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Fledermäuse und Windenergie

29.07.2005
An die Freiburger Medien

BUND Regionalverband, Wilhelmstr.24a, 79098 Freiburg

0761/30383, bund.freiburgbund.net, www.bund-freiburg.de

Vor wenigen Wochen wurden die 44 toten Fledermäuse unter den Windrädern am Freiburger Rosskopf und insbesondere die erstaunlichen Funde am ersten Tag intensiv in der Öffentlichkeit diskutiert und auch aktuell sind Fledermäuse und Windräder wieder ein Thema. Der BUND forderte damals in diesem Zusammenhang neue Untersuchungen. Was wir damals nicht wussten, war die Tatsache, dass das Regierunspräsidium tatsächlich eine umfassende Studie in Auftrag gegeben und eine Zusammenfassung, als ersten Zwischenbericht, ins Internet gestellt hat.

Die Ergebnisse dieser zweiten umfangreichen Studie können evtl. zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen.


Zusammenfassend lässt sich also sagen,

dass in ca. 3 Monaten unter 32 Windrädern insgesamt 5 tote Vögel gefunden werden. Vermutlich waren es einige mehr, die nicht gefunden wurden. Aber vergleichen Sie dies mit der Anzahl von Vögeln, die eine Katze frißt die sich nicht nur im Haus aufhält. Diese für das Thema Vogelschutz und Windenergie wichtige Aussage war bisher für die Medien nicht von Interesse. Pro Windrad wurden in drei Monaten 1,25 tote Fledermäuse gefunden.

(1) Die toten Fledermäuse wurden zu fast 100 % an Anlagen im Wald gefunden

(2) Diese Totfunde stammen zu 90 % von warmen und windarmen Nächten

(3) 77 % der Totfunde sind Zwergfledermäuse

(4) 23 % der Totfunde gab es an einer einzigen Anlage im Wald

Besonders wichtig sind die Hinweise dieser Untersuchung auf standort- und witterungsabhängige sowie artspezifische Rahmenbedingungen. In warmen und windarmen Nächten sollten die wenigen Windräder im Wald abgestellt werden. Die Erkenntnisse der Studie lassen keinesfalls den Schluss zu, dass Windenergieanlagen an allen Standorten, zu jeder Tages-/Nachtzeit und für alle Fledermausarten eine Gefährdung darstellen. Bei der Mehrzahl der Anlagen und bei den meisten Wetterlagen stellen Windräder keine Gefahr für Fledermäuse dar.

Es muss alles getan werden um Fledermäuse zu schützen. Doch am Beispiel der Windräder, der Vögel und Fledermäuse wird (nicht nur) in Südbaden auch eine symbolische Verhinderungspolitik betrieben, denn die Kriterien, die für diese Arten gelten, gelten bei anderen Bauten, die die Vögel und Fledermäuse gefährden, nicht. Dort wo Vögel und Fledermäuse tatsächlich durch Bauten und Verkehrswege stark gefährdet werden, gibt es diese öffentliche Diskussion nicht.

In der südbadischen Politik wird die Pro Atompolitik der Landesregierung und der EnBW umgesetzt, die alles tun, um Windenergieanlagen zu verhindern.

Diese zweite Studie zum Thema Windenergie und Fledermäuse hat bisher kein öffentliches Interesse gefunden, denn sie lässt sich nicht zum Kampf gegen Windmühlen und eine nachhaltige Energieversorgung verwenden.

Axel Mayer


Dieser Artikel wurde 404 mal gelesen und am 22.1.2007 zuletzt geändert.
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