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Katastrophenschutz & AKW / KKW: Das katastrophale Beispiel Atomkraftwerk Fessenheim

Alle Infos zum Katastrophenschutz / Notfallschutz im Kernkraftwerk
Wo der Katastrohenschutz die Katastrophe schützt
Die differenzierte BUND - Kritik zum Thema Katastrophenschutz / Notfallschutz ist auf das AKW / KKW Grafenrheinfeld, Gundremmingen, Neckarwestheim, Isar, Biblis, Brokdorf, Brunsbüttel, Emsland, Grohnde, Krümmel, Unterweser und Philippsburg übertragbar. Sie gilt auch für die grenznahen Schweizer AKW Gösgen, Leibstadt und Beznau

Der AKW - Notfallschutzplan
Das Regierungspräsidium Freiburg hat einen Auszug aus dem Notfallschutzplan für das AKW Fessenheim veröffentlicht und an die Menschen in einem engen Radius um das AKW verteilt. Der BUND und viele Menschen der Region wollen die Abschaltung des alten Atomkraftwerks. Solange aber die Gefahrenquelle Fessenheim weiterhin die Menschen bedroht, wollen wir zumindest einen realistischen, ehrlichen Katastrophenschutzplan. Wir möchten mit diesem Faltblatt unsere Kritik am vorliegenden Notfallschutzplan aufzeigen. Diese Kritik gilt auch der EnBW, die mit 17,5 % am AKW Fessenheim beteiligt ist.

Wie gefährlich ist ein AKW?
Zu den Gefahren der Atomkraftwerke gehören die Abgabe von Radioaktivität im so genannten Normalbetrieb, das Atommüllproblem und die Gefahr, dass weltweit Atomanlagen genutzt werden, um Atombomben zu bauen. Das größte Risiko ist allerdings die Unfallgefahr.

Wie gefährlich ist ein AKW? Das Beispiel Fessenheim
In jedem AKW wird in einem Betriebsjahr pro Megawatt elektrischer Leistung die Radioaktivität einer Hiroschima-Bombe erzeugt. Das heißt, dass in beiden Fessenheimer Reaktorblöcken im Jahr etwa die kurz- und langlebige Radioaktivität von 1800 Hiroschima-Bomben entsteht. Die Freisetzung auch nur eines Teils dieser Radioaktivität hätte verheerende Folgen für alles Leben im Herzen Zentraleuropas. Große Landstriche müssten evakuiert werden und viele Menschen würden sterben. Die beiden 1977 und 1978 in Betrieb genommenen Fessenheimer Druckwasserreaktoren sind die ältesten Atomkraftwerke dieses Typs in Frankreich. Zu den gefährlichen "Jugendkrankheiten" des AKW (Wanderschrauben im Reaktor, Risse im Deckel, ständige Störfälle) kommen jetzt die "Altersleiden". Auch wenn die Dampferzeuger ausgetauscht wurden, das spröde, rissig und gefährlicher werdende Reaktordruckgefäß kann nicht ausgetauscht werden. Auf eine mögliche Knallgasbildung im Reaktor oder die Überflutung des Geländes bei einem Dammbruch des höher liegenden Rhein-Seiten-Kanals ist die EDF (Electricité de France) nicht vorbereitet.

Erdbebensicherheit
Es ist ein Skandal, dass nach vielen "gründlichen" Kontrollen und über zwei Jahrzehnten nachträglich festgestellt wurde, dass wichtige Teile des AKW nicht erdbebensicher sind. Und das bei einer Atomanlage im Oberrheingraben, einem potentiellen Erdbebengebiet. Noch unglaublicher ist, dass trotz dieser Tatsache das unsichere AKW von EDF / EnBW weiterbetrieben wird.

Wenn in der Notfallschutzbroschüre dann zu lesen ist "Das KKW Fessenheim befindet sich auf einem hohen Sicherheitsniveau", dann zeigt sich, dass die Broschüre mehr der Beruhigung als der Information dient.

Atomkraftwerke sind durch Terrorismus stark gefährdet
Gezielte Falschdarstellung, fotografiert im ehemaligen Infopavillion des AKW Fessenheim. Es wurde, gegen besseres Wissen, die Illusion erweckt das AKW Fessenheim würde den Absturz eines schweren Jagdflugzeuges problemlos überstehen. Nach den Terroranschlägen des 11. September wurde das Infocenter geschlossen.

Eine bisher geheimgehaltene Studie
der deutschen "Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit" aus dem Jahr 2003, über die Terror-Anfälligkeit von Atomkraftwerken, straft die bisherigen Aussagen der französischen AKW Betreiber Lügen.

Im Gegensatz zu den Falschdarstellungen im AKW - Infocenter sind die Schlussfolgerungen für die vergleichbaren Deutschen AKWs dramatisch:

Wir zitieren aus dem Vorab Bericht von News aus dem Internet:
  • Terroristen sind mit jeder Art von Passagierflugzeug in der Lage, den atomaren Super-GAU auszulösen.
  • Wenn nur ein Triebwerk eine Reaktorgebäudewand durchdringe und einen Brand auslöse, sei die Beherrschung des atomaren Ernstfalls "fraglich".
  • Selbst ein "Treffer des Daches des Reaktorgebäudes durch Wrackteile mit Absturz eines Dachträgers in das Brennelementbecken" führe zu einer "begrenzten Freisetzung" von Radioaktivität aus dem Brennelementlagerbecken.
  • Wird in diesem Fall auch noch Kühlwasser verloren und entsteht ein Treibstoffbrand - wie es beim World Trade Center der Fall war - rechnen die Experten mit "erheblicher Freisetzung aus dem Brennelementlagerbecken".


Das grenznahe AKW Fessenheim liegt in der Nähe der Einflugschneise des Euroairports Basel Mulhouse. Gerade die älteren französischen AKW sind in Sachen Flugzeugabsturz genau so unsicher wie die untersuchten Atomkraftwerke in Deutschland.

Umfassende Hintergrundinfos zu diesem Thema brachte die Süddeutschen Zeitung in einem Artikel vom 30.12.2003:
"Keines der 19 deutschen Atommeiler ist so gegen einen Flugzeugabsturz gesichert, dass eine Atomkatastrophe als Folge ausgeschlossen werden kann.
Fünf Kernkraft-Typen wurden als Referenzanlagen genauer analysiert und die Ergebnisse dann auf die übrigen 14 Meiler übertragen.
Im Prinzip gingen die Experten von zwei Unfallszenarien aus: Im ersten zerstört ein Passagierflugzeug die Reaktorhülle. Im zweiten Szenario werden durch den Aufprall die Rohrleitungen im Inneren des Reaktors abgerissen.
Die Studie kommt zu einem dramatischen Ergebnis: Zwar würden die Betonhüllen bei den sieben modernen Druckwasserreaktoren, die gegen den Absturz eines Phantom-Kampfjets ausgelegt sind, dem Aufprall einer Passagiermaschine standhalten, ein Gau wie der in Tschernobyl ist aber möglich: Die Erschütterungen durch den Aufprall könnten zu schweren Zerstörungen im Inneren führen. Bei den drei neueren Siedewasserreaktoren (Krümmel sowie Gundremmingen B und C) würde ein größeres Verkehrsflugzeug sogar die Betonhülle durchschlagen.
Noch verwundbarer sind die neun älteren Kernkraftwerke, bei denen schon durch den Absturz eines kleinen Verkehrsflugzeugs eine Katastrophe ausgelöst werden kann."

Es kann nicht angehen,
angesichts dieser Gefahren den Kopf in den Sand zu stecken. Nicht einmal die "nächste" Kernkraftwerksgeneration (EPR) könnte einen gezielten Anschlag überstehen. Nach einem Anschlag mit modernen Waffen oder einem Flugzeug auf ein Atomkraftwerk würde der größte Teil Frankreichs schlicht aufhören in der bisherigen Form zu existieren. Erschreckend ist die Apokalypsenblindheit der Bertreiber, Behörden und des Staates und die unkritische Autoritätsgläubigkeit der großen Mehrheit der Französischen Medien.
Nur der Ausstieg aus der Atomtechnologie ermöglicht Zukunft.

Wie schnell kann Radioaktivität austreten?
Nur wenn zwischen dem Unfallbeginn und dem Austreten der Strahlung ein Zeitraum von einigen Tagen liegt, kann der Katastrophenschutz funktionieren. In der unrealistischen Annahme, so lange Zeit zu haben, liegt einer der Hauptirrtümer der jetzigen Notfallschutzbroschüre.


Auszug aus der Notfallschutzbroschüre Seite 6:

"Eine Freisetzung radioaktiver Stoffe beginnt frühestens mehrere Stunden nach dem Schadenseintritt im Kernkraftwerk. Bestimmte Freisetzungen, z.B. im Rahmen einer gefilterten Druckentlastung, sind erst nach 3 bis 4 Tagen zu erwarten. In dieser Zeit können Sicherheitsmaßnahmen für die Bevölkerung ergriffen werden"

Doch die Realität ist:


Große Mengen an Radioaktivität können "ungefiltert" bereits kurz nach Eintritt der Katastrophe austreten, zum Beispiel bei einem Erdbeben oder einem Flugzeugabsturz. Dieser Ansicht sind auch die Experten der "Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke Phase B."
  • Der Sicherheitsbehälter des Reaktors wird bei einer Kernschmelze wahrscheinlich schon in 3 bis 5 Stunden bersten und nicht erst in 36 Stunden.
  • Bei einer Kernschmelze wird der größte Teil des hochradioaktiven Reaktorinhalts freigesetzt.

Bleiben Sie im Haus und holen Sie in der Schule Ihre Jodtabletten!?
Im "sicheren" Haus bleiben und gleichzeitig die Jodtabletten von den zentralen Sammelstellen abholen. Wie soll das gehen?

Auszug aus der offiziellen "Notfallbroschüre" Seite 7:


"Die bei einem solchen Ereignis im Kernkraftwerk freigesetzten radioaktiven Stoffe werden vor allem mit der Luft transportiert. Der Verbleib in den Häusern bietet gegen Strahlung einen beträchtlichen Schutz."

Auszug aus der "Notfallbroschüre" Seite 8:


"Kaliumjodtabletten werden vorrätig gehalten. Nach einem erfolgten Aufruf über den Rundfunk oder nach entsprechenden Lautsprecherdurchsagen können Sie diese Tabletten bei den Ausgabestellen Ihres Wohnortes abholen..."


Nach Ansicht des BUND und der französischen Umweltschützer müssten die Jodtabletten an alle Haushalte in großem Umkreis um die AKW’s verteilt werden. Es genügt nicht die Jodtabletten nur im 5 Kilometer Radius zu verteilen

Jodtabletten, Katastrophenschutz und Atomkatastrophen
Langjährige Kritik am Katastrophenschutzplan Fessenheim und am bisherigen Konzept der Jodverteilung haben im August 2004 zu ersten kleinen Verbesserungen geführt. Danach sollen die Jodtabletten im Umkreis von 5 km (und unter bestimmten Bedingungen auch im Umkreis bis 10 km) um die Atomkraftwerke nicht in zentralen Sammelstellen aufbewahrt werden, sondern sie sollen „ereignisunabhängig“ vorverteilt werden, d.h. sie sollen sofort an die Haushalte verteilt werden, damit sie im Falle eines radioaktiven Unfalls rechtzeitig eingenommen werden können. Generell ist es ein erster Schritt in die richtige Richtung, dass in einem Radius von 5 km um Fessenheim, die Jodtabletten nun endlich direkt an die Bevölkerung verteilt werden. Mehr als unbefriedigend sind allerdings die Lösungen, welche die angrenzenden Gebiete des Landkreises Emmendingen und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald betreffen. Im 25 Kilometer Radius sollen die Jodtabletten für die Menschen bis zum Alter von 45 Jahren „bevölkerungsnah“ gelagert werden. Schwangere und Jugendliche bis 18 Jahre, die im restlichen Kreisgebiet (100 km Radius) wohnen, sollen aus „Jod-Zentrallagern“ versorgt werden.

Alle diese Maßnahmen sind nur bei einigen, wenigen Unfallszenarien sinnvoll,
doch andere Unfallabläufe sind ebenso wahrscheinlich. Die Maßnahmen funktionieren möglicherweise dann, wenn zwischen dem Eintreten der Katastrophe im AKW und zwischen dem Entweichen der Radioaktivität ein Zeitraum von mehreren Tagen liegt. Der „neue“ Katastrophenschutz im Radius von 25 km könnte eventuell bei einem sehr langsamen, mehrere Tage dauernden Durchschmelzen des Reaktorkerns funktionieren. Doch Experten und offizielle Studien bestätigen, dass auch andere, wesentlich schnellere Katastrophenabläufe möglich und wahrscheinlich sind. In den beiden Fessenheimer Reaktorblöcken wird neben Strom jährlich ungefähr die kurz- und langlebige Radioaktivität von 1800 Hiroshima-Bomben produziert. Da zugegebenerweise das Notkühlsystem in Fessenheim nicht funktioniert, könnte bei einem Terroranschlag oder einem anderen Unfallablauf zwischen dem Beginn der Katastrophe und dem Entweichen der Radioaktivität ein Zeitraum von wenigen Minuten liegen. Bei einer angenommenen Windstärke von 10 km/h könnte die radioaktive Wolke also in ca. 3 Stunden den 25 Kilometer Radius überschreiten. Wie unter dieser realistischen Annahme die Verteilung der Jodtabletten funktionieren soll, die dann ja nur einen winzigen Teil der einzuleitenden Maßnahmen darstellt, ist nicht vorstellbar. Jodtabletten sind auch generell keine Strahlenschutztabletten. Sie schützen nur die Schilddrüse und bieten so einen sehr beschränkten Schutz.


Unabhängig davon wäre
aber auch unbedingt ein ernsthaftes, ernstzunehmendes Katastrophenschutzkonzept für die Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald unbedingt nötig, denn der weitere Fehler der bisherigen Konzepte ist die Beschränkung der Katastrophenschutzpläne auf die viel zu engen Radien von 25 Kilometern um die bestehenden AKW. Einer Studie des Ökoinstituts Darmstadt im Auftrag der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen von 1992 besagt, dass sich bei einem schweren Unfall in Fessenheim und lebhaftem Südwestwind mit Regen eine bis zu 370 km lange Schadensfahne von Fessenheim bis in den Raum Würzburg-Nürnberg erstrecken könnte. In deren Bereich müssten alle Siedlungen auf 50 Jahre geräumt werden, sollten die Richtlinien von Tschernobyl zur Anwendung kommen. Betroffen wären u.a. die Städte Freiburg, Emmendingen, Freudenstadt, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Schwäbisch Hall. (Sollte der Wind am Katastrophentag in eine andere Richtung wehen, so wären natürlich andere Städte und Gemeinden betroffen). Auch der Atomunfall in Tschernobyl hat gezeigt, dass der bestehende Katastrophenschutzplan mit einem vorgesehenen 8-km-Evakuierungsradius Makulatur ist. Ein Katastrophenschutz, der nicht alle tatsächlich möglichen Unfallabläufe mit einbezieht, ist realitätsfern und ein typisches Beispiel der herrschenden Apokalypsenblindheit.


Quelle: Notfallschutzbroschüre des Regierungspräsidiums Freiburg

AKW Fessenheim - Katastrophenschutz, Notfallschutz und Jodtabletten
Gemeinden in der Gefährdungszone um Fessenheim:


Evakuierungszone


  • Bad Krozingen
  • Buggingen
  • Eschbach
  • Hartheim
  • Heitersheim
  • Neuenburg


Mittelzone
  • Bad Krozingen
  • Breisach
  • Buggingen
  • Eschbach
  • Hartheim
  • Heitersheim
  • Müllheim
  • Neuenburg
  • Staufen


Außenzone
  • Au
  • Auggen
  • Bad Bellingen
  • Ballrechten-Dottingen
  • Badenweiler
  • Böllen
  • Bötzingen
  • Bollschweil
  • Bürchau
  • Ebringen
  • Efringen-Kirchen
  • Ehrenkirchen
  • Eichstetten
  • Freiburg
  • Gottenheim
  • Horben
  • Ihringen
  • Kandern
  • Malsburg-Malzell
  • March
  • Merzhausen
  • Münstertal
  • Neuenweg
  • Oberried
  • Pfaffenweiler
  • Raich
  • Sasbach
  • Schallstadt
  • Schliengen
  • Sölden
  • Steinen
  • Sulzburg
  • Umkirch
  • Vogtsburg
  • Wies
  • Wittnau


Unrealistische Evakuierungsradien: Müsste nur Bremgarten oder auch Freiburg und Stuttgart evakuiert werden?
Im "sicheren" Haus bleiben und gleichzeitig die Jodtabletten von den zentralen Sammelstellen abholen. Wie soll das gehen?

Der Katastrophenschutzplan geht von verharmlosenden, unrealistischen Annahmen aus
von einem "Kataströphchen". Wenn ein Flugzeugabsturz, ein Anschlag, ein Erdbeben oder ein bisher ungedachter Ereignisablauf zur Freisetzung eines Großteils der Radioaktivität des AKW führt, dann muss nach Studien des Ökoinstituts, je nach Wetterlage, ein Bereich weit über den Großraum Stuttgart hinaus für 50 Jahre evakuiert werden. Die jetzigen, winzigen Schutz- und Evakuierungszonen (8 km!) um das AKW zeigen eine realitätsferne Apokalypsenblindheit der Betreiber, der Kontrollbehörden, des Katastrophenschutzes und der Politik.

Das Sozialministerium in Schleswig-Holstein

hat auf Grundlage einer Studie eine Modellrechnung für das AKW Krümmel beauftragt. Aus diesen Berechnungen geht hervor, dass alle Personen im Umkreis von 50 km um den Reaktor evakuiert werden müssten. Bei ungünstiger Windrichtung und Windstärke sogar bis zu 200 km. Und das sollte alles schon innerhalb von 3-5 Stunden geschehen. Es müssten also unvorstellbar mehr Menschen sehr schnell evakuiert werden, als bisher in Süd-baden vorgesehen.
Evakuierung nach dem größt anzunehmenden Unfall im AKW Fessenheim

aus einer Studie des Ökoinstituts Darmstadt im Auftrag der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen
Bei lebhaftem Südwestwind mit Regen würde sich eine bis zu 370 km lange Schadensfahne von Fessenheim bis in den Raum Würzburg-Nürnberg erstrecken. In deren Bereich müssten alle Siedlungen auf 50 Jahre geräumt werden, sollten die Richtlinien von Tschernobyl zur Anwendung kommen.

Betroffen wären u.a. die Städte Freiburg, Freudenstadt, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Schwäbisch Hall. Sollte der Wind am Katastrophentag in eine andere Richtung wehen, so wären natürlich andere Städte und Gemeinden betroffen.

Der Atomunfall in Tschernobyl hat gezeigt, dass der bestehende Katastrophenschutzplan mit einem vorgesehenen 8-km-Evakuierungsradius Makulatur ist.

Fazit
Der Katastrophenschutzplan Fessenheim kann bei Unfällen, die erst nach mehreren Tagen zu einer Freisetzung von Radioaktivität führen, zu einem gewissen Schutz der Bevölkerung beitragen. Es ist sicher sinnvoll, sich mit ihm auseinander zu setzen, denn die Folgen und die Zahl der Todesfälle könnte reduziert werden. Er kann und soll auch Panikreaktionen verhindern, also beruhigen.

Bei schweren Katastrophen,
bei denen nach kurzer Zeit ein Großteil des radioaktiven Inventars freigesetzt wird, bietet der jetzige Katastrophenschutzplan nur eine minimale Hilfe. Solche Unfälle, deren Eintrittswahrscheinlichkeit gering ist, die aber dennoch jeden Tag möglich sind, sprengen unser Vorstellungsvermögen. Zusätzlich zu den vielen Toten, Verletzten und den immensen Sachschäden müsste ein Teil des Herzen Europas für Jahrzehnte evakuiert werden.

Forderungen des BUND
Nicht nur aus diesen Gründen fordert der BUND eine weltweite Energiewende mit schnellem Atomausstieg und hier in der Region die sofortige Abschaltung des AKW Fessenheim. Solange dies nicht geschehen ist, fordern wir einen Katastrophenschutzplan, der diesen Namen auch verdient und Katastrophen- und Evakuierungsübungen, die sich am realen Gefahrenpotential des AKW Fessenheim orientieren. Eine Evakuierungsübung unter realistischen "worst case"-Bedingungen, bei lebhaftem Südwestwind mit Regen bedeutet die schnelle Evakuierung aller Städte, Gemeinden und Dörfer von Fessenheim, Freiburg, Stuttgart, Schwäbisch Hall bis Erlangen...

Was können Sie tun?
  • Informieren Sie sich über den Katastrophenschutz, durchaus auch mit der Broschüre des Regierungspräsidiums oder im Internet: Regierungspräsidium Freiburg
  • Auf der Wikipedia - Seite zum Katastrophenschutzlässt die Atomindustrie den Link zu dieser Seite zumeist schnell löschen. Überlassen Sie die Wiki - Seiten nicht der Atomlobby.
  • Engagieren Sie sich für einen schnellen Atomausstieg, die Stillegung von Fessenheim und gegen die geplanten Euroreaktoren, auch bei Wahlen
  • Sparen Sie Energie und gehen Sie mit uns den Weg ins Solarzeitalter.
  • Setzen Sie sich ein für Mensch, Natur, Umwelt und für eine nachhaltige, erdverträgliche Entwicklung.
  • Leben Sie energischer. Werden Sie aktiv beim BUND oder bei den Bürgerinitiativen und der Anti-Atom-Bewegung vor Ort.
  • Wenn Ihr Energieversorgungsunternehmen Sie mit Atomanlagen bedroht (EnBW, E.On, Yello...), dann wechseln Sie den Anbieter.
  • Lassen Sie sich von der Atomlobby nicht gegen Ihre französischen Nachbarn ausspielen.
  • Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende (steuerlich absetzbar).



Hier umfassende Infos:
hier: Fessenheim Infos
hier: Infos AKW und Atomgefahren
hier: KKW und Klimaschutz
hier: Uran, Öl, Gas und weltweite Energievorräte


Dieser Artikel wurde 2347 mal gelesen und am 3.4.2008 zuletzt geändert.
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