Diese Seite ausdrucken

Kaiserstuhl: Natur, Umwelt, Reisen, Wandern und Weinbau - Eine BUND Information









Der Kaiserstuhl: Eine südliche Wärmeinsel am Oberrhein

Zwischen Schwarzwald und Vogesen,
wenige Kilometer von der "heimlichen Ökohauptstadt" Freiburg entfernt, liegt inmitten der Rheinebene ein kleines lößbedecktes Vulkangebirge, der Kaiserstuhl. Eine reizvolle Kultur- und Naturlandschaft, ein Urlaubs- und Wanderziel, das auch berühmt für seine Weine ist.


Wer auf dem Weg nach Süden Richtung Basel fährt,

sieht kurz vor Freiburg im Westen die sanfte Silhouette des kleinen Gebirges, das sich wie eine Insel aus der breiten Ebene zwischen Schwarzwald und Vogesen erhebt. Die südliche Lage und die besondere klimatische Situation führen dazu, dass dieses Gebiet die sonnenreichste und wärmste Landschaft in Deutschland ist, mit einer einzigartigen Flora und Fauna.

Bienenfresser, Gottesanbeterin, Smaragdeidechse, Diptam und Küchenschelle
gehören zu den seltenen Tieren und Pflanzen, die am Kaiserstuhl vorkommen. Im Frühling blühen die Kirschbäume der Ebene und auf den Trockenrasen des Badbergs und der Mondhalde die Küchenschellen und Orchideen. Gemeinsam sind die Naturschützer der verschiedenen Verbände dabei, die Lebensräume dieser Raritäten zu schützen und zu erhalten, eine auch am Kaiserstuhl nicht immer leichte Aufgabe. Im Winzerdorf Bahlingen und am Nördlichen Kaiserstuhl sind BUND-Gruppen im praktischen Naturschutz engagiert. Harte körperliche Arbeit ist hier manchmal gefragt, und wer die langjährige BUND-Aktive Ulrike Friedrich mit Sense oder Kettensäge am steilen Lößhang sieht, um wertvollste Biotope am Sasbacher Limberg zu erhalten, kann nur staunen über dieses Engagement.

Am südlichen Kaiserstuhl, im Rathaus Ihringen, liegt das "Naturzentrum Kaiserstuhl", das für Einheimische und Touristen ein schönes, anspruchsvolles Programm herausgibt und Führungen organisiert.

Der Weinbau prägt die Landschaft
und tatsächlich ist der sonnenverwöhnte Kaiserstuhl mit rund 4400 ha Reben das größte Anbaugebiet in Baden. Noch immer wird der größte Teil des Weins konventionell angebaut und Weingüter wie das von Reinhold und Cornelia Schneider in Endingen erzeugen Spitzenweine. Doch auch bei den Winzergenossenschaften beginnt langsam ein vorsichtiges Umdenken. So produziert und vermarktet der Badische Winzerkeller in Breisach mit seinen zahlreichen ECOVIN – Mitgliedern die wohl größte Menge an Bio-Wein in Deutschland.

Bio-Wein,
das steht für eine Weinproduktion ohne synthetische Gifte und Kunstdünger, und für die Einbindung des Weinbaus in eine reichhaltige Fauna und Flora. Öko-Wein bedeutet aber auch einen wesentlich größeren Arbeitseinsatz der Winzerinnen und Winzer. So ist jede konsumierte Flasche Öko-Wein ein genussvoller Beitrag für die Natur und Kulturlandschaft. Auch das Ökoweingut Trautwein im Winzerdorf Bahlingen produziert Bio-Wein und -Sekt von höchster Qualität. Der Chardonnay der engagierten Winzerfamilie erhielt in drei aufeinander folgenden Jahren bei internationalen Verkostungen im Burgund eine Silbermedaille. In Eichstetten, einer Gemeinde mit einer Vielzahl von Bio Betrieben, bietet das Öko-Weingut Rinklin auch Ferienwohnungen an.

Die Kaiserstühler Geschichte
ist wie die Geschichte überall von demokratischen Phasen des Aufbruchs, von Friedenszeiten mit Wohlstand und von finsteren, undemokratischen Zeiten mit Kriegen und bitterer Armut geprägt. Ein demokratischer Geschichtsstrang am Kaiserstuhl beginnt bei den Aufständen der Bauernkriege gegen die Obrigkeit. Im Laufe der Geschichte versuchte die Klosterherrschaft Tennenbach immer wieder, die Leibeigenschaft auch auf die freien Bauern im Dorf Kiechlinsbergen auszudehnen. Eine Folge davon dürfte auch der entschiedene Einsatz der Kiechlinsberger im Bauernkrieg gewesen sein. Nach Kiechlinsbergen nannte sich der Haufen des nördlichen Kaiserstuhls, und 13 Kiechlinsberger wurden nach 1525 als Rädelsführer gesucht. Der demokratische Geschichtsstrang geht weiter mit der "Kommune in Amoltern", mit der demokratischen Revolution 1848 und endet (vorläufig) beim Widerstand gegen das Bleichemiewerk in Markolsheim und das AKW in Wyhl.
Undemokratisch, dunkle Zeiten waren u.a. die Zeit der Hexenverbrennung (Anna Trutt / Schniedewind 1751), die Zeit der Judenverfolgung (Die unschuldigen Kinder von Endingen), und die Wahlergebnisse von 1933 am damals bitterarmen Kaiserstuhl (Daubmann Geschichte). Katholische Gemeinden am Kaiserstuhl gehörten lange zu Vorderösterreich und zum Hause Habsburg, die evangelischen Gemeinden zur Markgrafschaft. Der "herrschaftliche" Teil der Geschichte wird im Endinger Vorderösterreich-Museum ausführlich dargestellt.

Der kleine Ort Wyhl,
der den Kaiserstuhl bei Umweltschützern berühmt machte, liegt genau genommen wenige Kilometer nördlich am Rhein. In Wyhl wurde 1975 mit einer Bauplatzbesetzung ein Atomkraftwerk verhindert. Hier, im Wyhler Auewald, liegen wichtige Wurzeln der Umweltbewegung und des BUND. Für Naturliebhaber sehens- und besuchenswert sind die kleinen verbliebenen Reste der ursprünglichen Auewälder entlang des Rheins. In Teilbereichen ist der liebevolle Begriff "Rheinwalddschungel" für dieses Gebiet mit seinen Lianenwäldern, mit Eisvogel, Pirol, Graureiher und Kormoran, mit Grasfrosch, Gelbbauchunke, Ringelnatter und Prachtlibelle tatsächlich nicht übertrieben. Die geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz am Rhein ökologisch zu optimieren gehört zu den großen aktuellen Aufgaben des BUND. Von Breisach, der Stadt mit dem alten Stephansmünster, über das historische Städtchen Burkheim, von Sasbach über Wyhl bis zum bekannten Naturschutzgebiet Taubergießen, lassen sich diese Erinnerungsstücke an die ansonsten dem "Fortschritt" geopferten Rheinwälder zu Fuß und mit dem Fahrrad erkunden.

Eines von vielen lohnenden Zielen
ist neben Breisach und Burkheim das kleine Städtchen Endingen am Nördlichen Kaiserstuhl. Wenn Zerstörungsprozesse langsamer ablaufen als anderswo, dann bleibt manchmal sogar eine schöne, vorderöstereichische Altstadt in Teilen erhalten. In Endingen bietet es sich an, in den "Gässli", den schmalen Gassen der Altstadt zu bummeln und zu schlendern. Wenn der schöne alte Marktplatz in Zukunft von den parkenden Autos befreit ist, kommen das historische Rathaus, die Patrizierhäuser und die Kornhalle noch besser als heute zur Geltung. Im "Städli" findet sich auch die badische Küche in ihren vielfältigen Variationen, von der noblen Ratsstube, dem gutbürgerlichen Schützen bis zum Kellergewölbe der Dielbuck-Schänke mit den leckeren örtlichen Spezialitäten, dem Zwiebel- und Flammenkuchen. Im Sommer bietet sich der "naturtrübe" Erleweiher als
Badesee an und das dunkle, lange Erleloch (ein Tunnel zwischen zwei Tälern) ist nicht nur für Kinder ein spannendes Erlebnis.

Mensch, Natur, Umwelt, Reisen, Wein und Weinbau: Endingen, Amoltern, Königsschaffhausen, Kiechlinsbergen, Burkheim, Vogtsburg, Achkarren, Bickensohl, Bischoffingen, Oberbergen, Oberrottweil, Niederrottweil, Schelingen, Breisach, Riegel, Bahlingen, Eichstetten, Bötzingen, Wasenweiler, Ihringen, Jechtingen, Sasbach, Leiselheim






Der Kaiserstuhl
ist mit der Bahn über Freiburg und Riegel hervorragend zu erreichen. Vor der Tür liegen Schwarzwald und Vogesen. Mit der Regiokarte, die manchmal auch von den örtlichen Fremdenverkehrsämtern oder den Hotels und Privatunterkünften abgegeben wird, kann die Region mit dem ÖPNV erkundet werden, denn um den ganzen Kaiserstuhl führt eine Bahnlinie. Das kleine Vulkangebirge ist auch ein ideales Wander- und Fahrradgebiet, ein mehrtägiger Aufenthalt lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Wie in allen schönen Gebieten Deutschlands mit verbliebener Restnatur braucht es sowohl von den Einheimischen als auch von den Gästen viel Sensibilität und Rücksichtnahme. Wenn dies gegeben ist, erschließt sich für den einen ein faszinierendes Stück Heimat und für den anderen ein Urlaubsort, der das Wiederkommen wert ist.

Mensch, Natur, Umwelt: Der gefährdete Kaiserstuhl
ist leider auch Realität. Die Zeit der landschaftszerstörenden Großflurbereinigungen ist zwar schon lange vorbei und die Naturschützer haben mit ihrer Kritik am damaligen Gigantismus Recht behalten. Immer noch bringen Pflanzengifte und Düngung große Probleme für das Grundwasser am Kaiserstuhl. Deutlich wird das an der Schadstofffahne im Abstrom des Kaiserstuhls und an der Tatsache, dass Gemeinden wie Endingen und Sasbach für teures Geld neue nitratärmere Trinkwasserbrunnen erschließen mussten. Doch die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Grundwasser war und ist am Kaiserstuhl leider kein Thema. Die Globalisierung mit zunehmendem internationalem Konkurrenzdruck macht auch den Winzern zu schaffen. Aus diesem Grund wurde und wird der Maikäfer am Kaiserstuhl auch massiv mit Gift und Hubschrauber bekämpft. Darunter leidet die Artenvielfalt mit der die Fremdenverkehrsämter so gerne für das Naturparadies Kaiserstuhl werben. Die verheerenden Auswirkungen der Gifteinsätze der 50er Jahre auf Mensch, Natur und Umwelt sind vergessen und verdrängt.

Selbst Artikel wie dieser über das "Naturparadies Kaiserstuhl"
gefährden die Region. Dreißig Jahre Wetterbericht aus Hamburger Sicht führen dazu, dass immer mehr Menschen im deutschen Sonnengürtel, im "Paradies am Oberrhein", leben wollen. Während an anderen Stellen der Republik die Bevölkerung bereits abnimmt, boomt und wuchert die Region zwischen Schwarzwald und Vogesen, die zusätzlich auch noch im europäischen Wachstumsgürtel, der sogenannten " blauen Banane" liegt. Kleine Kaiserstuhlgemeinden wie Endingen wachsen viel zu schnell und die Stadt Freiburg streckt ein Siedlungsband Richtung Breisach. Das Gebiet westlich des Kaisertuhls leidet unter dem zunehmenden europäischen Transitverkehr. Dazu kommt eine umweltbelastende französische Schwerindustriezone entlang des Rheins und das alternde EDF / EnBW - Atomkraftwerk Fessenheim.

Die Kaiserstühler Umweltbewegung
hat sich vielleicht ein wenig zu lange auf den Erfolgen von Marckolsheim und Wyhl ausgeruht. Noch gehört das Kerngebiet des Kaiserstuhls tatsächlich zu den schönsten und wertvollsten Kultur- und Naturlandschaften Deutschlands, mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Doch es scheint weltweit ein Nivellierungsprinzip zu geben, nach dem die wertvollen, einzigartigen Landschaften so lange vermarktet werden, bis aus Schönheit Mittelmaß wird. Es gilt die Landschaft am Kaiserstuhl zu bewahren und zu beschützen. Ein "Rühr mich nicht an" - Naturmuseum Kaiserstuhl in einer zersiedelten, unter die Räder des europäischen Transitverkehrs gekommenen Region Oberrhein aber kann nicht das Ziel der Entwicklung sein. Wenn die Gesellschaft insgesamt nicht nachhaltiger wird, dann haben auch die letzten schönen Nischen wenig Chancen.

Wandern und Radfahren am Kaiserstuhl
Der Kaiserstuhl ist ein ideales Ziel für Wanderer und Radfahrer. Vom kurzen Spaziergang bis zur Tageswanderung sind alle Touren in diesem kleinen Vulkangebirge möglich. (die Beschreibung einiger Wanderwege finden Sie unten auf dieser Seite) Rebterrassen, die wenigen vom "Fortschritt" verschonten Hohlwege, die Trockenrasengebiete des Inneren Kaiserstuhls und lichte Laubwälder bieten sich als Wanderziele an. Das nahe Elsass, Freiburg und selbst das bekannte Naturschutzgebiet Taubergiessen sind mit dem Fahrrad gut zu erreichen.

Wer gegen den heutigen Trend nicht "gereist werden will"
sondern selbstständig eine neue Landschaft erkundet, braucht eine gute Wanderkarte. Die Karte des Schwarzwaldvereins im Maßstab 1:50 000 ist ein idealer Wegbegleiter. Wanderwege und Radwege sind gut beschildert. Ärgern Sie sich nicht wenn Sie bei Ihren Touren keine Gottesanbeterin und keinen Bienenfresser sehen. Warum sollte es Ihnen anders gehen als der Mehrzahl der Einheimischen? "Der Tourist zerstört das, was er sucht, indem er es findet" sagt Hans Magnus Enzensberger und beschreibt damit eines der zentralen Probleme des Tourismus überall auf der Welt. Versuchen Sie also nicht in Ihrem Urlaub alle seltenen Pflanzen und Tiere am Kaiserstuhl aufzuspüren.

Reisezeit Kaiserstuhl
Der Kaiserstuhl ist ein Reiseziel für jede Jahreszeit. Sonnen- und Wärmeliebhaber kommen in der Zeit der Sommerferien auf ihre Kosten. Dann bieten sich auch die vielen Baggerseen um den Kaiserstuhl und der hübsche, naturtrübe Erleweier in Endingen zum Baden an. Wenn im Winter der Schnee die Vogesen und den Schwarzwald bedeckt ist der Kaiserstuhl zumeist schneelos und lädt zu langen Winterspaziergängen und zum gemütlichen Einkehren ein. Am schönsten aber sind am Kaiserstuhl sicher der blütenreiche Frühling und der Herbst. André Weckmann, der große elsässische Dichter und Autor beschreibt die klaren Tage der Erntezeit des Herbstes nicht zu Unrecht als schönste Jahreszeit am Oberrhein.

Axel Mayer, BUND Geschäftsführer in Freiburg, Kreisrat im Kreistag Emmendingen, lebt in Endingen (Text und Bilder)


Wiesen und Orchideen am Kaiserstuhl




  • Ein Paradies für Wanderer und Naturfreunde

  • voller ungewöhnlicher Pflanzen und Tiere

  • in wunderschöner Landschaft


  • Sie verdienen Schutz und Pflege!


    Die Wiesen
    Relikte einer alten Wirtschaftsweise

    Auch am Kaiserstuhl ist die Intensivierung und Spezialisierung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzenten nicht vorübergegangen. Früher hier waren Viehhaltung und damit die Nutzung von Wiesen und Weiden weit verbreitet. Nach einer Zählung von 1931 gab es damals in den Kaiserstuhlorten rund 10000 Rinder, 1600 Pferde und 2500 Ziegen. Die Fläche der Wiesen war in den Kaiserstuhlgemeinden größer als die der Rebflächen. Heute dominiert dagegen der Anbau von Wein und Obst. So wurden auch im Zuge der großen Flurbereinigung der 70er Jahre Wiesenflächen in Rebgelände umgewandelt, und abgesehen vom inneren Kaiserstuhl sind Wiesen heute fast völlig verschwunden.

    Wiesen brauchen Schutz

    Diese Entwicklung dürfte jedoch abgeschlossen sein. Die Wiesenhänge im zentralen Kaiserstuhl sind für den Wein zu steil, zu flachgründig oder klimatisch nicht günstig. Die wertvollsten Gebiete wurden - teils großflächig - unter Naturschutz gestellt. So finden sich heute im Gebiet des Badbergs und des Haselschacher Bucks um Alt-Vogtsburg große zusammenhängende, geschützte Wiesenflächen; in der kleinräumig gekammerten Landschaft nördlich von Schelingen sind dagegen zahlreiche kleinere Wiesenhänge mit Wäldchen, Gebüsch und Rebterrassen zu einem reizvollen Mosaik verzahnt.

    Wiesen brauchen Pflege

    Während die Kaiserstühler Wiesen früher als Mähwiesen oder als Weidegelände genutzt und dadurch offengehalten wurden, gibt es diese Form der Nutzung heute kaum noch. Ohne regelmäßige Nutzung werden die Wiesen jedoch zur Brache, und langfristig holen sich Gebüsch und Wald diese Flächen zurück.

    Wenn wir den Artenreichtum und die Schönheit der Wiesen erhalten wollen, müssen sie daher gemäht werden. Die Erhaltung der wertvollen Landschaft sollte uns diesen Preis wert sein. So werden die Flächen von Aktiven der Umweltverbände (Schwarzwaldverein, BUND, NABU), von Pflegetrupps der Naturschutzbehörden oder über Pflegeverträge von Landwirten gemäht. In jüngster Zeit werden zur Offenhaltung auch Versuche mit Ziegen-Beweisung durchgeführt. Durch Unterschiede in Art und Zeitpunkt der Pflege ergibt sich eine Vielfalt der Vegetationsstruktur, die wichtig ist, um möglichst vielen Arten das Überleben zu ermöglichen.

    Es ist zu hoffen, dass mit der Einsicht der Besucher, mit dem Engagement freiwilliger Helfer, unter Beteiligung bereitwilliger Landwirte und mit öffentlicher Förderung die Pracht der Kaiserstühler Wiesen auch für die Zukunft erhalten werden kann.



    Warum die Kaiserstühler Wiesen etwas Besonderes sind

    Die großen Wiesenflächen an den Hängen des zentralen Kaiserstuhles gehören zum Schönsten und Wertvollsten, was der Kaiserstuhl dem Naturfreund zu bieten hat. Vom Vorfrühling bis in den Herbst hinein – mit Höhepunkt im Mai und Juni - findet sich hier Blumenleben in erstaunlicher Vielfalt. Pflanzen, die anderswo verschwunden sind, kommen hier noch zahlreich vor. Die Wiesenflächen färben sich in buntem Vielerlei und die Palette ändert sich von Woche zu Woche. Neben auffälligen und bekannten Arten gibt es versteckte und seltene Schönheiten, Kostbarkeiten für den Spezialisten. Kurzum: für jeden, der Blumen liebt, ein Paradies, wie man es in Mitteleuropa nur noch selten findet.



    Trocken, warm und mager

    Wärme und Trockenheit sind kennzeichnend für die Wiesen des Kaiserstuhles. So sind hier Arten charakteristisch, die ihre Hauptverbreitung im Süden haben. Dazu gehören die meisten der Orchideenarten, für die der Kaiserstuhl bekannt ist.



    Wichtig ist auch das Fehlen von Düngung und damit die Magerkeit des Bodens. So wachsen hier auch Arten, die in unserer „überdüngten“ Landschaft und auf Intensivwiesen nicht leben können. Das Ergebnis ist eine faszinierende Artenfülle, zunächst von Pflanzen, dann aber auch von Tieren, die von den Pflanzen leben oder ähnliche Lebensraumansprüche haben.


    Diese Information wurde erstellt vom
    BUND für Umwelt und Naturschutz
    Deutschland (BUND),
    Regionalverband Südlicher Oberrhein,
    und gefördert durch
    PLENUM Naturgarten Kaiserstuhl.

    Idee und Text: Frank Baum, BUND
    Fotos: Frank Baum, Gabi Krumm,
    Axel Mayer, Andreas Probst

    Kontakt & weitere Informationen:

    Naturgarten Kaiserstuhl

    BUND Regionalverband Südl. Oberrhein
    Wilhelmstraße 24a
    79098 Freiburg
    www.bund-freiburg.de

    global denken, lokal spenden

    BUND Regionalverband
    Südwestbank Freiburg
    Kto-Nr. 601 021 002
    BLZ: 600 907 00



    Löß und Hohlwege



  • Hohlwege

  • Böschungen

  • Steilwände


  • durch Mensch und Wetter in Jahrhunderten gestaltet

  • heute Wahrzeichen der Kaiserstühler Wein- und Erholungslandschaft

  • wertvoller Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt




  • Löß & Hohlwege am Kaiserstuhl


    Löß ist ein eigenartiges „Lockergestein“, das fast den gesamten Kaiserstuhles in bis zu 30 m dicker Schicht überdeckt. Auch in anderen Gebieten Deutschlands gibt es Löß, aber nirgends in solcher Mächtigkeit. So hat der Löß für das Bild der Kaiserstuhllandschaft, für ihre Natur und ihre Nutzung ganz besondere Bedeutung.

    Wie ist Löß entstanden, aus was besteht er und was sind seine Eigenschaften?

    Löß ist nicht sehr alt: Er entstand während der Eiszeiten als Ablagerung von feinem Staub, der durch Stürme aus der spärlich bewachsenen Rheinebene herangeweht wurde. Der Zusammensetzung des Rheinschotters entsprechend handelt es sich um eine Mischung aus feinsten Körnchen von Sand und Kalk. Löß ist ein Sediment, das über die Luft herangetragen wurde, ein „äolisches Sediment“.

    Löß ist fruchtbar: Die Mischung aus quarzhaltigen Teilchen und Kalk sorgt für Mineralienreichtum, gute Durchlüftung und Fähigkeit zur Wasserrückhaltung. Löß ist daher eine hervorragende Grundlage für den Weinbau sowie für das Vorkommen zahlreicher Wildpflanzen, die für den Kaiserstuhl so charakteristisch sind.



    Löß ist stabil: Obgleich sich Löß zwischen den Fingern zu mehligem Pulver zerreiben lässt und man in Lößwände leicht Höhlen graben kann, ist gewachsener Löß – auch in Form steiler Wände – sehr stabil. Wird er dagegen umgelagert, verliert er die Standfestigkeit und kann nach langen Regenfällen ins Rutschen kommen.



    Löß lässt sich leicht bearbeiten: Ergebnis sind die teils Jahrhunderte alten, mit einfachen Werkzeugen aufgesetzten Rebterrassen, aber auch die neuen, mit Großmaschinen rationell gestalteten Umlegungsgebiete.

    Löß ist ein Lebensraum für Spezialisten:

    Der tropisch bunte Bienenfresser baut seine Nisthöhle in senkrechte Lößwände, an denen im Kaiserstuhl kein Mangel ist. Vor einigen Jahren haben sich die schönen Vögel hier wieder eingefunden; seither haben sie sich gut vermehrt, so dass sich im Kaiserstuhl heute das größte Brutvorkommen nördlich der Alpen befindet.



    Die Smaragdeidechse fühlt sich in den warmen Gebüschen der Hohlwege und Böschungen wohl. Ihre einzigen Vorkommen in Baden-Württemberg finden sich am Tuniberg und Kaiserstuhl, wo sie beobachtet werden können, wenn sie sich am Gebüschrand sonnen.



    Für zahlreiche Arten von Wildbienen bieten Lößwände optimalen Lebensraum, insbesondere zur Anlage der Bruthöhlen. So wurden bei einer Untersuchung an Lößwänden des Kaiserstuhles 82 verschiedene Bienenarten festgestellt. Manche von ihnen leben ausschließlich an Lößwänden, andere nutzen kleine Höhlen, die von . Es lohnt sich, in Ruhe vor einer Lößwand stehen zu bleiben, die Fülle der Insekten zu beobachten und ihr Verhalten zu beobachten.



    Für die Hohlwege ist eine eigene Pflanzenwelt charakteristisch: Hopfen, Waldrebe, Berberitze und Pfaffenhütchen kommen in den Gebüschen vor, an offenen Lößböschungen wachsen großblütige Kaiserstuhlanemonen, Sonnenröschen, Gamander, Kugelblume und andere Besonderheiten.



    Vom Schicksal der Hohlwege


    Die Kaiserstühler Hohlwege sind Jahrhunderte alt. Durch den Tritt von Mensch und Tier, durch das Befahren mit Karren und Wagen tieften sich die Wege in den Löß ein. Das Wasser spülte den zerriebenen Löß aus, die Wege wuchsen langsam in die Tiefe, die Wände wurden immer höher und steiler. So entstanden vielerorts verzweigte Systeme von Zugangswegen in die Reben.

    Von diesen traditionellen Hohlwegen des Kaiserstuhles ist heute nur noch ein kleiner Teil erhalten. Im Rahmen der großen Flurbereinigungen der 70er und 80er Jahre wurden viele zugeschüttet oder beseitigt. In der Folgezeit dienten manche als wilde Müllkippen oder sie wuchsen zu, soweit sie nicht mehr benutzt wurden.



    Die verbliebenen Hohlwege sind als Zeugnisse der alten Bewirtschaftung Kulturdenkmale, wichtige Teile der Erholungslandschaft sowie wertvolle Lebensräume. Sie sollten offengehalten, gepflegt und genutzt werde. So weit als möglich sollten sie nicht asphaltiert oder gepflastert werden, um das Bild und die Entstehung der klassischen Hohlwege erkennbar zu machen.

    Für viele der seltenen und für den Kaiserstuhl typischen Arten, z.B. viele Wildbienen, sind offene, besonnte und schütter bewachsene Lößwände der geeignete Lebensraum. Gehölze sollten hier kurz gehalten bzw. beseitigt werden, am besten manuell bzw. maschinell, was auch den Interessen des Weinbaues entgegenkommt. Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln (auch Herbiziden) sollte im Interesse von Flora und Fauna unterbleiben.



    Ein Blatt zur Information und Anregung für Winzer und Landwirte,Gemeinden und alle Freunde und Besucher des Kaiserstuhls,

    gefördert mit Mitteln des PLENUM Naturgarten Kaiserstuhl,

    erstellt vom:
    BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),
    Regionalverband Südlicher Oberrhein.

    Idee und Text: Frank Baum, BUND
    Gestaltung: Timo Eckhardt
    Fotos: Frank Baum, Gabi Krumm, Axel Mayer,
    Andreas Probst, Fritz Saumer



    Alte Obstbäume am Kaiserstuhl sind...

    ... sind eine Zierde der Landschaft,

    ... sind oftmals eindrucksvolle Baumgestalten,

    ... gehören seit alters zum Bild des Kaiserstuhles,

    ... bieten wertvollen Lebensraum für zahlreiche Lebewesen,

    ... und bringen auch noch Ertrag.

    Sie sind erhaltenswert!



    Obstbäume als Wirtschaftsfaktor

    Am und im Kaiserstuhl prägen ausgedehnte Obstanlagen das Bild der Landschaft, teils in Form moderner Intensivanlagen, teils in Form traditioneller Hochstamm-Bäume. Mit seinen Zehntausenden von Kirsch-, Zwetschgen-, Kernobst- und Nussbäumen gehört der Kaiserstuhl zu den wichtigsten Obstanbaugebieten Deutschlands. So ist der Erwerbsobstbau am Kaiserstuhl neben dem Weinbau für viele Betriebe ein wichtiges wirtschaftliches Standbein.


    Obstbäume und Landschaftsbild

    Die Obstbäume haben aber nicht nur wirtschaftliche Funktion: Besonders zur Zeit der Baumblüte, aber auch in der Herbstfärbung und selbst im kahlen Zustand bereichern sie das Landschaftsbild. Sie stellen eine Hauptattraktion des Kaiserstuhles zur Zeit der Frühlingswanderungen dar. Dies ist auch der Hintergrund für die Pflanzung von 1200 jungen Obstbäumen im Frühjahr 2004 mit Mitteln des Plenum-Projektes, eine gute Aktion zur Erhaltung und Verjüngung des Obstbaumbestandes in der Kaiserstuhllandschaft. So sind die Obstbäume auch unter dem Aspekt Tourismus und Attraktivität der Kaiserstühler Landschaft von Bedeutung, nicht zuletzt in den durch Flurbereinigung monotoner gewordenen Bereichen.


    Obstbäume und Naturschutz

    Bei jüngeren und mittelalten Bäumen ist der wirtschaftliche und der ästhetische Wert unstrittig, ihre Bedeutung für den Natur- und Artenschutz ist jedoch eher gering. In dem Maße aber, wie die Bäume alt werden, ja überaltern, wird ihr ökologischer Wert immer größer. Sie bieten dann zunehmend Lebensraum und „ökologische Nischen“ für speziell angepasste Lebewesen. Tote Ast- und Stammpartien, ausgefaulte, mulmgefüllte Baumhöhlen und Spechtlöcher, lockere Rindenpartien und Baumpilze: all das sind kleine Sonderbiotope, die bedrohten, teils interessanten und attraktiven Arten Lebensmöglichkeiten bieten. So sind gerade die alten Obstbäume unter Naturschutzgesichtspunkten besonders wertvoll und interessant. Sie sollten daher gerade in einem so wertvollen Naturraum wie dem Kaiserstuhl erhalten und geschützt werden.


    Wertvolle Kleinstrukturen und Spezialbiotope an alten Obstbäumen
    mit zugehörigen Bewohnern:


    Wiedehopf: Der spektakuläre Höhlenbrüter ist im Kaiserstuhl auf Nisthilfen angewiesen, weil er keine geeigneten Höhlenbäume findet.

    Gartenrotschwanz: Der hübsche Singvogel ist Halbhöhlenbrüter und eine Charakterart von Streuobstgebieten.

    Steinkauz: Kleine, höhlenbewohnende Eulenart, die selten geworden ist, nicht zuletzt wegen Wohnungsmangel.

    Hornissen: Als Vertilger von Fliegen und Wespen nützliche und friedliche Insekten, die gern hohle Obstbäume besiedeln.

    Rosenkäfer: Die Larven der leuchtend grünen Käfer entwickeln sich im Mulm von Baumhöhlen.

    Der Körnerbock: ein großer Bockkäfer, der im toten Holz alter Obstbäume lebt. Die wärmeliebende Art ist sehr selten und kommt in Deutschland vor allem im Südwesten vor.

    Goldwespe: Eine prächtig schillernde Art, die parasitisch bei Wildbienen in altem Holz lebt.



    Nicht jeder überaltete Obstbaum kann beliebig lange stehen bleiben. Manche sind tatsächlich "im Wege", stören bei der Neubepflanzung oder stellen eine Gefährdung dar. An vielen Stellen können sie jedoch problemlos stehen bleiben, z.B. in Streuobstbeständen, an Böschungen und Rainen, in Wegzwickeln und am Gebüschrand.

    Wir appelieren an die Besitzer solcher Bäume: Geben Sie dem Baum großzügig noch einige Jahre, freuen Sie sich über seine Blüten, seine Gestalt und über interessante Beobachtungen. Seien sie sicher: An und in ihm herrscht vielfältiges Leben von Arten, die auf diesen Lebensraum angewiesen sind. Spezialisten bewohnen Baumhöhlen, tote Äste und Baumpilze oder leben unter abgestorbenen Rinden und im Holzmulm. Viele sind unscheinbar, manche bunt und auffällig, und nicht wenige sind bedrohte Seltenheiten.



    Auch wenn ein solcher Baum abstirbt, stellt er noch einen wertvollen Lebensraum dar und sollte nicht in jedem Fall beseitigt werden. Für gesunde Obstbäume, die genutzt werden, stellen die "Totholzbewohner" keine Gefahr dar, aber im Gefüge der Lebensgemeinschaften sind sie wertvolle Teile.

    PLENUM ("Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt")

    ist ein Naturschutzinstrument des Landes Baden-Württemberg zur Förderung ausgewählter, großflächiger und besonders wertvoller Landschaftsräume. Ziel ist es, die Erhaltung von Natur und Landschaft mit der verträglichen Nutzung durch bäuerliche Landwirtschaft und Tourismus zu vereinbaren und geeignete Projekte zu fördern. Wichtig ist insbesondere eine enge Kooperation von Landnutzern, Behörden und Verbänden mit dem Ziel die Landschaft des Kaiserstuhls als Lebens- und Wirtschaftsraum für den Mensch sowie als wertvollen Naturraum zu erhalten und zu entwickeln.





    Ein Blatt zur Information und Anregung für
    Obstbauern, Winzer, Gemeinden und alle Naturfreunde,

    gefördert:
    mit Mitteln des Plenum-Projektes Kaiserstuhl
    erstellt vom:
    Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),
    Regionalverband Südlicher Oberrhein

    Idee und Text: Frank Baum, BUND
    Gestaltung: Adrian Schutzbach
    Fotos: Sabine Jelinek, Frank Baum, Hans Glader,
    Fritz Saumer, Hubert Ott, Matthias Hollerbach



    Wandern am Kaiserstuhl
    Seit Mitte März 2007 kann man am Kaiserstuhl-Tuniberg, auf 8 neuen, naturkundlichen Themenwegen die einzigartige Fauna und Flora erkunden. Die Themenpfaden sind ein Projekt von Plenum Kaiserstuhl.

    Acht Themenachsen erschließen den Kaiserstuhl

    von Süden nach Norden und von Westen nach Osten. Sie alle weisen den Weg zu Smaragdeidechsen, wilden Orchideen, Lösshohlgassen, seltenen Vogelarten und vielen weiteren Naturschätzen, die zum Teil einzigartig sind in Deutschland. Die Wege, die durch lokale Themenrundwege in einzelnen Orten ergänzt werden, sind jeweils unter ein Motto gestellt, und bereits an den Einstiegen werden die Wanderer mit großen Eingangsportalen über den Verlauf und die Besonderheiten des Weges informiert.

    Die neuen Themenwege erfüllen bewusst die Funktion von attraktiven Routenverbindungen und wurden mit dem ebenfalls neu ausgeschilderten Wanderwegenetz des Schwarzwaldvereins abgestimmt und verknüpft.
    So ist ein weitläufiges und im gesamten Kaiserstuhl einheitlich beschildertes Wander-System mit insgesamt 422 Kilometern entstanden, das viele Kombinationsmöglichkeiten eröffnet.

    Die Einstiegsportale für Wanderungen,
    ausgestattet mit einer Karte und Informationen zum jeweiligen Standort und zu den von dort erreichbaren Achsen, sind im gesamten Kaiserstuhl zumeist an zentralen Punkten der Gemeinden wie Bahnhöfe, Rathäuser und Parkplätze installiert und somit leicht auffindbar. Der Einstiegspunkt für den Wiedehopfpfad und den Knabenkrautpfad finden sich auf der Nordseite des Breisacher Bahnhofs.

    • Neunlindenpfad "Nord-Süd Weg"
      Ihringen - Neunlindenturm - Eichelspitzturm - Katharinenkapelle - Endingen
      16,8 km.
    • Steinkauzpfad
      Wasenweiler - Bötzingen - Eichstetten - Bahlingen - Riegel
      17,9 km.
    • Wiedehopfpfad
      Breisach - Achkarren - Oberrotweil - Burkheim - Jechtingen - Sasbach
      31,5 km.
    • Knabenkrautpfad
      Breisach - Ihringen-Martinshöfe - Ihringen-Lilienhof - Bötzingen
      21,5 km.
    • Kirschbaumpfad
      Sasbach - Leiselheim - Kiechlinsbergen - Amoltern - Endingen - Riegel
      18,4 km.
    • Katharinenpfad
      Oberrotweil - Katharinenkapelle - Bahlingen
      12,6 km.
    • Badbergpfad
      Oberrotweil - Oberbergen - Eichstetten - Nimburg
      14,9 km.
    • Bienenfresserpfad
      Ihringen - Bickensohl - Oberrotweil - Bischoffingen - Königschaffhausen
      16,1 km.




    Und zum Schluss noch ein Gedicht im Kaiserstühler Dialekt

    Es rännt e Säu de Hohlweg na,


    Es rännt e Säu de Hohlweg na,
    si isch verschmiert mit Leime.
    Doch git s fascht keini Hohlweg meh,
    kannsch nur noch devu traime:
    Am Kaiserstuehl het s Hohlweg gä
    un Wildsäu gnue zum Schiäße.
    Si hän die Hohlweg ewe gmacht;
    Des mueß die arm Säu biäße.

    E Bache het ä Eber gsuecht
    un het en endlig gfunde.
    Doch niäne isch e Hohlweg gsi,
    mei dene zwei het s gschtunge.
    Die Landschaft isch total verhunzt,
    die Hohlweg betoniert:
    Die einz ge Wildsäu, wu s noch git,
    die sin motorisiert.

    Wolfgang Miessmer


    Weblinks