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26. 4. 1986 tschernobyl - Ronald Euler

nix isch passiert
wenn schunn
isch ’s nitt so schlimm
de stress màcht krànk
sawe se
un lije ’s blo vom himmel

de kàhle kinnerkepp
fröwe unsri stumm seel
wàs los isch
un schlicke ’s wittersch enà
un schnüfe ’s dà un nàcht in

’s gitt kën enüss

làngsàm un sicher
nawt ’s ’ne de knoche àb
sückelt ’s ’ne de sàft eweg

frieh odder spot
schlàt ’s ’ne de zukunft zegrund

unsre krebbs
un krippel
kinn

awwer diss isch ’ne gràd schissegàl
de atomhinn

’s
isch
jo
bloß
e
beeser
tràm

Ronald Euler
Ó winter 2006


26. 4. 1986 tschernobyl

nichts ist passiert
wenn schon
ist es nicht so schlimm
der stress macht krank
sagen sie
und lügen das blaue vom himmel

die kahlen kinderköpfe
fragen unsere stumme seele
was los ist
und schlucken es weiter hinab
und atmen es tag und nacht ein

es gibt kein hinaus

langsam und sicher
nagt es ihnen die knochen ab
säugt es ihnen den saft weg

früh oder spät
schlägt es ihnen die zukunft zugrunde

unseren krebs
und krüppel
kindern

aber das ist ihnen gerade scheißegal
den atomhunden

es
ist
ja
bloß
ein
böser
traum

Ronald Euler
Ó winter 2006




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Dieser Artikel wurde 571 mal gelesen und am 30.11.2007 zuletzt geändert.
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