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Leuchtpol: Atomgeld von E.ON - ANU Bundesverband und das "GRÜNE" Image für den Atomkonzern E.ON

10.06.2011

Leuchtpol: Atomgeld von E.ON - ANU Bundesverband und das "GRÜNE" Image für den Atomkonzern E.ON


Mit dem Leuchtpol-Projekt verschafft der ANU Bundesverband dem Atom- und Kohlekonzern E.ON auch nach Fukushima ein gutes Image. Die E.ON Atom- und Kohlekraftwerke bedrohen Mensch, Natur, Umwelt und Klima.


Die ANU (Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltbildung) Bundesverband versteht sich als Dach- und Fachverband der Umweltzentren, Initiativen, AnbieterInnen, FreiberuflerInnen, Selbständigen und weiteren Einzelpersonen, die in der außerschulischen Umweltbildung tätig sind.


Der ANU-Bundesvorstand hat einen Sponsoringvertrag für die Durchführung eines bundesweiten Fortbildungsprojektes „Leuchtpol“ für 4.000 ErzieherInnen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kindergärten mit dem Schwerpunkt Energie und Umwelt abgeschlossen. Mit einer Summe von 27 Mio. Euro ist Leuchtpol das größte Sponsoringprojekt dieser Art. Seit September 2009 ist Leuchtpol bundesweit aktiv, acht Regionalbüros führen die Fortbildungen vor Ort durch. Das Projekt läuft über vier Jahre und wird durch die E.ON-AG finanziert.

Die ANU pocht auf:
  • Pädagogische Unabhängigkeit
  • ein Werbe- und Marketingverbot für E.ON
  • Wahrung der politischen Unabhängigkeit.


Ein Beitrag zum Greenwash für den Atom- und Kohlekonzern E.ON ist das Projekt Leuchtpol auf jeden Fall. Das zeigt sich auch deutlich an der E.ON Pressearbeit und der Berichterstattung über das Projekt in den Medien.

  • Wie empört wäre die Umweltbewegung, wenn die Atomparteien FDP, CDU und CSU sich offiziell ein "Projekt" mit 27 Mio. Euro von E.ON sponsern lassen würden?
  • Wie still ist die Umweltbewegung, wenn sich ein Umweltbildungsverband von E.ON mit 27 Mio. Euro sponsern lässt?


Es ist erfreulich, dass der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sich schon frühzeitig sehr kritisch zu Leuchtpol geäußert hat.


E.ON und Atomkraft
Die Nutzung der Atomenergie durch den Atomkonzern E.ON ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Die Macht und der Einfluss des Atomkonzerns E.ON auf die Politik ist undemokratisch. Der heute produzierte Atommüll muss für eine Million Jahre sicher gelagert werden und gefährdet das Leben zukünftiger Generationen auf dieser Erde. Der Atommüll, der nach Gorleben transportiert wird, stammt auch aus E.ON Atomkraftwerken.
Die 27 Millionen Euro für Leuchtpol entsprechen in etwa dem Zusatzgewinn, den E.ON innerhalb von 27 Tagen für ein einziges gefahrzeitverlängertes 1.000-Megawatt-AKW erzielt.

Dazu kommt, dass E.ON nach WWF-Angaben indirekt die Klimawandelleugner in den USA unterstützt.

Das Leuchtpol-Projekt wendet sich insbesondere an Kindergartenkinder.
Kindergartenkinder in der Nähe von Atomanlagen sind von der Strahlung der AKW besonders betroffen.

Aus einer Studie, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich zunimmt. Die Studie mit Daten von über 6000 Kindern liefert die bislang deutlichsten Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken. Das Risiko ist demnach im 5-km-Radius für Kinder unter fünf Jahren um 60 Prozent erhöht, das Leukämierisiko um etwa 120 Prozent.

Mit dem Leuchtpol-Projekt versucht E.ON erfolgreich indirekten Einfluss auf die Umweltbildung und Umweltbewegung zu nehmen und sich ein gutes Image zu verschaffen. Da nützt auch schöne, engagierte und kritische Leuchtpol-Arbeit von Umweltpädagogen wenig.

  • Gut, dass zumindest ein kleiner Teil der ANU (Landesverband Baden-Württemberg und ANU Mecklenburg-Vorpommern) nicht käuflich sind und der massiven Versuchung des Geldes widerstanden haben und sich nicht an Leuchtpol beteiligen.
  • Im Süden haben die Atomkonzerne EDF und EnBW die industriegesteuerte Umweltorganisation „-Au fil du rhin - Am Rhein entlang" gegründet. Auch bei "Au fil du rhin" geht es um Greenwash für Atomkonzerne und um den Versuch die Umweltbewegung mit Geld zu spalten. Doch die Umweltverbände am Oberrhein haben der Versuchung des großen Geldes (bisher) widerstanden. Info


Was wird der ANU Bundesverband machen, wenn nach vier Jahren das Leuchtpol-Projekt ausläuft? Jetzt werden viele bezahlte Stellen und Abhängigkeiten geschaffen. Schafft es die ANU danach aus der selbst geschaffenen Abhängigkeit vom Atomgeld auszubrechen? Und hat der ANU Bundesverband überlegt, dass beim nächsten schweren Atomunfall in einem E.ON Atomkraftwerk ein radioaktiver Schatten auf die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltbildung fallen wird?


Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Ulrike Treidel, Vorstand




Leuchtpol & ANU: Atomgeld von E.ON - ANU Bundesverband und das "GRÜNE" Image für den Atomkonzern E.ON



Das Geld für das Leuchtpol-Projekt kommt u.a. aus den Gewinnen der gefahrzeitverlängerten Atomkraftwerke, die, zumindest zum Teil, von E.ON betrieben werden:


Quelle der Auflistung: Wikipedia


Eines muss mensch dem Bundesvorstand der ANU lassen:
Das E.ON Geld stinkt nicht.
Es strahlt...


Dazu kommen allerdings noch die E.ON-Steinkohlekraftwerke:
  • Bexbach
  • Kiel
  • Heyden/Lahde
  • Staudinger 1, 3, 5/Großkrotzenburg
  • Veltheim
  • Wilhelmshaven
  • Scholven
  • Gustav Knepper, Dortmund


Und die umweltbelastenden E.ON Braunkohlekraftwerke:

  • Buschhaus (350 MW)
  • Schkopau (900 MW)

Quelle der Auflistung: Wikipedia

Das ist vermutlich auch der Grund, warum E.ON nicht nur die ANU und Leuchtpol "unterstützt", sondern auch die industriegesteuerten Klimawandelleugner in den USA. E.ON fühlt sich zwar zu Unrecht für seine Parteispendenpraxis für Klimaleugner in den USA kritisiert. Das Unternehmen verweist darauf, es habe sich bei der finanziellen Unterstützung von Klimaskeptikern um "Privatspenden" von Mitarbeitern gehandelt. „Diese faulen Ausreden sind wenig überzeugend, das Ganze hat System“, betont Regine Günther vom WWF. hier


  • Ein kritischer Bericht des Spiegel zu Leuchtpol: hier
  • Die Reaktion der ANU auf die Kritik im Spiegel: hier
  • Ein Diskussionsbeitrag der Kritischen Aktionäre zu Leuchtpol: hier
  • Der Brief des BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger an die ANU: hier
  • Leuchtpol im Netz: hier
  • Ein kritischer Beitrag im Halle-Forum: hier
  • Umweltinstitut München kritisiert ANU und Leuchtpol: hier
  • E.ON Pressearbeit zu Leuchtpol: hier



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Dieser Artikel wurde 4853 mal gelesen und am 28.4.2013 zuletzt geändert.