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Erklärung des Allmende-Forums zum Erntedank 2006

01.10.2006
ErnteDank - natürliche Vielfalt ohne Gentechnik!

Die Natur – in ihrer noch reichen Vielfalt – ist eine entscheidende Grundlage menschlichen Lebens und Wirkens. Zur Kultur gehören jene menschlichen Tätigkeiten, die Natur zu erhalten, zu nutzen und zu bebauen sowie für den Menschen bewohnbar zu machen. Die ausbeuterischen Aspekte der Kultur bewirken eine totale Unterwerfung der Natur und machen sie zur Ware. Die Folgen sind Monokulturen, soziale Entwurzelung, Raubbau an Ressourcen, kriegerische Auseinandersetzungen, Zerstörung von regions- und traditionsbestimmten Mensch-Natur-Beziehungen sowie globaler Klimawandel. Zur menschlichen Kultur gehört die Freiheit der Forschung. Diese darf jedoch nicht gegen das Gemeinwohl verstoßen. Sie berechtigt nicht dazu, BürgerInnen bzw. VerbraucherInnen gegen ihren Willen zu Versuchsobjekten zu machen oder die Umwelt freizugeben für nicht hinreichend kontrollierbare Experimente mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen. Dies geschieht aber bereits durch die Agro-Gentechnik. Angebliche Erfolge der Agro-Gentechnik für die Welternährung sowie bei der Verminderung des Pestizideinsatzes oder der Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze haben sich weitgehend als unwahr oder Irrtümer herausgestellt. Stattdessen sind erhebliche Risiken für die Menschen und große Gefahren für die biologische Vielfalt unbestreitbar, so u.a.

  • die nicht rückholbare Auskreuzung durch Pollenflug und Bienen beim Anbau genmanipulierter Organismen,

  • bereits nachgewiesene Erkrankungen von Tieren durch Gentechnik-Futter.


Ein Nebeneinander (sog. Koexistenz) von Agro-Gentechnik und gentechnikfreiem Anbau hat sich in der Realität als unmöglich erwiesen. Die Agro-Gentechnik zerstört nach und nach traditionelle Anbauweisen und vernichtet Arbeitsplätze. Forschung und Anwendung der Gentechnik dienen oft - wie z.B. beim Vitamin-A-Reis - als Türöffner für die weltweite Kontrolle der Nahrungsmittelproduktion durch transnationale Konzerne. Sie dienen weder der Bekämpfung des Hungers noch einer eigenständigen Landwirtschaft. Der Vielfalt der Natur entspricht eine Vielfalt der Kulturen. Dieses Erbe verpflichtet, den Auftrag zur Vielfalt ernst zu nehmen anstatt einer globalen Einheitskultur Vorschub zu leisten. Wenn die gegenwärtige Bundesregierung behauptet, ein Nebeneinander von ökologischer bzw. konventioneller Landwirtschaft einerseits und Agro-Gentechnik andererseits sei möglich, und gleichzeitig die Verursacher-Haftung zugunsten der Agro-Gentechnik in Frage stellt, lässt dies an ihrer Unabhängigkeit zweifeln. Wir alle sind mitverantwortlich für die zukünftige Ernte und auch für unsere Nachkommen.

Deshalb rufen wir alle Mitbürgerinnen und Mitbürger auf:

  • Setzen Sie sich praktisch ein gegen den Anbau gentechnisch veränderter Produkte, indem sie diese nicht kaufen!

  • Setzen Sie sich politisch ein für den Schutz und den pfleglichen Umgang mit dem Gemeinschaftsgut Natur – ohne gentechnisch veränderte Organismen!

  • Setzen Sie sich ein für gentechnikfreie Regionen - am Oberrhein und anderswo!


Denn für die Ernte dankbar sein bedeutet: Fürsorge zeigen für die kommende Saat!

Das Allmende-Forum wurde im Sommer 2006 gegründet, um dem ursprünglichen Allmende-Konzept wieder Gewicht zu verleihen. Allmende heißt Gemeinschaftsgut in gemeinsamer Verantwortung. Im Allmende-Forum arbeiten u.a. Menschen aus folgenden Organisationen zusammen: AGRO - Aktionsbündnis Gentechnikfreie Region Oberrhein; BLHV – Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband; BNN – Bundesverband für Naturkost/Naturwaren (Region Breisgau); BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein; ECOtrinova e.V.; Freiburger Kantstiftung; Greenpeace Gruppe Freiburg; Katholisches Bildungswerk Sölden


Dieser Artikel wurde 238 mal gelesen und am 23.1.2007 zuletzt geändert.
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