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Jodtabletten und Atomunfall

14.01.2004
An die Medien in Freiburg


Bei einem jederzeit möglichen Atomunfall im grenznahen AKW Fessenheim soll jetzt in Zukunft auch an die Freiburger Bevölkerung Jodtabletten verteilt werden. Diese Jodtabletten werden aber nicht direkt an die Bevölkerung verteilt. Bezahlt werden sollen diese Jodtabletten auch nicht von den AKW Betreibern EDF und EnBW, sondern von den SteuerzahlerInnen, da das AKW Fessenheim in Frankreich steht.

Das Regierungspräsidium hat zum Thema Katastrophenschutz, der heutzutage verharmlosend Notfallschutz genannt wird, eine hübsche Broschüre herausgegeben.

Dort steht auf Seite 7:

"Die bei einem solchen Ereignis im Kernkraftwerk freigesetzten radioaktiven Stoffe werden vor allem mit der Luft transportiert. Der Verbleib in den Häusern bietet gegen Strahlung einen beträchtlichen Schutz."

Wenige Seiten weiter steht dann: "Kaliumjodtabletten werden vorrätig gehalten. Nach einem erfolgten Aufruf über den Rundfunk oder nach entsprechenden Lautsprecherdurchsagen können Sie diese Tabletten bei den Ausgabestellen Ihres Wohnortes abholen..."

Die Bevölkerung soll also bei einem Atomunfall im sicheren Haus bleiben und gleichzeitig die Jodtabletten von den zentralen Sammelstellen abholen. Wie bitte soll das gehen?

Der einzige Schutz der Bevölkerung sind nicht die Jodtabletten, sondern das schnelle Abschalten des Atomkraftwerks das auch für die EnBW Strom liefert.

Mehr Infos zum Thema Katastrophenschutzplan finden Sie und Ihre LeserInnen unter:
Katastrophenschutzplan für das Kernkraftwerk Fessenheim: Eine Kritik

Axel Mayer


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