Froschschenkel essen: Tierquälerei & Ausbeutung der Dritten Welt
Der Verzehr von Froschschenkeln ist eine Tierquälerei und ein Beitrag zur Ausbeutung der Dritten Welt
Froschschenkel essen?
Durch eine erfolgreichen BUND-Aktion gegen den Verkauf von Froschschenkeln in einem Geschäft in Lahr wurden wir mit diesem wichtigen Thema konfrontiert. Es ist erstaunlich an wie viel Stellen zwischenzeitlich wieder Froschschenkel verkauft und in Lokalen zubereitet werden. Während viele Artenschützer bei den jährlichen Amphibienwanderungen Frösche und Kröten retten, werden diese nebenan im Restaurant verzehrt.
Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 14.02.2008 über die tierquälerischen Hintergründe der Froschschenkelproduktion: "In Indonesien und der Türkei werden die Frösche oft in ihrem natürlichen Lebensraum gejagt, bei lebendigem Leibe übers Messer gezogen, die Wirbelsäule durchtrennt, die Schenkel abgerupft. „Die Oberkörper leben bis zu drei Stunden weiter“. Das ist Schicksal von Millionen von Fröschen, deren tiefgekühlte Schenkel in jedem gut sortierten französischen Supermarkt zu kaufen sind. Drei Euro für 500 Gramm."Quelle: Süddeutsche Zeitung 14.02.2008
Auch der SPIEGEL 43/2000 berichtet erfreulich kritisch: "Bis zu 5000 Tonnen indonesischer Froschschenkel landen jedes Jahr in Europa - je nach Gewicht der Tiere sind das die Beine von 100 Millionen bis zu 250 Millionen Individuen. Die meisten sind Wildfänge, wie der Mainzer Biologe Michael Veith jetzt mit biotechnischen Methoden nachweisen konnte. Die Deklaration der Froschart auf der Verpackung stimme fast nie mit der Wahrheit überein. "Die indonesischen Behörden wissen nicht", sagt Veith, "welche Arten gefangen und verarbeitet werden." Frösche ließen sich nicht in so großem Stil auf Farmen züchten. Schon jetzt seien viele Froscharten in weiten Teilen Javas und Sumatras verschwunden. Massive Exporte hatten die Froschpopulationen in Indien, Pakistan und Bangladesch schon vor 15 Jahren einbrechen lassen."
Die Artenschützer des WWF zeigen die Gefahren der "Übernutzung" auf: "In einigen Teilen der Erde besonders in Ost- und Südostasien, aber auch in anderen tropischen Regionen hat die unkontrollierte Entnahme von Amphibien aus der Wildnis zur drastischen Reduzierung von Populationen geführt. Die Tiere werden dabei zum Verzehr, als Medizin und als Haustiere genutzt und international gehandelt. So importierte zum Beispiel die USA von 1998 bis 2002 fast 15 Millionen Amphibien und über 5.000 Tonnen Amphibienteile, die jeweils aus der Wildnis stammten. Ungefähr 4.000 Tonnen davon wurden für den Verzehr eingeführt. Die USA repräsentieren nur einen Teil des weltweiten Amphibienhandels, gelten aber weltweit als einer der Hauptimporteure von Froschschenkeln - fast 20 Prozent kommen aus Asien. Einer der Hauptexporteure von Froschschenkel ist Indonesien, die Mehrheit der Frösche stammt dabei aus der Wildnis. Im Jahr 2002 exportierten sie 3.800 Tonnen Froschschenkel. Mit mehr als 83 Prozent der indonesischen Froschschenkelexporte ist Europa der größte Abnehmer – jedoch ist derzeit keine Bedrohung für die betroffenen Arten bekannt. Nur wenige der gehandelten Amphibienarten werden durch internationale Vereinbarungen wie das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES kontrolliert, da schlichtweg noch zuwenig handelsspezifische Bedrohungsanalysen vorliegen. Neben der Gefahr der Übernutzung von Arten besteht durch den unkontrollierten Handel natürlich vor allem das Risiko, Amphibienkrankheiten weltweit auf andere Populationen zu übertragen." Quelle: WWF Globale Amphibienkrise
Aus diesen Gründen ist das Essen von Froschschenkeln eben nicht nur Tierquälerei sondern auch eine Ausbeutung der Dritten Welt. Viele der in Deutschland verzehrten Froschschenkel wurden zur Haltbarmachung radioaktiv bestrahlt, informiert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
Axel Mayer, BUND Regionalverband
Unten im Text finden Sie eine Vorlage für Protestschreiben, wenn in Ihrem Umfeld Froschschenkel verkauft oder im Restaurant angeboten werden sollten.
Mehr Infos:
Tierschutz, Artenschutz und Naturschutz
Natur- und Tierschutzorganisationen kritisieren die als grausam und tierquälerisch bezeichneten Schlachtungsmethoden der zum Verzehr genutzten Frösche. Oft wird dem lebendigen Frosch an einer feststehenden Messerklinge der Hinterleib von übrigen Rumpf abgetrennt. Der nicht verwendete Vorderteil des noch lebenden Tieres (Kopf und Rumpf mit Vorderbeinen) wird meist achtlos verworfen.
Problematisch ist auch die massenhafte Entnahme freilebender Froschlurche aus der Landschaft, zum einen unter Aspekten des Artenschutzes, zum anderen wegen Eingriffen in das „ökologische Gleichgewicht“. So wurde aus Bangladesch über auftretende Mückenplagen berichtet, nachdem man in großem Stil Frösche aus Reisfeldern und Sumpfgebieten weggefangen hatte. Dies wiederum machte den Einsatz großer Mengen Insektizide erforderlich. In Indien wurde der legale Handel mit Froschschenkeln 1987 eingestellt, unter anderem aus Tierschutz- und Artenschutzerwägungen. Allerdings existieren nach wie vor illegale Handelsströme aus Indien.
In Deutschland sind alle europäischen Arten der Amphibien, also auch alle Frösche, nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV), Anlage 1, sowie dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) „besonders geschützt“, sofern sie nicht schon „streng geschützt“ nach BNatSchG sind. Auch für den Lebensmittelhandel bedeutende außereuropäische Arten wie der in Farmen gezüchtete Nordamerikanische Ochsenfrosch (Rana catesbeiana bzw. Lithobates catesbeianus) und der oft wildgefangene Asiatische Ochsenfrosch (auch: Tigerfrosch; Hoplobatrachus tigerinus) sind nach BNatSchG besonders geschützt.
„Besonders geschützt“ bedeutet, dass die Vertreter dieser Art nicht gefangen, verletzt oder getötet werden dürfen. Allerdings deckt die Bestimmung nur den Geltungsbereich des Gesetzes, also Deutschland, ab. Die Einfuhr mancher Arten ist davon nicht betroffen, sofern sie nicht, wie etwa Hoplobatrachus tigerinus, durch internationale Schutzbestimmungen wie das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen erfasst sind.[8] Jedoch gilt hierzulande der Konsum von Froschschenkeln seit den 1980er-Jahren aufgrund von Tierschutzargumenten als weitgehend „kulturell geächtet“ und es besteht entsprechend eine relativ geringe Nachfrage. Quelle Wikipedia
Froschschenkel, eine kulinarische Abscheulichkeit!
Dr. Bruno Kolb, AG Bodensee Quelle: Tierschutz aktuell 1/2009
Muster für ein Protestschreiben
An die Geschäftsführung des "Hotels XXX" und die Zeitung "XXX"
(lässt sich problemlos auch auf Anschreiben an Geschäfte übertragen)
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie verkaufen Froschschenkel. Sind Sie und Ihre Kunden über die grausamen Tötungsmethoden der Frösche und die anderen Hintergründe informiert?
Hier eine Information für Sie. : Der Verzehr von Froschschenkeln ist eine Tierquälerei und ein Beitrag zur Ausbeutung der Dritten Welt
Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 14.02.2008 über die tierquälerischen Hintergründe der Froschschenkelproduktion: "In Indonesien und der Türkei werden die Frösche oft in ihrem natürlichen Lebensraum gejagt, bei lebendigem Leibe übers Messer gezogen, die Wirbelsäule durchtrennt, die Schenkel abgerupft. „Die Oberkörper leben bis zu drei Stunden weiter“. Das ist Schicksal von Millionen von Fröschen, deren tiefgekühlte Schenkel in jedem gut sortierten französischen Supermarkt zu kaufen sind. Drei Euro für 500 Gramm."Quelle: Süddeutsche Zeitung 14.02.2008
Auch der SPIEGEL 43/2000 berichtet erfreulich kritisch: "Bis zu 5000 Tonnen indonesischer Froschschenkel landen jedes Jahr in Europa - je nach Gewicht der Tiere sind das die Beine von 100 Millionen bis zu 250 Millionen Individuen. Die meisten sind Wildfänge, wie der Mainzer Biologe Michael Veith jetzt mit biotechnischen Methoden nachweisen konnte. Die Deklaration der Froschart auf der Verpackung stimme fast nie mit der Wahrheit überein. "Die indonesischen Behörden wissen nicht", sagt Veith, "welche Arten gefangen und verarbeitet werden." Frösche ließen sich nicht in so großem Stil auf Farmen züchten. Schon jetzt seien viele Froscharten in weiten Teilen Javas und Sumatras verschwunden. Massive Exporte hatten die Froschpopulationen in Indien, Pakistan und Bangladesch schon vor 15 Jahren einbrechen lassen."
Auch die Artenschützer des WWF zeigen die Gefahren der "Übernutzung" auf: "In einigen Teilen der Erde besonders in Ost- und Südostasien, aber auch in anderen tropischen Regionen hat die unkontrollierte Entnahme von Amphibien aus der Wildnis zur drastischen Reduzierung von Populationen geführt. Die Tiere werden dabei zum Verzehr, als Medizin und als Haustiere genutzt und international gehandelt. So importierte zum Beispiel die USA von 1998 bis 2002 fast 15 Millionen Amphibien und über 5.000 Tonnen Amphibienteile, die jeweils aus der Wildnis stammten. Ungefähr 4.000 Tonnen davon wurden für den Verzehr eingeführt. Die USA repräsentieren nur einen Teil des weltweiten Amphibienhandels, gelten aber weltweit als einer der Hauptimporteure von Froschschenkeln - fast 20 Prozent kommen aus Asien. Einer der Hauptexporteure von Froschschenkel ist Indonesien, die Mehrheit der Frösche stammt dabei aus der Wildnis. Im Jahr 2002 exportierten sie 3.800 Tonnen Froschschenkel. Mit mehr als 83 Prozent der indonesischen Froschschenkelexporte ist Europa der größte Abnehmer – jedoch ist derzeit keine Bedrohung für die betroffenen Arten bekannt. Nur wenige der gehandelten Amphibienarten werden durch internationale Vereinbarungen wie das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES kontrolliert, da schlichtweg noch zuwenig handelsspezifische Bedrohungsanalysen vorliegen. Neben der Gefahr der Übernutzung von Arten besteht durch den unkontrollierten Handel natürlich vor allem das Risiko, Amphibienkrankheiten weltweit auf andere Populationen zu übertragen." Quelle: WWF Globale Amphibienkrise
Aus diesen Gründen ist das Essen von Froschschenkeln eben nicht nur Tierquälerei sondern auch eine Ausbeutung der Dritten Welt. Viele der in Deutschland verzehrten Froschschenkel wurden zur Haltbarmachung radioaktiv bestrahlt, informiert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Sollten Sie weiterhin Froschschenkel verkaufen, sehen wir uns gezwungen Ihre Kunden und die Medien zu informieren.
Mit freundlichen Grüßen
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