Weltweite Energievorräte / Energiereserven / Energieressourcen: Energiekrise und Ölpreis
Wie lange reichen die weltweiten Energievorräte?

Energiereserven / Energieressourcen / Ölpreis & Benzinpreis
Im Internet und den Medien finden sich zum Thema weltweite Energievorräte
(Uran, Erdöl, Erdgas, Kohle, Sonne, Wind, Biomasse, Geothermie) die unterschiedlichsten, häufig interessengeleiteten Angaben. Wir versuchen hier einige Infos zum Thema weltweite Energievorräte zusammenzutragen. Die aufgeführten Studien über die Endlichkeit von Uran, Erdöl, Erdgas und Kohle zeigen die Dimension der kommenden Energiekrise. Sie berücksichtigen häufig nicht ausreichend, dass bei Ressourcenverknappung auf andere Technologien umgestiegen wird, weil die Verknappung zu einem massiven Preisanstieg führt. Dies kann dazu führen, dass einige der alten Energieträger, bei massiv erhöhten Preisen einige Jahrzehnte länger vorhanden sind, als in den Prognosen erwartet wird.
Das ändert aber aber nicht am Grundproblem einer in Kürze drohenden weltweiten Energiekrise. Langfristig steigende Preise für Öl und Uran und erste Kriege um Öl und Ressourcen sind Hinweise auf kommende Kriege und Konflikte. Wenn die Energiepreise zukünftig massiv steigen, wenn die Armen im Winter frieren, dann werden wir soziale Verwerfungen, Konflikte und Benzinaufstände erleben...
Die Atommlobby,
u.a. organisiert im Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, fasst auf ihrer Homepage (am 7. Sept. 2005) die heutigen Erkenntnisse zusammen, allerdings ohne die Steigerungsraten des Verbrauchs einzubeziehen.:
Wie lange reichen die Energievorräte der Welt?
Teilt man die aus heutiger Sicht technisch und wirtschaftlich abbaubaren Reserven durch den jetzigen Verbrauch, erhält man die so genannte statische Reichweite. Diese beträgt für Erdöl rund 41, für Erdgas 67, für Kohle 192 und für Uran (ohne Brutreaktoren) rund 50 Jahre."
Zitatende
Nach den realen Zahlen fließen dann die Zukunftshoffnungen der Atomlobby in den Text der Homepage ein:
"Die statische Reichweite ist aber nur bedingt aussagekräftig, da sich einerseits der Verbrauch ständig ändert und andererseits immer noch neue Vorkommen entdeckt werden. Bei steigenden Energiepreisen lohnt sich auch der heute noch nicht wirtschaftliche Abbau von Vorräten."Zitatende
Die Umweltorganisation Greenpeace
hat im Jahr 2006 eine Studie über die Reichweite der Uranvorräte der Welt erstellt. Nach dieser Studie können die heute bekannten Uranvorräte einen steigenden Bedarf nicht decken. "Unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien zur weltweiten Entwicklung des Kraftwerkbestandes, scheinen die Uranvorräte etwa zwischen 2026 und 2070 erschöpft. Geht man davon aus, dass Atomkraft tendenziell rückläufig ist, mit Ausbaubemühungen nur weniger Länder, werden die Vorräte nach realistischen Schätzungen bis circa 2050 reichen."
"Selbst wenn wir kalkulieren, dass die Preise für Uran enorm steigen und damit die Ausbeutung bislang unwirtschaftlicher Minen interessant wird, sind die Uranlager in spätestens 70 Jahren erschöpft", sagt Dr. Werner Zittel, Energieexperte bei der Ludwig Bölkow Systemtechnik GmbH in Ottobrunn. Alle Vorschläge, die Atomenergie auszubauen, vernachlässigen die Tatsache, dass die Rohstoffbasis für diese Technologie erheblich schrumpft und keinen weiteren Ausbau mehr zulässt."
Die Forscher der Energy Watch Group
haben errechnet, dass selbst bei hohen Uranpreise der Höhepunkt der Uranförderung etwa 2035 erreicht sein wird und maximal bis dahin der Brennstoffbedarf der Atomkraftwerke abgedeckt werden könnte. Sollte es - wie von der IEA empfohlen - zu einem Ausbau der Atomenergie kommen, würde bereits vor 2030 der Uranbrennstoff knapp werden. "Die Atomausbauziele der IEA sind auf Uransand gebaut, der gar nicht da ist", so Zittel.
Auch die Streckung der Uranreserven mit Schnellen Brütern ist bisher weltweit trotz massiver Forschungsunterstützung gescheitert. Es sind zurzeit keine Erkenntnisse bekannt, dass sich die sehr gefährlichen, natriumgekühlten Schnellen Brüter technologisch oder gar kommerziell im notwendigen großen Stile verwirklichen lassen.
Der Schnelle Brüter: Ewig Strom - Dank Atom?
Die Technologie des “Schnellen Brüters” wird von der Atomindustrie gerne als eine der wichtigsten Energiequellen der Zukunft dargestellt. So schreibt der Industrielobbyist Michael Miersch in der Zeitschrift -Die Welt-: “Der Einsatz von Wiederaufarbeitungsanlagen und der Brütertechnologie kann die Reichweite der bekannten Uranvorkommen um das 30- bis 60-Fache verlängern.” Was er nicht beschreibt sind die Gefahren der Brutreaktoren.
Ein schwerer Atomunfall in einem Druckwasserreaktor oder Siedewasserreaktor kann große Landstriche dauerhaft unbewohnbar machen und viele Opfer fordern. Explodieren wie eine Atombombe können diese Atomkraftwerke aber nicht. Atomexplosionen sind "nur" bei einem Plutoniumreaktor vom Typ "Schneller Brüter" möglich.” Die Folgen eines schweren Unfalls, der sich alle ca. 100000 Reaktorjahre ereignen kann, berechnet für den nie fertiggestellten Brutreaktor in Kalkar: 1.400 Soforttote, 52000 bis 2,7 Million Folgetote; etwa eine Million Menschen müssen umgesiedelt werden, auf einer Fläche von 260 km mal 260 km ist Jahrhunderte lang keine Landwirtschaft mehr möglich, eine Fläche von 90 km mal 90 km muss oberflächlich abgetragen werden. Die Auswirkungen liegen um das 2 bis 5 Fache höher als beim Super-Gau eines LWR.” Quelle: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung e. V.
Die Fachzeitschrift Politische Ökologie schreibt in ihrer Ausgabe vom März 2004:
"Bei den Steigerungsraten des Verbrauchs, welche die Internationale Agentur des OECD (International Energy Agency, IEA) berechnete, ergibt sich:
• ein Ende des Erdöls um 2035,
• von Erdgas vermutlich vor 2040,
• Kohle reicht bis maximal 2100. Dabei ist jedoch nicht berücksichtigt, dass sie die anderen Energieträger ersetzen muss und gleichzeitig zu einem gesteigerten CO2- Ausstoß führt.
• Uran reicht bei der heutigen Förderung nur bis 2040.
• Schon 2010 produzieren die OPEC des Nahen Ostens 50 Prozent des Öls. Das verschafft diesen, teilweise politisch instabilen Ländern eine bedeutende Machtposition - nicht nur über die Preise. Ähnlich sieht es beim Erdgas aus, das Deutschland im Jahr 2010 vermutlich zu 90 Prozent aus Russland importieren wird." Zitatende
Quelle: Zeitschrift "Politische Ökologie 87 - 88" / März 2004
Die teilweise sehr unterschiedlichen,
häufig stark interessengeleiteten Zahlen zu den Energievorräten der Welt zeigen deutlich die Endlichkeit dieser Ressourcen an. Ein plötzliches, abruptes Ende der Förderung von Gas, Öl, Uran und Kohle ist dennoch nicht zu erwarten, eher ein langsames Auslaufen, begleitet von einer massiven Preiserhöhung und damit verbundenen sozialen Verwerfungen. Doch das unlösbare Grundproblem der nicht regenerativen Energiequellen wie Uran, Gas, Öl und Kohle sind nach Ansicht von BUND Geschäftsführer Axel Mayer die Probleme eines unbegrenzten Wachstums und der damit verbunden ständig steigenden Nachfrage nach Energie.

Energiereserven & Klimawandel
Bei einem anhaltenden Wachstum des Energieverbrauchs
von 3% verdoppelt sich dieser alle 23 Jahre, bei 5% sogar bereits alle 14 Jahre. Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum des Energieverbrauchs ist nicht möglich, auch wenn die Kohle, Öl- und Atomlobby anderes verkünden.
Unser Wirtschaftswachstum und die damit verbundene Raubbauwirtschaft
ist immer noch nicht abgekoppelt von einem überhöhten Energie- und Rohstoffverbrauch. Das Ende des Öl- und Uranzeitalters ist absehbar und rückt durch den bejubelten Export unseres Verschwendungssystems nach China und Indien noch näher. Ein Teil des bisher "unterentwickelten" Rests der Welt (insbesondere China und Indien) ist gerade gerade dabei, unser zerstörerisches Modell einer Raubbauwirtschaft nachzuahmen und ähnlich Energie zu verschwenden wir wir. Der beginnende Autoboom in diesen Ländern wird in unseren Medien zumeist noch unkritisch bejubelt. Die Folgen dieses Booms für Energievorräte, Ökologie und Weltklima sind selten ein Thema. In China und Indien läuft zur Zeit das "spannendste ökologische Belastungsexperiment" der Menschheitsgeschichte. Und ist es den Menschen in Asien zu verdenken, dass sie unserem schlechten Beispiel nacheifern?
Das weltweit knapper werdende Öl
löst beim abhängigen Patienten Mensch klassische Suchtsymptome aus.Wir haben, so war in einer Anzeige in der "Financial Times" zu lesen, die erste Hälfte unseres Öls, nämlich 1000 Milliarden Barrel, in 130 Jahren verbraucht, für die zweite Hälfte, die zweiten tausend Milliarden Barrel, werden wir nur dreißig Jahre brauchen.
100-Dollar-Grenze für ein Barrel Erdöl überschritten
Am 2. Januar 2008 erreichte der Preis für ein Barrel Erdöl erstmals die 100-Dollar-Grenze. Der Erdölhändler Richard Arens hatte für 100’000 Dollar 1000 Barrel gekauft. Arens tat es offenbar, um in die Geschichte einzugehen, damit er einst "seinen Enkeln erzählen kann, er sei der Erste gewesen, der soviel zahlte", wie die Medien berichteten. Ende Januar 2008 fiel der Preis wieder unter 90 Dollar. Doch Ende Februar ging er wieder über die 100-Dollar Grenze, das 100-Dollar-Ereignis war also nichts Einmaliges. Plötzlich ist es für AnalystInnen vorstellbar, dass das Barrel (nach der Wirtschaftskrise) 150 oder 200 Dollar kosten könnte.
Exkurs: Kriege um Öl
«Dank» dem Irakkrieg sitzen die US-Truppen heute (2008) auf einem Viertel der globalen Ölreserven, geschätzte 115 Milliarden Barrel Öl. Bei einem Ölpreis von 100 Dollar pro Fass ergibt dies eine Beute im Wert von 11’500’000’000’000 Dollar, oder 11,5 Billionen Dollar! Wer diese Beute kontrolliert, gehört zu den Gewinnern. Die wenigsten Menschen können so grosse Zahlen überhaupt noch aussprechen. Einer, der es kann, ist Alan Greenspan, der frühere Vorsitzende der US-Notenbank. «Ich finde es bedauerlich», so Greenspan, «dass es politisch unkorrekt ist zuzugeben, was alle schon wissen: Beim Irak-Krieg geht es um das Erdöl». Paul Wolfowitz, der frühere Vize-Verteidigungsminister der USA, erklärte es so: «Der wichtigste Unterschied zwischen Nordkorea und Irak liegt darin, dass wir beim Irak aus wirtschaftlicher Sicht einfach keine Wahl hatten. Das Land schwimmt auf einem See aus Erdöl.»
Zitat: Daniele Ganser Historiker und Friedensforscher
Statt ernsthaft Energie einzusparen
und Alternativen zu fördern, rufen wachstumsgläubige Politiker nach einer intensiveren Ölförderung und nach der noch härteren und gefährlicheren Energiedroge Atomenergie.
Die Forderung nach neuen Atomkraftwerken dient auch der psychologischen Entlastung viele Politiker der Atom- und Kohleparteien. Sie tragen die Hauptverantwortung für die bisherige und zukünftige Verschwendung von Energie, Rohstoffen und für die drohende Klimaveränderung. Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne bieten Ihnen jetzt die Illussion sich aus der Verantwortung stehlen zu können. Aus Techinikoptimisten in Sachen Atomtechnologie werden Technikpessimisten, wenn es um Sonnenenergie, Windkraftwerke und Geothermie geht. Die Dauerregierungsmitglieder EnBW, e.on, RWE und Vattenfall verstärken ihren Einfluß auf Politik und Medien und gefährden die Demokratie.
Nur einen, zugegeben etwas makaberen, positiven Effekt könnte das beginnende Auslaufen der fossilen Energievorräte haben. Die Klimaveränderungen würden langfristig weniger verheerend ausfallen als bisher angenommen, wenn Erdöl und Gas nicht durch Kohle ersetzt werden.
Das Wachstum im Bereich der Alternativen Energien,
gehört zu den wenigen hoffnungsvollen Zeichen der Zeit. Von 1995 bis 2005 haben sich die Preise für atomar-fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für erneuerbare Energien halbiert haben. Windstrom ist global die am schnellsten expandierende Energienutzung. In der EU gingen im Jahr 2005 alle zwei Monate 1000 MW neue Windenergie ans Netz. In Kilowatt (Leistung) entspricht dies einem neuen AKW Gösgen (CH), in Kilowattstunden (Produktion) wird damit ein Atomreaktor der Größe Beznau (CH) ersetzt - und dies alle 60 Tage. Im Jahr 2007 lieferten die deutschen Windkraftwerke 38,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Der Zubau von Windkraftanlagen (WKA) wie auch windiges Wetter führten zu 27,5 Prozent mehr Windstromeinspeisungen als im Vorjahr. Durch die gute Produktion der Windmühlen konnte nach Kilowattstunden der Ausfall der Atomreaktoren Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel und Krümmel mehr als ausgeglichen werden. Seit 2001 stieg in Deutschland die Lieferung von Windstrom um 260 Prozent. "Seit 2004 ersetzt der Zubau erneuerbarer Energien in Deutschland jedes Jahr ein Atomkraftwerk" , sagt Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energien. Im Jahr 2007 nahm die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland sogar um fast 14 Milliarden Kilowattstunden zu, was der Erzeugung von anderthalb Atomkraftwerken entspricht. Bei etwa 140 Milliarden Kilowattstunden, die im vergangenen Jahr in Deutschland mittels Atomkraft erzeugt wurden, ließe sich bei unvermindert zügigem Ausbau der erneuerbaren Energien der Atomausstieg also binnen zehn Jahren kompensieren. Ende Juni 2008 waren in Deutschland Rotoren mit zusammen gut 23.000 Megawatt am Netz. Das teilten der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit. Die 17 deutschen Atommeiler kommen zusammen auf knapp 21.500 Megawatt. Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Windräder nicht so kontinuierlich Strom liefern, wie wie Atomkraftwerke (wenn diese nicht durch Wartungsarbeiten, Stör- und Unfälle abgeschaltet sind)
“Trotz einer vermeintlichen Atom-Renaissance hat die Windkraft die Atomkraft auch international längst deklassiert, wenn man den Zubau betrachtet. Seit Anfang 2006 wurden weltweit rund 45.000 Megawatt Windkraft neu installiert, wie aus Zahlen der European Wind Energy Association (EWEA) hervorgeht. Zugleich lag die Leistung der neu in Betrieb genommenen Atomkraftwerke laut internationaler Atomenergiebebehörde IAEA bei lediglich 3.347 Megawatt. Rechnet man gegen, dass seither acht Atomreaktoren mit zusammen 2.236 Megawatt abgeschaltet wurden, so stieg die AKW-Leistung weltweit binnen zweieinhalb Jahren nur um 1.100 Megawatt. Im Vergleich dazu wurde 40-mal so viel Windkraft installiert.” berichtete die TAZ am 24.7.2008 Erfolgreich ist auch die Fotovoltaik, die in der weltweiten Produktion allein von 2007 auf 2008 um über einhundert Prozent wuchs, auf eine jährliche Weltproduktion von mehr als fünf Gigawatt. Fotovoltaik ist heute noch die teuerste aller erneuerbaren Energien, aber als Halbleitertechnologie realisiert sie rasche Kostensenkungen mit schnellen Erhöhungen des Produktionsvolumens.
Und genau dieses positive Wachstum
der zukunftsfähigen Energien wurde und wird von den Anhängern der atomar-fossilen Energiegewinnung massiv bekämpft, denn jede neue Photovoltaikanlage und jedes neu gebaute, privat finanzierte Windrad nimmt den AKW - Betreibern und Atomkonzernen Anteile an der Stromproduktion weg. Widerstand gegen Windräder wegen Vögeln, Fledermäusen und Landschaftsschutz? It´s the money - stupid!
Die erneuerbare Energien sind Energiequellen,
die sich durch natürliche Prozesse laufend erneuern. Sie stehen nach menschlichen Zeitmaßstäben unendlich lange zur Verfügung. Erneuerbare Energien haben drei originäre Quellen: Strahlung der Sonne, Kraft der Gezeiten, Wärme des Erdinneren (Geothermie). Sonne, Mond und Erde stellen diese unerschöpflichen Energien umweltverträglich zur Verfügung. Die Sonne strahlt jährlich in Deutschland auf jeden Quadratmeter so viel Energie, wie in 100 Litern Öl enthalten ist. In der Sahara ist es sogar doppelt so viel. Ein Windrad hat sich nach einem halben Jahr (4- 7 Monate) Betrieb energetisch armortisiert, d.h. nach diesem halben Jahr erzeugt es "netto" Strom. 130.000 Arbeitsplätze waren im Jahr 2004 in Deutschland direkt oder indirekt auf die Nutzung der regenerativen Energien zurückzuführen.
Der derzeitige Weltenergiebedarf
liegt bei etwa 400 Exajoule (400 Milliarden Milliarden Joule) pro Jahr. Ein Exajoule entspricht der energetischen Menge, welche die Erde in 6 Sekunden von der Sonne empfängt und den Weltverbrauch an Primärenergie im Jahr 2000 innerhalb von 21 Stunden deckt. In einer Studie aus dem Jahr 2003 mit dem Titel "Energiewandel zur Nachhaltigkeit" prognostiziert der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung zu globalen Umweltveränderungen (WGBU) die Potenziale der erneuerbaren Energien für das Jahr 2100 folgendermaßen:
weltweite Wasserkraft:
Der Wert des Potenzials für Wasserkraft könnte sich bis 2100 auf ca. 15 EJ pro Jahr steigern lassen.
weltweite Bioenergie / nachwachsende Rohstoffe
: "Der Beirat schätzt das globale moderne Bioenergiepotenzial auf etwa 100 EJ pro Jahr, die sich zu 20% aus der Nutzung landwirtschaftlicher Reststoffe sowie zu jeweils etwa 40% aus forstwirtschaftlichen Reststoffen und Energiepflanzen ergeben. Ein derartiger Ausbau ist aber nur innerhalb von Jahrzehnten erreichbar." Die Bioenergienutzung darf nach Ansicht des BUND aber nicht dazu führen, dass Menschen hungern und weitere Tropenwälder abgeholzt werden.
weltweite Windkraft:
"Bei der Windenergie kann nur ein gewisser Anteil des berechneten globalen technischen Potenzials als nachhaltig nutzbar angesehen werden. Der Beirat empfiehlt daher global etwa 140 EJ pro Jahr als langfristig erreichbaren Beitrag der Windenergie zu einer nachhaltigen Energieversorgung." Andere Experten sehen hier noch mehr Potentiale.
weltweite Solarenergie:
"Im Gegensatz zu allen anderen Formen erneuerbarer Energien sind die technischen und auch die nachhaltig nutzbaren Potenziale der Sonnenenergie vor dem Hintergrund aller Zukunftsprojektionen menschlichen Energieeinsatzes praktisch unbegrenzt."
weltweite Erdwärme:
"Erdwärme hat ein großes technisches Potenzial und steht im Gegensatz zu Sonnen- und Windenergie kontinuierlich zur Verfügung. Das nachhaltig nutzbare Potenzial wird vom Beirat dennoch bis 2100 nur sehr vorsichtig auf 30 EJ pro Jahr eingeschätzt." Quelle: http://www.wbgu.de/wbgu_jg2003.pdf

Den zerstörerischen Traum
von dauerhaftem, unbegrenzten Wachstum im begrenzten System Erde können allerdings auch die Alternativenergien nicht erfüllen. Wer den American Way of Life mit Energie- und Rohstoffverschwendung, mit Umwelt- und Innenweltverschmutzung auf den Rest der Welt übertragen will, der fährt diesen Planeten mit und ohne regenerative Energiequellen gegen die Wand. Mit Wind- und Sonnenenergie geht das dann nur ein wenig langsamer.
Axel Mayer BUND-Geschäftsführer, Freiburg
Nachtrag
Peak Oil im Rück- und Ausblick
Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung SES 21.1.2010
Anfang des Jahrhunderts war Peak Oil noch ein Fremdwort. Noch in den 1990er Jahren prognostizierte die IEA einen Ölpreis von 20 Dollar pro Barrel für das Jahr 2020. Heute ist Peak Oil Realität. Die Ölpreise fluktuieren in noch vor zehn Jahren undenkbaren Höhen. Die Auswirkungen davon werden einzig durch die gedämpfte Rohölnachfrage infolge der Weltwirtschaftskrise abgeschwächt. Doch Peak Oil ist erreicht und in den Medien und der Öffentlichkeit als Begriff gesetzt. Trotzdem wird das Thema von der Politik konsequent totgeschwiegen. Angesichts der dramatischen Öl-Abhängigkeit der Weltwirtschaft und des in den kommenden 10 Jahren absehbaren jährlichen Förderrückgangs sollte sie aber schon längst gehandelt haben.
Mehr Infos in englisch:
hier und hier
Nachtrag:
Das alternative Potenzial im Überblick
Europa und seine Nachbarn können sich vollständig ohne fossile und atomare Stromerzeugung versorgen.

In einem großräumigen Netz werden Schwankungen leicht kompensiert.
Von Island bis nach Saudi-Arabien und von der Ostseeküste bis nach Nordafrika stehen ganz unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung: Norwegen hat schon heute in seinen Speicherseen so viel Wasserkraft gespeichert, dass damit Deutschland drei Monate lang komplett mit Strom versorgt werden könnte. Mit der Schneeschmelze füllen sich die Seen jedes Frühjahr. Vor Marokko bläst der Nordwestpassat kontinuierlich, mit besonderer Stärke aber in den Sommermonaten – gerade dann, wenn an Nord- und Ostsee, vor England und der Bretagne Flaute angesagt ist. Dort wiederum ist im Herbst und Winter ein besonders hoher Windstromertrag zu erwarten. Das gesamte nördliche Afrika, Südspanien, Sizilien und Griechenland zählen zum so genannten Sonnengürtel der Erde. Dort lohnt es sich, mit solarthermischen Kraftwerken Strom zu erzeugen – und ins Zentrum Europas zu leiten. Biomasse kann vor allem in Zentral- und Osteuropa einen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Photovoltaik deckt in Deutschland derzeit nur 0,3 Prozent des Strombedarfs. Geothermie ist eine Option für die Zukunft, die momentan intensiv erforscht und gefördert wird.
Quelle: Natur und Kosmos
Nachtrag
Im Blickpunkt: Klimaschutz und Kernenergie
Das erfolgreiche Wachstum des heimischen Markts für erneuerbare Energien in den letzten Jahren hat deutschen Unternehmen eine herausragende Position im globalen Markt für diese Technologien verschafft. Am derzeitigen weltweiten Investitionsvolumen von rund 100 Mrd. Euro sind sie mit knapp 20% beteiligt. Geht man von weltweit ernsthaften Bemühungen zum Klimaschutz aus, wird sich der Weltmarkt für erneuerbare Energien bis 2020 verdrei- bis vervierfachen.
Deutschland hat Dank seiner führenden Position bei diesen Technologien beste Karten, daran mit einem Umsatzvolumen von 50 bis 70 Milliarden Euro pro Jahr zu partizipieren, was dann etwa 500 000 Arbeitsplätzen entspricht.
Diese Position lässt sich aber nur sichern, wenn das Wachstum des heimischen Marktes für erneuerbare Energien weiterhin so erfolgreich verläuft wie bisher. Eine Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken, möglicherweise noch in Verbindung mit dem Bau zu vieler neuer Kohlekraftwerke, würde die Chancen auf diese neuen zukunftsfähigen Leitmärkte für die deutsche Volkswirtschaft zunichte machen.
Vor diesem Hintergrund ist der (bis jetzt noch) politisch beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland ein außerordentlich kluger und wichtiger Schritt in Richtung des notwendigen raschen Strukturwandels in der Energieversorgung. Verbunden mit dem starken Wachstum von Wind- Sonnenenergie- Biomasse- und Erdwärmeanlagen ist Deutschland ein wichtiges Vorbild für andere Staaten. Als eine der bedeutendsten Volkswirtschaften hat Deutschland die einmalige
Chance, eine zukunftsfähige und klimaschutzverträgliche Energieversorgung zu schaffen und damit gleichzeitig volkswirtschaftlich erfolgreich zu sein.
Dr. Joachim Nitsch
Referent für Energie beim LNV
Sachverständiger für innovative Energiesysteme und Klimaschutz
Quelle: LNV 14.1.2019
Nachtrag:
Mit neuen Elektroheizungen wird die Energieverschwendung gezielt in die Höhe getrieben
"Mit neuen Atom- und Kohlekraftkraftwerken decken wir nur den wachsenden Bedarf" sagen die Energieversorgungsunternehmen. Gleichzeitig läuft eine bundesweite Werbekampagne für elektrische Direktheizungen und Nachtspeicheröfen.
Für diese teuere, umweltschädliche, für die Konzerne aber gewinnbringende Form der Energieverschwendung wird zur Zeit massiv geworben. So wird gezielt Energie verschwendet und "Bedarf" für neue Kraftwerke geschaffen, während Medien und Umweltbewegung über Energiesparlampen diskutieren.
hier">hier">hier">hier">hier">hier">hier
mehr Infos:
hier: Alle Infos zu Atomkraftwerken
hier: neue Kohlekraftwerke sind Klimakiller
hier: Wachstum und Wachstumskritik
hier: Klimawandel und Klimaschutz
hier: Mehr Infos Uranvorkommen / Uranvorräte
Wichtiger Nachtrag:
Der Beitrag der Atomenergie zur Weltenergieversorgung: Nur 2%
Die so genannte „friedliche Nutzung der Atomenergie“ wurde in den 1960er Jahren begonnen, erreichte ihren Höhepunkt etwa 1985 und ist seitdem rückläufig. Im Jahr 2008 ging weltweit nicht ein einziges Atomkraftwerk ans Netz. Die Atomenergie trägt heute nur rund 2% zur Gesamt-Energieversorgung der Menschheit bei. Warum eigentlich wird dieser 2%-Technik in der Politik noch eine so große Bedeutung beigemessen?
Der Beitrag der Erneuerbaren Energien: Schon 18%
Schon im Jahr 2006 deckten die Erneuerbaren Energien nach internationalen Statistiken 18% des weltweiten Gesamt- Energiebedarfs (REN 21). Und der weitere Ausbau geht unaufhörlich weiter und kommt mit großen Schritten voran. Die wachsende Konkurrenz um die knappen fossilen Energiequellen zwingt zum raschen Umstieg auf 100% Erneuerbare Energie. Übrigens: Die bisher in Deutschland installierten Windenergieanlagen produzieren zeitweise schon mehr Strom als alle deutschen Atomkraftwerke zusammen. Hinzu kommt noch der Strom aus Photovoltaik- und Biogasanlagen.
Die Welt-Energieversorgung
Mit einer 2%-Technik löst man das Klimaproblem nicht
Mit ihrem 2%-Anteil löst die Atomenergie weder das Energie- noch das Klimaproblem. Auch der Zubau neuer Atomkraftwerke kann an diesem geringen Anteil kaum etwas ändern: Selbst eine Vervierfachung der Atomkraftwerkskapazität bis 2050 – wie von der Atomindustrie in den Raum gestellt – könnte nur 6% zur angestrebten Halbierung der CO2-Emissionen beitragen (Szenario der Internationalen Energie Agentur, Juni 2008).
Die einzige Alternative: Wir steigen um auf 100% Erneuerbare Energien. Ein solches Energiesystem ist inzwischen ausgereift und in kurzer Zeit realisierbar.
Quelle: IPPNW