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Katastrophenschutzplan für das Kernkraftwerk Fessenheim: Eine Kritik

19.11.2001
Kritik am Notfallschutz und am neuen Katastrophenschutzplan für das Kernkraftwerk Fessenheim
Am 16.11.2001 tagte die BUND Regionalversammlung, das BUND-Mitgliederparlament der Landkreise Ortenau, Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und der Stadt Freiburg in der BUND Ökostation. Bei dieser Versammlung wurde die folgende Resolution einstimmig verabschiedet:

Atomausstieg jetzt! Neuer "Katastrophenschutz"plan Fessenheim schützt die Katastrophe und nicht die Menschen



Die Terroranschläge von New York und der mögliche, gezielte Flugzeugabsturz auf ein US-Atomkraftwerk haben die Gefahren der sogenannten friedlichen Atomenergienutzung wieder kurzfristig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit geholt.

Der BUND Regionalverband hat auf die Gefahr von Flugzeugabstürzen auf AKW schon seit Jahrzehnten aufmerksam gemacht. Was früher als "Panikmache" abgewertet wurde, wird heute auch von den Politikern als Gefahr erkannt, wie die Flugzeugabwehrraketen um französische Atomanlagen zeigen.

Einen über die psychologische Beruhigung hinausgehenden, realen Nutzen haben diese Raketenbatterien freilich nicht. Welcher Offizier kann im Ernstfall innerhalb von 2 Minuten entscheiden, ob ein Flugzeug sich nur verflogen hat, oder ob es abgeschossen werden muss, um eine nationale Katastrophe zu verhindern?

Ähnlich wirkungslos ist auch der neue sogenannte "Notfallschutz"plan, den das Regierungs-präsidium Freiburg für das AKW Fessenheim herausgegeben hat. Wessen Geistes Kind dieser Plan ist, zeigt schon die peinlichen Anzeigen des Hauptsponsors der Broschüre. Die französischen EDF, die das altersschwache AKW betreibt, das nur gegen den Absturz einer Cessna gesichert ist, wirbt in der Veröffentlichung des Regierungspräsidiums.

Der neue "Katastrophenschutz"plan geht von verharmlosenden, unrealistischen Annahmen aus - von einem "Kataströphchen". Wenn ein Flugzeugabsturz, ein Anschlag, ein Erdbeben oder ein bisher ungedachter Ereignisablauf zu einer Freisetzung eines Großteils der Radioaktivität des AKW führt, dann muss nach Studien des Ökoinstituts, je nach Wetterlage, ein Bereich weit über den Großraum Stuttgart hinaus auf Dauer evakuiert werden.

Die winzigen Schutz- und Evakuierungszonen (8km!) um das AKW zeigen eine realitäts- und wirklichkeitsferne Apokalypsenblindheit der Betreiber, der sogenannten Kontrollbehörden, des Katastrophenschutzes und der Politik.

Nicht nur aus diesen Gründen fordert die Regionalversammlung des BUND die sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke und hier in der Region insbesondere des AKW Fessenheim. Solange dies nicht geschehen ist, fordern wir einen Katastrophenschutzplan, der diesen Namen auch verdient, und Katastrophen- und Evakuierungsübungen, die sich am realen Gefahrenpotential des AKW Fessenheim orientieren.

Hier umfassende Infos:
hier: Info -Katastrophenschutz Fessenheim
hier: Infos AKW und Atomgefahren
hier: KKW und Klimaschutz
hier: Uran, Öl, Gas und weltweite Energievorräte




















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Dieser Artikel wurde 1666 mal gelesen und am 11.1.2008 zuletzt geändert.