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Klimawandelleugner, Klimaskeptiker & die Interessen der Industrie

19.08.2013

Klimawandelleugner, Klimaskeptiker & die Interessen der Industrie


Einen heftigen Rückschlag für den Klimaschutz,


für Mensch, Natur, Umwelt und für Präsident Obama gab es im Juli 2010: Aufgrund mangelnder Unterstützung vertagte der Senat die Arbeit am ersten Klima- und Energiegesetz – auf unbestimmte Zeit. Ein umfassendes Klima- und Energiegesetz ist in den USA mittelfristig wohl nicht mehr machbar. Nach mehr als einjährigen Verhandlungen stoppte der US-Senat die Arbeit an einem Entwurf und steckte sich vorerst weniger ehrgeizige Ziele.
Diese Abstimmungsniederlage ist ein trauriger Erfolg der Öl-, Kohle- und Umweltverschmutzungslobby und der, von den Konzernen gelenkten, Klimawandelleugner die sich in Deutschland gerne „Klimarealisten“ nennen.


Auch das skandalöse Scheitern des Klimagipfels 2009 in Kopenhagen
hat viel mit der "erfolgreichen" Arbeit der weltweit gut organisierten Klimawandelskeptiker und Industrielobbyisten zu tun. Die Strippenzieher der Öl-, Kohle-, Atom- und Autokonzerne haben nicht nur in den USA "gute Arbeit" geleistet. Sie sind verantwortlich für die drohenden Katastrophen uns sie versuchen auch zunehmend in Deutschland Macht und Einfluss zu gewinnen.

Klimaveränderung? Alles Lüge


Es gibt eine Vielzahl von Kohle-, Öl-, Auto- und Atomkonzernen, die ein massives Interesse daran haben den menschengemachten Klimawandel zu leugnen, zu verharmlosen und herunterzuspielen. Diese aggressive Lobby hat (nicht nur) in den USA jahrelang Kampagnen organisiert, kritische WissenschaftlerInnen bekämpft und verleumdet und Klimaschutzgesetze verhindert. Diese Lobby ist weltweit auch heute aktiv. Wenn durch die Erderwärmung die Zahl der Klimaflüchtlinge und Klimaopfer zunimmt, dann sind diese Konzerne und ihre Lobbyisten dafür mitverantwortlich.

Die Kohle-, Öl- und Atomlobbyisten behindern mit ihren aggressiven Kampagnen und Totschlagargumenten leider auch eine qualifizierte Diskussion zu tatsächlich diskussionswürdigen Aspekten und offenen Fragen des Klimawandels.


Wir beginnen hier einige Informationen zu diesem wichtigen Themenkreis zusammen zu tragen.



Es gibt keine menschengemachte Klimaveränderung
war eine der vielen Werbeaussagen von Burson Marsteller. Um das Jahr 1990 lancierte das weltweit agierende PR-Unternehmen eine massive und erfolgreiche Anti–Klimaschutzkampagne im Auftrag von verschiedenen US-Ölfirmen und US–Autoherstellern in den USA. Viele klimabelastende Unternehmen waren an der von Burson Marsteller geschaffenen Global Climate Coalition beteiligt. Diese industriegelenkte Scheinbürgerinitiative agierte als unabhängige Organisation im Stil einer nichtstaatlichen Organisation und hatte nur ein Ziel: Es ging darum, aus wirtschaftlichen Interessen die Gefahren der Klimaerwärmung herunterzuspielen. Wie Susanne Boos in der WOZ berichtete, schaffte es diese Kampagne, eine erste Umweltsteuer, die der US-Präsident Bill Clinton einführen wollte, zu beerdigen. „Man trichterte der Bevölkerung ein:
  • 1. Die Klimaerwärmung ist wissenschaftlich nicht belegt
  • 2. Maßnahmen für den Klimaschutz schaden der Wirtschaft und erhöhen die Arbeitslosigkeit
  • 3. Die USA sollen erst dann etwas für den Klimaschutz tun, wenn auch die Entwicklungsländer Maßnahmen ergreifen.“ (Zitatende)

Erst im Jahr 2000 war es nicht mehr möglich diese Lügenmärchen zu verbreiten. Die großen Autohersteller verließen die Global Climate Coalition – und die Tarnorganisation verschwand. Der Schaden der Kampagne für das Weltklima ist beträchtlich.



Kein Klimawandel???


„Wegen der Klimaveränderung brauchen wir unbedingt mehr Atomkraftwerke“
ist erstaunlicherweise jetzt die gegensätzliche, neue Werbebotschaft der Atomindustrie für die Burson Marsteller nun arbeitet. „Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing“ und diese Lieder klingen doch recht unterschiedlich. Jetzt arbeitet Burson Marsteller für die großen Atomkonzerne und singt laut, misstönend und für viel Geld das hohe Lied des Klimaschutzes und der „klimafreundlichen“ Atomenergie. So übernahm das Berner Büro von Burson-Marsteller die Geschäftsstelle des Schweizer Nuklearforums. Die geschickte Werbebotschaft der AKW-Betreiber soll Akzeptanz für alte und neue AKW schaffen - ein spannendes Exempel für organisierte Desinformation. Wie in der Klimalügenkampagne wird wieder mit Halbwahrheiten gearbeitet und der Erfolg in den Medien ist erneut beträchtlich.

Die Süddeutsche Zeitung beschreibt die aktuelle PR-Arbeit der Kohle- und Öllobbyisten in den USA
"Green ist Texaner. Und Green ist Lobbyist. „Waren das Zeiten, als die Staaten noch vernünftig regiert wurden“, scherzt er angriffslustig, lacht und schiebt seinen wuchtigen Körper in einen Ledersessel. Die Linke macht Stimmung mit ihrer Klimaideologie. Da werde viel dramatisiert, findet Green.
„Klar, die Erde heizt sich auf. Aber ist das ein Grund für Aktionismus?“ Wenn in Bangladesch der Meerespiegel steige, sei das nicht weiter schlimm. „Die Menschen dort haben ohnehin wenig. Es würde wenig kosten, ihre Städte von den Küsten ins Inland umzusiedeln.“

Zynisch findet Green diese Idee keineswegs. „Zynisch sind neue Steuern.“ Als hätten Wissenschaftler die Gefahren der Treibhausemissionen nie belegt und als wäre George W. Bush noch immer US-Präsident, machen weite Teile der amerikanischen Wirtschaft Front gegen strenge Klimaregeln. 90 Millionen Dollar ließen die US-Konzerne die Lobbyarbeit allein 2008 kosten. Eine Studie des unabhängigen Center for Puplic Integrity machte öffentlich, wie groß die Armada der Klima-Meinungsmacher inzwischen ist: 770 Unternehmen haben in den Staaten rund 2340 Souffleure angeheuert, um Druck auf Abgeordnete und Senatoren auszuüben – auf jeden Abgeordneten kommen vier Lobbyisten."
(Zitatende) Quelle: Süddeutsche Zeitung 22.11.09

Koch Industries, das zweitgrößte Unternehmen in Privatbesitz in den USA, finanziert „Klimaskeptiker“
"Allein zwischen 2005 und 2008 hat der im US-Bundesstaat Kansas ansässige Konzern, von dem auch die meisten Amerikaner noch nie etwas gehört haben, fast 25 Millionen US-Dollar zur Finanzierung von Organisationen der „Klima-Leugner-Maschinerie“ finanziert. Fast die gleiche Summe hatte Koch Industries zu diesem Zweck schon zwischen 1997 und 2004 ausgegeben. Das Geld floss in koordinierte Attacken gegen Klimaforscher – mit einem klaren Ziel: Die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft soll systematisch diskreditiert werden." Quelle: Greenpeace

Prominenter Klimaskeptiker kassierte 1 Million Dollar von Gas- und Ölfirmen
"Greenpeace USA entlarvt prominenten US-Klimaskeptiker im Dienst der Öl- und Gaslobby. Eine Reportage von Greenpeace USA über die Einkommensquellen von Dr. Willie Soon, einem der bekanntesten Klimaskeptiker, zeigt auf, dass dieser in den letzten zehn Jahren mehr als eine Million Dollar von Gas- und Ölfimen sowie von deren Lobbyorganisationen empfangen hat. Greenpeace USA konnten nachweisen, dass die ExxonMobil Foundation, Southern Company, das American Petroleum Institute und die Charles G. Koch Foundation den Wissenschafter großzügig finanziell unterstützten. Laut Greenpeace erhielt Dr. Soon seit 2002 ausschließlich Förderungen von der Gas- und Ölindustrie, berichtet die britische Zeitung Guardian. Weitere Auftraggeber waren die Texaco Foundation und das Electric Power und Research Institute.
Dr. Soon ist einer der bekanntesten Klimaskeptiker, der behauptet, dass die Klimaerwärmung und das Schmelzen des Eises in der Arktik nicht auf durch Menschen verursachte Treibhausgase zurückzuführen ist."
Quelle: EU-Umweltbüro

Lobbyismus in Deutschland
Die Journalisten und Industrielobbyisten Maxeiner und Miersch sind die klassischen Vertreter für die Kampagnen der gut organisierten Klimaskeptiker. Sie schreiben was die Atom-und Gentechniklobby gerne hört und versuchen die Kampagnen der Kohle-, Öl- und Atomkonzerne aus den USA auf Deutschland zu übertragen.
Maxeiner und Miersch entlarven "Öko-Irrtümer", die gar keine sind, berichtete "Die Zeit" schon 1998. Die beiden "Journalisten" stützen seit Jahren die Thesen der gut organisierten Klimawandelskeptiker und sorgen dafür, dass die Pro-Atom und Laufzeitverlängerungskampagnen von EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON in den Medien ihren Niederschlag finden. Kein Wunder, dass Miersch und Maxeiner häufig in der Schweizer WELTWOCHE veröffentlichen. Dort wird "gut und gerne" der Klimawandel geleugnet und gegen Deutsche, andere Ausländer und Minarette polemisiert. 500 000 Franken soll rechte SVP-Patron Christoph Blocher pro Jahr dafür an die Weltwoche überweisen, dass sein Chemieunternehmen ein Kreuzworträtsel sponsert, schreibt die Badische Zeitung in einem lesenswerten Beitrag über die Weltwoche


Drei Tage vor dem Kopenhagen-Gipfel
fand in Berlin eine "Internationale Klimakonferenz" statt. "Einer der Veranstalter ist das "Liberale Institut" der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. Skeptikern und Leugnern der Erderwärmung wird die Veranstaltung ein Podium bieten - einige von ihnen stehen seit langem wegen Zuwendungen von US-Ölkonzernen wie Exxon in der Kritik.
Der Mitveranstalter der Berliner "Klimakonferenz", CFACT aus Washington, hat jahrelang Geld von Unternehmen genommen, die an der Zerstörung des Weltklimas ganz gut verdienen: Die lobbyisten-kritische US-Website Sourcewatch.org listet beispielsweise Spenden von Chevron (60.500 Dollar), DaimlerChrysler (25.000 Dollar) oder ExxonMobil (587.000 Dollar) auf. CFACT hat es sich zur Aufgabe gemacht, "Klima-Alarmismus" und den "Global Warming Hype" zu bekämpfen. Zu seinem Mitarbeiterstab zählt der Jenaer CDU-Politiker Holger Thuss. Thuss gründete 2004 einen europäischen CFACT-Ableger, der aber bislang nicht durch große Aktivitäten auffiel. Er ist zudem Mitbesitzer eines Verlages für klimaskeptische Bücher. Und er ist "Präsident" des Jenaer Vereins EIKE, der ebenfalls als Einlader für die Berliner Konferenz auftritt. "Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit", lautet dessen Schlachtruf."
(Zitatende)
Quelle: www.wir-klimaretter.de

EIKE - das so genannte "Europäische Institut für Klima und Energie"
ist eine der aggressivsten und finanzstärksten Lobbyorganisationen der Industrie. Hinter EIKE stecken die gut organisierten Klimwandelleugner und die Gegner der alternativen Energien. Wer sich auf den Internetseiten der deutschen Klimawandelleugner umschaut wird dort viele Argumente der reaktionären, brutalliberalen amerikanischen Tea Party- Bewegung finden.

"Über Eike hat die weit verzweigte und eng vernetzte US-Szene der Klimaskeptiker in Deutschland Fuß gefasst. Denn Eike-Präsident Thuss ist zugleich Gründer von CFACT Europe, dem Ableger des amerikanischen "Committee for a constructive tomorrow", das 2008 mit fast 600.000 Dollar zu den größten Spendenempfängern des Ölkonzerns ExxonMobil gehörte. Eike selbst erhält Lüdecke zufolge kein Geld von Konzernen. Nachprüfen lässt sich das nicht, denn in Deutschland müssen sogenannte Think-Tanks ihre Geldgeber nicht offenlegen.(...) Gehör verschafft sich Eike auch außerhalb des Netzes - etwa durch Tagungen. So organisierte das Institut zusammen mit der FDP-nahen Naumann-Stiftung Anfang Dezember in Berlin eine "internationale Klima-Tagung". Hauptredner war Fred Singer, ein pensionierter Meteorologe, der in der Szene derjenigen, die den Klimawandel leugnen, zu den Stars gehört. Singer ist Mitglied von so ziemlich jedem klimaskeptischen Verein, unter anderem des Heartland Institute, einer konservativen Denkfabrik, die in den USA den Ton angibt und seit ein paar Jahren große Konferenzen gegen den Klimawandel organisiert. (...) Weiterer Redner bei Eikes Klimatagung war Lord Monckton, auch er ein Handlungsreisender gegen den Klimawandel. Nach seinem Auftritt in Berlin flog Monckton, der als Berater der früheren Premierministerin Margaret Thatcher Karriere machte, nach Australien - der Kohlekonzern Hancock Prospecting hatte ihn zu einer Vortragsreise eingeladen." schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 31.3.2010 Quelle

Es ist faszinierend und gleichzeitig bedrohlich zu sehen
wie erfolgreich die atomar–fossilen Energiekonzerne und ihre Lobby mit unglaublich viel Geld und mit teuren, verdeckten PR-Kampagnen sehr erfolgreich Desinformation betreiben und das notwendige Handeln und fortschrittliche Gesetze und Abmachungen zum Klimaschutz verhindern. Auch in Deutschland laufen die Kampagnen der so genannten Klimaskeptiker und deren Werbeagenturen. Sie diskreditieren WissenschaftlerInnen und Umweltverbände, manipulieren Internetforen (insbesondere in Internetausgaben von Zeitungen) und organisieren professionelle Leserbriefkampagnen. Die Umweltbewegung muss sich stärker mit solcher Propaganda, mit Greenwash, PR und Lobbyismus und seinen Folgen für Demokratie und Umwelt auseinander setzen.

Axel Mayer / BUND-Regionalgeschäftsführer





Klimawandelleugner, Klimaskeptiker & die Interessen der Industrie





An den
Präsidenten des Umweltbundesamtes
Herrn Jochen
Postfach 1406
06813 Dessau-Roßlau


14.Juni 2913


Sehr geehrter Herr Flasbarth,

wir möchten uns recht herzlich bei Ihnen für Ihre Broschüre „Und sie erwärmt sich doch“ bedanken und bitten Sie unseren Dank an die Autoren weiter zu leiten.
Wir finden es gut, mutig und wichtig, dass in der Broschüre auch die Strippenzieher der Klimawandelleugner genannt werden.
Das UBA hat sich mit dieser Broschüre endlich auch schützend vor die Klimawissenschaften und die Umweltbewegungen gestellt.
Wir wollen daran erinnern, dass die „sensibel reagierenden“ Herren Maxeiner und Miersch üblicherweise in ihrer eigenen Wortwahl nicht zimperlich sind. Sie selber nennen Umweltschützer in ihren Texten gerne „Feinde der Zukunft“, „Pseudo-Ökos“, „Ökoheuchler“, „Ökopharisäer“, „Ökochonder“, „Ökopriester“, „Ökopäpste“, „Ökoromantiker“ oder „Öko-Stalinisten“. Das klingt recht böse und hasserfüllt und ist vermutlich auch so gemeint.

Nur an einer Stelle der Broschüre haben sich Ihre Experten getäuscht. Im Kapitel 5 "Klimawandelskeptiker in Deutschland" steht in der Einleitung: "In Deutschland haben die „Klimawandelskeptiker“ bei Weitem nicht so einen großen Einfluss in Öffentlichkeit und Politik wie in den USA." Wer die gut gemachte Kampagne mancher Netzwerke gegen die neue Broschüre analysiert, der erkennt die zunehmende Macht dieser Lobbygruppen.

Mit freundlichen Grüßen
Axel Mayer Geschäftsführer



Aktueller Einschub
  • Einen der besten und wichtigsten Beiträge zu den Durchsetzungsstrategien der Industrie stand am 22.11.2012 in der Zeitschrift „Die Zeit“: „Wie von der Industrie bezahlte PR-Manager der Welt seit Jahren einreden, die Erderwärmung finde nicht statt. Chronologie einer organisierten Lüge.“ Dieses sehr lesenswerte Beitrag über die PR-Konzepte der Großindustrie lässt sich auch auf auf die Pro-Atom- und Pro-Gentechnik Kampagnen übertragen. Mit diesen Strategien müssen wir uns auseinander setzen. Auch die Propagandaarbeit von EIKE, dem Europäischen Institut für Energie & Klimawandelleugner" wird beschrieben.

  • Ich hänge diesem Beitrag die Links zu einigen lesenswerten Medien-Beiträgen an. Spannend sind die gut organisierten, bösartigen und teilweise hasserfüllten "Leser" Kommentare zu diesen Beiträgen. Ein einziger, bezahlter Kohlepropagandist kann mit verschiedenen Scheinidentitäten hunderte solcher einseitiger Kommentare schreiben.
    hier mehr Infos zu solchen verdeckten Kampagnen





    Mehr Infos: Greenwash

    Klimawandel? Kein Problem! Eine BUND-Protestaktion



    GERMANWATCH UND WWF WERFEN BASF, BAYER UND E.ON DOPPELZÜNGIGKEIT VOR


    Germanwatch und WWF erneuern ihre Kritik an BASF, BAYER und EON. Ein Report des Climate Action Network Europe (CAN) habe deren Doppelzüngigkeit aufgedeckt. In der EU und Deutschland werde Klimapolitik mit dem Verweis auf ausbleibende Fortschritte in den USA blockiert. Zugleich werden im US-Senat Klimabremser finanziert, damit sich dort nichts bewege. Bayer, BASF und EON fühlen sich zu Unrecht für ihre Parteispendenpraxis in den USA kritisiert. Die Unternehmen verweisen darauf, es habe sich bei der finanziellen Unterstützung von Klimaskeptikern um Privatspenden von Mitarbeitern gehandelt. "Diese faulen Ausreden sind wenig überzeugend, das Ganze hat System", betont Regine Günther vom WWF. Dies zeige vor allem das Bespiel BASF: Das Unternehmen ließ zum Beispiel vor wenigen Tagen internationale Führungskräfte von Björn Lomborg, einem der führenden Klimaskeptiker schulen.

    Führungskräfte von BASF seien die größten Spender im Rahmen der sogenannten "Political Action Committees" (PAC) aus dem Unternehmen, die dann vor allem an Klimaschutzblockierer im US-Senat gespendet haben. Die Argumentation von BASF, man habe keinen Einfluss auf die Spenden dieser Komitees, ist nach Einschätzung von Germanwatch und WWF heuchlerisch. "Das Unternehmen sucht sich offenbar heraus, welche 'privaten Wahlkampfspenden' subventioniert werden", berichtet Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. Diese Praxis habe bereits die US-Bundeswahlkommission beschäftigt, weil anderen, politisch weniger genehmen, PACs des Unternehmens diese Unterstützung verweigert wurde.

    Auch bei BAYER kommt das Geld für die Klimaskeptiker aus den Chefetagen. Der Rechercheplattform www.opensecrets.org zufolge gehört Gregory S. Babe, Präsident und CEO der amerikanischen Sektion der Bayer AG, zu den größten Spendern.

    Der WWF und Germanwatch
    kritisieren darüber hinaus die verfehlte Klimapolitik der Unternehmen in Deutschland und der EU. EON, BASF und Bayer gehören in Deutschland zu den acht DAX-Unternehmen, die im August den von RWE initiierten energiepolitischen Appell an Kanzlerin Angela Merkel unterzeichnet haben. "Sie haben mit ihrer Forderung nach Laufzeitverlängerungen der Atomkraft und dem Neubau von Kohlekraftwerken in Deutschland eine zukunftsorientierten Klima- und Energiepolitik ausgebremst", kritisiert Christoph Bals. "Sie sagen, sie unterstützen eine progressive Klimapolitik. Aber es wäre neu für uns, dass eines der Unternehmen das notwendige 30-Prozent-CO2-Reduktionsziel der EU unterstützt. Im Gegenteil, sie blockieren hier gerade auch mit Verweis auf fehlende Klimaschutzfortschritte in den USA."

    WEITERE INFORMATIONEN... zu dieser Pressemeldung finden Sie hier



    Einer der besten Artikel zum Thema Klimaskeptiker findet sich erstaunlicherweise in der faz
    Spannend sind auch auch die gut organisierten, hasserfüllten Kommentare zu diesem Beitrag im Internet der faz.
    FAZ 11. Dezember 2009

    Klimaskeptiker: Die letzten Fortschrittsgläubigen


    Von Lorenz Jäger
    Alles nur Hysterie verblendeter Fortschrittsfeinde? Die Klimaspektiker bilden eine seltsame ideologische Allianz
    11. Dezember 2009
    Klimaskeptiker gibt es in vielen Versionen. Einmal findet ein Klimawandel nicht statt, ein anderes Mal ist er nicht so dramatisch wie von Umweltschützern behauptet, oder die Erderwärmung wird am Ende gute Effekte für uns alle haben (vor allem für den Sport, wie ein britischer Tory-Parlamentarier ernsthaft erklärte), oder, ein anderes Mal: Es gibt kein Menschenrecht auf einen stabilen Meeresspiegel. Einig sind sie sich nur darin, dass es sich bei den Zielen der Konferenz in Kopenhagen um, so Michael Miersch im Magazin „Cicero“, „Klima-Hysterie“ handelt, wie auch Wolfram Weimer, Chefredakteur des „Cicero“, von der Klimadiskussion glaubt, dass sie „viel zu hysterisch ist“. Umweltschutz wird mit dem Kampfbegriff „Ökologismus“ als Gedanke verblendeter Fortschrittsfeinde verächtlich gemacht.
    Thomas Deichmann vom Magazin „Novo“ sieht „Apokalypsenprofis“ und „Misanthropen“ am Werk, „Wanderprediger des Weltuntergangs“. Selten erscheint ein Artikel der Skeptiker, in dem nicht die Opponenten als naive „Gutmenschen“ abgetan würden. Und die Skeptiker sehen sich als mutige Ritter, die wider den Stachel des „politisch Korrekten“ löcken.
    hier weiterlesen auf der faz Homepage




    Die TAZ berichtete am 09.12.2009 über die weltweiten Kampagnen zur Behinderung des Klimagipfels 2009 in Kopenhagen und über die "Arbeit" von Dirk Maxeiner und Michael Miersch.

    Climategate und die Achse des Blöden
    von Heiko Werning

    (kurzer Auszug aus einem längeren Beitrag)
    "Eine besonders unrühmliche Rolle dabei spielen im deutschsprachigen Raum die Autoren Dirk Maxeiner und Michael Miersch. Mit Henryk M. Broder zusammen bilden sie die Redaktion des klickerfolgreichen Blogs „Die Achse des Guten“. Maxeiner und Miersch sind große Verschwörungstheoretiker, Maxeiner schreibt u. a., durch die gekaperten Mails lägen „folgende Tatbestände vor: Geheime Absprachen um Daten zu manipulieren, sodass der gewünschte Erwärmungstrend vorherrscht; Unterdrückung von gegenläufigen Erkenntnissen; Verschleiern der mittelalterlichen Warmzeit“ – alles leicht widerlegbare Falschaussagen. In seinem Welt-Blog und auf der „Achse des Guten“ kommt der Journalist Gideon Böss sogar zu der vollkommen irren Aussage: „Ein Großteil der Daten, auf die sich die Weltuntergängler stützen, ist manipuliert. Abweichende Erkenntnisse wurden gar nicht erst in Fachzeitschriften veröffentlicht.“ Für solche Aussagen fehlt jeder Beleg, aber so bastelt man sich halt eine Weltverschwörung.
    Diese Propaganda schwappt nun auch hinüber in die Printmedien. So konnten Maxeiner und Miersch in der „Welt“ vom 4.12. behaupten, die Rohdaten des CRU, die zur Berechnung der globalen Klimakurven verwendet wurden, seien vernichtet worden. Dabei stehen sie, abzüglich der Daten, die unter die Rechte anderer, ausländischer Institute fallen und eben nicht herausgegeben werden dürfen, frei im Netz. Maxeiner und Miersch folgern aus dem angeblichen Datenverlust: „Die Berichte des Weltklimarates basieren somit auf einer Art Geheimwissenschaft. Genau wie Legionen weiterer Klimastudien, die ebenfalls auf den Angaben der CRU aufbauen. Nicht zu vergessen die vielen politischen Forderungen, die darauf gesattelt werden.“ Als basierte die Theorie der globalen Erwärmung auf den Datensätzen eines einzigen Instituts. In Wirklichkeit sind es Hunderte originärer Datensätze und Ergebnisse aus unterschiedlichsten Forschungsrichtungen, von denen die Wichtigsten im von Klimaforschern betriebenen Blog realclimate.org zusammengetragen und frei zugänglich gemacht wurden" Zitatende

    Quelle: TAZ



    germanwatch veröffentlichte das: "Who is who der Klimaskeptiker"


    • Prof. Dr. Robert Balling Jr., Universität von Arizona; erhielt Funds vom Gesamtverband des Deutschen Steinkohlebergbaus und von der British Coal Corp sowie der Regierung von Kuwait.

    • Prof. Dr. C.J. Frits Böttcher, 80, Physikochemiker; veröffentlicht seine Kritik etwa im BMW-Magazin (1992).
      Dr. Böttiger Verlags GmbH, Wiesbaden. Der zum LaRouche-Netzwerk gehörende Dr. Böttiger Verlag veröffentlicht zahlreiche Skeptiker-Schriften zum Ozonloch, zum Treibhauseffekt und überhaupt 'Umweltschutzbetrug'.

    • Prof. Dr. Brian Flannery, Physiker in Harvard, einer der Klimaskeptiker, die selbst IPCC-Autoren sind; von Esso (Exxon) gesponsorte Informationstour in Deutschland (1997).

    • Prof. Dr. rer. nat. Dr. rer. pol. Heyke, Kritiker zunächst der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Ozonloch, dann immer stärker auch von denen des Treibhauseffektes; Vortrag etwa auf der ACHEMA 1997. In seinem Buch 'Was ist Gott?' gibt der Autor eine Antwort auf diese Frage "von der Chemie her, der fundamentalen Wissenschaft im Zentrum der Naturwissenschaften!".

    • Prof. Dr. Richard Lindzen, USA, einer der wissenschaftlich anerkanntesten Skeptiker; er bestreitet, "daß jegliches Anzeichen einer Gefahr bereits eine neue Verordnung rechtfertige".

    • Prof. Dr. H. Metzner, Pflanzenphysiologe und Präsident der Europäischen Akademie für Umweltfragen e.V.; Metzner und seine Akademie betreibt systematisches Lobbying für die Klimaskeptiker.

    • Prof. Dr. Patrick J. Michaels, Associate Professor of Environmental Sciences at The University of Virginia; Herausgeber des 'World Climate Review', einem Skeptikermagazin, das die Western Fuels Association mit Unterstützung von Unternehmen aus der Kohleindustrie sponsert. Die Western Fuel Association begann in den späten 80er Jahren Klima-Skeptiker zu finanzieren.

    • Dr. Frederick Seitz, früherer Präsident der 'National Academy of Sciences', ehemaliger Präsident der 'Rockefeller University', Direktor des 'Marshall Institute'.

    • Prof. Dr. Fred Singer, einst 'oil economist', jetzt prominenter Klimaskeptiker; prinzipiell anerkannt als qualifizierter Atmosphärenwissenschaftler. Führender Kopf der "Leipzig Deklaration", in der etwa 100 Klimaskeptiker den IPCC-Sachstand kritisieren.

    • Dr. Wolfgang Thüne, Dipl. Meteorologe und Doktor der Soziologie (Dr. rer. pol.), bekannt als Fernseh-'Wetterfrosch', Institut für Demokratieforschung e.V. - Arbeitskreis Klima.

    • Dr. G.-R. Weber, Meteorologe beim Gesamtverband des Deutschen Steinkohlbergbaus, Essen; veröffentlichte 1991 das Buch 'Treibhauseffekt, Klimakatastrophe oder Medienpsychose?' im zum LaRouche-Netzwerk gehörenden Dr. Böttiger Verlag.

     
    Quelle: Germanwatch




    hier einige Klimafakten
    "Wie sich EIKE und die anderen Klimawandel-Skeptiker die Erderwärmung kaltrechnen" beschreibt Spiegel-online vom 23.01.2009 hier


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    Dieser Artikel wurde 7212 mal gelesen und am 22.8.2013 zuletzt geändert.