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Kohlekraftwerk: Neue Kohlekraftwerke verhindern! EnBW, Eon, Vattenvall und RWE contra Klimaschutz

Neue Kohlekraftwerke und Klimakiller nach Deutschland?
(Wichtig: Eine erfreuliche Aktualisierung dieses Beitrages finden Sie ganz unten angehängt)
EnBW, E.ON, RWE, Vattenfall und andere Energieversorgungsunternehmen
haben für die nächsten Jahre Kraftwerksneubauten mit insgesamt 40.000 Megawatt Leistung angekündigt. In 22 neuen Kraftwerken soll dabei Braunkohle oder Steinkohle verbrannt werden. Von dieser Klimasünde und Klimaschuld lässt sich mit der Atomdebatte trefflich ablenken. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien. Wenn überhaupt noch fossile Energieträger zur Stromerzeugung genutzt werden, dann darf das nur in effizienten kleinen und mittleren Blockheizkraftwerken geschehen, wo Strom und Wärme genutzt werden können. Bei der Verhinderung des Baus einer neuen Müllverbrennungsanlage, der TREA II bei Freiburg, im Jahr 2007 , war die fehlende Abwärmenutzung ein Hauptargument. Dieser Erfolg im Breisgau kann den Initiativen gegen neue Kohlekraftwerke Mut machen. Doch die atomar-fossilen Dinosaurier in den Energiekonzernen und ihre Vertreter in der Politik denken immer noch in zerstörerischen Kategorien des letzten Jahrhunderts.

Der Focus berichtete am 16.11.07:
Deutschlands Kraftwerke sind die größten Dreckschleudern in Europa.
Mit 356 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr durch die Stromerzeugung steht die Bundesrepublik demnach an der Spitze der europäischen Länder. Weltweit führend sind die USA mit 2790 Millionen Tonnen pro Jahr. Das sind ein Viertel der insgesamt 80 Milliarden Tonnen CO2, die durch Energiegewinnung produziert werden. Es folgen China, Russland, Indien und Japan.


Der gut organisierte Traum von der sauberen Kohle
Kohlekraftwerke sind Dreckschleudern. Sie stoßen viel Kohlendioxid (CO2) aus, das unser Klima ruiniert. Darum muss die schwarze Kohle mit viel Werbung "grüngewaschen" werden. CO2 muss nicht sein - versprechen die Energiekonzerne. Doch was ist von diesem Versprechen zu halten?

Der BUND Bundesverband schreibt:
"Technisch ist vieles machbar. Die Folgen und "Nebenwirkungen" werden jedoch meist nicht beachtet. Genauer betrachtet zeigt sich, dass die Speicherkapazitäten in früheren Gasspeichern begrenzt sind und ökologische Folgen in Aquiferen nicht erforscht sind. Ein Einpumpen des CO2 in die Tiefen der Weltmeere verbietet sich ohnehin, will man nicht eine immense ökologische Katastrophe durch die Versauerung und Zerstörung der Meeresfauna heraufbeschwören. Der Mythos "Saubere Kohle" ist ein Alptraum.

Kaum beachtet ist, dass kein Speicher 100%ig auf Dauer dicht ist. So würde bei einer Leckrate von 0,1 - 1% das CO2 in 100-1000 Jahren doch wieder in die Atmosphäre gelangen. Schon mehren sich Meldungen, nach denen eingelagertes CO2 durch Säurereaktionen zu Gesteinsveränderungen geführt haben. Dies würde eine unglaubliche "Erblast" des fossilen Zeitalters für künftige Generationen darstellen. Mehr noch - die CO2-Abscheidung, Transport und Speicherung bedingt einen Energie-Mehraufwand von 10-15% in den Kraftwerken. Damit wird aber zunächst mehr Kohle verfeuert, so dass am Ende sogar mehr CO2 in die Umwelt gelangen kann als ohne diese Technik.

Die Abtrennung und Lagerung von CO2 gefährdet die Umwelt. Kohlekraftwerke mit CO2- Abscheidung werden viel Geld. Sie sind daher weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll - auch nicht als Übergangstechnik: Warum sollte man gefährlichen und teure Umwege gehen, wenn man schon heute in erneuerbare Energien und in mehr Energieeffizienz investieren kann?"
Zitatende

Mit neuen Elektroheizungen wird der Strombedarf gezielt in die Höhe getrieben
"Mit neuen Kohlekraftkraftwerken decken wir nur den wachsenden Bedarf" sagen die Energieversorgungsunternehmen. Gleichzeitig läuft eine bundesweite Werbekampagne für elektrische Direktheizungen und Nachtspeicheröfen.
Für diese teuere, umweltschädliche, für die Konzerne aber gewinnbringende Form der elektrischen Energieverschwendung wird zur Zeit massiv geworben. So wird gezielt Energie verschwendet und "Bedarf" für neue Kraftwerke und für AKW - Laufzeitverlängerung geschaffen, während öffentlich über Energiesparlampen diskutiert wird.

Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer
sind Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke gleichermaßen bedrohlich. Nur eine wirklich nachhaltige Entwicklung kann die Energieprobleme der Welt lösen. Das Wachstum im Bereich der Alternativen Energien gehört zu den wenigen hoffnungsvollen Zeichen der Zeit. Von 1995 bis 2005 haben sich die Preise für atomar-fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für erneuerbare Energien halbiert haben. Windstrom ist global die am schnellsten expandierende Energienutzung. In der EU gingen im Jahr 2005 alle zwei Monate 1000 MW neue Windenergie ans Netz. In Kilowatt (Leistung) entspricht dies einem neuen AKW Gösgen (CH), in Kilowattstunden (Produktion) wird damit ein Atomreaktor der Größe Beznau (CH) ersetzt - und dies alle 60 Tage. Und genau dieses positive Wachstum der zukunftsfähigen Energien wird von den Anhängern der atomar-fossilen Energiegewinnung massiv bekämpft. Gegen die weltweite Klimaveränderung kann angegangen werden. Wir brauchen effizientere Kraftwerke, dezentrale Stromerzeugung, die Transportverluste reduziert, sparsamere Haushalts- und Kommunikationstechnik, Kraft-Wärme-Kopplung, sparsamere Fahrzeuge, effizientere Elektromotoren, Niedrigenergiehäuser, zukunftsorientierte Techniken wie die stationäre und mobile Brennstoffzelle, den verstärkten Einsatz von Erdgas als Brücke zum solaren Wasserstoffzeitalter und angepasste Energietechnologien.

Den zerstörerischen Traum
von dauerhaftem, unbegrenzten Wachstum im begrenzten System Erde können allerdings auch die Alternativenergien nicht erfüllen. Wer das amerikanische Wachstumsmodell mit Energie- und Rohstoffverschwendung auf den Rest der Welt übertragen will, der fährt diesen Planeten mit Kohle- und Atomkraftwerken gegen die Wand. Darum ist es nötig gegen Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke anzugehen und eine tatsächlich nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung einzuleiten.
Axel Mayer

:: Scheer: Mogelkampagne der Energie-Großkonzerne
+ 15.08.2007 + "Mit dem 'Informationszentrum klimafreundliches Kohlekraftwerk' polieren sich die Stromkonzerne mit Schwarzer Magie."

Der neu gegründete Lobby-Club mit dem verharmlosenden und irreführenden Namen "Informationszentrum Klima" ist eine millionenschwere Mogelpackung zur Täuschung der Menschen. Mit dieser Einschätzung warnt Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR und Träger des Alternativen Nobelpreises, davor, auf einen neuen Trick der großen Energiekonzerne hereinzufallen. Das Image von Kohlekraftwerken lässt sich mit Schwarzer Magie nicht künstlich aufpolieren.

Dass sich angeblich ein Beirat von Klimafachleuten und Regierungsvertretern daran beteiligen will, ist kein Beleg für die Seriosität dieser Industrie-Kampagne. Die Beiratsmitglieder sollten sich überlegen, ob sie diesem von den Vertretern einer überholten Energiepolitik zur Durchsetzung ihrer Interessen geschaffenen Gremium fernbleiben, empfiehlt Scheer.

Nach Überzeugung von Hermann Scheer ist die unausgegorene Ankündigung, CO2 abzuscheiden und zu speichern, keine Lösung, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Die unterirdische Lagerung des abgeschiedenen CO2 führt zu derartigen Kostensteigerungen, dass Kohlestrom deutlich teurer würde als Erneuerbare Energien. Außerdem gefährdet die Kohlesequestrierung das Ziel der Energieeffizienz. Schließlich sei CO2 im gelagerten Zustand ein dauerndes Zukunftsrisiko wie der Atommüll.

Der Ersatzbedarf zur Atomkraft muss vollständig aus Erneuerbaren Energien kommen. Der Neubau von fossilen Kohlekraftwerken ist schädlich, auch wenn sie mit Hilfe von Lobby-Propaganda als klimafreundlich ausgegeben werden, sagt der EUROSOLAR-Präsident. Was wir brauchen, sind nicht alte Rezepte in undurchsichtigen neuen Verpackungen, sondern politischer Handlungsmut für Erneuerbare Energien. Wenn wir von der Notwendigkeit des Umbaus überzeugt sind, werden wir ihn schaffen.
Quelle:
EUROSOLAR e.V. 2007


"CO2-freies-Kraftwerk": Feigenblatt der Stromkonzerne
Vattenfall und RWE kündigen gern das "CO2-freie Kraftwerk" an. Kohle, der Brennstoff mit den höchsten CO2-Emissionen je Kilowattstunde Strom, soll zur "sauberen Kohle" mutieren. Solche Kraftwerke werden allerdings noch lange nicht gebaut. Angeblich 2020 könnten sie zur Verfügung stehen. Bericht von Dr. Werner Neumann
Bei keinem der 28 jetzt geplanten neuen Kohlekraftwerke ist jedoch die CO2-Abscheidung und -Lagerung vorgesehen. Später ist die Nachrüstung konventioneller Kraftwerke mit Techniken zur CO2-Abscheidung aber extrem unwahrscheinlich, denn sie ist sehr aufwendig und teuer. Wenn Vattenfall, RWE und andere dennoch regelmäßig vom "CO2-freien-Kraftwerk" reden, soll dies ihnen in erster Linie ein sauberes Image verschaffen.

Technisch gesehen kann CO2 aus dem Abgas eines Kraftwerks abgetrennt werden. Da dies sehr energieaufwendig ist, kann es dadurch im besten Fall CO2- arm werden. Deshalb fallen die Wirkungsgrade neuer Kohlekraftwerke von 45% durch die Abscheidung wieder auf 30 - 35 % zurück. Ein Drittel mehr Kohle würde mit entsprechend höheren Umweltschäden benötigt (Grundwasser, Landschaftsraum), um die gleiche Menge an Strom zu produzieren.

Das Hauptproblem ist aber nicht die Abscheidung, sondern die Endlagerung des CO2. Hier gibt es riesige Fragezeichen, ob sie im großen Stil und auf Dauer sinnvoll möglich ist. Die Speicherkapazitäten in früheren Gasspeichern sind begrenzt und ökologische Folgen vielfach noch nicht erforscht. Ein Einpumpen des CO2 in die Tiefen der Weltmeere verbietet sich ohnehin, will man nicht eine immense ökologische Katastrophe durch die Versauerung und Zerstörung der Meeresfauna heraufbeschwören.

Über die Gefahren durch eine CO2-Freisetzung bei Abtrennung und Transport sowie Schäden der Ökosysteme gibt es kaum Angaben. Das CO2 müsste mindestens 10.000 Jahre in den Lagerstätten eingeschlossen bleiben. Bis jetzt kann niemand garantieren, dass es nicht schon in 100 bis 1000 Jahren wieder austritt. Bereits jetzt gibt es Meldungen über Gesteinsauflösungen durch Kohlensäure in Gaslagern. "CO2-Endlager" werden also zur Bürde für künftige Generationen.

Die CO2-Abscheidung und Endlagerung ist teuer. Zwischen den Kraftwerken und den Lagerstätten muss eine aufwendige Infrastruktur mit Pipelines oder Transporten aufgebaut werden. Die Frage der Haftung für etwaige CO2-Freisetzungen ist ebenfalls völlig ungeklärt.

Die Produktion einer Kilowattstunde Strom dürfte sich um mindestens 2 bis 5 Cent verteuern. Kosten und Risiken von Transport und Endlagerung des CO2 sind noch gar nicht eingerechnet. Die Vermeidung von CO2 durch Energieeinsparung ist schon heute kostengünstiger als die CO2-Abscheidung, und auch die erneuerbaren Energien werden bald günstiger sein.

Vielfach wird behauptet, die CO2-Abscheidung könne eine "Brückenfunktion" beim Klimaschutz ausüben, bis erneuerbare Energien ausreichend entwickelt sind. Tatsächlich wird ein weiterer Ausbau der Kohleverstromung dazu führen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz behindert oder gar verhindert werden. Die CO2-Abscheidung ist daher keine Brücke ins Solarzeitalter, sondern eine Krücke der Kohlewirtschaft, um sich vor den machbaren Alternativen zu drücken.

Vattenfall Europe AG
Umsatz: 11,1 Milliarden € (2006) - Gewinn: 1,4 Milliarden € (2006)
Gehört dem schwedischen Staatskonzern Vattenfall AB. Vattenfall betreibt Braunkohlekraftwerke in Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Lippendorf sowie vier Braunkohletagebaue. Zweiter Schwerpunkt sind die Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel. Für Brunsbüttel hat Vattenfall einen Antrag auf Verlängerung der Laufzeit gestellt. Vattenfall plant ein neues Braunkohlekraftwerk in Boxberg und zwei Steinkohlekraftwerke in Hamburg und Berlin.


EnBW
Umsatz: 13,2 Milliarden € (2006) - Gewinn: 1 Milliarde € (2006)
Hauptaktionär der EnBW ist die französische EDF, der größte Atomstromkonzern der Welt. Die Energie Baden-Württemberg hat mit 55% den höchsten Atomstromanteil in Deutschland. Sie betreibt vier Atomkraftwerke, vier Steinkohlekraftwerke und ist an dem Braunkohlekraftwerk in Lippendorf beteiligt. Für das AKW Neckarwestheim 1 wurde ein Antrag auf Laufzeitverlängerung gestellt. In Karlsruhe plant der Konzern den Bau eines neuen Steinkohlekraftwerkes.

Quelle:
Dr. Werner Neumann 2007
Erstveröffentlichung:
KLIMA EXPRESS - BUND 2007



Der Focus berichtete am 16.11.07 (kurzer Auszug aus einem längeren Beitrag)

Deutschlands Kraftwerke sind die größten Dreckschleudern in Europa.

Mit 356 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr durch die Stromerzeugung steht die Bundesrepublik demnach an der Spitze der europäischen Länder. Weltweit führend sind die USA mit 2790 Millionen Tonnen pro Jahr. Das sind ein Viertel der insgesamt 80 Milliarden Tonnen CO2, die durch Energiegewinnung produziert werden. Es folgen China, Russland, Indien und Japan.

Beim Kohlendioxidausstoß pro Person führt Australien mit elf Tonnen pro Jahr die Liste an. Dicht gefolgt von den USA mit neun Tonnen. China dagegen produziert zwei Tonnen pro Person.
Das Internetportal Carbon Monitoring for Action (Carma) listet den Kohlenstoffausstoß von über 50 000 Kraftwerken und 4000 Energiekonzernen weltweit auf.

Die Top Ten der Kohlendioxidproduzenten

Land Millionen Tonnen CO2 pro Jahr
USA 2790
China 2680
Russland 661
Indien 583
Japan 400
Deutschland 356
Australien 226
Südafrika 222
Großbritannien212
Südkorea 185



Kohle-Ausbaupläne im Papierkorb
Vor kurzem wollten die Stromkonzerne noch zahlreiche neue Kohlekraftwerke errichten / Jetzt werden die Planungen gestoppt

Bernward Janzing / Badische Zeitung vom Dienstag, 12. Februar 2008

FREIBURG. Die Stromkonzerne kippen reihenweise ihre Neubaupläne. Ursachen sind vor allem die massiv gestiegenen Rohstoffpreise, aber auch Proteste an den Standorten. Binnen eines Jahres hat sich die Stimmung komplett gedreht.

Kaum ein Jahr ist es her, als in Deutschland eine Liste der Bundesnetzagentur kursierte, die einen massiven Neubau von Kohlekraftwerken erwarten ließ: 39 Steinkohle- und sechs Braunkohleanlagen mit einer Gesamtleistung von 44 000 Megawatt waren damals aufgeführt.

Doch die Zahlen sind längst Geschichte. Das Bundesumweltministerium geht inzwischen nur noch von neun Kohlekraftwerken aus, die in den nächsten Jahren gebaut werden. Das hat mehrere Gründe. Zum einen schlagen die Entwicklungen am Rohstoffmarkt voll durch. Baustoffe wie etwa Stahl sind massiv teurer geworden sind. Der Kraftwerksverband VGB Power-Tech in Essen beobachtet, dass die Stromkonzerne inzwischen lieber alte Kraftwerke länger in Betrieb belassen und dafür Neubauprojekte verschieben. Denn manche geplante Investition ist inzwischen schlicht unrentabel: "Der Preis der Anlagen ist in den vergangenen zwei Jahren um 60 Prozent gestiegen" , sagt VGB-Ingenieur Hans-Joachim Meier. Mitunter war der Anstieg sogar noch stärker.

Zum Beispiel in Bielefeld: Die dortigen Stadtwerke rechneten vor zwei Jahren für ihr geplantes 100-Megawatt-Kohlekraftwerk noch mit Baukosten von knapp 110 Millionen Euro. Neuere Kalkulationen im vergangenen Sommer ergaben dann bereits einen Preis von mindestens 210 Millionen Euro. Daraufhin wurde das Projekt abgeblasen.

Auch der Emissionshandel macht bald Kohlekraftwerke teurer

In den Preisen spiegelt sich auch die riesige Nachfrage nach Komponenten wider. Branchenkenner berichten, dass sich Turbinenbauer bereits die Abgabe von Angeboten teuer bezahlen lassen, weil ihre Fertigungskapazitäten wegen des großen Bedarfs auf dem Weltmarkt ohnehin erschöpft sind.

Außerdem setzt sich in der Energiewirtschaft zunehmend die Erkenntnis durch, dass sich Kohle in einem funktionierenden System des Emissionshandels nicht mehr rechnen wird — und zwar sobald die Emissionsrechte nicht mehr vom Staat verschenkt werden.

Die EU beginnt in dieser Hinsicht Ernst zu machen — mit der Folge, dass Projekte, deren Verträge noch nicht unterzeichnet sind, auf Eis gelegt werden. Die Konzerne nämlich wissen nur zu gut, dass eine Anlage, die 40 Jahre lang laufen soll, und pro erzeugter Kilowattstunde Strom bis zu 1140 Gramm Kohlendioxid freisetzt, angesichts einer immer strenger werdenden Klimaschutzpolitik eine hochriskante Investition ist.

Zudem gibt es im dicht besiedelten Deutschland kaum mehr Standorte für neue Kraftwerke, die von der Bevölkerung akzeptiert werden. An zahlreichen geplanten Standorten haben sich Initiativen gebildet, die zum Teil sehr erfolgreich agieren. In der saarländischen Gemeinde Ensdorf zum Beispiel wurde im November der Plan des Stromkonzerns RWE zum Bau eines 1600-Megawatt-Kohlekraftwerks per Bürgerentscheid verhindert. "Ein beeindruckender Sieg der Vernunft und der Demokratie" , urteilte die Deutsche Umwelthilfe (DUH).

In Herne hat die Evonik-Tochter Steag den Bau eines Kohleblocks gestoppt, in Bremen hat die Swb AG den Rückzug angetreten, und in Köln die Rhein-Energie AG. Einige weitere Projekte stehen auf der Kippe. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos warnte kürzlich bereits vor Stromengpässen, weil zugleich in den nächsten 15 Jahren rund 21 000 Megawatt Atomkraft vom Netz gehen sollen.

Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine mögliche Alternative

Freunde des Ökostroms jedoch bleiben gelassen. "Seit 2004 ersetzt der Zubau erneuerbarer Energien in Deutschland jedes Jahr ein Atomkraftwerk" , sagt Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energien. Im Jahr 2007 nahm die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland sogar um fast 14 Milliarden Kilowattstunden zu, was der Erzeugung von anderthalb Atomkraftwerken entspricht. Bei etwa 140 Milliarden Kilowattstunden, die im vergangenen Jahr in Deutschland mittels Atomkraft erzeugt wurden, ließe sich bei unvermindert zügigem Ausbau der erneuerbaren Energien der Atomausstieg also binnen zehn Jahren kompensieren.



hier finden Sie mehr BUND Infos zu diesem Thema

mehr Infos:


hier: weltweite Energiereserven
hier: Alle Infos zu Atomkraftwerken
hier: neue Kohlekraftwerke sind Klimakiller
hier: Wachstum und Wachstumskritik
hier: Klimawandel und Klimaschutz


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Dieser Artikel wurde 12592 mal gelesen und am 8.2.2009 zuletzt geändert.