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Gemeinsame Erklärung zu den Castor Transporten

26.03.2001
CSFR Comité pour la Sauvegarde de Fessenheim et de la Plaine du Rhine, BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein
(deutsche Übersetzung)

Seit über zwei Jahrzehnten engagieren sich CSFR und BUND gegen die Gefahren der Atomenergie. Die regionalen Erfolge in Wyhl (D), Gerstheim (F) und Kaiseraugst (CH) sind Geschichte. Tschernobyl und Harrisburg haben gezeigt, dass wir uns auch in Zukunft wehren müssen. Die zunehmenden Alterungsprobleme des AKW`s in Fessenheim zeigen deutlich, dass eine Betriebsdauer von 30 Jahren für ein AKW unverantwortlich ist.

In der aktuellen Debatte um die Castortransporte wird öffentlich wieder viel Falsches gesagt, und die international arbeitende Atomlobby versteht es geschickt, Franzosen und Deutsche gegeneinander auszuspielen. Die Paten der Atomwirtschaft in der Politik in Frankreich und Deutschland freuen sich auch über den gut inszenierten Streit zwischen GRÜNEN und Anti-Atombewegung. Teile, herrsche und verdiene ist ein altes Politikprinzip.

Hier unsere gemeinsame Erklärung zu den anstehenden Castortransporten:

Wir lehnen diese Transporte ab:

Frankreich darf auf Dauer nicht zum Endlager für Deutschen Atommüll werden! Doch eines wird gerne verschwiegen: Die aktuellen Rücktransporte aus La Hague nach Gorleben ermöglichen erst neue deutsche Atomtransporte in die französische Wiederaufarbeitungsanlage. Verantwortlich für diese Verträge zur weiteren Wiederaufarbeitung ist die alte CDU-FDP Bundesregierung.

Unser friedlicher Protest gegen die Castortransporte ist vor allem auch ein Protest gegen die unglaubliche radioaktive Verseuchung der Luft und des Meeres in La Hague, ein Protest gegen die Nutzung und die Gefahren der Atomenergie in Deutschland und Frankreich und hier regional insbesondere gegen das altersschwache, zunehmend gefährliche AKW in Fessenheim.

Studien zeigen:

Die radioaktiven Emissionen der Wiederaufarbeitungsanlage, d.h. auch der deutsche, nicht nur der französische Atommüll, verdreifacht um La Hague die Leukämierate der Bevölkerung zwischen 0 und 25 Jahren.

In La Hague wird das Atommüllproblem vergrößert, nicht verkleinert. Radioaktiver Müll bleibt radioaktiver Müll. Für das anfallende Plutonium gibt es nur zwei Verwendungszwecke: Gefährlich strahlende MOX-Brennelemente und Atombomben.

Wir sehen und kritisieren das viel zu vorsichtige und jederzeit umkehrbare Bemühen um den Atomausstieg im deutschen Parlament. In Frankreich wäre so ein Beschluss allerdings schon ein Fortschritt. Wir bezweifeln aber, dass Entscheidungen wie ein Ausstiegsbeschluss nur im Parlament gefällt werden. Aktuelle Parteispenden- und Korruptionsskandale in Frankreich und Deutschland zeigen nur einen kleinen Teil der außerparlamentarischen Einflussmöglichkeiten der Wirtschaft auf die Politik. Der undemokratische Einfluss der Wirtschaft und der Energieversorgungsunternehmen auf die Politik und auf Teile der Medien nimmt zu. Unser Vertrauen in die Politik schwindet. Dem setzen wir unseren BürgerInnenprotest entgegen.

Wenn die AKW`s tatsächlich abgeschaltet sind, werden wir Lösungen für das Atommüllproblem finden müssen. Wenn unser friedlicher Protest zu früh nachlässt, werden wir über den Tisch gezogen.

Jean Jaques Rettig (CSFR), Axel Mayer (BUND Regionalverband)


Dieser Artikel wurde 353 mal gelesen und am 16.1.2007 zuletzt geändert.
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