Diese Seite ausdrucken

Erdbeben & AKW Fessenheim? Lügt die EDF?

27.03.2003
An die Medien

Vor wenigen Tagen ging die Meldung durch die Medien, "Das AKW Fessenheim sei nach Ansicht der Betreiber erdbebensicher". Die atomfreundliche Landesregierung von Baden-Württemberg hatte auf eine Anfrage der GRÜNEN geantwortet. Die Tatsache, dass die EDF die "Erdbebensicherheit" schon in der Vergangenheit fälschlicherweise 24 Jahre lang behauptet hatte, war für die Landesregierung natürlich nicht erwähnenswert. Erst nach dem Jahr 2000 sollen nach Betreiberangaben alle Mängel an den sicherheitsrelevanten Anlageteilen behoben worden sein.

An der Erdbebensicherheit haben jetzt französische Umweltschützer massive Zweifel angemeldet. Wir senden Ihnen eine provisorische Übersetzung der französischen PE vom 26. Mai und auf Wunsch per mail auch das französische Orginal.

Wir können die Aussagen von Réseau Sortir du nucléaire selber noch nicht bestätigen und versuchen die Hintergrundinformationen zu beschaffen. Nachdem die Werbeabteilung der EDF es aber schon geschafft hat, die radioaktive Wolke von Tschernobyl am Rhein zu stoppen, halten wir fast alles für möglich. Die Werbeabeilungen von EDF / EnBW laufen zur Zeit auf Hochtouren, denn EDF / EnBW finanzieren den neuen Euroreaktor, für den Akzeptanz geschaffen werden muss.

Axel Mayer

"Sortir du nucléaire" (Atom-Ausstieg), Vereinigung von 650 Vereinen


Das Netz "Sortir du nucléaire" hat sich interne Unterlagen von EDF verschafft, die zeigen, dass die das seismische Risiko betreffenden Zahlen von der nuklearen Kontrollbehörde sehr in Frage gestellt werden.

Die Unterlagen zeigen klar, daß sich EDF aus rein finanziellen Gründen weigert, die notwendigen Maßnahmen zu verwirklichen. Seit Dezember 2002 betreibt die EDF Lobby-Arbeit, um die Position der Kontrollbehörde abzuschwächen. Sie versucht ihr immer wieder neue nachsichtigere Experten aufzuzwingen.

Auszüge der internen Dokumente von EDF:

  • " Man muss strategisch über den Köpfen der Experten agieren, um den Zwang aufzuheben"

  • " Eine Kommunikation hohen Niveaus zur DGSNR
  • ist erfordert "

  • " Sind Lobbying Handlungen oder Gegenfeuer durch andere Experten möglich? "

  • " Man muss einen Ausweg aus dieser Drohung finden "

  • " Besonders bedroht scheinen die Reaktoren von Bugey und von Fessenheim zu sein"

Die Bevorzugung der Rentabilität auf Kosten der Sicherheit ist klar ausgedrückt: " Es ist bei der DGNSR beschlossen worden, außer der technischen Debatte eine harte industrielle Position zu verteidigen".

Angesichts dieses Skandals sehr großen Umfanges verlangt das Netz "Sortir du nucléaire" die sofortige Schließung der AKWs Bugey und Fessenheim und die direkte Bereitstellung zweier Untersuchungskommissionen: Ein Parlamentausschuss, und eine aus unabhängigen Experten zusammengestellte Kommission.

  • Direction générale de la sûreté nucléaire et de la radioprotection (Generaldirektion für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz)

    Réseau " Sortir du nucléaire " : 06 64 100 333 (Stéphane Lhomme) Kopien der internen Dokumenten von EDF auf Anfrage

    Axel Mayer / Geschäftsführer

    Hier umfassende Infos:
    hier: Fessenheim Infos
    hier: Infos AKW und Atomgefahren
    hier: KKW und Klimaschutz
    hier: Uran, Öl, Gas und weltweite Energievorräte




    Dieser Artikel wurde 269 mal gelesen und am 7.6.2007 zuletzt geändert.
    Richtig wichtig! Ihnen gefällt diese Seite? Legen Sie doch einen Link:
    <a href="http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/erdbebensicheres-fessenheim.html">Erdbeben & AKW Fessenheim? Lügt die EDF?</a>