogar um 12,5 Prozent erhöht, so RWE-Sprecher Theo Horstmann am Mittwoch (03.08.05). Er bestätigte damit einen entsprechenden Pressebericht. Preise für Nachtstrom müssen nicht genehmigt werden
Bei der Verbraucherzentrale NRW stößt die Preiserhöhung naturgemäß auf wenig Begeisterung. Doch Energieberater Reinhard Loch sieht für die Betroffenen kaum Chancen, sich dagegen zu wehren. "Der Kunde kann zwar theoretisch bei einer Preiserhöhung den Vertrag mit RWE kündigen, doch praktisch geht das nicht, denn es gibt keine anderen Anbieter", erklärt er im Gespräch mit wdr.de. Auch von Seiten des Energieministeriums können Verbraucher nicht auf Hilfe hoffen. Denn anders als die regulären Stromtarife müssen die Preise für Nachtstrom nicht genehmigt werden. Verbraucherzentrale rät zu anderer Heizung Stromzähler; Rechte: WDR
Bis zu 84 Euro mehr pro Jahr für Nachtstrom
Bleibt die Möglichkeit, auf eine andere Heizung wie Gas oder Fernwärme umzusteigen. Das ist zwar zunächst mit hohen Kosten verbunden, doch die Investition könnte sich langfristig lohnen. "Ich gehe davon aus, dass die Preise für Nachtstrom weiter steigen werden", so Energieberater Loch. Der Grund: Nachtstrom - der für die Endverbraucher deutlich günstiger als der reguläre Strom ist - sei für die Anbieter kein lukratives Geschäft. Deshalb hätten die Stromkonzerne auch kein Interesse daran, die Kunden durch attraktive Tarife zu halten. Nach Einschätzung des Experten ist die Nachtspeicherheizung ohnehin ein Auslaufmodell. "In den 70er Jahren gab es noch Überkapazitäten an Strom in der Nacht, da hat diese Form der Heizung Sinn gemacht. Doch diese Überkapazitäten existieren heute nicht mehr", so Loch. Durchschnittshaushalt in Westfalen zahlt 84 Euro mehr
RWE begründet die Preiserhöhung mit gestiegenen Beschaffungskosten und höherer gesetzlicher Belastung. Nach Berechnungen des Stromkonzerns muss ein durchschnittlicher Haushalt künftig 84 Euro (Westfalen) bzw. 69 Euro (Ruhr) pro Jahr mehr für den Nachtstrom bezahlen. Insgesamt trifft die Erhöhung etwa 260.000 Kunden.
Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 03.08.2004
Verbraucherzentrale kritisiert irreführende Werbung für elektrische Direktheizungen
Kauf nicht zu empfehlen
Für Verbrauchertäuschung hält die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. die Werbung für elektrische Direktheizungen. In Anzeigen, im Internet oder im Rundfunk werben die Hersteller mit niedrigen Heizkosten und wohliger, umweltfreundlich erzeugter Wärme. „Ein Vergleich der Brennstoffkosten zeigt, dass das Heizen mit elektrischen Direktheizungen im Vergleich zu einer Öl- oder Gaszentralheizung meist um ein vielfaches teurer ist“, so Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale. Daran ändern auch die im Einzelfall eventuell günstigeren Investitionskosten nichts, da diese durch die höheren Heizkosten relativ schnell ausgeglichen sind.
Die Firma EVO behauptet hingegen auf ihrer Homepage, dass „elektrisch beheizte Häuser im Vergleich zu brennstoffbefeuerter Zentralheizung für die gleiche Heizaufgabe nur zwei Drittel bis halb soviel Endenergie benötigen“. Die Firma Thermatic spricht in ihrem Prospekt von einem „elektrischen Heizsystem mit den niedrigen Anschlusswerten aber hoher Heizleistung“ und die Firma SÜKA verspricht auf ihrer Website „niedrige Heizkosten bei sparsamem Energieeinsatz“. Wie die Firma JAWO bei einem Kostenvergleich auf ihrer Internetseite darauf kommt, dass ein Haus mit einer Ölzentralheizung und einem Verbrauch von 2.500 Litern (umgerechnet ca. 25.000 kWh) nach dem Wechsel zu einer Elektroheizung plötzlich nur noch 8000 kWh verbraucht, wird für immer ihr Geheimnis bleiben. Den Vogel schießt allerdings der „Allgemeine Europäische Verbund für Umweltschutz e.V. (AEVU)“ ab, der für den Kauf von IHS-Wärmewellen-Heizsystemen wirbt. Der Verbund behauptet in seinen Unterlagen, mit diesem System aus einer elektrischen Anschlussleistung von 400 W eine Heizleistung von 800 W herausholen zu können und spricht von einem optimalen Wirkungsgrad von bis zu 260 %. „Dass dies bei der direkten Umwandlung von Strom in Wärme nicht funktionieren kann, wissen viele Leute noch aus dem Physikunterricht“, so der Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V.. Die besonders gravierenden Erfahrungen einer Verbraucherin aus der Nähe von Trier mit diesem IHS-Heizsystem bestätigen dies eindrucksvoll. Nach drei kalten Tagen im Dezember 2003 wurden mit Hilfe dieser Stromheizung gerade einmal eine Temperatur von etwas über 10 Grad erreicht und der Stromzähler drehte sich rasant.
Aber auch alle anderen zitierten Behauptungen halten einer kritischen Betrachtung durch Fachleute nicht Stand. Die oft mit normalem Steckdosenanschluss versehenen Flachheizkörper sind keine Nachtspeicherheizgeräte und müssen daher in der Regel mit dem teuren Tagstrom betrieben werden. Heizen mit Tagstrom ist aber häufig die teuerste Art der Wärmeerzeugung.
Auch die Umweltbelastung ist beim Heizen mit Direktstrom größer als bei einer Öl- oder Gasheizung. Aufgrund des geringen Wirkungsgrades bei der Erzeugung von Strom ist beim Einsatz einer Elektrodirektheizung insgesamt ein wesentlich höherer Schadstoff- und CO2-Ausstoß zu verzeichnen. Selbst alte Öl- oder Gasheizungen haben einen besseren Wirkungsgrad.
Die Verbraucherzentrale RLP e.V. prüft zurzeit gemeinsam mit dem VZBV (Verbraucherzentrale Bundesverband) die Abmahnung einzelner Anbieter dieser Direktheizungen wegen Verbrauchertäuschung. Fazit der Verbraucherzentrale: Finger weg von elektrischen Direktheizungen.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Verbraucherzentrale warnt vor Firmen und vor Elektroheizung
Vorsicht, wenn der Energie-Berater klingelt
Berlin - Der Reinfall kommt per Post: Angebliche "Energieberater" behaupten in aktuellen Wurfsendungen, dass Elektroheizungen enorm viel Geld sparen. Doch das ist glatt gelogen.
"Bei uns stapeln sich die Beschwerden von reingefallenen Kunden", sagt Detlef Bramigk von der Berliner Verbraucherzentrale. Er ärgert sich über die dreiste Masche der Firmen. "Sie schicken unter dem Vorwand einer Energieberatung windige Vertreter ins Haus, die den Leuten elektrische Heizungen aufschwatzen."
Eine Kilowattstunde Strom kostet 20 Cent, mit Gas würde man etwa sieben Cent und mit Öl neun Cent zahlen. "So sind an einem Vormittags für ein warmes Zimmer schnell fünf Euro weg", rechnet Bramigk vor.
Als "absolute Verdummung der Leute" bezeichnet der Experte auch Werbeversprechen für Infrarot-Energiesparheizungen. Die Infrarotstrahlen erwärmen wie eine Rotlichtlampe nur den Körper. Wird das Gerät ausgeschaltet, ist alles sofort kalt, die Wirkung verpufft. Bramigk kennt auch viele Beispiele, wo bei Leuten durch elektrische Heizkörper reihenweise die Sicherungen durchknallten. Aus den Verträgen kommt man kaum wieder raus, weil der "Berater" selbst ins Haus geholt wurde. Sie sind leider kein kündbares Haustürgeschäft. Berliner Kurier, 16.11.2007
Dieser Artikel wurde 7928 mal gelesen und am 8.4.2008 zuletzt geändert.
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