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Rhein, Elz, Dreisam, Glotter, Kinzig, Rench, Kinzig und Schutter - Mehr Hochwasserschutz und mehr Naturschutz

16.08.2002
eine Chance für Rhein, Elz, Dreisam, Glotter, Kinzig, Rench, Kinzig und Schutter

Die verheerenden Jahrhunderthochwasser im Oktober 2002 in Bayern und im Osten der Republik zeigten auch die ökologischen Sünden der Vergangenheit und der Gegenwart.

Aber auch in Südbaden wurde zu nahe an die Flüsse - in ehemalige Überschwemmungsflächen - gebaut. Und auch bei uns gab es schon Hochwasser - aber die kanalisierten Fließgewässer führen die Hochwasser zumeist schnell ab. Die zu Kanälen geronnenen Flüsse unserer Heimat Elz, Dreisam, Glotter, Kinzig und Rhein schaffen aber Hochwasserprobleme flussabwärts. Aus diesem Grund muss das Integrierte Rheinprogramm, mit menschen- und auenverträglichen Einstauhöhen endlich umgesetzt werden. (mehr Infos zum Rheinprogramm IRP auf dieser Homepage)

Eine Chance für mehr Hochwasserschutz und mehr Naturschutz und eine Chance für die regionalen Fließgewässer bieten die im Rahmen des Bahnausbaus notwendigen Ausgleichsmaßnahmen, für die um die 100 Mio Euro zur Verfügung stehen sollen.

Die Deutsche Bahn AG plant den Zubau zweier zusätzlicher Gleise im Oberrheingraben. Der BUND sieht das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir wollen die Stärkung und den Ausbau der Bahn und akzeptieren darum den Trassenbau. Gleichzeitig aber bedeutet die Neubautrasse einen besonders schweren und unumkehrbaren Eingriff in die geschundene Restnatur im Rheintal. Darum muss vor dem sogenannten "Ausgleich" stets das Ziel der Minimierung der Eingriffe stehen.

Die problematischsten Aspekte der Neubaustrecke sind der Flächenverbrauch, die Landschaftszerschneidung und der Lärm. Wir brauchen also Projekte, die genau an diesen Problemfeldern ansetzen.

In der Vergangenheit wurden die meisten Mittel- und Unterläufe unserer Bäche und Flüsse zu geradegestreckten, kanalisierten, naturfernen Kanälen umgebaut. Gerade Elz, Dreisam, Glotter, Acher, Rench, Kinzig und Schutter, - diese landschaftsprägenden Gewässer unserer Heimat könnten durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Dammrückverlegungen, ökologisch aufgewertet und renaturiert werden.

So könnten auch zusätzliche Möglichkeiten zur Hochwasserrückhaltung geschaffen werden. Es sollte auch versucht werden, durch geeignete bauliche Maßnahmen (z.B. breite Durchlässe unter Autobahn und Neubautrasse) die Wandermöglichkeit von Tieren entlang der Bäche wieder zu verbessern.

Grüne Bänder, d.h. breite, naturnahe Korridore, teilweise mit Auecharakter, zwischen Schwarzwald und Rheinaue sollten als Ziel angestrebt werden. Nicht teure Ingenieurbiologie und Grünbrücken sondern zusammenhängende Flächen in Bachnähe werden gebraucht. Dazu gehört auch die Wiedervernässung von Wiesen in Flussnähe als Maßnahme für einen wirklichen Biotopverbund. Es sollte geprüft werden, an welchen Gewässern der Region mit dem geringsten finanziellen Aufwand der größtmögliche Effekt für Mensch, Natur und Umwelt erzielt werden könnte.

Neben diesem zentralen Schwerpunkt für die Ausgleichsmaßnahmen, gibt es noch eine Vielzahl von wichtigen und sinnvollen Projekten und Vorschlägen, die von den Naturschutzverbänden unterstützt werden.
Edith Jost / Axel Mayer

Nachtrag 8.2007
Gegen die Eindeichung der Ill
Während in Deutschland viele Bäche und Flüsse zu eingedeichten Kanälen geronnen sind, gibt es in Frankreich immer noch viele unbegradigte, naturnahe Gewässer, die natürlichen Hochwasserschutz bieten.
Die französische Ill am Südlichen Oberrhein tritt im Frühjahr über die Ufer und überflutet große Flächen ohne Schäden anzurichten. Doch jetzt wollen französische Planer auf Druck der Landwirtschaft die alten deutschen Fehler nachmachen. Die Ill soll eingedeicht werden. Alsace Nature, der große elsässische Umweltverband wehrt sich gegen diese Pläne die Hochwasserschutz und Naturschutz gefährden.

Mehr Infos: Integriertes Rheinprogramm IRP, Hochwasserschutz und Naturschutz am Rhein finden Sie hier


Dieser Artikel wurde 931 mal gelesen und am 11.1.2008 zuletzt geändert.
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